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  Hanf
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 Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hanf (Begriffsklärung) aufgeführt.

Hanf
 
Hanfpflanze (Cannabis sativa)
 
Systematik
 Kerneudikotyledonen
 Rosiden
 Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Hanfgewächse (Cannabaceae)
Gattung: Hanf
 
Wissenschaftlicher Name
Cannabis
Linnaeus

Hanf (Cannabis) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Hanfgewächse.

Hanf zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt, beide Arten werden vielseitig genutzt: Neben dem Gebrauch als Faser- und Drogenpflanze findet Hanf auch als Heil- und Ölpflanze Verwendung.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Beschreibung
1.1 Inhaltsstoffe
2 Verbreitung
3 Systematik
4 Geschichte
4.1 Frühgeschichte und Antike
4.2 Mittelalter und Neuzeit
4.3 Moderne und Gegenwart
5 Verwendung
5.1 Nutzhanf
5.1.1 Medizinalhanf
5.2 Anbau
5.3 Züchtung
6 Literatur
7 Siehe auch
8 Quellen
9 Weblinks
 
Beschreibung
Hanf ist eine meist diözische, einjährige, krautige Pflanze.

Die Blätter sind handförmig zusammengesetzt (palmat), der Rand ist gesägt. Die Anzahl der Blättchen an einem Blatt schwankt: Die ersten Blattpaare haben gewöhnlich nur ein Blättchen, nachfolgende können bis zu 13 haben (gewöhnlich sieben bis neun, je nach Genetik und Umweltbedingungen). Zur endständigen Blüte hin nimmt die Blättchenzahl wieder bis auf ein Einzelblättchen ab. Die Blätter sind im unteren Bereich vorwiegend gegenständig, weiter oben wechselständig.

Die Blüten des Hanfs sind imperfekt; männliche und weibliche Blüten wachsen in der Regel auf unterschiedlichen Pflanzen,[1] allerdings sind auch monözische Pflanzenexemplare beschrieben.[2] Die männlichen Blüten sind lose in Rispen, die weiblichen in Trauben angeordnet[3]. Unter monözischen Exemplaren kommen die unterschiedlichen Blütentypen manchmal in separaten Blütenständen, manchmal in einem Blütenstand vor.[2]

Alle bekannten Formen des Hanfs sind windbestäubt.[4] Die „Samen“ des Hanfs sind Achänen.[5]

In der Natur ist Hanf diploid, die Chromosomenzahl beträgt 2n=20, in Kultur wurden auch polyploide Pflanzen heran gezüchtet.[6]

Inhaltsstoffe
Cannabinoide, Terpenoide und andere flüchtige Substanzen werden von Trichomen, die fast ausschließlich auf den Kelchblättern und Tragblättern weiblicher Pflanzen auftreten, abgegeben.[7]

Verbreitung
Ursprünglich war Hanf vermutlich in Zentralasien beheimatet. Da er durch menschliches Zutun seit Tausenden von Jahren immer weiter verbreitet wurde, lässt sich das natürliche Verbreitungsgebiet jedoch nicht mehr sicher genau eingrenzen. Heute ist Hanf fast weltweit in den gemäßigten bis tropischen Zonen zu finden, sowohl kultiviert als auch verwildert.[8][9]

Systematik
Die Gattung wurde ursprünglich anhand von Cannabis sativa (Wilder Hanf) als monotypische Gattung von Carl von Linne 1753 erstbeschrieben. Lamarck teilte dann 1785 die indische Sippe anhand morphologischer Merkmale und der berauschenden Fähigkeit als Cannabis indica ab und der russische Botaniker Dmitrij E. Janischewsky erstbeschrieb 1926 Cannabis ruderalis. Im 20. Jahrhundert war die Systematik der Gattung jedoch weitgehend umstritten, neben dem Modell dreier eigenständiger Arten fassten einige Autoren die drei Sippen sämtlich als Unterarten von Cannabis sativa auf, vereinzelt wurden auch noch weitere Arten beschrieben, die sich allerdings meist nicht durchsetzten.

2003 verfasste der Amerikaner Karl W. Hillig eine ausführliche genetische Untersuchung anhand von 157 Populationen weltweit,[10] die den Artrang von Cannabis sativa und Cannabis indica bestätigte. Die Eigenständigkeit von Cannabis ruderalis konnte jedoch nicht sicher nachgewiesen werden, eine spätere Arbeit zur Chemotaxonomie der Gattung[11] bestätigte diese Ergebnisse und verengte den Umfang der Gattung auf zwei Arten:

Hanf (Cannabis sativa) L.
Kultur-Hanf Cannabis sativa var. sativa
Wild-Hanf Cannabis sativa var. spontanea Vav.
Indischer Hanf (Cannabis indica) Lam.
Geschichte
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Frühgeschichte und Antike
Hanf (Cannabis sativa L.) wurde in China schon seit langem genutzt. Ma, wie die Chinesen den Hanf nannten, lieferte ihnen nicht nur wohlschmeckende und nahrhafte Samen, auch die Stängel mit ihren besonders langen und nahezu unverwüstlichen Fasern wusste man schon früh zu schätzen. Bereits im Shen nung pen Ts'ao king, einem frühestens 2800 v. Chr., aber eher zwischen 300 v. Chr. und 200 n. Chr. verfassten chinesischen medizinischen Text, beschreibt der Autor, wie Hanf als Heilmittel gegen Malaria, Rheuma und viele andere Unpässlichkeiten eingesetzt werden kann.

Über Indien und die antiken Hochkulturen im heutigen Irak trat der Hanf seinen Weg um die Welt an. In Europa sind die ältesten Funde ca. 5.500 Jahre alt und stammen aus dem Raum Eisenberg (Deutschland). Ursprünglich stammt Cannabis wahrscheinlich aus Kasachstan.[12] Aus der Gegend des heutigen Litauen stammen Funde von Hanfsamen ca. 2500 v. Chr. und eines Hanffadens ca. 2300 v. Chr. Die alten Griechen und ihre ägyptischen Nachbarn kleideten sich oft mit Hanf – Kleidung aus Hanfgewebe wird von Herodot (450 v. Chr.) erwähnt. Hanf und Flachs waren lange Zeit die wichtigsten Faserpflanzen Europas. Plinius der Ältere schreibt, dass Hanf Schmerzen lindere, und Pedanios Dioscurides berichtet von der Wirksamkeit des Saftes der Hanfsamen gegen Ohrenschmerzen. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit wurden aus Hanf Mittel zur Linderung von Wehenkrämpfen und nachgeburtlichen Schmerzsymptomen gewonnen.

Mittelalter und Neuzeit
Hanf blieb auch nach der Antike in Europa eine wichtige Nutzpflanze. Kaiser Karl der Große erwähnte 812 im Kapitel LXII seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii den Hanf (canava), wenngleich er ihn auch nicht in der Liste der als verpflichtend anzubauenden Pflanzen aufnahm.

Viele mittelalterliche Waffen wie etwa der Langbogen, dessen Sehnen aus Hanf bestanden, wären ohne die robuste und widerstandsfähige Hanffaser, die enorme Zugkräfte aushält, nicht anzufertigen gewesen.

 
Illustration aus dem Jahr 1885Über Spanien fand im 13. Jahrhundert eine weitere Anwendung der Hanffaser ihren Weg nach Europa – die Papierherstellung. Da die Papierherstellung aus Holz damals noch nicht beherrscht wurde, war Hanf neben Lumpen, die selbst oft aus Hanf bestanden, der wichtigste Rohstoff für die Papierproduktion. So entstand in Nürnberg 1290 eine erste Papiermühle auf deutschem Boden. Gutenberg druckte 1455 seine berühmte Gutenberg-Bibel auf Hanfpapier, ebenso wie die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776. Der erste amerikanische Präsident George Washington baute selbst im großen Stil Hanf an.

Hanfseile und Segeltuch aus Hanf waren in der Schifffahrt wichtig, da die Faser sehr widerstandsfähig gegenüber Salzwasser ist und weniger Wasser aufnimmt als beispielsweise Baumwolle – Baumwollsegel würden bei Regen derartig schwer, dass die Masten brechen könnten. Auch Flachsleinen war ein schlechter Ersatz, da es bei Kontakt mit Wasser anders als Leinwand aus Hanf binnen weniger Monate verrottet. Venedig erreichte seine Vormachtstellung als bedeutendes Handelszentrum im Mittelalter unter anderem durch die hohe Qualität der Seilerei. In Südwestdeutschland ging der Hanfanbau mit dem Aufkommen des für die Bauern rentableren Tabakanbaus sowie mit der Einfuhr von Sisalfasern zurück und kam bis zum Ersten Weltkrieg bis auf wenige Ausnahmen praktisch zum Erliegen.

Moderne und Gegenwart
In der Mitte des 20. Jahrhunderts verdrängten Kunstfasern besonders des Herstellers Du Pont den Hanf auch aus der Bekleidungsherstellung, unterstützt von der Anti-Cannabis Kampagne von Harry J. Anslinger. Ausnahmen bildeten hier die „Hemp for Victory“-Kampagne des US-Militärs, das dringend den Rohstoff Hanf für die Rüstung brauchte,[13] sowie die Landwirtschaftspolitik im nationalsozialistischen Deutschland, die den Anbau von Hanf als Nachwachsenden Rohstoff vor Kriegsbeginn in wenigen Jahren vervierfachte.[14]

Der landwirtschaftliche Anbau von Hanf hat seit seiner „Wiedergeburt“ Anfang der 1990er Jahre kontinuierlich zugenommen. Trotzdem liegt die Produktion in Europa weit hinter der Nachfrage zurück.

Dank seiner Eigenschaften konnte Hanf in vielen Bereichen der Wirtschaft wieder Fuß fassen. Er eignet sich zum Hausbau ebenso wie als Basis für Farben, Lacke, Waschmittel und vieles mehr. Die Hanffaser ist der Baumwollfaser in vielerlei Hinsicht überlegen und auch für die Herstellung bestimmter Papiere geeignet.

Hanferzeugnisse zeigen eine sehr gute Widerstandsfähigkeit gegen Verschleiß, so dass die Fasern oft recycelt werden können und auch frühe, geschichtliche Druckerzeugnisse eine gute Haltbarkeit aufweisen.

In der Pflanzenzüchtung wird Hanf als Parzellenisolation von Zuchtgärten genutzt, in denen mit Windbestäubern wie Beta-Rüben gearbeitet wird.

Hanfsamen finden auch als Futtermittel Verwendung. Sie kommen vor allem in Vogelfuttermischungen und Kornfuttermischungen für Nagetiere (häufig für Meerschweinchen und Kaninchen) vor. Sie haben wie alle Sämereien einen hohen Fettgehalt und sorgen daher gerade bei Jungtieren für schnelles Wachstum.

Verwendung
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Nutzhanf
Siehe Hauptartikel: Nutzhanf
 
Hanffasern sind der Rohstoff für sehr widerstandsfähige Textilien.
Querschnitt durch einen Stamm.Kultur-Hanf ist als Nutzpflanze erstmals um 2800 v. Chr. in China in Gebrauch gekommen, das älteste erhaltene Hanfprodukt ist ein Textilfragment aus einem Grab der Chou-Dynastie (1122 bis 249 v. Chr.). Ebenfalls in China ist eine erste Verwendung für Hanf-Papier (die erste bekannte Verwendung von Papier überhaupt) zwischen 140 und 87 v. Chr. belegt.

Von der Antike bis tief ins 20. Jahrhundert war Hanf ein anerkannter und unentbehrlicher Rohstoff zur Herstellung einer Vielzahl von Gegenständen, darunter Kleidung, Taue und Takelagen für Schiffe und Papier.

In den Jahren nach 1985 kam es zu einem regelrechten Hanf-Boom, der den Anwendungen der Nutzpflanze immensen Vortrieb einbrachte. Im Zuge dieser Hanfwelle entstanden in aller Welt Strukturen, die sich für eine Normalisierung der gesetzlichen Lage oder schlicht eine vollständige Legalisierung einsetzten. Das weltweit wachsende Engagement und der damit wachsende politische Druck führten dazu, dass man sich auf europäischer Ebene mit Hanfanbau beschäftigte und heute (2008) 14 Nutzhanf-Sorten in der EU zum Anbau erlaubt sind.

Hanf ist als nachwachsender Rohstoff wegen seiner problemlosen Zucht und vollständigen Nutzbarkeit beliebt. Es werden keinerlei Herbizide benötigt, weil die Pflanzen bereits nach wenigen Tagen den Boden vollständig beschatten, sodass kein Unkraut mehr Licht findet. Außerdem ist er äußerst schädlingsresistent und pflegeleicht. Hanf produziert mehr Biomasse als jede andere heimische Nutzpflanze. In der Wirtschaft ist Hanf äußerst vielseitig einsetzbar und wird wegen seiner hohen Haltbarkeit, Umweltverträglichkeit und niedrigen Energiebilanz geschätzt.

Medizinalhanf
Siehe Hauptartikel: Cannabis als Arzneimittel
Als Medizinalhanf kommen beide Arten zur Verwendung, Kultur-Hanf wird jedoch nur vereinzelt in Form von Hanföl und Ätherischem Hanföl eingesetzt, die auch eine Heilwirkung haben.

Im Fall des therapeutischen Einsatzes von Cannabinoiden wird auf den mit 0,6 bis 1,0 % THC-Gehalt deutlich gehaltvolleren Indischen Hanf gesetzt. Seit der Mitte der 1970er Jahre wurde in den USA am Einsatz von THC gegen einige Nebenwirkungen von Chemotherapien bei Krebs (Übelkeit, Erbrechen, mangelnder Appetit, Depressionen) sowie gegen Grünen Star geforscht. Die Ergebnisse mündeten im September 1980 in der Einstufung von THC als klinisch brauchbarem Medikament und einer Vertriebserlaubnis als Heilmittel in 27 Bundesstaaten (1986), beliefert wurden die Patienten mit Produkten von staatlich kontrollierten Feldern der Universität von Mississippi.[15]

Anbau
 
Hanffeld in der UckermarkDie Wurzeln des Hanfs können bei entsprechenden Bodenverhältnissen (auf Braunerde, deren Humushorizont jedoch durch einen feinerdereichen Horizont unterlagert ist) bis zu 140 cm in den Boden eindringen – das ist wesentlich tiefer als bei vergleichbaren Nutzpflanzen. Aus diesem Grund wurde Hanf früher häufig auf ausgelaugten, verhärteten Böden gepflanzt, um den Boden zu lockern und gegebenenfalls für den späteren Anbau anspruchsvollerer Pflanzen wie etwa Getreide vorzubereiten. Hanf wurde ebenfalls in versteppten Gebieten verwendet, um den Boden nicht nur zu lockern, sondern zugleich zu beschatten. Erst wenn der Boden gebessert war, wurden andere Nutzpflanzen gesät.

Züchtung
 
Etwa vier Tage alte HanfpflanzeHanf ist eine zweihäusige (diözische) Pflanze, das heißt die beiden Geschlechter kommen getrennt vor. Das bringt Probleme mit der Fasererzeugung mit sich, weil die männlichen Pflanzen früher erntereif werden als die weiblichen. An sich sterben die männlichen Exemplare weit früher als die weiblichen ab, was in einem ersten Arbeitsgang die Ernte der männlichen Pflanzen erforderte. Auch für eine maschinelle Ernte hätte es erhebliche Schwierigkeiten gegeben. Deshalb züchtete man einhäusigen (monözischen) Hanf. Der Vorteil liegt vor allem in der gleichmäßigen Abreifung aller Pflanzen eines Bestandes. Allerdings sind einhäusige Sorten den zweihäusigen ertragsmäßig klar unterlegen.

Die männliche Pflanze des Hanfs heißt Femel. Der Femel reift früher und ist von schwächerem Wuchs als die weibliche Pflanze. Beides galt lange Zeit als Indiz für die weibliche Geschlechtlichkeit, worauf die Wortherkunft von der lateinischen Bezeichnung Femella für Weibchen hindeutet.

Das Femeln oder Fimmeln ist das selektive Ernten der reifen Femel. Es verschafft den weiblichen Pflanzen mit ihrer längeren Reifezeit mehr Raum und vereinfacht ihre Ernte bei ohnehin bis dato nicht ausgereifter Erntetechnik. Auch aus diesem Grunde ist die Doppelernte selbst unwirtschaftlich, weshalb bevorzugt einhäusiger Hanf angebaut wird.

Ein weiteres Zuchtziel war die Erzeugung von Sorten, die einen gegen Null gehenden THC-Gehalt aufwiesen. Zur Rauscherzeugung sind aktuelle Sorten deshalb nicht mehr geeignet.

In der Sortenliste der EU waren Ende 2000 nur noch monözische Sorten mit einem Gehalt von weniger als 0,2 % THC aufgelistet.[16]

Literatur
Lark-Lajon Lizermann: Der Cannabis-Anbau: Alles über Botanik, Anbau, Vermehrung, Weiterverarbeitung und medizinische Anwendung sowie THC-Messverfahren. Nachtschatten Verlag, 2004, ISBN 3-03788-134-8.
Niesink et al.: THC-concentraties in wiet, nederwiet en hasj in Nederlandse coffeeshops. 2003–2004, Uitgave Trimbos-instituut, Utrecht 2004
L. A. King et al.: An overview of cannabis potency in Europe. In: EMCDDA Insights 6. European Monitoring Centre for Drugs and Drugs Addiction, Lissabon/Luxemburg 2004
Bernhard van Treeck: Das große Cannabis-Lexikon – Alles über die Nutzpflanze Hanf. Lexikon-Imprint-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-89602-268-7.
Bernhard van Treeck: Drogen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2003, ISBN 3-89602-420-5.
Bócsa, Karus, Lohmeyer: Der Hanfanbau – Botanik, Sorten, Anbau und Ernte, Märkte und Produktlinien. Landwirtschaftsverlag, 2000, ISBN 3-7843-3066-5.
Ronald Rippchen, Hainer Hai: Hanf Hand Buch. Grüne Kraft Verlag, Lörbach 1994 (?), ISBN 3-925817-73-5.
Hans Georg Behr: Von Hanf ist die Rede. rowohlt, Nachdrucke erschienen beim 2001 Verlag, ca. 1985, vergriffen (antiquarisch erhältlich), ISBN 3-86150-093-0.
Robert Connell Clarke: Hanf, Botanik, Anbau, Vermehrung, Züchtung. AT Verlag, Aarau 1997, ISBN 3-85502-573-8.
Jack Herer, Mathias Bröckers: Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf. Heyne Verlag, 1996, ISBN 3-453-11566-X.
Robert Connell Clarke, Jorge Cervantes: Marihuana drinnen, Alles über den Anbau im Haus. Solothurn Nachtschatten-Verlag, 2003, ISBN 3-907080-92-0.
Kathrin Gebhardt: Backen mit Hanf. AT-Verlag, 1997, ISBN 3-85502-611-4.
Robert A. Nelson: Hemp Husbandry. 1997, ISBN 0-913073-00-8.
Hans-Bernd Hartmann: Rahmenbedingungen des Hanfanbaus 2005, Landwirtschaftskammer NRW, Zentrum für nachwachsende Rohstoffe, Hanftag, Münster 2005
Mahmoud E. A. El-Ghany: Molekulargenetische Diversität einer monözischen und einer diözischen Hanfsorte und Analyse des Fasergehaltes von verschiedenen Hanfformen (Cannabis sativa L.). Dissertation, Martin Luther Universität, Halle 2002
Johannes Seidemann: Cannabis – eine alte Nutzpflanze mit Zukunft? Naturwissenschaftliche Rundschau 61(1), S. 5 – 11 (2008), ISSN 0028-1050
Siehe auch
 Portal:Drogen/Cannabis – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Drogen/Cannabis

Quellen
1.? S. Lebel-Hardenack, S. R. Grant: Genetics of sex determination in flowering plants. In: Trends in Plant Science 2 (4), 1997,S. 130–136
2.? a b V. M. Cristiana Moliterni, L. Cattivelli, P. Ranalli, G. Mandolino: The sexual differentiation of Cannabis sativa L.: A morphological and molecular study. In: Euphytica 140, (1-2), 2005, S. 95–106. Gelesen am 25. Februar 2007
3.? R. J. Bouquet: Cannabis. In: United Nations Office on Drugs and Crime, 1950. Gelesen am 23. Februar 2007
4.? Robert C. Clarke: Marijuana Botany. 2. Auflage. Ronin Publishing, California 1991, ISBN 0-914171-78-X.
5.? E. Small: Morphological variation of achenes of Cannabis. In: Canadian Journal of Botany 53 (10), 1975, S. 978–987
6.? E. Small: Interfertility and chromosomal uniformity in Cannabis. In: Canadian Journal of Botany 50 (9), 1972, S. 1947–1949
7.? Paul G. Mahlberg, Eun Soo Kim: THC (tetrahyrdocannabinol) accumulation in glands of Cannabis (Cannabaceae). In: The Hemp Report 3 (17), 2001. Gelesen am 23. Februar 2007
8.? Zhengyi Wu, Zhe-Kun Zhou, Bruce Bartholomew: Cannabaceae. In: Flora Of China, Bd. 5, S. 75 Online
9.? Ernest Small: Cannabaceae. In: Flora Of North America, Bd. 3, Online
10.? Karl W. Hillig: Genetic evidence for speciation in Cannabis (Cannabaceae). In: Genetic Resources and Crop Evolution 52, 2005, S. 161–180
11.? Karl W. Hillig, Paul G. Mahlberg: A chemotaxonomic analysis of cannabinoid variation in Cannabis (Cannabaceae). In: American Journal of Botany, 91, 2004, S. 966–975
12.? BBC Exklusiv – Die Wahrheit über Cannabis auf VOX vom 27. Mai 2009
13.? Barbara Ann Chobocky, Michael Cordell: Hanf – Das Milliarden-Dollar-Kraut. Dokumentation, en. DVD: ISBN 1-59458-321-8, dt. online-version bei google Zeitstempel: (0:39)-(0:44)
14.? die Anbaufläche stieg um 300?%, vgl. den Abschnitt Einbindung der Landwirtschaft in den Vierjahresplan
15.? Hainer Hai: Das definitive deutsche Hanfhandbuch. 1986, S. 87–88, ISBN 3-922708-73-0.
16.? EG-Verordnung Nr. 2860/2000 der Kommission vom 27. Dezember 2000
Weblinks
 Commons: Cannabis sativa – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Commons: Cannabis indica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Cannabis ruderalis – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Hanf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Deutscher Hanf Verband: „Warum Hanf? Über die ökologischen und ökonomischen Möglichkeiten des Biorohstoffs Hanf“
„Cannabis potency in Europe“ 'Addiction' (Juli 2005) (englisch)
Hanf als wirtschaftlich bedeutendstes Agrarprodukt in den USA
Hanf Museum Berlin
Alles über Hanf von der Geschichte bis zum Anbau
Barbara A. Chobocky: Hanf – Das Milliarden-Dollar-Kraut. Dokumentation zu Geschichte, Eigenschaften und Verwendung von Hanf googleVideo
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Kategorien: Hanfgewächse | Hanf
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Hanföl
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Hanföl ist ein fettes Pflanzenöl, das aus den Samen des Hanf (Cannabis sativa) gewonnen wird. Es ist damit abzugrenzen gegenüber dem ätherischen Öl des Hanf, welches durch Destillation aus Blättern und Blüten des Hanfs, und Haschischöl, welches als Harzextrakt aus dem Harz des Hanfs gewonnen wird. Hanfsamen enthalten – anders als das Harz der Pflanze – keine nennenswerten Mengen an THC und haben daher auch keine Rauschwirkung; gleiches gilt dementsprechend für das daraus produzierte Öl.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Herstellung
2 Eigenschaften, Zusammensetztung und Haltbarkeit
3 Verwendung[1]
3.1 In der Küche
3.2 Medizinische Verwendung
3.3 Verwendung als technisches Öl
3.4 Verwendung in Kosmetika
3.5 Hanföl als Biokraftstoff
4 Literatur
5 Quellen
6 Weblinks
 
Herstellung [Bearbeiten]
Da der industrielle Hanfanbau im Regelfall zur Gewinnung von Hanffasern geschieht, stellen die Samen und damit auch das Hanföl nur ein Nebenprodukt des Anbaus dar. Die Samen werden bei der Aufbereitung der geernteten Hanfpflanzen gewonnen und weiterverarbeitet. Will man aus den Hanfsamen ein hochwertiges Hanföl gewinnen, so sind eine schonende Ernte und Pressung unabdingbar. Durch seine feste Schale ist der Samen vor Umwelteinflüssen wie Sauerstoff und Sonnenlicht geschützt. Will man Öl aus den Samen gewinnen, so müssen sie in einer Ölmühle gepresst werden. Am besten eignet sich hierfür die Kaltpressung, da hier die Presstemperatur etwa zwischen 40° C bis 60° C liegt, und somit die wertvollen Inhaltsstoffe des Hanföls nicht durch Hitze geschädigt und reduziert werden. Bei 30-35% Ölgehalt, ergibt sich ein Ölertrag von etwa 180 bis 350 Liter pro Hektar.

Eigenschaften, Zusammensetztung und Haltbarkeit [Bearbeiten]
Die Farbe unterscheidet sich je nach Herstellungsart. So ist kaltgepresstes Hanföl grün-gelblich, Warm gepresstes dagegen eher dunkelgrün, mit Benzin und Schwefelkohlenstoff Extrahiertes hat eine bräunlichgelbe Färbung und mit Diethylether Extrahiertes hat eine intensiv gelbe Farbe. Hanföl riecht krautig und aromatisch und besitzt einen grün-nussigen Geruch. Der Geschmack schwankt von nussig zu krautig.

Der Flammpunkt liegt zwischen 170 und 220° C, der Siedepunkt etwa bei -25 bis -15°C. Hanföl setzt sich neben diversen anderen Pflanzenstoffen, wie zum Beispiel Chlorophylle, Carotinoide und Vitaminen, zum größten Teil aus Fettsäuren (über 80% davon sind Ungesättigte) zusammen. Für eine gesunde Ernährung sind vor allem die in dem Öl enthaltenen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-)Linolsäure, a-Linolensäure und die seltene ?-Linolensäure von besonderer Bedeutung.

Angaben je 100 g

Fett ~90 g (ungesättigte Fettsäuren ~80 g), Brennwert ca. 800 kcal (=3350 kJ), Cholesterin < 1,00 mg

Ungesättigte Fettsäuren pro 100 g:

Ölsäure 10 - 16 g
Linolsäure 50 - 70 g
Alpha-Linolensäure 15 - 25 g
Gamma-Linolensäure 2 - 4 g
Gadoleinsäure < 0,5 g
Palmitinsäure 5 - 8 g
Stearinsäure 2 - 4 g
Stearidonsäure 0,4 - 2 g
Daneben enthält Hanföl auch diverse andere Pflanzenstoffe, die durch das Pressen mit herausgelöst werden, so z. B. Chlorophylle, Carotinoide und Vitamine, die auch für seine Färbung mitverantwortlich sind.

Wird das Hanföl in einer dunklen Flasche gekühlt gelagert, so beträgt die Haltbarkeit etwa sechs bis neun Monate.

Verwendung[1] [Bearbeiten]
Die Verwendung des Hanf als Nutzpflanze ist bis weit in die Geschichte zurückzuverfolgen, die frühesten Seile aus Hanffasern stammen dabei aus der Zeit um 2.800 v.u.Z. aus China und die Nutzung als Textilfaser ist durch Funde aus der Chou-Dynastie (1.122 bis 149 v.u.Z.) belegt. Die früheste Nutzung von Hanföl als Nahrungsmittel oder für andere Verwendungen ist dagegen heute nicht zu datieren.

Da der Anbau von Hanf in vielen Nationen aufgrund der Nutzung als Rauschmittel (Marihuana, Haschisch) in den letzten Jahrzehnten weitgehend verboten war und teilweise auch heute noch ist, geriet die Nutzung von Hanfprodukten in Vergessenheit und wird vor allem in den letzten Jahren nach und nach wieder entdeckt und etabliert.

In der Küche [Bearbeiten]
Aufgrund seines Fettsäurespektrums, das alle für den Menschen wichtige essentielle Fettsäuren enthält, zählt Hanföl zu einem der besten und ernährungsphysiologisch sehr hochwertigen Pflanzenöle und wird gerne in der Küche gebraucht. Einsatz findet es vor allem wegen seines nussigen Geschmacks als Speiseöl bei der Zubereitung von Salaten, Dressings, Soßen, Marinaden und Brotaufstrichen. Wegen seines relativ niedrigen Rauchpunktes bei etwa 165° C. sollte es jedoch nicht zum Braten oder Frittieren verwendet werden, da sich sonst die Fettsäuren bei einer höheren Temperatur zersetzten würden und sich so auch der Geschmack des Öls ändern würde. Unbedenklich ist dagegen die Nutzung von Hanföl zum Dünsten und Dämpfen.

Medizinische Verwendung [Bearbeiten]
Aufgrund seines hohen Anteils an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wird Hanföl auch gerne in der Medizin und Pharmazie angewandt. So wird es beispielsweise erfolgreich gegen zu hohe Cholesterinspiegel, Allergien und Arteriosklerose angewandt. Wegen seines hohen Gehalts an wichtigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, besonders an a-Linolensäure und der seltenen ?-Linolensäure, kann es auch bei einer Diät[2] eingesetzt werden, um dem Körper trotz fettreduziertem Essen die essentiellen Fettsäuren zuzuführen. Außerdem kommt es auch therapeutisch zum Einsatz, um beispielsweise Gefäßerkrankungen zu heilen, da die mehrfach ungesättigten Fettsäuren die Zellmembrane und damit die Elastizität der Gefäße und die Fließfähigkeit des Blutes positiv beeinflussen. Es stärkt also das Gefäßsystem und verhindert schädliche Ablagerungen. Daneben verhindert es die Bildung von Blutgerinnseln. Außerdem hat die im Hanföl enthaltene ?-Linolensäure eine wichtige Bedeutung für die entzündungshemmende Prostaglandinbildung und wirkt auch gegen Neurodermitis, Hauterkrankungen, Psoriasis. Weiter trägt sie zur Verminderung von Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und verschiedenen chronischen Entzündungen bei und auch zur Reduzierung eines Herzinfarkt-Risikos. Weitere positive Eigenschaften von Hanföl sind, dass es krampflösend bei epileptischen Anfällen, Multiple Sklerose und chronischen Schmerzzuständen wirkt und darüber hinaus auch eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden von Krebs- und Aids-Patienten

Verwendung als technisches Öl [Bearbeiten]
Ein weiteres Einsatzgebiet findet Hanföl als technisches Öl in der Industrie. Hier dient es wegen seines hohen Gehalts an Triacylglycerinen als Rohstoff für die Erzeugung von Reinigungsmitteln. Durch verschiedene chemische Verfahren (Verseifung, Ethoxylierung und Sulfatierung) können aus Hanföl verschiedene Rohstoffe (u.a. Seifen, Emulgatoren, Lösungsmitteln, Pflegestoffe oder Tenside) für die Reinigungsindustire erzeugt werden, welche den Vorteil haben, dass sie leicht biologisch abbaubar sind. Des Weiteren dient Hanföl wegen seiner hohen Gleitfähigkeit zur Produktion von Druckertinte, Farben und Lacken und kommt auch bei der Herstellung von Holzschutzmitteln, Schmiermitteln und Wachsmalstiften zum Einsatz. Speziell im Orient wird es bis heute als Lampenöl verwendet, weil es besonders hell brennt und in Verbindung mit ätherischem Hanföl den für Hanf typischen Geruch entwickelt. [3]

Verwendung in Kosmetika [Bearbeiten]
Der Hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren, va. der Linolsäure und a-Linolensäure, bewirkt eine hohe Gleiteigenschaft, die das Hanföl sehr haut- und haarfreundlich macht, weshalb es gerne in Kosmetikprodukten eingesetzt wird. So wird es vor allem bei Produkten für raue, entzündliche oder schuppende Haut eingesetzt, da die darin enthaltenen speziellen Fettsäuren des Hanföl Austrocknung und Hautrisse vermeiden und zudem einen übermäßigen Feuchtigkeitsverlust verhindern. Darüber bildet dieses Öl einen sehr guten Weichmacher für Haut und Haare, weshalb es auch bei der Entwicklung von Massageöl, Salben, Cremes, Seifen und auch Shampoos Verwendung findet. Auch in der Naturkosmetik wird dieses Öl eingesetzt, da es wegen seines Anbaus ohne Pflanzenschutzmittel keine giftigen Rückstände enthält. Die Marktanteile von hanfölbbasierten Kosmetika sind allerdings bislang gering.[4]

Hanföl als Biokraftstoff [Bearbeiten]
Hanföl wird bis heute nicht zur Energiegewinnung genutzt. Obwohl es beispielsweise als Grundlage für pflanzenölbasierte Kraftstoffe (Biodiesel, Pflanzenöl-Kraftstoff) verwendet werden könnte, besteht aktuell weder der Bedarf noch die technische Reife, das als hochwertig eingestufte Hanföl für energetische Zwecke zu nutzen.

Literatur [Bearbeiten]
Michael Carus et al.: Studie zur Markt- und Konkurrenzsituation bei Naturfasern und Naturfaser-Werkstoffen (Deutschland und EU). Gülzower Fachgespräche Band 26, Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. 2008
Quellen [Bearbeiten]
1.? Hanföl. Abgerufen am 7. September 2010.
2.? Gesund abnehmen durch Ernährungsumstellung - Hanf kann helfen. Abgerufen am 23. November 2007.
3.? Ivan Bócsa, Michael Karus, Daike Lohmeyer: Der Hanfanbau – Botanik, Sorten, Anbau und Ernte, Märkte und Produktlinien. Landwirtschaftsverlag, 2000, S.178-179, ISBN 3-7843-3066-5
4.? Stichwort Kosmetika In: nova-Institut (Hrsg.): Das kleine Hanf-Lexikon. Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 2. Auflage, 2003; Seiten 63–64. ISBN 3-89533-271-2
Weblinks [Bearbeiten]
Hanföl Florapower Hanföl
Hanf als Nahrungsmittel Infoseite HanfHaus
Hanf: Gesunder Genuss WDR ServiceZeit
Inhaltsstoffe Hanfsamen und-öl
Der Hanf als Ölpflanze Seminararbeit
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Hanf%C3%B6l“
Kategorien: Pflanzenöl | NutzhanfMeine Werkzeuge
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Bogen (Waffe)
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Ein Skythe spannt seinen Bogen
RecurveDer Bogen ist eine Abschussvorrichtung für Pfeile. Seit der ausgehenden Altsteinzeit (30.000–10.000 v. Chr.) nutzen Menschen Pfeil und Bogen sowohl als Jagdwaffe als auch seit der Jungsteinzeit als Waffe bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Heute dient der Bogen primär als Sportgerät und ist vom deutschen Waffengesetz nicht erfasst (Hauptartikel Bogenschießen). Die Bogenjagd und das Bogenfischen sind in der Bundesrepublik Deutschland verboten.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Aufbau und Funktionsprinzip
2 Geschichte des Bogens
2.1 Bogen der Alt- und Mittelsteinzeit
2.2 Bogen der Jungsteinzeit
2.3 Bogen der Bronze- und Vorrömischen Eisenzeit
2.4 Bogen der Germanen
2.5 Völkerwanderungszeit und Frühmittelalter
2.6 Hoch- und Spätmittelalter
2.6.1 Hochmittelalter
2.6.2 Spätmittelalter
2.7 Frühe Neuzeit
3 Bogentypen und Einsatzbereiche
3.1 Primitiv-Bogen
3.2 Langbogen
3.3 Recurve-/ Reflexbogen
3.4 Bogen in Kompositbauweise
3.4.1 Backings
3.5 Bögen aus Stahl
3.6 Kyudo-Bogen
3.7 Compoundbogen
4 Bogenschießen als Sport
5 Leistungsfähigkeit, Schussweite
6 Ikonografie
7 Siehe auch
8 Literatur
9 Der Bogen im Film
10 Weblinks
11 Einzelnachweise
 
Aufbau und Funktionsprinzip [Bearbeiten]
Ein Bogen besteht stets aus einem elastischen, stabähnlichen Gegenstand, dem eigentlichen Bogen, dessen Enden durch eine Schnur, der Bogensehne, verbunden werden. Bögen werden traditionell aus Holz, Horn und Tiersehnen gefertigt; ein hochwertiger Kompositbogen erforderte einen aufwendigen mehrmonatigen Herstellungsprozess.

Der Bogen selbst kann in 5 Abschnitte gegliedert werden: einem meist starren Mittelstück, das als Griff für den Bogenschützen dient, zwei daran anschließende flexible Wurfarme und den beiden abschließenden Bogenenden, an denen die Bogensehne befestigt wird. Beim Einhängen der Bogensehne müssen die Wurfarme gekrümmt werden, dies sorgt für die Vorspannung des Bogens. Beim Ausziehen der Bogensehne, dem Spannen, werden die Wurfarme stärker gekrümmt und speichern Energie. Diese sorgt beim Loslassen der Sehne für die Beschleunigung eines eingelegten Pfeils. Das Prinzip ist mit dem einer Sprungfeder vergleichbar.

Die zum Spannen nötige Kraft wird als Zuggewicht bezeichnet und aus historischen Gründen häufig in englischen Pfund angegeben. Das maximal mögliche Zuggewicht eines Bogens wird maßgeblich durch die Steifheit der Wurfarme vorgegeben. Sie kann mehr als 100 Pfund betragen, was einer Kraft von 444 N entspricht. Für resultierende Endgeschwindigkeit eines Pfeiles ist zusätzlich der Wirkungsgrad entscheidend, d. h. der Grad, mit dem der Bogen die gespeicherte Verformungsenergie in kinetische Energie umwandeln kann. Nicht nutzbare Energie verpufft in der nötigen Beschleunigung der Wurfarme selbst.

Die gängigste Form des Bogens ist der Rechtshandbogen. Dies bedeutet, dass der Schütze den Bogen mit der linken Hand hält und die Bogensehne mit der rechten Hand spannt. Man bezeichnet den Schützen auch als Rechtshandschützen. Bei einem Linkshandbogen bzw. Linkshandschützen kehren sich die Verhältnisse um. Die Wahl des Bogens wird aber keineswegs nur durch die Händigkeit des Schützen bestimmt, sondern auch durch dessen Augendominanz. Die Sehne mit dem Pfeil wird zu dem dominanten Auge geführt, weil dieses das Zielen übernimmt.

Geschichte des Bogens [Bearbeiten]
Bogen der Alt- und Mittelsteinzeit [Bearbeiten]
Pfeilspitzen aus Feuerstein gibt es evtl. bereits seit dem Solutréen (etwa 22.000 bis 18.000 v.Chr.).[1] [2] Sie können indirekt als ältester Beweis für die Existenz des Bogens gewertet werden. Es handelt sich um gestielte Spitzen, die auf nicht erhaltenen Holzschäften von nur etwa 1 cm Dicke aufgesetzt waren, sofern die Schulter der Spitzen als Maß für die Dicke der Pfeilschäfte steht. Alternativ können dies aber auch Spitzen für Speere sein, die mit der Speerschleuder abgeworfen wurden. Der älteste Speerschleuderfund stammt aus demselben Zeithorizont wie die genannten Stielspitzen von Parpalló (etwa 18.000 v. Chr.) Da auch Speere meist aus sich nach oben verjüngenden Sprossen (Schösslingen) gefertigt wurden (bei Pfeilen spricht man von „getaperter“ Schaftform), konnten diese an der Spitze ebenfalls sehr schlank gewesen sein.

Der älteste als Bogen interpretierte archäologische Fund datiert ans Ende des Jungpaläolithikums und stammt aus einer Kiesgrube in Mannheim-Vogelstang.[3] Das rund 40 Zentimeter lange Fragment eines Kiefernholz-Stabes (Pinus sylvestris) wurde mittels der Radiokohlenstoffmethode auf ein Alter von 14.680 ± 70 BP datiert (entspricht nach Kalibrierung etwa 17.600 Kalenderjahren vor heute). Bei einer den Gesetzen des Bogenbaus folgenden Ergänzung müsste der komplette Bogen etwa 110 cm lang gewesen sein. Veränderungsspuren an der Holzoberfläche legen eine Interpretation als Bogen nahe. So besitzt eine Seite des Fragments eine geglättete Oberfläche gegenüber einer unveränderten sowie die Korrektur einer Abweichung an einer Seite, ferner eine Kerbe, in der eine Sehne hätte befestigt werden können. Die Leistung wird auf etwa 25-30 englische Pfund geschätzt mit Reichweiten von bis zu 80 Metern. Sofern man das Fragment als Bogen akzeptiert, beweist er dessen Existenz bereits in der Zeit des älteren Magdalénien.

Darüber hinaus gibt es aus dem späten Magdalénien eine mögliche Bogendarstellung auf einer gravierten Kalksteinplatte aus der Grotte des Fadets, Departement Vienne (Frankreich).[4] [5] Die Ritzung ist jedoch nicht eindeutig genug, als dass die Interpretation als gesichert gelten kann.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es steinerne Pfeilspitzen in Form der sogenannten Federmesser. Diese waren bei den Federmesser-Gruppen während der ersten Wiederbewaldung am Ende der Weichsel-Eiszeit in Gebrauch. Die ältesten archäologischen Bodenfunde und damit zweifelsfreien Belege für den Bogengebrauch stellen komplett erhaltene Pfeile aus dem Stellmoor dar (Ahrensburger Kultur, etwa 10.000 v. Chr.).[6] Vom Ausgräber Alfred Rust wurden zwei ebenfalls dort gefundene Kiefernholzfragmente als Teile von Stabbögen interpretiert.[7] Rust schreibt, dass es sich um Kernholz relativ dicker Stämme handelt, dieses aber außen zur Splintholzzone hin liegt. Die Jahrringe beider Stücke liegen etwa 3mm auseinander. Die Interpretation als Bogenfragmente bleibt unsicher, zumal die Stücke inzwischen verschollen sind. Rekonstruktionen mit Druckholz der nordischen Kiefer beweisen die Schussfähigkeit einer solchen Waffe, obwohl Kiefer gemeinhin nicht als gutes Bogenholz bekannt ist.[8] Eine alternative Deutung der Verwendung von Kiefernholz bestünde z. B. mit Bootsspanten oder Schlittenteilen.[9]

Die ältesten unzweifelhaften Bogenfunde stammen aus dem nordischen Mesolithikum. Sie waren aus Ulmen- und Eschenholz, später vor allem aus Eibenholz gefertigt. Die ältesten beiden Exemplare stammen aus Holmegård auf Seeland (Dänemark). Da die fünf nachfolgend aufgelisteten Bogenfunde recht ähnlich konstruiert und dimensioniert sind, wird diese Form des Flachbogens mit D-förmigem Querschnitt als mesolithischer Standardtyp angesehen.[10]

Holmegård IV, Seeland (Kongemose-Kultur, ca. 6.000 v. Chr.): Dabei handelt es sich um zwei Flachbögen aus Ulmenstämmchen (Bergulme), wovon einer vollständig und einer etwa zur Hälfte erhalten ist.[11] Die Innenseiten der Bögen sind flach, die Außenseiten gerundet. Die Griffpartien sind deutlich eingezogen. Die Originallängen betragen 154 cm beim vollständigen Exemplar und werden bei dem halb erhaltenen auf 184 cm geschätzt.
Ageröd V, Südschweden (im Atlantikum, 14C-Datierung 6.860–6.540 BP): Ein Flachbogen aus Ulme (Ulmus sp.), ca. 170 cm lang; ein Flachbogen aus Eberesche bzw. Vogelbeerbaum (Sorbus aucuparia), fragmentarisch noch 61,7 cm erhalten; ein Stabbogen.[12] Nach Bergman sei der Stabbogen weniger effizient und seiner Spekulation nach möglicherweise von Jugendlichen gebaut worden.[13]
Ringkloster, Dänemark: Bogen aus der Ertebølle-Kultur, Datierung 5.400–3.550 v. Chr.
Tybrind vig, Dänemark: Bogen aus Ulmenholz, ca. 160 cm lang, Ertebølle-Kultur, Datierung 4.600–3.200 v. Chr.[14]
Der Flachbogen mit D-förmigem Querschnitt (auch „Propeller-Typ“ genannt) war bis in die Bronzezeit geläufig. Der Bogen von Møllegabet II (Dänemark) hat als einziger Mesolithbogen (Ertebølle-Kultur) im Gegensatz dazu schmale und hohe Wurfarmenden, bei denen sich die äußeren Wurfarmenden nicht mitbogen. Parallel dazu gab es mesolithische Fallenbogen aus dem Vis-Moor (Republik Komi, Nordwestrussland), die meist kein Flachbogendesign aufweisen. Es handelt sich um insgesamt 31 meist einfach und mit geringem Aufwand gebaute Stabbogen aus Nadelhölzern, die in fest installierten Bogenfallen eingesetzt wurden. Die Radiokohlenstoffdatierung beträgt ca. 6000 v. Chr.[15] [16]

Bogen der Jungsteinzeit [Bearbeiten]
Zwei Typen prägten die Jungsteinzeit Mitteleuropas: Zum einen Bogen mit hohen Querschnitten, zum anderen der „propellerförmige Typ“.[17] [18] Als bevorzugtes Bogenholz wird nun Eibe verwendet. Trotz der bäuerlichen Wirtschaftsweise behielten Pfeil und Bogen stets eine Bedeutung als Statussymbole des Mannes, wie Grabbeigaben der Linienbandkeramik und der Glockenbecherkultur zeigen, dort in Form von Armschutzplatten und Pfeilspitzen aus Feuerstein. In das Spätneolithikum (3500–2800 v.Chr.) datieren die Gletschermumie Ötzi mit kompletter Bogenausrüstung sowie die Funde vom Schnidejoch.

Auch Abbildungen von Recurvebogen (bei sehr wahrscheinlicher Kompositbauweise) gibt es bereits seit dem Frühneolithikum auf Felsbildern in Spanien.[19] [20] (Hauptartikel Kompositbogen)

Der Kurzbogen entwickelte sich wahrscheinlich mit und in den Steppenreiterkulturen. Auf antiken Darstellungen sowie in den Kurganen finden sich erste Belege. Aufgrund der im Vergleich zum Langbogen ungünstigeren mechanischen Verhältnisse entwickelten sich zurückgebogene Bogenenden (Recurves) und Sehnen-/Hornverstärkungen (Kompositbogen).

Bogen der Bronze- und Vorrömischen Eisenzeit [Bearbeiten]
Bogenfunde der Bronzezeit und Eisenzeit sind in Mitteleuropa äußerst selten.[21] Der Bogenschütze von Amesbury aus der endneolithisch-frühbronzezeitlichen Glockenbecherkultur ist mit Langbogen, Pfeilen und Armschutzplatte bestattet worden. Oft sind bei endneolithischen Gräbern nur noch die Pfeilspitzen, steinernen Armschutzplatten oder Pfeilschaftglätter erhalten, die auf den Status des Bogens als Waffe hinweisen. Auch in der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur bleibt diese Grabbeigabe bestehen. Vom Ende der Frühbronzezeit ist ein Geweihbogen (Rothirsch) aus England bekannt, der mit nur 45 Zentimetern Länge zu den Miniaturbogen zählt.[22] Die 14C-Datierung dieses singulären Fundes ergibt ein Alter zwischen 1750 und 1605 v. Chr.

Für die Mittlere und Späte Bronzezeit gibt es bislang keine Bogenfunde, lediglich zwei Köcher aus urnenfelderzeitlichen Gräbern: einen mit elf Pfeilen aus Ockstadt (Wetteraukreis)[21], und einen mit sechs Pfeilspitzen und Schaftresten aus Behringersdorf (Kr. Nürnberger Land).[23] Aus klimatischen Gründen ist in Mitteleuropa nicht von Importen vorderasiatischer Kompositbogen auszugehen, sondern überwiegend vom reinen Holzbogen (Selfbow). Häufig gefunden werden dagegen so genannte „graeco-eurasische“ Pfeilspitzen der Hallstattzeit, wie im Gräberfeld von Hallstatt, in Salzburg, Mellrichstadt, in einer Höhle bei Ebermannstadt, auf der Ehrenbürg bei Forchheim, der Heuneburg (Kr. Sigmaringen).[24] Diese gelten als Importe aus Griechenland und dem Gebiet der Skythen bzw. als technische Nachahmungen dieser Formen.

Bogen der Germanen [Bearbeiten]
Germanen bauten im 1.–2. Jahrhundert meist Stabbogen mit hohem Querschnitt, die seit der Eisenzeit typischerweise dick auslaufende Wurfarmenden mit zum Teil seitlich angebrachter Nockenkerbe hatten. Sie sind in Siedlungen und als Einzelfunde archäologisch nachgewiesen.[25]

Seit dem 19. Jahrhundert entstand das Gerücht, römische Geschichtsschreiber hätten die Verachtung der Germanen gegenüber Pfeil und Bogen als Kriegswaffe zum Ausdruck gebracht, was in einer Art Ehrenkodex festgehalten gewesen sei.[26] [27] Tacitus erwähnt in seiner „Germania“ dazu jedoch nichts. Stattdessen kann die Ineffizienz des Bogens gegen gepanzerte römischen Legionen ins Feld geführt werden.[28] Das schließt jedoch die Möglichkeit des Gebrauches nicht aus, und es gibt Belege, dass sich die Gallier zur selben Zeit des Bogens bedienten.[28]

Eine herausragende Kollektion von 36 Bogenfunden germanischer Zeit stammt aus dem Nydam-Moor in Südjütland.[29] Die Eibenbogen wurden offenbar mit vielen weiteren Waffen zusammen mit dem Nydam-Schiff im Moor versenkt. Die Datierung der Bogen wird mit 100–350 n. Chr.[29], an anderer Stelle mit 300 n. Chr.[30] angegeben. Der Bau des Nydam-Schiffes selbst ist dendrochronologisch auf 310-350 zu datieren, so dass die Datierung der Bogen ebenfalls ins frühe 4. Jahrhundert wahrscheinlich sein dürfte. Beim Typ Nydam handelt es sich um schlanke Stabbogen von 178-187 cm Länge, die an die späteren englischen Langbogen erinnern. Die spitz zulaufenden Wurfarme haben Tips (Endenverstärkungen) aus Geweih, die zum Teil einen achteckigen Querschnitt aufweisen. Bei einem dieser Bogen ist ein Tip aus Eisen erhalten.[29]

Völkerwanderungszeit und Frühmittelalter [Bearbeiten]
Aus der Völkerwanderungszeit sind insbesondere die Bogen der Merowinger und Alamannen überliefert.[31] Ein erfolgreicher Einsatz der Alamannen gegen die Römer in einer Schlacht am Rhein im Jahre 354 dokumentiert die Verwendung des Bogens als Kriegswaffe.

Eine vorzügliche Quelle zur Erforschung frühmittelalterlicher Eibenbogen bot der bereits 1846 ausgegrabene Friedhof von Oberflacht, Lkr. Tuttlingen.[32] [31] Die Belegung des Friedhofs stammt aus dem Zeitraum von 530 bis 650.

Ein mit einer Eisenblechtülle beschlagener alamannischer Bogen wurde in einem Grab in der St. Martinskirche in Altdorf (Kanton Uri, Schweiz) gefunden. Das Grab datiert um das Jahr 670. Bei diesem Bogen bestehen Ähnlichkeiten zu den D-förmigen Nydam-Bogen aus dem 4. Jahrhundert, die ebenfalls eine Eisenblech- oder Geweihtülle hatten.[33]

Im Stuttgarter Psalter (um 830) werden Kampfszenen mit Pfeil und Bogen zwischen Awaren und Franken gezeigt.

Hoch- und Spätmittelalter [Bearbeiten]
Der klassische Langbogen entwickelte sich im europäischen Hoch- bzw. Spätmittelalter zum englischen Langbogen (engl. Longbow[34]) mit sehr hohen Zuggewichten weiter. Diese Entwicklung ist die Antwort auf die besonders im Hochmittelalter vorkommenden Panzerreiter (siehe Ritter). So konnte ein Pfeil, der von einem Langbogenschützen abgeschossen wurde, mühelos eine damals gebräuchliche Kettenrüstung und unter günstigen Bedingungen sogar die als Reaktion entwickelten Plattenpanzer durchschlagen. Auch die Pferde der Ritter mussten nun, soweit überhaupt möglich, vor Waffenwirkung beschützt werden. Allerdings mussten entsprechend große Kräfte zum Spannen des Bogens ausgeübt werden. Heranreitende Kavallerie hatte nur selten die Möglichkeit, die Bogenschützen mit ihren Nahkampfwaffen anzugreifen.

Hochmittelalter [Bearbeiten]
Im Hochmittelalter (ca. 1050 bis 1250) waren im Westen vor allem Waliser und Engländer, im Osten besonders die Türken und Mongolen gefürchtete Bogenschützen. Mehrere Schlachten im Hundertjährigen Krieg gewannen die Engländer mit ihrer überlegenen Bogenstreitmacht. Um den in diesem Krieg entstandenen Bedarf an Eibenholz zur Bogenherstellung decken zu können, wurde nicht zuletzt auch Holz aus deutschen Wäldern verwendet.

Im Gegensatz zur Jagd wurde mit den damaligen Kriegsbögen nicht gezielt, sondern auf die Salvenwirkung gesetzt. Durch die große Anzahl an Schützen und dementsprechend vielen gleichzeitig niedergehenden Pfeilen war die Trefferwahrscheinlichkeit trotzdem recht hoch. Kriegsbögen hatten ein hohes Zuggewicht, typischerweise mehr als 100 Pfund. Das entspricht einer Kraft von 490 N oder ca. 50 kg. In alten Chroniken wird berichtet, dass die Pfeile „dicht wie Schnee“ auf den Gegner niedergingen.

Zwar hatte schon Wilhelm der Eroberer in der Schlacht von Hastings eine große Truppe von französischen Bogenschützen gegen die Truppen von König Harald eingesetzt, aber sie waren ebenso wie die weniger zahlreichen englischen Bogenschützen nur mit relativ kurzen Bögen ausgerüstet.

Bereits im 11. Jahrhundert wird von walisischen Bogenschützen berichtet, deren Pfeile ca. 10 cm dicke Eichentore durchschlugen. In den Dienst des englischen Königs Eduard I. wurde der Langbogen nach der Unterwerfung der Waliser im späten 13. Jahrhundert übernommen. Zunächst wurden walisische Bogenschützen eingesetzt, später wurden auch englische Langbogenschützen ausgebildet. Ende des 13. Jahrhunderts entwickelte sich der englische Typ mit tiefem D-förmigem Querschnitt, der in Westeuropa zur effektivsten Fernkampfwaffe wurde, die von einem einzigen Menschen bedient werden konnte. Der militärische Einsatz des Langbogens wurde im europäischen Mittelalter zuerst in England realisiert.

Um mit einem Langbogen eine solche Wirkung zu entfalten, war jahrelange Übung notwendig. Im mittelalterlichen England wurden daher Gesetze erlassen, die die männliche Bevölkerung dazu verpflichteten, sich im Umgang mit dem Langbogen zu üben. Zudem mussten englische Väter ihre Söhne mit einem Langbogen ausrüsten, wenn diese ein bestimmtes Alter erreicht hatten. Bei Skelettfunden, die man englischen Langbogenschützen zuordnen konnte (Mary Rose), wurden auf starke mechanische Belastung hinweisende Umbildungen von Arm- und Wirbelknochen festgestellt.

Moderne Versuche haben ergeben, dass ein von einem Langbogen abgeschossener Pfeil unter Idealbedingungen die Brustplatte einer Plattenrüstung durchschlagen konnte.

Zur Herstellung von Langbögen verwendeten die Engländer vorwiegend Eibenholz, da dieses die Eigenschaften besitzt, die hohen auftretenden Zug- und Stauchkräfte aufzunehmen. Diese Eigenschaften ermöglichten die Entwicklung zum leistungsstarken Stabbogen, der im Gegensatz zum Flachbogen auf weite Distanzen einzusetzen ist. Die walisischen Bogenschützen schossen auch mit Ulmenbögen. Noch heute ist die Eibe streng geschützt, weil dem damaligen Bedarf an Eibenholz fast die gesamten Bestände des Alpenraums und der Pyrenäen zum Opfer gefallen waren.

Die meisten englischen Langbögen reichten dem Schützen im ungespannten Zustand mindestens bis auf Augenhöhe.

 
Bekanntester literarischer (Rechtshand-) Schütze mit dem Langbogen: Robin Hood – Filmplakat von 1922In anderen europäischen Reichen wurde der Nutzen dieser Waffe ebenfalls erkannt, sodass der Langbogen auch außerhalb Englands Verbreitung fand, wo er aber aufgrund der Konkurrenz durch andere Fernwaffen, vor allem die gegen Ende des Mittelalters aufkommenden Feuerwaffen, nicht die gleiche Rolle spielte wie in England.

Spätmittelalter [Bearbeiten]
In den Schlachten des Spätmittelalters (ca. 1250 bis 1500) bewährte sich der Langbogen vielfach. Geriet gegnerische Reiterei unter die wenig bis gar nicht gepanzerten Bogenschützen, hatten diese allerdings meist nur ein leichtes Schwert oder auch nur einen Dolch oder ein Messer zur Verteidigung. Solche Kämpfe endeten meist in einer Katastrophe für die Bogenschützen, die aufgrund ihrer langen Ausbildung nur schwer zu ersetzen waren. Deshalb bezogen die englischen Langbogenschützen meist Deckung hinter spitzen Holzpfählen, die in die Erde gerammt waren. Davor postierten sich schwer gepanzerte Ritter, die zu Fuß kämpften und mit ihren Lanzen gegnerische Truppen auf Distanz halten sollten.

Der Sage nach wurden im Hundertjährigen Krieg englischen Bogenschützen, die in Gefangenschaft gerieten, der rechte Zeige- und Mittelfinger abgehackt, mit denen die Sehne gezogen wurde. Verschiedene Gesten (Fuck off-V, Victory-Zeichen, crossed fingers) werden auf diese Sage zurückgeführt. Da für die nichtadeligen Bogenschützen aber kein Lösegeld wie für gefangene Ritter zu erwarten war, ist es wahrscheinlicher, dass gefangene Bogenschützen einfach getötet wurden.

Noch im Jahre 1590 verteidigte der englische Adlige Sir John Smythe den Nutzen des Langbogens gegenüber den damals gebräuchlichen Arkebusen und Musketen. Smythe wies darauf hin, dass ein Bogen im Gegensatz zu einer Feuerwaffe über keinen Mechanismus verfügt, der versagen könnte. Zudem hob er die deutlich höhere Feuerrate des Bogens im Vergleich zu Feuerwaffen hervor. Außerdem würde ein dichter, heranfliegender Pfeilhagel die Moral des Gegners schädigen.

Aus dem Wrack des in dieser Zeit gesunkenen Schiffs Mary Rose wurden etliche Langbögen geborgen, die zum Teil so gut erhalten sind, dass sie noch schießbar sind.

Frühe Neuzeit [Bearbeiten]
In der frühen Neuzeit (ca. 1500 bis 1790) wurden die Langbögen abgelöst. Im englischen Bürgerkrieg in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden noch Langbögen verwendet, kurze Zeit später wurde der Langbogen in England aber endgültig verdrängt. Musketen erlangten eine immer höhere Feuerkraft und Reichweite und konnten Panzerungen leichter durchschlagen. Zudem war die Ausbildung eines Langbogenschützen weit aufwändiger und länger als die eines Musketenschützen.

Bogentypen und Einsatzbereiche [Bearbeiten]
Primitiv-Bogen [Bearbeiten]
 
Primitiv-Bogen aus einem Stück HolzEin Primitiv-Bogen (Traditioneller Bogen) ist in seiner extremsten Form ein aus einem Stück Holz gefertigter Bogen (Selfbow) ohne Schussfenster (Shelf), ohne einen schmaleren Griffbereich, ohne Pfeilauflage, ohne Backing und ohne Griffleder. Die Sehne ist aus Naturmaterialien gefertigt. Beim Schießen mit dem Primitiv-Bogen wird der Pfeil auf der Hand am Bogen aufgelegt. Zwischen dem ganz einfachen Primitiv-Bogen und dem Langbogen gibt es fließende Übergänge. In Europa verwendete Hölzer sind z. B. Eibe, Esche, Ahorn und Akazie. Englische Langbögen sind aus Eibenholz gefertigt und haben einen ovalen Bogenarmquerschnitt. Im Gegensatz dazu weisen z. B. die Indianerbögen Nordamerikas einen rechteckigen Bogenarmquerschnitt auf.

Langbogen [Bearbeiten]
Hauptartikel Langbogen
 
Moderner "glasbelegter" LangbogenLangbogen gibt es als Holzbogen aus einem Stück (englisch: Selfbow), aus laminierten Holzstreifen oder mit auf- oder eingelegten Kunststoffen. Dabei kommen vor allem Fiberglaslaminate für den Belag der Bauch- und Rückenseite zum Einsatz, sowie Carbonfaser als Schichtlaminat.

Im traditionellen Bogenbau wird zwischen Langbogen englischer und amerikanischer Bauart unterschieden. Englische Langbogen haben über die gesamte Länge einen D-förmigen Querschnitt und einen runden Griff, meist mit einer Lederwicklung. Man spricht dabei von einem Stabbogen. Amerikanische Langbogen besitzen flache Wurfarme und einen der Hand stärker angepassten Griff (siehe Bild). Letztere werden auch Flachbogen genannt.

Recurve-/ Reflexbogen [Bearbeiten]
 
Dreiteiliger Recurvebogen
Wurfarmenden (arbeitender Bereich der Recurves rot markiert)Recurve (englisch: zurückgebogen) steht für das Hauptmerkmal dieses Bogentyps, die zurückgebogene Form der Wurfarmenden.[35] Die Begriffe Recurvebogen und Reflexbogen werden synonym verwandt.[36] Die ältesten Nachweise dieses Bogentyps sind die zahlreichen Felsbilder aus der Zeit der Cardialkeramik im 7. Jt. v. Chr. an der spanischen Mittelmeerküste, auf denen Krieger oder Jäger mit Recurvebogen abgebildet sind.[20] Recurvebogen (Reflexbogen) speichern in ihren Wurfarmen mehr Energie und haben daher einen höheren Wirkungsgrad als Flachbogen und Langbogen. Die anliegenden Sehnen dämpfen außerdem den Handschock nach dem Schuss. Im ägyptischen Theben wurden Exemplare dieses Typs gefunden, die wahrscheinlich assyrischer Herkunft waren und vermutlich aus der Zeit um 1.200 Jahren v. Chr. stammen.

Im Unterschied zum Langbogen sind beim Recurvebogen die Enden der Wurfarme so stark nach vorn gebogen, dass die Sehne nach dem Schuss anliegt. Dadurch gibt sie ihre gesamte Restenergie an das Bogensystem ab und schwingt nicht nach, was zu einem ruhigeren Schuss führt. Durch die Kompositbauweise - die bei Reflexbogen die Regel darstellt - kann dieser weiter gespannt werden als ein Langbogen oder Flachbogen und hat dabei dennoch einen weicheren Auszug. Die starke Vorspannung der Wurfarme bedingt allerdings auch eine wesentlich größere Belastbarkeit des Materials.

 
Hunnischer KompositbogenBogen in Kompositbauweise [Bearbeiten]
Hauptartikel Kompositbogen
Ein Kompositbogen ist ein spezieller, aus mehreren verschiedenen Materialien bestehender Bogen, der in der ausgehenden Jungsteinzeit in Zentralasien entstand. Älteste archäologische Funde stammen aus der Region Pribaikalja, nordwestlich des Baikalsees in Südsibirien. Die dort in einem Gräberfeld gefundenen 16 Bogen sind bauchseitig mit Streifen aus Geweih versteift worden und laufen in spitzen Tips aus.[37] [38]

Reflexbogen sind üblicherweise in Kompositbauweise hergestellt. Von den Steppen aus verbreitete sich die Nutzung von Kompositbögen im bronzezeitlichen mediterranen und chinesischen Kulturkreis. Zur Herstellung von Kompositbögen wurden in einem aufwändigen, bis zu zwei Jahre dauernden Verfahren verschiedene Schichten von Holz und Tierhorn verleimt und mit Sehnen umwickelt. Die Funktion des Holzes beschränkte sich dabei z. T. auf das bloße Tragen der tierischen Materialien. Das Ergebnis war eine gegenüber traditionellen Bögen kleinere Waffe mit dennoch hoher Spannkraft, die sich hervorragend für Reiter eignete. Tiersehnen haben im Vergleich zu Holz eine ca. vierfache Zugfestigkeit. Horn hält eine doppelte Druckbelastung aus wie Holz. Daher lässt sich beim Bogenbau die benötigte Schichtdicke auf ein Viertel bzw. die Hälfte, im Vergleich zu Holz, reduzieren. Dünnere Bogenarme sind elastischer als dickere; je weniger Energie aber beim Biegen der Wurfarme verloren geht, umso mehr kann beim Verschießen des Pfeiles abgegeben werden. Kleinere und kürzere Wurfarme besitzen zudem weniger Masse, die bewegt werden muss. Außerdem kann man Verbundmaterialien in einem technisch besonders effektiven Design zusammenleimen.

Der Vorteil von Sehnen und Horn besteht in ihrer höheren Fähigkeit, Energie zu speichern und auch wieder an den Pfeil abzugeben. Die Effizienz eines solchen gut gebauten Kompositbogens mit entsprechender möglicher Formgebung ist höher als die eines konventionellen Bogens aus Holz, der bei identischem Layout sofort brechen würde. Mongolische und türkische Reiterbögen hatten ein Zuggewicht von durchschnittlich 75 Pfund und schossen speziell abgestimmte leichte Pfeile 500 bis 800 m weit.

Am bekanntesten wurden dabei die Hunnen und einige hundert Jahre später die Mongolen und Türken, deren Zügen nach Westen die Völker Europas anfangs wenig entgegenzusetzen hatten. Ihr militärischer Vorteil beruhte dabei auf dem massiven Einsatz der leichten Kavallerie, die – mit Kompositbögen bewaffnet – mobile und weit reichende Angriffe auf den Gegner durchführen konnte. Kompositbögen wurden jedoch schon seit der Antike auch von sesshaften Völkern übernommen, unter anderem von Römern und Parthern. Der Arcus war einer der von den Griechen und später von den Römern genutzter Kompositbogen.

Nachteilig ist die starke Anfälligkeit solcher klassischer Kompositbögen gegen jegliche Art von Feuchtigkeit – im Extremfall löst sich der durch elastischen und hochfesten Hautleim zusammengehaltene Materialverbund einfach auf, wodurch der Bogen irreparabel zerstört wird. Diese Problematik beeinflusste vermutlich den für das Schicksal Europas entscheidenden Rückzug der Hunnen um das Jahr 500.

Ein weiteres Beispiel für effektiven Einsatz von Kompositbögen sind die Comanche Nordamerikas, die im 19. Jahrhundert von den feindlichen Armeen der jungen Vereinigten Staaten anerkennend als die „beste leichte Kavallerie der Welt“ bezeichnet wurden.

Die höchste Vollendung in der Geschichte des Bogenbaus haben die Türken erreicht. Sehr schöne Exemplare sind im Völkerkundemuseum in Wien und im Schloss in Karlsruhe in den Waffensammlungen der Kriegsbeute der letzten Türkenbelagerung ausgestellt (siehe Karlsruher Türkenbeute). Besonders zu beachten ist, dass die Bogenenden im ungespannten Zustand nach vorn gebogen sind. Beim Bespannen des Bogens mit der Sehne werden diese meist erwärmt und in die entgegengesetzte Richtung umgebogen, so dass erst dann die endgültige Form des Bogens sichtbar wird.

Moderne Faserverbundwerkstoffe prägen die heutigen Typen des Recurve- und Compoundbogens.

Backings [Bearbeiten]
Hauptartikel Sehnenbelag
Ein Backing (englisch: Verstärkung des Bogenrückens, gemeint ist die Vorderseite des Bogens, an der Bauchseite befindet sich die Sehne), auch Lamination (Beschichtung) genannt, ist ein in Streifen geschnittener Bambus oder anderer Hölzer, die Zugbelastung gut vertragen. Sehnen von Großtieren oder Tierroh-haut, werden auf die Vorderseite eines Bogens geklebt, um die starke Zugbelastung aufzunehmen. Die wirkungsvollste Form eines Backings ist die mit Sehne. Je nach Holzart muss das Backing dicker, beziehungsweise dünner sein, damit der Holzteil des Bogens keine Kompressionsbrüche bekommt. Bei Eibe wird dies eigentlich nicht benötigt, da das Splintholz (Außenbereich) der Eibe über hervorragende Zugeigenschaften verfügt, das Kernholz (Innenbereich) wiederum hohen Druck standhält. Das Splintholz kann sich sehr gut dehnen und das Kernholz gut komprimieren.

Bögen aus Stahl [Bearbeiten]
Die Anfälligkeit der Kompositbögen gegen Feuchtigkeit führte in Indien zur Entwicklung von Bögen aus Stahl. Die indischen Schmiede verfügten über das metallurgische Wissen, um geeignete Legierungen herzustellen. Im Agni Purana, einem indischen religiösen Text aus dem 9. Jahrhundert, werden bereits Bögen aus Metall erwähnt.

Die Bögen waren nicht so leistungsfähig wie herkömmliche Kompositbögen, aber bei feuchtem Klima haltbarer und auch sonst widerstandsfähiger. Stahlbögen konnten auch problemlos gelagert werden. Von adeligen Kriegern gebrauchte Stahlbögen wurden reich verziert.

In Europa wurden Stahlbögen nur für Armbrüste hergestellt.

Kyudo-Bogen [Bearbeiten]
Hauptartikel Yumi
Der japanische Kyudo-Bogen (Yumi) ist ein asymmetrischer Kompositbogen. Der Pfeil wird hier, wie es auch bei asiatischen Reitervölkern üblich war, zum Schuss auf der dem Schützen abgewandten Seite des Bogens geführt. In der Frühgeschichte finden sich jedoch auch Darstellungen symmetrischer und Vollmaterialformen.

Es wurde verschiedentlich diskutiert, dass der Kyudo-Bogen als Reiterwaffe entwickelt wurde. Als Argument wird der kürzere (aber auch stärkere) untere Wurfarm angeführt, der beim Schuss vom Pferd aus den geringen Platz bis zum Pferderücken optimal ausnutzen kann. Gegner dieser umstrittenen Theorie weisen dagegen darauf hin, dass archäologische Funde den asymmetrischen Bogen weit vor domestizierten Pferden in Japan belegen. Zusätzlich ist zu bemerken, dass die Pfeile in Japan eine spezielle Behandlung erfahren: Um die Leitfedern zu stärken, wird der Pfeil (bzw. der Teil von der Nock bis zum Ende der Federn) einige Zeit über Wasserdampf erhitzt. Manchmal haben Pfeile in Japan auch vier Federn, wobei zwei davon oft verkürzt sind.

Beim mongolischen Schießstil liegt der Pfeil auch auf der „Außenkante“ des Bogens. Auch da hält der Daumen die Sehne und löst sie. Die mongolischen Bögen sind symmetrisch.

Entscheidend für die Position des Pfeils ist die Frage, wie der Bogen gespannt wird, europäisch mit drei Fingern, oder asiatisch mit dem Daumen. Davon ist abhängig, in welche Richtung die Sehne von den Fingern bzw. Daumen gleitet. Der Pfeil liegt immer auf der Seite dieser Richtung, bei drei Fingern links, beim Daumen somit rechts. Dies ist erforderlich, um zu vermeiden, dass der Pfeil beim Abschuss am Bogen anschlägt. Wird der Schuss gelöst, krümmt sich der Pfeil zuerst in die Bogenmitte, dann durch die eigene Elastizität in die entgegengesetzte Richtung. Genau zu diesem Zeitpunkt passiert der Pfeil den Bogen und wird somit nicht abgelenkt. Der Pfeil gleitet nicht die ganze Zeit bis zum Verlassen der Sehne entlang des Bogens. Allerdings gibt es neben den heute am weitesten verbreiteten Kyudo-Schießformen noch viele andere. So finden sich auch heute noch und in Überlieferungen Schießtechniken, die sich von denen der gängigen Schießpraxis im heutigen Kyudo unterscheiden. So gab und gibt es auch Formen (überwiegend im Kriegsschießen), bei denen der Bogenarm steif gehalten oder bei sehr starken Bögen gar mit den Füßen gespannt, ein kürzerer Auszug genutzt oder die Sehne mit den Fingern oder anderen Vorrichtungen gezogen wurde. Dementsprechend würde nach der Theorie die Auflageseite des Pfeiles für diese Schießformen wechseln, oder eine Ablenkung bzw. Ausbremsung des Pfeiles in Kauf genommen werden.

Compoundbogen [Bearbeiten]
Hauptartikel Compoundbogen
 
Compoundbogen der Fa. Hoyt mit Twin-Limbs und Twin-CamsDer Compoundbogen besitzt an den Bogenenden des Bogens drehbare Räder, die sogenannten Camwheels, kurz Cams genannt. Sie verfügen über zwei verschiedene Durchmesser, auf denen Kabel oder Sehne aufgerollt sind. Im ungespannten Zustand ist auf dem größeren der beiden Räder die Sehne aufgerollt. Beim Spannen des Bogens wird die Sehne vom großen Rad abgerollt und auf dem kleinen Rad wird das am gegenüberliegenden Wurfarm befestigte Kabel aufgerollt. Die Cams sind zusätzlich exzentrisch aufgehängt.

Moderne Compoundbögen wenden wie bei einem Wellrad das Hebelgesetz an. Die sich nach außen wegdrehende Rolle ist wie ein starrer Hebel, der auf die Drehachse wirkt. Durch die exzentrische Aufhängung der Rollen/Cams verändert sich der Angriffswinkel und der Hebelarm, der Bogen arbeitet so immer im effektivsten Bereich. Werden die Rollen/Cams mit der Bogensehne nach außen gezogen, verlängert sich der Hebelarm. Diese Mechanismen sind beim Compoundbogen in einer praktischen Anwendung umgesetzt. Dadurch ergibt sich im Gegensatz zu anderen Bogen ein nicht-linearer Kraftverlauf beim Auszug: Mit steigendem Auszug nimmt die Kraft zunächst stetig zu (wie auch bei anderen Bogen), um dann aber beim Überschreiten des sogenannten Gipfel-Zuggewichtes schlagartig abzunehmen. Der Bogenschütze hält dann bei voll ausgezogenem Bogen nur noch einen Bruchteil des Gipfelzuggewichtes auf der Hand. Die Zugreduzierung kann bis zu 80 % betragen, d. h. bei einem Gipfelzuggewicht von 50 Pfund muss der Schütze nur 10 Pfund im Auszug halten. Dadurch kann der Bogen ruhiger gehalten werden und das Zielen fällt wesentlich leichter.


Bogenschießen als Sport [Bearbeiten]
Hauptartikel Bogenschießen
 
Recurvebogen (vorne) und Compound-Bogen (hinten) beim Hallenschießen. Vier schießen einen Rechtshandbogen, nur einer (Mitte) einen Linkshandbogen
Trefferaufnahme beim Bogenschießen – FeldbogenBeim modernen Bogenschießen gibt es verschiedene Disziplinen. Allgemein werden Bogen ohne Visierhilfsmittel und Stabilisationsgewichte als Blankbogen (englisch: "Barebow") bezeichnet. Moderne Lang- und Jagdrecurvebogen werden aus verschiedenen Holzschichten laminiert und sind meist mit Kunststoffen (z. B. Glasfiber oder Karbon) verstärkt. Auch Recurve-Sportbogen aus Aluminium und Carbon sind Blankbogen, wenn weder am Bogen noch an der Sehne Hilfsmittel zur Visierung, Entfernungsschätzung oder Stabilisierung vorhanden sind. Bei modernen Sportbogen unterscheidet man daher zwischen Blankbogen (Recurve ohne Visier und Stabilisationshilfsmittel), olympischem Recurve-Sportbogen (Visier und Stabilisationshilfsmittel erlaubt) und Compoundbogen (Visier mit Linsenoptik und Stabilisationshilfsmittel erlaubt).

Nur als Kinderspielzeug werden Pfeil und Bogen auch als Flitzbogen oder Flitzebogen bezeichnet.

Als „Handschock“ bezeichnet man die Wirkung, die die Hand aufgrund des Rückstoßes der Sehne (von gespanntem in ungespannten Zustand) erfährt. Zum Schutz des Unterarms an der Bogenhand wird ein Armschutz aus Leder oder Kunststoff getragen. An der Zughand werden Tabs oder Schießhandschuhe aus Leder oder Kunststoff getragen (siehe Ausrüstung).

Der Wahlspruch der Bogenschützen lautet: „Alle ins Gold“, beziehungsweise „Alle ins Blatt“.

Leistungsfähigkeit, Schussweite [Bearbeiten]
Aus Naturstoffen gefertigte Bögen:

Der türkische Sultan Selim III. soll 1798 einen Pfeil 889 m weit geschossen haben. Die bisher größte Entfernung für einen aus Naturstoffen gefertigten Bogen.
Englischer Langbogen, Zuggewicht 90,72 kg, 57 g schwerer Holzpfeil, Schussweite 427 m (John Huffer, USA, 11. September 1997)
Mit modernen Bögen erzielte man folgende Weiten:

Recurve (1987, Don Brown, USA): 1222,0 m
Compound (1992, K. Strother, USA): 1207,4 m
Fußbogen-Schießmethode (1971, Harry Drake, USA): 1854,4 m. (Bei dieser Schießmethode liegt der Schütze auf dem Boden. Der Bogen wird mit beiden Füßen nach vorne gedrückt und die Sehne gleichzeitig mit beiden Händen angezogen.[39] [40]
Ikonografie [Bearbeiten]
Schlacht von Crécy
 Schlacht von Azincourt
 Ägyptischer Streitwagenfahrer und typischer Angularbogen
 Hercules tötet den nemäische Löwen. (sein Bogen hängt rechts am Baum)
 Der Tod als Bogenschütze mit 3 gleichzeitig geschossenen Pfeilen (aus Totentanz „Danse Macabre“ Commons)
 
Diana auf der Jagd
 Apollon und Diana
 Reiterbogen & gespleißte Pfeile Häuptlinge der Virginia-Algonkin von Theodor de Bry, 1590
 Opechancanough, Häuptling der Pamunkey
 

Siehe auch [Bearbeiten]
Bogenjagd
berittenes Bogenschießen
Bogensehne
Klicker (Bogenschießen)
Passe (Bogenschießen)
Tiller
Literatur [Bearbeiten]
Manfred Korfmann: Schleuder und Bogen in Südwestasien: von den frühesten Belegen bis zum Beginn der historischen Stadtstaaten. Antiquitas: Reihe 3, Abhandlungen z. Vor- u. Frühgeschichte, zur klass. u. provinzial-röm. Archäologie u. z. Geschichte d. Altertums, Bd. 13. Habelt, Frankfurt 1972, ISBN 3-7749-1227-0
Leo Dunan: „Selfcheck Bogenschiessen“
U. Stodiek, H. Paulsen: „Mit dem Pfeil, dem Bogen …“ Techniken der steinzeitlichen Jagd. Oldenburg 1996, ISBN 3895983888
Clemens Richter: Bogenschießen. Der abendländische Weg. DSV, Hamburg 2000, ISBN 3-88412-346-7
Hilary Greenland: Praktisches Handbuch für traditionelle Bogenschützen. Hörnig, Ludwigshafen 2001, ISBN 3-9805877-0-3
Ekkehard Höhn, Karl-Heinz Hörnig: Traditionell Tunen, Feinabstimmung von Langbogen und Recurve. Hörnig, Ludwigshafen 2000, ISBN 3-9805877-1-1
Thomas Marcotty: Bogen und Pfeile. Edition Arcofact. Hörnig, Ludwigshafen 2002, ISBN 3-9805877-8-9
D. Vorderegger, G. Kaiser: Traditionelles Bogenschießen. Salzburg 2003, ISBN 3-9501778-0-9
D. Vorderegger: Schule des traditionellen Bogenschießens. Salzburg 2002, ISBN 3-9501778-1-7
Roger Ascham, Hendrik Wiethase (Hrsg.): Toxophilus – Die Schule des Bogenschießens. Wiethase, Untergriesbach 2005, ISBN 3-937632-12-3 (England, 1545)
Sar?gadhara, Hendrik Wiethase (Hrsg.): Dhanurveda – Das Wissen vom Bogen. Wiethase, Untergriesbach 2005, ISBN 3-937632-14-X (Indien, 16. Jahrhundert)
Richard Kinseher:Der Bogen in Kultur, Musik und Medizin, als Werkzeug und Waffe. Kinseher, Kelheim 2005, ISBN 3-8311-4109-6
Bogenbau
Alrune Flemming: Das Bogenbauer-Buch. Europäischer Bogenbau von der Steinzeit bis heute. Hörnig, Ludwigshafen 2001, ISBN 3-9805877-7-0
Dean Torges: Auf der Spur des Osagebogens. Hörnig, Ludwigshafen 2003, ISBN 3-9808743-3-8
Steve Allely: Die Bibel des Traditionellen Bogenbaus. Bd 1. Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2003, ISBN 398087432X
G. Fred Asbell: Die Bibel des Traditionellen Bogenbaus. Bd 2. Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2004, ISBN 3980874354 (enthält Kapitel über Kompositbogen)
Tim Baker: Die Bibel des Traditionellen Bogenbaus. Bd 3. Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2005, ISBN 3980874397
Paul Comstock: Der gebogene Stock. Hörnig, Ludwigshafen 2004, ISBN 3-9808743-6-2
Der Bogen im Film [Bearbeiten]
Lang- und Blankbögen
Robin Hood-Filme 1912–2006; in Robin Hood, König der Vagabunden (1938) schießt Howard Hill die Bogenszenen ohne filmische Tricks
Die Fahrten des Odysseus 1955, Die Odyssee 1968 und Die Abenteuer des Odysseus 1997
Beim Sterben ist jeder der Erste 1972 oder auch Flußfahrt als Buch
Der Zauberbogen 1981
Die Rache des Fährtensuchers 1987
Braveheart 1995
Der Herr der Ringe 2001–2003
Hero 2002 (Tausende Krieger feuern mit Fußbögen in der 19. Spielfilmminute einen Pfeilregen ab)
King Arthur 2004
Troja 2004
300 2007
Avatar – Aufbruch nach Pandora 2009
Compoundbögen
Rambo 2 – Der Auftrag 1985
The Punisher 2004
Blade: Trinity 2004
Elektra 2005
Weblinks [Bearbeiten]
 Commons: Bow (Waffe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bows in Heraldry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikibooks: Bogenbau – Lern- und Lehrmaterialien
Geschichte von Pfeil und Bogen und weiterführende Informationen
Bogenschiess-Technik (benötigt Java)
Effizienz von Bögen (PDF; 440 kB)
Dissertation „Wundballistik bei Pfeilverletzungen“ – mit umfangreicher Darstellung der Grundlagen des Bogenschießens (PDF; 2,75 MB)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
1.? L. Pericot Garcia: La cueva del Parpallo. Madrid 1957
2.? Ulrich Stodiek & Harm Paulsen, Mit dem Pfeil, dem Bogen. Oldenburg (Isensee-Verlag), 1996, S. 37-38.
3.? Gaëlle Rosendahl, Karl-Wilhelm Beinhauer, Manfred Löscher, Kurt Kreipl, Rudolf Walter, Wilfried Rosendahl: Le plus vieil arc du monde? Une pièce intéressante en provenance de Mannheim, Allemagne. L’Anthropologie 110/3, 2006, S. 371–382
4.? Henri Breuil: Une visite à la grotte des Fadets à Lussac-le-Châteaux (Vienne). Bulletin A.F.A.S. Paris, 1905. S. 358
5.? Jean Airvaux, André Chollet: Figuration humaine sur plaquette à la grotte des Fadets à Lussac-les-Châteaux (Vienne). Bulletin Societe Prehistoire Francaise 82 (1985), S. 83-85
6.? Alfred Rust: Die alt- und mittelsteinzeitlichen Funde von Stellmoor. 1943
7.? Alfred Rust: Die alt- und mittelsteinzeitlichen Funde von Stellmoor. 1943, S. 192–193; Tafel 97/98
8.? Ragnar Insulander: Der Bogen von Stellmoor – Der älteste der Welt? Traditionell Bogenschiessen, Heft 16/ 2000. S. 38-39
9.? G. Burov: Die mesolithischen Schlittenformen in Nordosteuropa. In: Den Bogen spannen… (Festschrift für B. Gramsch zum 65. Geburtstag). Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 20, Beier & Beran, Weissbach 1999.
10.? C.A. Bergman: The Development of the Bow in Western Europe: A Technological and Functional Perspective. In: G.L. Peterkin, H.M. Bricker, P. Mellars (eds.): Hunting and Animal Exploitation in the Later Palaeolithic and Mesolithic of Eurasia. Archaeological Papers of the American Anthropological Association 4 (1993). S. 95–105.
11.? G. Rausing: The Bow: Some Notes on ist Origin and Development. Acta Archaeologica Lundensia 6, C.W.K. Gleerups, Lund 1967, S. 49.
12.? L. Larsson: Ageröd V: An Atlantic Bog Site in Central Scania. Acta Archaeologica Lundensia 12, C.W.K. Gleerups, Lund 1983, S. 57–59.
13.? C.A. Bergman: The Development of the Bow in Western Europe: A Technological and Functional Perspective. In: G.L. Peterkin, H.M. Bricker, P. Mellars (eds.): Hunting and Animal Exploitation in the Later Palaeolithic and Mesolithic of Eurasia. Archaeological Papers of the American Anthropological Association 4, 1993, S. 98–99
14.? S.H. Andersen: Tybrind Vig: A submerged Ertebolle settlement in Denmark. In: J.M. Coles, A.J. Lawson (eds.): European Wetlands in Prehistory. Clarendon Press, Oxford 1987.
15.? G. Burov: Der Bogen bei den mesolithischen Stämmen Nordosteuropas. Veröffentlichungen des Museums für Ur- und Frühgeschichte Potsdam 14/ 15, 1980. S. 373-88.
16.? Leif Steguweit: Bogenfallen – Aus der Trickkiste der Steinzeit. In: Traditionell Bogenschiessen 21, 2001, S. 21–24.
17.? J. Junkmanns: Pfeil und Bogen. Herstellung und Gebrauch in der Jungsteinzeit., Museum Schwab, Biel 2001.
18.? J. Junkmanns: Jungsteinzeitliche Bogen. In: Das Bogenbauer-Buch. A. Hörnig, Ludwigshafen 2001, S. 47–55
19.? M.-S. Hernández Pérez, P. Ferrer Marset, E. Catalá Ferrer: Arte rupestre en Alicante. Alicante (Centre d’Estudis Contestans), 1988.
20.? a b Leif Steguweit Belege für Recurve-Bogen in der europäischen Jungsteinzeit. In: Volker Alles (Hrsg.): Reflexbogen. Geschichte und Herstellung. Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2009, S. 10–25
21.? a b Holger Eckhardt: Pfeil und Bogen. Eine archäologisch-technologische Untersuchung zu urnenfelder- und hallstattzeitlichen Befunden. Internationale Archäologie. Bd 21. Marie Leidorf, Espelkamp 1996. ISBN 3-924734-39-9; b: Kat.-Nr. 211-212
22.? Kasia Gdaniec: A miniature antler bow from a Middle Bronze Age site at Isleham, (Cambridgeshire), England. Antiquity 70, 1996, S. 652-657.
23.? Ernst Probst: Die Urnenfelderkultur. Eine Kultur der Bronzezeit vor etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr. Grin-Verlag, Norderstedt, 1996, S. 43-44
24.? Birgit Schmalz: Vorzeit. Spuren in Rhön-Grabfeld. Hrsg. vom Verein für Heimatgeschichte e. V. Königshofen, Bad Königshofen 1998
25.? Wolfgang Adler: Studien zur germanischen Bewaffnung: Waffenmitgabe und Kampfesweise im Niederelbegebiet und im übrigen Freien Germanien um Christi Geburt. Habelt, Bonn 1993. (Saarbrücker Beiträge zur Altertumskunde 58)
26.? Thomas Marcotty: Bogen und Pfeile. Verlag A. Hörnig (2004)
27.? Hans Delbrück: Geschichte der Kriegskunst: Geschichte der Kriegskunst: Das Mittelalter, Die Neuzeit, Das Altertum, Die Germanen. Nikol, 2006
28.? a b Edmund Bulanda: Bogen und Pfeil bei den Völkern des Altertums. Wien und Leipzig 1913, S. 131
29.? a b c Paul Comstock: Bogen der europäischen Vorgeschichte. In: Die Bibel des Traditionellen Bogenbaus. Bd 2. Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2004, S. 110–111. ISBN 3980874354
30.? Tom Mills: Ein Bogen aus der Kupferzeit. In: Die Bibel des Traditionellen Bogenbaus. Bd 4. Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2004, S. 103. ISBN 9783938921074
31.? a b Holger Riesch: Pfeil und Bogen zur Merowingerzeit. Eine Quellenkunde und Rekonstruktion des frühmittelalterlichen Bogenschießens. Karfunkel, Wald-Michelbach, 2002
32.? Wolfgang Menzel: Die Heidengräber am Lupfen (bei Oberflacht). Aus Auftrag des Württembergischen Alterthums-Vereins geöffnet und beschrieben von dem K. Württ. Hauptmann v. Dürrich und Dr. Wolfgang Menzel, 1847
33.? Holger Riesch: Pfeil und Bogen zur Merowingerzeit. Eine Quellenkunde und Rekonstruktion des frühmittelalterlichen Bogenschießens. Karfunkel, 2002, S. 24–27
34.? Longbow in der englischsprachigen Wikipedia
35.? Aussprache: recurve
36.? Volker Alles (Hrsg.): Reflexbogen. Geschichte und Herstellung. Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2009. S. 10–25
37.? A.P. Okladnikov: Neolit i Bronsovij vek Pribaikalja. Materialij i isledovania po archeologij SSSR 18. Moskau / Leningrad 1950.
38.? G. Rausing: The Bow: Some Notes on its Origin and Development. Acta Archaeologica Lundensia 6. C.W.K. Gleerups, Lund 1967, S. 119–121
39.? Fußbogen-Rekordschuss über eine Meile im Bild
40.? siehe hierzu auch Hero (Film) 19. Minute
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Bogen_(Waffe)“
Kategorien: Bogen (Waffe) | Waffe (Mittelalter) | Sportgerät | Bogenschießen | Asiatische Waffe (historisch)Meine Werkzeuge
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Cannabis als Rauschmittel
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Blätter der HanfpflanzeAus verschiedenen Hanfsorten der Gattung Cannabis können Rauschmittel gewonnen werden, die sich ebenfalls unter der Bezeichnung „Cannabis“ zusammenfassen lassen. Die getrockneten und zerkleinerten harzhaltigen Blüten und kleinen Blätter der weiblichen Pflanze werden Marihuana genannt und unverändert konsumiert oder zu den Produkten Haschisch oder Haschischöl weiterverarbeitet. Cannabis ist in der Bundesrepublik Deutschland die am häufigsten konsumierte illegale Droge.[1] Hauptwirkstoffe sind die sogenannten Cannabinoide; zu ihnen zählt auch Tetrahydrocannabinol (THC). Cannabinoide beeinflussen das Zentralnervensystem des Menschen. Besonders häufig erzielen sie eine relaxierende, sedierende und antiemetische Wirkung, in höherer Dosierung wird auch von halluzinogenen Eigenschaften berichtet.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Übersicht
2 Geschichte
3 Heutige gesetzliche Lage
4 Wirkung
4.1 Wirkstoffe
4.2 Toxizität
4.3 Akute Rauschwirkung
5 Gesundheitsrisiken
5.1 Negative psychische Auswirkungen
5.2 Auslösen latenter Psychosen
5.3 Hirnorganische Wirkung
5.3.1 Bei Jugendlichen
5.3.2 Bei Erwachsenen
5.4 Abhängigkeitsgefahr
5.5 Schädigung der Lunge
6 Verkehrsrisiken
6.1 Rechtsprechung
6.2 Medizinisch-Psychologische Untersuchung, Ärztliches Gutachten
6.3 Österreich und Schweiz
7 Konsumformen
7.1 Applikationswege
7.2 Mischkonsum mit anderen Drogen
8 Auswirkungen der Illegalität
8.1 Gesellschaftliche Auswirkungen
8.2 Gesundheitliche Auswirkungen
8.3 Mangelnde Qualitätskontrolle
9 Konsum in der Bevölkerung
10 Cannabis in Jugendkulturen
11 Siehe auch
12 Literatur
13 Weblinks
14 Einzelnachweise
 
Übersicht
 
Marihuana
HaschischDie berauschende Wirkung der Hanfpflanze ist bedingt durch die darin enthaltenen Wirkstoffe, insbesondere die Cannabinoide ?9-Tetrahydrocannabinol (THC) als aktiver Hauptmetabolit sowie Cannabidiol (CBD). Von 68 gefundenen Substanzen aus dem ätherischen Öl von Cannabis sativa wurden 57 identifiziert.[2]

Diese Substanzen binden an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems im Zentralnervensystem des Organismus. Die endogenen Agonisten dieser Rezeptoren heißen Endocannabinoide und spielen eine wichtige Rolle bei der Modulation synaptischer Prozesse.

Die beiden Arten sind Gewöhnlicher Hanf und Indischer Hanf, aus denen heute mehrere hundert Zuchtsorten entstanden sind. Im Allgemeinen hat indischer Hanf gegenüber dem Nutzhanf einen höheren relativen Anteil an beruhigendem CBD im Verhältnis zum Hauptwirkstoff THC. Ruderalhanf spielt für die Drogenproduktion kaum eine Rolle. Als Droge ist fast ausschließlich die weibliche, unbefruchtete Pflanze interessant, da diese die größte Wirkstoffkonzentration aufweist.

Die bekanntesten Verwendungsformen sind

Marihuana: die getrockneten, weiblichen Blütenstände, möglichst unbefruchtet (ohne Samen), mit oder ohne anhängenden Blättern, werden geraucht (THC-Gehalt zwischen 0,6 % (Polen) und 12,7 % (England und Wales), Stand 2004).[3]
Haschisch: das gepresste Harz der Hanfpflanze wird geraucht oder, in Fett gelöst, zur Zubereitung THC-haltiger Getränke und Speisen verwendet
Haschischöl: das mit Lösungsmitteln aus der Pflanze extrahierte Öl (das im chemischen Sinne allerdings kein Öl ist, sondern relativ reines THC) wird verdampft und eingeatmet, mit Tabak vermischt, auf Papier geträufelt und gelutscht, geraucht oder zur Zubereitung THC-haltiger Getränke und Speisen verwendet (THC-Gehalt bis zu 80 %).
In der Medizin werden meist reines THC oder standardisierte Extrakte (z. B. Sativex) verwendet.

Je nach Anwendungsform variiert die Zeit bis zum Eintritt der Wirkung von einigen Minuten beim Inhalieren und zwischen 30 und 300 Minuten bei oraler Aufnahme. Die Wirkung hält selten länger als drei bis vier Stunden an, bei oralem Konsum werden aber auch deutlich längere Zeiträume berichtet. Cannabis kann unter anderem halluzinogen wirken, was sich meist in Form von leichten Wahrnehmungsveränderungen bei Farben, Formen, Geräuschen sowie der Zeitwahrnehmung äußert.

Geschichte
 
Hanf-Museum in Berlin
Cannabis-Museum in AmsterdamObwohl Hanf seit etwa 5.000 Jahren, zuerst in China, zur Fasergewinnung angebaut wurde, finden sich erste Berichte über die Anwendung der Inhaltsstoffe zu medizinischen oder rituellen Zwecken erst in indischer Literatur vor etwa 2.400 Jahren. Medizinische Literatur dieser Zeit beschreibt auch Anwendungen in der Epilepsie und bei Schmerzen. In Ausgrabungen in den Yanghai-Gräbern im Xinjiang, einem autonomen Gebiet im Westen Chinas, fanden sich Reste von Keimlingen, Blättern und Früchten von Cannabis sativa. Mit der Radiokohlenstoffdatierung konnte deren Alter auf ca. 2.500 Jahre bestimmt werden.[4].

Mit Bekanntwerden der psychischen Wirkung im Europa des 17. Jahrhunderts setzten zwei Betrachtungsweisen ein: In Frankreich wurden die bewusstseinsverändernden Eigenschaften der Inhaltsstoffe betont, insbesondere in literarischen Kreisen, etwa von Alexandre Dumas dem Älteren und Fitz Hugh Ludlow, während in England medizinische Anwendungen im Vordergrund standen; W. B. O’Shanghnessy nennt Beruhigung, Anfallslinderung und Krampflinderung. Hanf wurde oft als günstiger Tabakersatz verwendet und in diesem Zusammenhang in der Literatur oft beiläufig als Knaster oder starker Tobak bezeichnet.

Bis in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts war Cannabis, gewöhnlich in Form von alkoholischen Extrakten, ein leicht verfügbares Medikament; im 19. Jahrhundert eines der am häufigsten verschriebenen.[5] Im Jahre 1925 fand die Internationale Opiumkonferenz in Genf statt. Dort wurde auch ein Verbot von Cannabis diskutiert. Während der Zeit der Prohibition in den USA wurde auch Cannabis zunehmend als eine Gefahr für die Gesellschaft angesehen. Kritiker sehen den Hintergrund aber eher in der drohenden Konkurrenz zu anderen Produkten. Zusammen mit gezieltem Lobbyismus zwischen 1935 und 1937 des Hearst News Network des Medienzars William Randolph Hearst, der wegen der Aussicht einer preisgünstiger werdenden Papierproduktion mit Hanf hohe finanzielle Verluste befürchtete, und der Chemiefirma DuPont, die unter anderem Nylon und Rayon in dieser Zeit patentierte, könnte das letztendlich zum De-facto-Verbot im Jahr 1937 geführt haben. In dieser Zeit meldete der Popular Mechanics, die Erfindung und Produktion effizienter Erntemaschinen für den bis dahin aufwändigen zu erntenden Hanf.[6]

Auch wird angenommen das ein Zusammenhang darüber besteht, daß 1933 in den USA die Alkoholprohibition aufgehoben worden war und der damit verbundene riesige staatliche Verfolgungsapparat somit ohne sinnvolle Beschäftigung war; so war die treibende Kraft des US-Cannabisverbots der Vorsitzende des „Bureau of Narcotics“ Harry J. Anslinger, vor 1933 im „Prohibition Bureau“ für die Durchsetzung des Alkoholverbots zuständig gewesen.[5]

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Anbau der bis dahin gebräuchlichen Hanfpflanze als Rohstoff für Uniformen, Verbandszeug, Flugzeugbau und ähnlichem zwar noch einmal propagiert[5], mit dessen Ende ging aber auch die hektarweise Vernichtung von Feldern einher, auf denen „Marihuana“ angebaut wurde – ein Begriff aus der Sprache mexikanischer Einwanderer, das in kurzen Werbefilmen der US-Regierung als Droge für Perverse, siechende „Untermenschen“, geistlose „Neger“ und mexikanische Immigranten beschrieben wird. Dieser harte Dualismus in der Drogendiskussion – hier die wohlvertrauten Alltagsdrogen Alkohol und Tabak, die meist weder als Drogen bezeichnet noch als Drogen wahrgenommen wurden, dort die neue, fremdländische Gefahr Marihuana, von der viele nicht wussten, dass sie identisch mit dem altbekannten Hanf ist – hielt sich lange Zeit hartnäckig und führte zur Verbannung der Nutzpflanze Hanf aus dem westlichen Kulturkreis.[5]

In Portugal führte der Konsum von Cannabis zu „Aufmüpfigkeit unter den Negersklaven“; ansonsten war in Europa nichts bekannt, was man als negative Auswirkungen des Cannabis-Konsums deutete. Auf Drängen von Ägypten, das damit drohte, die Einfuhr von Kokain und Heroin aus Europa zu verbieten, wurde Cannabis zu einer illegalen Droge erklärt.

Im Zuge des Kampfes gegen Marihuana stieg der Straßenpreis von 1960 bis 2010 um bis zu 8000 Prozent von 60 US-Dollar/kg auf 1500 bis 5000 US-Dollar (regional sehr unterschiedlich).

Nach Meinung von Befürwortern einer Legalisierung des Cannabisgebrauches soll die nach ihren Angaben enorm vielseitige Verwertbarkeit des Hanfes eine große Rolle dabei spielen, dass Cannabis bis heute illegal geblieben sei, denn Hanf stehe in Konkurrenz beispielsweise zu Holzprodukten wie Papier, Textilien, Lebensmittelölen und vor allem zu Tabak und einer Vielzahl von chemisch hergestellten und patentierten Medikamenten.[5]

Heutige gesetzliche Lage
? Hauptartikel: Rechtliche Aspekte von Cannabis
 
Vernichtung von Faserhanf-Pflanzen durch Polizisten auf der Hanfparade, 2006Entsprechend den Bestimmungen des Einheitsabkommens über die Betäubungsmittel 1961, das von fast allen Staaten der Welt ratifiziert wurde, sind die Erzeugung, der Besitz und der Handel von Cannabis nahezu weltweit verboten, in einigen Ländern ist auch der Konsum illegal. Eine Ausnahme sind die Niederlande, wo Erwerb und Besitz geringer Mengen Cannabis (bis zu 5 Gramm bzw. 30 Gramm) geduldet und somit de facto straffrei sind, obwohl Cannabis in den Niederlanden de jure auch weiterhin illegal und verboten ist.[7] In einigen Bundesstaaten der USA ist Cannabisbesitz und -anbau für den medizinischen Bedarf legal[8], allen voran in Kalifornien, wo der Handel mit Cannabis als Arzneimittel ein sehr ertragreiches Geschäft geworden ist[9] und im November 2010 die Volksabstimmung „Proposition 19“ (auch bekannt als „Regulate, Control and Tax Cannabis Act of 2010“) bevorsteht, welche den Besitz, Anbau, Gebrauch und Handel von Cannabis für alle Personen ab 21 Jahren unter Einhaltung bestimmter Regeln legalisieren würde. Seit 1996 können Kalifornier auch ohne Diagnose einer schweren Krankheit, für welche Cannabis als hilfreiches Therapiemittel nachgewiesen ist, leicht eine Recommendation („Empfehlung“) eines Arztes bekommen, welche den Selbstanbau und den Zugang zu Cannabis-Verkaufsstellen ermöglicht.[10] Diese Legalisierung durch die Hintertür hat sich in wirtschaftlicher Hinsicht und in der Kriminalitätsstatistik (Verminderung von Cannabis-bezogenen Kriminalfällen) als sehr erfolgreich herausgestellt.[11][12]

In vielen anderen Ländern ist außerdem der Besitz einer geringen Menge Cannabis für den Eigengebrauch teilweise entkriminalisiert, wobei von Land zu Land verschiedene Mengen als gering gelten. In Deutschland ist der bloße Konsum von Cannabis oder anderen Betäubungsmitteln de jure nicht strafbar, dagegen sind der Anbau, die Herstellung, das Verschaffen, der Erwerb, der Besitz, die Ein-, Aus- und Durchfuhr, das Veräußern, das Abgeben, das Verschreiben, das Verabreichen und das Überlassen zum unmittelbaren Verbrauch gemäß Betäubungsmittelgesetz strafbar bzw. genehmigungspflichtig[13].

Wirkung
Wirkstoffe
Für die Wirkung von Cannabis und Haschischprodukten sind hauptsächlich folgende drei Hauptkomponenten verantwortlich[14], die sich in ihrer Wirkung wechselwirkend beeinflussen[15].

1.?9-Tetrahydrocannabinol (THC), welches zum Großteil den psychoaktiven Effekt von Cannabis hervorruft.
2.Cannabinol (CBN) ist vorrangig für die muskelrelaxierende (krampflösende) Wirkung verantwortlich.
3.Cannabidiol (CBD) wirkt nach neuesten Studien dem THC-Effekt entgegen, schwächt damit dessen Wirkung und sorgt gleichzeitig für eine längere Wirkungsdauer des Gesamteffekts auf die körperlichen Prozesse. Ein hoher CBD-Anteil in den Trichomen schwächt den allgemeinen psychoaktiven Effekt und führt zu einer eher körperbetonten, sedierenden Wirkung, anstatt zu einer bewusstseinserweiternden Erfahrung.
Hanfpflanzen mit einer großen Anzahl von Trichomen (Pflanzenhaaren), mit sehr hohem THC- und einem extrem niedrigen Cannabidiolanteil-Verhältnis (in der Regel von der genetischen Varietät (Cannabis sativa oder Cannabis indica) und vom Reifegrad abhängig), führen demnach zum psychoaktiven Geisteszustand, den Konsumenten als klar, sauber und bewusstseinserweiternd empfinden. Konsumenten beschreiben den Rausch von Sativa-Gattungen meist als kopfbetont und geistesanregend, Indica-Gattungen hingegen werden eher als körperbetont und schmerzlindernd empfunden.

Toxizität
Cannabis selbst ist praktisch ungiftig; die Dosen, die ein Mensch aufnehmen müsste, damit eine toxische Wirkung der Inhaltsstoffe eintritt, sind weder durch Rauchen noch durch Essen von Cannabis zu erreichen. So liegt beispielsweise die letale Dosis von reinem ?-9-THC bei über 4 Gramm.[16]

Die LD50 des Hauptwirkstoffes THC beträgt bei Mäusen im Fall intravenöser Gabe 29 mg je Kilogramm Körpergewicht, bei oraler Einnahme jedoch 482 mg je Kilogramm Körpergewicht. In der Praxis ist eine tödliche Überdosis beim Menschen deswegen noch in keinem Fall vorgekommen.

Akute Rauschwirkung
Die akuten Wirkungen von Cannabis können je nach Person, Wirkstoffanteil, momentaner körperlicher und psychischer Verfassung, Erfahrung mit der Droge sowie Umfeldbedingungen sehr unterschiedlich sein. Eine Schwierigkeit für Konsumenten besteht darin, dass die gleiche Menge THC bei verschiedenen Menschen unterschiedlich wirken kann. Auch bei demselben Mensch kann die Wirkung der gleichen Dosis zu verschiedenen Zeitpunkten variieren. Diese Problematik wird durch die unterschiedlichen Wirkstoffkonzentrationen und die (aus Illegalitätsgründen) fehlenden zuverlässigen Inhaltsangaben noch verstärkt. Dies alles führt dazu, dass der Konsument die zu erwartende Wirkung nicht immer verlässlich einschätzen kann und damit ein begrenztes Risiko eingehen muss.

In der Regel ist als akute Auswirkung eine gewisse Bewusstseinsverschiebung festzustellen, die assoziatives, sprunghaftes Denken und eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses mit sich bringt. Diese Bewusstseinsveränderung kann je nach Bedingungen sehr positive, aber auch sehr negative Empfindungen hervorrufen. Häufige körperliche Effekte sind gerötete Augen, Mundtrockenheit, gesteigertes Hungergefühl, Erhöhung des Pulses, Senkung des Blutdrucks und Müdigkeit bzw. Antriebslosigkeit.

Die selektiv intensivierende Wirkung auf Gefühlseindrücke bei stark erhöhtem Konsum bezieht sich nicht nur auf positive, sondern auch auf negative Eindrücke wie Angst oder Misstrauen, wodurch bereits geringes Unwohlsein unter Einfluss von Cannabis zu akuten, verstärkten Angstzuständen führen kann.

Gesundheitsrisiken
„Die wesentlichen gesundheitlichen Folgen eines über mehrere Jahre andauernden chronischen Cannabiskonsum (geraucht) halten Hall et al. (1999) zusammenfassend folgende fest […]:

Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit,
Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit
erhöhtes Risiko, eine chronische Bronchitis auszubilden,[17]
erhöhtes Risiko für vulnerable Personen, eine Schizophrenie zu entwickeln.“
– Kleiber und Söllner: Cannabis – Neue Beiträge zu einer alten Diskussion, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen

Die unterschiedlichen Ausprägungen der gesundheitlichen Folgen werden beeinflusst durch:

persönliche Reife und biologisches Alter (Hirnreifung),
Stabilität der Psyche,
Drogengewöhnung,
konsumierte Menge, Darreichungsform und Wirkstoffgehalt,
Mischkonsum mit anderen Drogen (auch Alkohol und Nikotin),
vermutlich auch genetische Voraussetzungen,
das unmittelbare Umfeld,
die persönliche Verfassung und Umgebung, die Tagesform (vgl. Set und Setting).
Negative psychische Auswirkungen
Die Folgen des Cannabis- bzw. THC-Konsums auf die Psyche sind vielfältig und abhängig von verschiedenen Faktoren, daher können wenig generelle Aussagen getroffen werden, für welchen Personenkreis welche Dosis schädigend wirkt und unter welchen Umständen bereits einmaliger oder seltener Konsum Probleme mit sich bringt.

Die deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren weist darauf hin, dass bei der speziellen Gruppe von Konsumenten, bei der Cannabiskonsum und zusätzlich persönliche und soziale Risikofaktoren zusammenkommen, eine besondere Gefährdung besteht, welche folgendermaßen beschrieben wird:

„Zwar hat der Konsument selbst ein Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit, die jedoch objektiv betrachtet immer mehr abnimmt. An die Stelle geordneten Denkens und logischer Schlussfolgerungen tritt häufig eine Art Scheintiefsinn, wovon vor allem Sorgfaltsleistungen betroffen sind. […] Im Zusammenhang mit dem genannten Amotivationssyndrom zeigt sich ein zunehmendes allgemeines Desinteresse, gepaart mit verminderter Belastbarkeit. Der Konsument zieht sich immer mehr in sich zurück und wird sich selbst und den Aufgaben des Alltags gegenüber immer gleichgültiger: Er fühlt sich den Anforderungen der Leistungsgesellschaft allmählich immer weniger verpflichtet, aber auch immer weniger gewachsen, und schert mehr und mehr aus seinem bisherigen sozialen Gefüge aus.“

– Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen[18]

Zum sogenannten Amotivationssyndrom stellt die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften fest:

„Es gibt bis heute keinen schlüssigen Nachweis, dass dieses Syndrom, das mit Lethargie, Passivität, verflachtem Affekt und mangelndem Interesse assoziiert ist, spezifisch für Cannabis ist. Möglicherweise werden mit diesem ‚Syndrom‘ chronische Intoxikationszustände beschrieben. Auch ist es vorstellbar, dass Defektzustände von Schizophrenen, Subsyndrome depressiver Erkrankungen oder Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen, die gleichzeitig Cannabis konsumieren, mit diesem Syndrom beschrieben wurden. Hierauf weisen die Überschneidungen der beschriebenen Symptomatik mit dem Symptomkomplex der Negativsymptomatik schizophrener Störungen oder anhedoner Symptome depressiver Störungen hin.“

– Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften[19]

Auslösen latenter Psychosen
Aus einer australischen Erhebung schlossen verschiedene Forscher, dass Cannabis eine dauerhafte Psychose auslösen kann, da viele der untersuchten Personen psychoseähnliche Symptome hatten.[20] Bei Veranlagung soll eine 11-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit bestehen, an einer Psychose zu erkranken, wenn in der Jugend Cannabis konsumiert wurde. Einigen Untersuchungen zufolge wurde der Cannabiskonsum mit Schizophrenie in Verbindung gebracht.[21] Es wurde zudem der Verdacht geäußert, dass Cannabis bereits bei moderatem Konsum eine dauerhafte Drogenpsychose auslöse sowie bereits geheilte Psychosen erneut auslösen könne. Möglicherweise besteht eine genetische Disposition für Psychosen, die durch (teilweise einmaligen) THC-Konsum ausbrechen können. Unter Verdacht steht dabei das sogenannte Comt-Gen (Catechol-O-Methyltransferase-Gen). Grundsätzlich wird Personen mit einer Neigung zu psychischen Problemen empfohlen, den Konsum von Cannabis zu meiden.

In Großbritannien veröffentlichten Forscher der Universitäten Cardiff und Bristol im Jahr 2007 eine Metastudie. Diese ergab, dass Cannabiskonsumenten bis zu 41 % mehr an psychoseähnlichen Symptomen leiden als Personen, die angaben, noch nie Cannabis konsumiert zu haben.[22] Unklar ist bei allen Untersuchungen jedoch, ob nicht etwa ein umgekehrt kausaler Zusammenhang zwischen Psychose und Konsum besteht, indem letzterer stattfindet, um eventuellen Symptomen einer noch nicht ausgeprägten Psychose zu begegnen. Demnach müsste eine Vorerkrankung vorliegen.

Eine Studie aus London besagt, dass wenn der Konsum von Marihuana zu psychischen Störungen führt, dann müssten die psychotischen Erkrankungen in den letzten 30 Jahren zugenommen haben, ansteigend im gleichem Maße wie der angestiegene Konsum von Marihuana. Dem ist aber nicht so. Die Zahlen der Erkrankungen in Europa stagnieren; in einigen Ländern sind sie sogar zurückgegangen. Diese Studie gleicht auch der auf Großbritannien ausgelegten Studie aus Staffordshire.[23]

Hirnorganische Wirkung
Man weiß heute, dass Cannabis, beziehungsweise das ?9-THC, eine neuroprotektive Wirkung ausübt und das Hirn vor Degeneration schützt. Dies zeigt sich sowohl im Tierversuch[24] wie auch daran, dass Cannabiskonsum den üblichen alkoholkonsumbedingten Gehirnvolumenverlust vollständig verhindert[25]. Es gibt aber auch zahlreiche Studien, in denen das Gehirn auf mögliche bleibende negative Veränderungen in Struktur und Funktion durch THC-Wirkung untersucht wurde. Dabei zeigten sich unterschiedliche, teils widersprüchliche Ergebnisse. Trotz des komplexen Geflechts von neuroprotektiven und neurotoxischen Effekten scheint nur eine kleine und zudem nach Absetzen der Droge wieder vollständig verschwindende funktionelle Beeinträchtigung wissenschaftlich abgesichert zu sein. Die These von pathologischen Hirnschädigungen durch Cannabis ist nicht sehr wahrscheinlich (little evidence).[26]

Bei Jugendlichen
Auch im Jugendalter scheint Cannabis beziehungsweise das ?9-THC eine neuroprotektive Funktion zu haben. Vergleicht man jugendliche Alkoholkonsumenten mit Konsumenten von Alkohol und Cannabis und Abstinenzlern, so zeigt sich nur bei der Gruppe der reinen Alkoholkonsumenten, dass ein Hirnvolumenabbau stattfindet.[25] Ungeachtet dieser möglicherweise positiven neuroprotektiven Aspekten gibt es auch Hinweise, dass mögliche negative Auswirkungen auf das Gehirn umso stärker zu befürchten sind, je früher jemand im Jugendalter in einen regelmäßigen Konsum einsteigt und je intensiver in dieser Phase des Heranwachsens konsumiert wird.[27] Im Folgenden sind einige Studienergebnisse wiedergegeben. Wilson et al.[28] fanden heraus, dass Probanden, die vor dem Alter von 17 Jahren anfingen, Cannabis zu konsumieren, verglichen mit jenen, die später anfingen, ein verringertes Hirnvolumen sowie ein erhöhtes Verhältnis von weißer zu grauer Hirnmasse hatten. Männliche Versuchspersonen, die vor dem Alter von 17 Jahren anfingen, hatten einen höheren CBF-Wert („cerebral blood flow“, dt. Gehirndurchblutung) als andere Versuchspersonen. Sowohl Männer als auch Frauen, die früher begannen, hatten eine kleinere Körpergröße und ein geringeres Gewicht, wobei diese Effekte bei Männern stärker nachzuweisen waren. Solche Effekte scheinen demnach stark von der Frühzeitigkeit und vor allem der Intensität des Cannabiskonsums im Jugendalter abhängig zu sein. Studien dieser Art zeigen auf, dass ein früher Beginn mit den genannten Effekten statistisch im Zusammenhang steht (Korrelation), lassen aber die Frage offen, ob dies durch den frühen Cannabisbeginn verursacht wurde oder durch andere Faktoren wie z. B. den bei dieser Gruppe ebenfalls frühzeitigen Alkohol- oder Nikotinkonsumbeginn. In einer Studie von Padula et al.[29] mit psychologischen Leistungstests zu räumlichen Gedächtnisaufgaben zeigten sich keine Leistungsunterschiede zwischen 16- bis 18-jährigen starken Cannabiskonsumenten und einer Kontrollgruppe. Die Konsumenten zeigten aber eine intensivere, andersartige Hirndurchblutung (CBF), deren Bedeutung noch nicht geklärt ist. Die diskutierten möglichen Schädigungen haben in der Praxis bei denjenigen Jugendlichen, die nur Cannabis konsumieren und ansonsten Nichtraucher sind, keine negativen Auswirkungen. Diese Gruppe schnitt bei einer Studie mit 5263 Schülern im Vergleich mit zigarettenrauchenden Cannabiskonsumenten und cannabisabstinenten Schülern, in Bezug auf Schulleistungen (und Sozialkompetenz sowie sportlicher Aktivität) am besten ab.[30] Als gesichert kann in Bezug zum jugendlichen Gehirn die andersartige Durchblutung bei gleich guter Aufgabenbewältigung gelten, da dieses Resultat nicht bei Nikotin oder Alkoholmissbrauch beobachtet werden kann und keine widersprechenden Studienresultate vorliegen.[29] Eine irreversible Schädigung des Gehirns ist grundsätzlich unwahrscheinlich (little evident).[26] Da jedoch ein altersabhängig erhöhtes Risiko eines negativen Einflusses auf das jugendliche Gehirn nicht ausgeschlossen werden kann, ist Jugendlichen von übermäßigem Konsum abzuraten.

Bei Erwachsenen
Eine Studie ergab, dass die Großhirnrinde von Langzeitkonsumenten schlechter durchblutet wird.[31] Kritiker behaupten, diese Ergebnisse würden weniger die Schädlichkeit der Cannabinoide nachweisen, sondern vielmehr die schädliche Wirkung des Einatmens von Verbrennungsgasen.

Chronische Cannabiskonsumenten zeigen charakteristische Veränderungen im EEG in Form von erhöhten absoluten Amplituden aller Frequenzen über allen Hirnabschnitten, Abnahme der relativen Amplitude aller Nicht-alpha-Frequenzen sowie eine Hyperfrontalität der Alpha-Aktivität. Man spricht hierbei von einer funktionellen Gehirnstörung. Funktionelle Störungen verschwinden mit dem Absetzen der Substanz in der Regel wieder vollständig.[26]

Eine Metaanalyse der University of California, San Diego (UCSD) fand bei schweren Cannabisrauchern „überraschend wenig“ Hinweise für eine substanzielle Hirnschädigung, allenfalls eine geringe Einschränkung der Gedächtnisfunktion konnte beobachtet werden, deren praktische Relevanz jedoch unklar ist.[32]. Auch eine Literaturauswertung von Iversen fand kaum Anhaltspunkte, welche für ein Schädigung des Gehirns sprechen und kommt zum Schluss, dass die Auswirkungen von Cannabis auf das Gehirn vermutlich nur geringfügig und vollständig reversibel sind.[26].

Abhängigkeitsgefahr
Cannabiskonsumenten können eine psychische Abhängigkeit entwickeln.[33] Während die Kleiber-Kovar-Studie und der Roques-Report von einem eher geringen Abhängigkeitspotenzial ausgehen, wurde in einer neueren Studie ein höheres Suchtpotenzial vermutet.[34]

Bei Dauerkonsumenten wurden teilweise Entzugserscheinungen beobachtet, weshalb die These aufgestellt wurde, dass auch eine körperliche Cannabis-Abhängigkeit möglich ist.[35] [36] [37] [38] Andere Quellen gehen von keiner körperlichen Abhängigkeit aus. Die psychische Abhängigkeit stellt bei Drogen jedoch allgemein das größere Problem dar. Bei der Bindung an die Droge spielen psychische bzw. psychosoziale Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise ein konsumierendes Umfeld.[39]

Kleiber und Soellner kommen nach der Auswertung mehrerer Untersuchungen zum Ergebnis, dass körperliche Entzugssymptome bei Cannabiskonsumenten kaum beschreibbar und allenfalls schwach ausgeprägt seien. Ferner stellen sie fest, dass Studien im deutschsprachigen Raum, die sich mit dem Konsum von Cannabis und einer damit einhergehenden Abhängigkeitsentwicklung beschäftigen, überwiegend im psychiatrischen Bereich durchgeführt wurden, was zu systematischen Verzerrungen bei den Schlussfolgerungen hinsichtlich Abhängigkeit und anderen Problemen führte, zumal die untersuchten Konsumenten überwiegend auch andere legale und illegale Drogen konsumierten.[40]

Die Entstehung einer Cannabisabhängigkeit steht in einem engen Zusammenhang mit sozialen Faktoren, der persönlichen Reife des Konsumenten und dem Alter bei Erstkonsum. Bei langjährigen Konsumenten kann es im Falle eines Absetzens der Droge zu Schlafstörungen kommen. Dies kann sich in einzelnen Fällen über einen Zeitraum von bis zu 21 Tagen hinziehen.[41]

Die Kleiber-Kovar-Studie[42] für das Bundesministerium für Gesundheit kam 1994 zu dem Ergebnis, dass bis zu 20 Prozent der Drogenkonsumenten abhängig seien. Innerhalb der untersuchten Probanden waren es ca. 8–14 Prozent (je nach Auslegung der Abhängigkeitskriterien); von den reinen Cannabis-Konsumenten waren innerhalb der untersuchten Gruppe 2 Prozent abhängig, die anderen Abhängigen in der Studie nahmen neben Cannabis noch andere Drogen. Es schätzten sich mehr Konsumenten selbst als süchtig ein als dies nach psychiatrischen Erhebungsmethoden der Fall gewesen wäre. Abhängigkeit von Cannabis sei vor allem auf besondere persönliche Umstände zurückzuführen, beispielsweise spiele ein frühes Einstiegsalter eine große Rolle, so das Fazit dieser Studie. Ein früher Einstieg berge die Gefahr, dass der Konsument keine anderen Mittel und Wege kennenlerne, Probleme im Leben zu meistern oder Spaß zu haben.[39] Auch wird der Einsatz von Cannabis als Hilfsmittel zur Verdrängung von Problemen als gefährlich eingeschätzt.

Bei regelmäßigen, intensiven Konsumenten kann sich ein Toleranzeffekt (Dosissteigerung, um einen Rausch zu erzielen) entwickeln; einzelne Studien haben auf die mögliche Entwicklung eines solchen Effekts hingewiesen.[43] Diese Toleranz betrifft einige, aber nicht alle der typischen Cannabiswirkungen, so dass intensive Konsumenten auch höhere Dosen zu sich nehmen als moderate Konsumenten. Im Vergleich zu den meisten anderen Drogen ist dieser Effekt aber als eher gering einzuschätzen.

Schädigung der Lunge
Bei Untersuchungen von Cannabisrauch wurde festgestellt, dass dessen Zusammensetzung der von Tabakrauch bemerkenswert ähnlich ist. Die Teerstoffe im Cannabis sind allerdings offenbar in höherem Maße krebserregend.[44] Das Rauchen von Cannabis kann daher negative Auswirkungen auf die Lunge haben. Diese Auswirkungen steigern sich, wenn Cannabis mit Tabak vermischt und ungefiltert geraucht wird. Werden zusätzlich zum Tabakkonsum Joints geraucht, steigt die Gefahr. Ob die Auswirkungen bei reinen Cannabiskonsumenten, die die Droge mit Tabak zusammen konsumieren, letztlich stärker oder schwächer als die bei reinen Tabakrauchern sind, ist umstritten, da einerseits bei Joints meist tiefer und deutlich länger inhaliert wird, aber andererseits durchschnittliche Cannabis-Konsumenten deutlich weniger Joints rauchen als durchschnittliche Tabakkonsumenten Zigaretten. In einer US-Studie (UCLA, Los Angeles) wurde hingegen festgestellt, dass selbst ein regelmäßiger und vergleichsweise intensiver Cannabiskonsum (500–1000 Joints pro Jahr) weder eine signifikant höhere Lungen-, Mund- und Speiseröhrenkrebswahrscheinlichkeit noch sonstige höhere gesundheitliche Risiken mit sich bringt.[45] [46] Allerdings ist die Fallzahl für diese Fall-Kontroll-Studie mit insgesamt 2.240 nachträglich untersuchten Personen recht gering, um Entwarnung bezüglich des Krebsrisikos von Cannabisrauch geben zu können. Retrospektive Studien wie diese sind nur zur Aufstellung von Hypothesen geeignet, jedoch nicht zur Beweisführung. Für Personen, welche Cannabiskonsum aufgrund der möglichen Schädigung der Lunge vermeiden, wurde mit dem sogenannten Vaporizer eine Möglichkeit für einen weniger gesundheitsschädlichen Konsum gefunden. Dabei wird die Droge nur soweit erhitzt, bis die psychotropen Substanzen, allen voran THC, verdampfen – eine Verbrennung und die damit verbundene Entstehung weiterer Schadstoffe wird jedoch vermieden.

Robert Melamede von der University of Colorado, einer der führenden amerikanischen Cannabisexperten, vertritt die Auffassung, dass Rauchen von Cannabis weniger wahrscheinlich eine Krebserkrankung auslöse als das Rauchen von Tabak. THC habe sogar krebshemmende Eigenschaften.[47] Nach einer englischen Studie wirkt THC vor allem auf Leukämiezellen ein.[48]

Eine wissenschaftliche Untersuchung aus Neuseeland ergab demgegenüber, dass die Wahrscheinlichkeit, Lungenkrebs zu bekommen, gegenüber üblichem Tabakkonsum bei hohem Cannabiskonsum (10 Jahre täglich ein Joint bzw. 5 Jahre täglich 2 Joints) bis zu 5,7-fach erhöht ist.[49]

Donald Tashkin, ein amerikanischen Lungenspezialist, hat nach eigenen Angaben etwa 30 Jahre lang auf dem Gebiet geforscht und kam aufgrund der Auswertungen seiner Langzeitstudien zu dem Ergebnis, dass keine Verbindung zwischen einem erhöhten Risiko an Lungenkrebs und Bronchitis zu erkranken und Cannabis Konsum nachweisbar wäre. Er vermutet im Gegenteil, dass Cannabis einen schützenden Effekt hat.[50]

Verkehrsrisiken
Rechtsprechung
Anders als bei Überschreitungen der definierten Alkoholgrenzwerte (etwa der 1,1 Promille-Grenze) wird die Fahrerlaubnis bei Fahrten unter Cannabiseinfluss nicht als unmittelbare strafrechtliche Folge entzogen.

In Deutschland sorgten Urteile des Bundesverfassungsgericht (Juni 2002, Dezember 2004) für eine gewisse Liberalisierung der bis dato relativ strengen Praxis der Behörden. So entschied das Bundesverfassungsgericht[51] im Dezember 2004, dass bis zu einem Grenzwert von 1,0 ng/ml aktivem THC im Serum ( Blut ) nicht zwangsläufig eine Gefahr für den Straßenverkehr ausgeht.

Medizinisch-Psychologische Untersuchung, Ärztliches Gutachten
Nach Fahrten unter Drogeneinfluss (über dem Grenzwert 1,0ng/ml aktivem THC oder einem THC-COOH Wert bei direkter Blutentnahme nach dem Konsum von über 150ng/ml. Bei zurückliegendem Konsum über 75ng/ml) wird eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde sofort verlangt. Bei zweimaligem Auffallen auch unter dem Grenzwert kann die Behörde ein Drogenscreening oder ein Ärztliches Gutachten (ÄG) verlangen, da sie von gelegentlichem Drogenmissbrauch ausgeht.[52]Für die Dauer der erforderlichen Abstinenzzeit wird die Fahrerlaubnis entzogen, falls dies nicht schon vorher geschehen ist. Wird Cannabiskonsum ohne aktive Teilnahme am Straßenverkehr aktenkundig, wird dieses in der Regel der Verwaltungsbehörde gemeldet und führt zumindest zu einem Eintrag in die Führerscheindatei. Diese Maßnahme kann auch nach bloßem widerrechtlichen Besitz oder einem positiven Drogentest als Beifahrer getroffen werden. Abhängig vom Ergebnis des ärztlichen Gutachtens darf der Betroffene die Fahrerlaubnis behalten oder es folgt die Anordnung einer MPU zur Klärung von Eignungszweifeln.

Österreich und Schweiz
In Österreich und in der Schweiz ist es verboten, unter Einfluss von Cannabis ein Fahrzeug zu führen. Als beeinträchtigt gelten Personen, bei denen Cannabis im Blut festgestellt wird.

Konsumformen
 
Verpackungshülle eines Cannabis-ProduktesApplikationswege
Grundsätzlich stehen eine Reihe verschiedener Applikationswege offen, von denen die inhalativen und die oralen die gebräuchlichsten sind.

Um Cannabinoide über die Lunge aufzunehmen, müssen sie in eine inhalierbare Form gebracht werden. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Einmal können sie in Aerosolform gebracht werden, z. B. durch Zerstäubung mit einem Inhalator. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Cannabiswirkstoffe in einen gasförmigen Zustand zu überführen. Dies gelingt durch schonendes Erhitzen auf den Siedepunkt der Cannabinoide (verdampfen, vaporisieren) mittels eines Vaporizers oder durch Verbrennen (rauchen). Es gibt viele Möglichkeiten, Cannabis zu rauchen, z. B. pur oder mit Tabak vermischt mittels Shillum, Bong oder Pfeife; als Joint, Blunt oder „Eimer“.

Auch für die orale Aufnahme gibt es mehrere Möglichkeiten. Da Cannabinoide fettlöslich sind, sind dafür fetthaltige Nahrungsmittel oder Trägerlösungen erforderlich. Cannabis kann direkt oder als Cannabisbutter in Gebäck verbacken werden oder mit Kakao bzw. Schokolade gebunden werden. Weitere Möglichkeiten sind die Zubereitung eines alkoholischen Auszugs und die pharmazeutische Herstellung von Pflanzenextrakten oder THC in Reinform.

Durch oralen Konsum oder die Aufnahme als Aerosolspray oder Dampf lässt sich die Belastung der Atemwege vermeiden bzw. minimieren. Dagegen schädigt das Rauchen wegen zahlreicher giftiger beziehungsweise krebserregender Verbrennungsprodukte dem Atemtrakt und den Verdauungstrakt. Es kann unter anderem zu chronischen Erkrankungen des Atmungssystems wie der chronischen Bronchitis und bei langjährigem Gebrauch zum Bronchialkarzinom führen. Die im Cannabisrauch enthaltene Teermenge entspricht in etwa der von Tabakrauch. Allerdings wird Cannabisrauch tiefer und länger inhaliert, was die Schadstoffexposition erhöht. Andererseits werden Joints oder Bongs üblicherweise seltener konsumiert als Zigaretten. Letztlich ist bei langjährigen Rauchern von einem erhöhten Risiko für Erkrankungen des Atmungssystems auszugehen, zusätzlich wird das Risiko der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant erhöht. Die Beimischung von Tabak verstärkt diese Risiken.

Mischkonsum mit anderen Drogen
Bei Mischkonsum von Cannabis und Alkohol wird die Alkoholwirkung verstärkt, außerdem kann Übelkeit und Ohnmacht verursacht werden. Die Wirkung von Cannabis wird durch Alkohol überdeckt.

Wie bei allen anderen Kombinationen unterschiedlicher psychoaktiver Substanzen können auch beim Mischkonsum von Cannabis mit anderen illegalen Drogen zum Teil unangenehme und gefährliche Wechselwirkungen auftreten.

Bei Konsum von Cannabis mit Tabak ist es möglich, dass ein zuvor nicht Tabak rauchender Cannabiskonsument eine Nikotinabhängigkeit entwickelt. Außerdem ist ein erhöhtes Atemwegsrisiko gegeben. Nikotin unterdrückt die THC-Wirkung, während THC die Nikotinwirkung steigert.[53]

Siehe auch: Mischkonsum
Auswirkungen der Illegalität Gesellschaftliche Auswirkungen
Da Cannabis in Deutschland ausschließlich illegal erworben oder angebaut werden kann, ergeben sich in diesem Zusammenhang Auswirkungen auf den Umgang mit der Droge in der Gesellschaft. Durch den Kontakt zum illegalen Markt kommen Cannabiskonsumenten leichter mit härteren illegalen Drogen in Kontakt als Menschen, die ihre Drogen in Supermärkten, Apotheken oder anderen speziellen Geschäften (wie z. B. Coffee Shops in den Niederlanden) erwerben können. Das Bundesverfassungsgericht befand 1994, dass in der wissenschaftlichen Literatur die These von der Einstiegsdroge „überwiegend abgelehnt“ werde. Ebenso kam die Kleiber-Studie 1998 zu dem Schluss, dass „die Annahme, Cannabis sei die typische Einstiegsdroge für den Gebrauch harter Drogen wie Heroin, […] nach dem heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht haltbar“ sei. Die größte Gefahr ist vielmehr die einer strafrechtlichen Verfolgung mit unter Umständen drastischen Folgen wie Entzug der Fahrerlaubnis und Verlust des Arbeitsplatzes.

Gesundheitliche Auswirkungen
Aufgrund fehlender staatlicher Kontrolle von Cannabis kann Haschisch von Dealern mit anderen Substanzen gestreckt werden. Meist haben die Streckmittel negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Konsumenten. In gestrecktem Haschisch finden sich Henna, Sand oder Öle/Fette; in seltenen Fällen wurden auch giftige Substanzen wie Pentachlorphenol (PCP), Bleisulfid, Altöl oder Schuhcreme nachgewiesen. Die Verdünnung ist relativ schwer zu erkennen, da Konsistenz und Geruch durch schwarzmarktbedingt wechselnde Quellen und Herstellungsverfahren variieren.

Auch das Strecken mit feinem Sand oder Talk findet zunehmend Verwendung. Diese Streckmittel sind in der Regel sehr leicht als solche zu erkennen und auch nicht so gefährlich, wie es Beimischungen in Haschisch sein können. Oft wird das wirkstoffreiche Harz der Blüten abgeschüttelt, um daraus Haschisch zu gewinnen, wodurch die Wirkung des Marihuanas bei nahezu unverändertem Gewicht nachlässt. Manchmal werden die abgeschüttelten Blätter und Blüten mit Haarspray besprüht, um dem unerfahrenen Konsumenten Harzkristalle vorzugaukeln.

Im Raum Leipzig kam es im November 2007 zu schweren Bleivergiftungen von Konsumenten durch kontaminiertes Marihuana.[54] Wiederum zu neuen Fällen von Schwermetallvergiftungen aufgrund von Cannabiskonsums kam es Anfang 2009 in Bayern und Baden-Württemberg. In dem mutmaßlich konsumierten Cannabis bzw. im Blut der Konsumenten konnte Quecksilber, Cadmium und Blei nachgewiesen werden.[55]

Mangelnde Qualitätskontrolle
Da es keinen kontrollierten Markt für Cannabisprodukte gibt, stellen sich Probleme bezüglich der Qualität ein. Da die Dealer sich meist selbst aus wechselnden Quellen versorgen, ist nie klar, wie hoch der Wirkstoffgehalt tatsächlich ist. Durch gezielte Züchtungen und Anbaumethoden weichen die Wirkungen teilweise bis um das Fünffache voneinander ab. Außerdem werden Fälschungen oder Streckungen beobachtet; der Konsument geht in solchen Fällen aus Angst vor eigener Verfolgung meist nicht gegen den Dealer vor.

Bei der Streckung von Marihuana findet häufig das Bestäuben mit Wasser Verwendung, um das Gewicht zu erhöhen. Teils werden auch nichtpotentes Faserhanf-Laub (Knaster) oder Gewürze wie Majoran, Brennnesseln oder ähnliches dazugemischt, wenn es sich nicht um eine komplette Fälschung handelt.

Konsum in der Bevölkerung
 
Cannabis- und Heroindelikte in der Schweiz 2004In Deutschland hatten 2004 31 Prozent der 12- bis 25-Jährigen Erfahrungen mit Cannabis (35 Prozent der männlichen und 27 Prozent der weiblichen Befragten). Bezogen auf einen Konsum in den letzten 12 Monaten sind 13 Prozent (17 Prozent der Männer, 10 Prozent der Frauen) aktuelle Konsumenten (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung). Eine erneute Studie im Jahr 2007 konnte einen Rückgang des Konsums feststellen. Von den 14- bis 17-Jährigen gaben 13 Prozent an, Cannabis bereits probiert zu haben, 2004 waren es noch 22 Prozent. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sieht in diesen Zahlen aber noch keine Trendwende.[56]

Laut der Umfrage Health behaviour in school-aged children (HBSC), die zwischen Oktober 2005 und Mai 2006 durchgeführt wurde, gaben europaweit 18 Prozent der 15jährigen Schüler an, schon einmal Cannabis geraucht zu haben. Für Luxemburg sind dies 21 Prozent der 15jährigen Mädchen und 25 Prozent der 15jährigen Jungen.[57]

Im Hinblick auf alle Erwachsenen zwischen 18 und 59 Jahren hatten 2003 in Deutschland 25 Prozent Erfahrungen mit Cannabis (30 Prozent der Männer, 18 Prozent der Frauen), in den letzten 12 Monaten hatten 7 Prozent die Droge konsumiert und in den letzten 30 Tagen 3,4 Prozent (Quelle: IFT, München).

In der Schweiz haben laut dem Bundesamt für Statistik 36 Prozent der männlichen und 24 Prozent der weiblichen 15- bis 24-Jährigen bereits Cannabis konsumiert (2002). 16 Prozent bzw. 7 Prozent gaben an, regelmäßig zu konsumieren.[58]

Cannabis in Jugendkulturen
In der europäischen und amerikanischen Jugendkultur ist Cannabis sehr weit verbreitet; von Beginn der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre war ein kontinuierlicher Anstieg im Konsum unter Jugendlichen festzustellen, der aktuell die ‚Höchstwerte‘ aus den frühen 1970er Jahren deutlich übersteigt. Parallel hierzu wurde Cannabis seit den 1990er Jahren in diversen Jugendkulturen thematisiert, vor allem im Hip-Hop und Reggae, zudem auch in Filmen und Literatur. Bei vielen Jugendlichen hat sich dabei eine Beiläufigkeit des Konsums eingestellt. Dagegen war in der Frühzeit des über jugendkulturelle Botschaften propagierten Cannabiskonsums Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre noch ein stärker ritualisierter Konsum zu beobachten. Außerdem hat in den gegenwärtig über Jugendkulturen vermittelten Bildern von Cannabis die in der „Hippiezeit“ noch vordergründige Funktion der Droge als Symbol der Rebellion stark an Wirksamkeit eingebüßt.

Siehe auch
Cannabis als Arzneimittel
Literatur
Lester Grinspoon, James B. Bakalar: Marihuana. Die verbotene Medizin. Zweitausendeins-Verlag, Frankfurt/M. 1998, ISBN 3-86150-060-4
Franjo Grotenhermen, Michael Karus (Hrsg.): Cannabis, Straßenverkehr und Arbeitswelt. Springer-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-540-42689-2
Franjo Grotenhermen (Hrsg.) Cannabis und Cannabinoide – Pharmakologie, Toxikologie und therapeutisches Potenzial. Verlag Hans Huber, Bern 2004, ISBN 978-3-456-84105-2
Janet E. Joy u. a.: Marijuana and Medicine. Assessing the science base. National Academy Press, Washington, D.C. 1999, ISBN 0-309-07155-0
Dieter Kleiber u. a.: Cannabiskonsum. Entwicklungstendenzen, Konsummuster, Risiken. Juventa Verlag, Weinheim 1998, ISBN 3-7799-1177-9
Dieter Kleiber, Karl A. Kovar Auswirkungen des Cannabiskonsums. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1998, ISBN 3-8047-1555-9
Lark-Lajon Lizermann: Der Cannabis Anbau. Nachtschatten Verlag, Solothurn 2004, ISBN 3-03788-134-8
Robert Melamede: Cannabis and tobacco smoke are not equally carcinogenic. In: Harm Reduction Journal, 2. Jg. (2005)
Wolfgang Schmidbauer, Jürgen vom Scheidt: Handbuch der Rauschdrogen. Fischer-Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 2004, ISBN 3-596-16277-7
Kolja Schumann: Das Kiffer-Lexikon. Das alternative ABC der Hanfkultur. Nachtschatten Verlag, Solothurn 2004, ISBN 3-03788-122-4
Bernhard van Treeck: Das große Cannabis-Lexikon. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-268-7
Bernd Werse: Cannabis in Jugendkulturen. Archiv der Jugendkulturen, Berlin 2007, ISBN 978-3-940213-40-2
Lynn Zimmer u. a.: Cannabis-Mythen, Cannabis-Fakten. Eine Analyse der wissenschaftlichen Diskussion. Nachtschatten Verlag, Solothurn 2004, ISBN 3-03788-120-8
Steffen Geyer, Georg Wurth: Rauschzeichen - Cannabis: Alles, was man wissen muss. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008, ISBN 978-3-462-03999-3
Jack Herer: Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf. Hrsg. von Mathias Bröckers, Zweitausendeins, Frankfurt a.M., 1993, 526 S., ISBN 3-86150-026-4
Arno Barth: Breit: Mein Leben als Kiffer. rororo. 978-3499620461.
Ingo Niermann, Adriano Sack: Breites Wissen: Die seltsame Welt der Drogen und ihrer Nutzer. Eichborn 2007. 978-3821856698
Weblinks
 Wiktionary: Cannabis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Cannabis sativa – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikinews: Cannabis – in den Nachrichten
 Wikiquote: Kiffen – Zitate
Hanf Museum Berlin, die ständige Ausstellung zur Pflanze Hanf, Cannabis (lat.). Hanfkultur, Rohstoff, Medizin und Droge
Einzelnachweise
1.? Webpräsenz der Gesundheitsberichterstattung des Bundes
2.? Ross SA, ElSohly MA.: The volatile oil composition of fresh and air-dried buds of Cannabis sativa. J Nat Prod. 1996 Jan;59(1):49–51. PMID 8984153
3.? emcdda.europa.eu (PDF), S. 40.
4.? Hong-En Jiang, Xiao Li, You-Xing Zhao, David K. Ferguson, Francis Hueber, Subir Bera, Yu-Fei Wang, Liang-Cheng Zhao, Chang-Jiang Liu, Cheng-Sen Li: „A new insight into Cannabis sativa (Cannabaceae) utilization from 2500-year-old Yanghai Tombs, Xinjiang, China“. Journal of Ethnopharmacology Volume 108, Issue 3, 6 December 2006, Pages 414-422
5.? a b c d e Jack Herer: Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf Hrsg. von Mathias Bröckers (17.Auflage), Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1994, S.146ff
6.? „New Billion-Dollar Crop“, Artikel auf druglibrary.org
7.? „Die Drogenpolitik der Niederlande“, Artikel auf cannabislegal.de
8.? „Medizinisches Cannabis in den Vereinigten Staaten“, Artikel in der englischen Wikipedia
9.? „Kaliforniens grüner Rausch“, Artikel im Focus Magazin Nr. 11 2010
10.? Medical Marijuana, Prop 215 and SB 420 Informationsseite von NORML California.
11.? „Kiffen auf Rezept“, Artikel in der Berliner Zeitung vom 20. Oktober 2009
12.? „Kalifornien wird grün“, Artikel vom 27. Oktober 2009 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
13.? § 3 Erlaubnis zum Verkehr mit Betäubungsmitteln
14.? Grotenhermen 2003/IACM, Köln
15.? Lark-Lajon Lizermann: Der Cannabis-Anbau (2.Auflage), Nachtschatten Verlag, Solothurn 2006, S. 10
16.? Grinspoon, Lester / Bakalar James B.: Marihuana, die verbotene Medizin, 1994, ISBN 3-86150-060-4
17.? Aldington S. et al.: Effects of cannabis on pulmonary structure, function and symptoms. Thorax. 2007 Dec;62(12):1058–63. Epub 2007 Jul 31. PMID 17666437
18.? Suchtstoffe Cannabis, dhs.de.
19.? AWMF Schizophrenie, uni-duesseldorf.de.
20.? Uni-Duesseldorf – Australische Erhebung
21.? Drugcom.de Wissensstand Cannabis und Psychose
22.? Cannabis steigert das Risiko einer Psychose im späteren Leben. In: The Lancet. Vgl. aerzteblatt.de.
23.? ncbi.nlm.nih.gov
24.? M. van der Stelt, W. B. Veldhuis, P. R. Bär, G. A. Veldink, J. F. G. Vliegenthart, and K. Nicolay: Neuroprotection by Delta 9-Tetrahydrocannabinol, the Main Active Compound in Marijuana, against Ouabain-Induced In Vivo Excitotoxicity. In: Journal of Neuroscience. 21, Nr. 17, 2001, S. 6475-6479 (Fulltext im Web).
25.? a b KL Medina, AD Schweinsburq, M Cohen-Zion, BJ Nagel, SF Tapert: Effects of alcohol and combined marijuana and alcohol use during adolescence on hippocampal volume and asymmetry. In: Neurotoxicology and Teratology. 29, Nr. 1, 2007, S. 141-152 (Fulltext im Web).
26.? a b c d Leslie Iversen: Cannabis and the brain. Review Article. In: Brain. 126, Nr. 6, 2003, S. 1252–1270.
27.? M. Schneider: Puberty as a highly vulnerable developmental period for the consequences of cannabis exposure. In: Addiction Biology. 13, Nr. 2, 2008, S. 553-563.
28.? W. Wilson, R. Mathew, T. Turkington, T. Hawk, RE. Coleman, J. Provenzale: Brain morphological changes and early marijuana use: a magnetic resonance and positron emission tomography study.. In: Journal of Addictive Diseases. 19, Nr. 1, 2000, S. 1-22.
29.? a b Claudia B. Padula, Alecia D. Schweinsburg, and Susan F. Tapert: Spatial Working Memory Performance and fMRI Activation Interactions in Abstinent Adolescent Marijuana Users. In: Psychology of addict ive behaviors. 21, Nr. 4, 2007 (Fulltextversion im Web).
30.? J. C. Suris, Christina Akre, André Berchtold, André Jeannin, Pierre-André Michaud: Some Go Without a Cigarette. Characteristics of Cannabis Users Who Have Never Smoked Tobacco. In: Arch Pediatr Adolesc Med.. 161, Nr. 11, 2007, S. 1042-1047 (Als Fulltext im Netz).
31.? Volkow et al., Psychiatry Research: Neuroimaging, 67, 29–38 (1996); Block et al., NeuroReport, 11, 749–753 (2000)
32.? Metaanalyse der University of California, San Diego (UCSD) School of Medicine von 2003
33.? Drugcom.de – Woran erkenne ich eine Cannabisabhängigkeit?
34.? Ridenour et al.: Factors associated with the transition from abuse to dependence among substance abusers: implications for a measure of addictive liability. In: Drug Alcohol Depend.. 80, Nr. 1, 2005, S. 1-14. PMID 16157227.
35.? Broschüre der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und Drogenprobleme (PDF)
36.? Drugcom.de
37.? feelok.ch
38.? bzga.de
39.? a b partypack.de
40.? bmg.bund.de (PDF)
41.? Uni-Duesseldorf.de
42.? Auswertung der Studie Determinanten unterschiedlicher Konsummuster von Cannabis von Dieter Kleiber, ipg.psychologie.fu-berlin.de, Version vom 4. Mai 2008 im Internet Archive.
43.? sfa-ispa.ch
44.? „Marijuana v.s. Tobacco smoke compositions“ – Untersuchungen von Cannabisrauch
45.? Marihuana verursacht keinen Lungenkrebs. Großstudie stellt Zigaretten schlechteres Zeugnis aus. In: Pressetext.de, 26. Mai 2006.
46.? Donald Tashkin: Heavy marijuana use not linked to lung cancer. In: news-medical.net, 24. Mai 2006.
47.? ROSENTHAL 2003
48.? Cannabis zerstört Leukämie-Krebszellen. Blick auf die Gene enthüllt Zerstörungspotenzial. In: Pressetext.de, 1. März 2006.
49.? Beasley R. et al.: European Respiratory Journal. Bd. 31, Nr. 2.
50.? Führender Lungenspezialist: Tabak gefährlicher als Hanf. In: hanfjournal.de, 9. Juni 2009. Vgl. Top Anti-Drogenforscher ändert seine Meinung. In: drogen-klartext.de, 9. Juni 2009.
51.? Urteil BVerfG 21. Dezember 2004
52.? verkehrslexikon.de
53.? suchtzentrum.de
54.? suchtzentrum.de
55.? hanfverband.de
56.? Noch keine Trendwende – Jugendliche kiffen weniger. In: n-tv, 25. Juni 2007.
57.? Schule & Cannabis. Ein Leitfaden für das Schulpersonal. Centre de Prévention des Toxicomanies (CePT), Luxemburg, Mai 2009.
58.? Kennzahlen Verhalten: Drogenkonsum. In: bfs.admin.ch (Bundesamt für Statistik Schweiz), 2. Juni 2007 im Internet Archive.
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DuPont
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E. I. du Pont de Nemours and Company
 
Unternehmensform AG
ISIN US2635341090
Gründung Juli 1802
Unternehmenssitz Wilmington (USA)
Unternehmensleitung Charles O. Holliday, Jr., Chairman of the Board
Ellen J. Kullman, Chief Executive Officer
 
Mitarbeiter ca. 58.000 (2009)
 
Umsatz 26,1 Mrd. USD (2009)
 
Produkte Chemikalien, Kunststoffe, Lacke
 

 

E. I. du Pont de Nemours and Company (kurz: DuPont) ist ein US-amerikanischer Konzern. Er ist einer der weltweit größten Konzerne der Chemischen Industrie und in ca. 80 Ländern aktiv.[1] DuPont wurde 2009 im Fortune Global 500 an 262. Stelle geführt.[2]

1802 als Unternehmen für Sprengstoffe gegründet, wandelte sich DuPont zu einem Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Heute erstreckt sich die Produktpalette von DuPont auf die Bereiche Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit, Elektronik, Kommunikation, Sicherheit, Haushalt, Bau, Verkehr und Bekleidung. Zu den bekanntesten Marken gehören neben DuPont®: Pioneer (Saatgut), Teflon (Fluorpolymere, Filme, Textilienschutz, Fasern und Dispersionen), Corian, Kevlar und Tyvek.[1]

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Geschichte
1.1 Die Anfänge
1.2 Neue Geschäftsfelder 1900 bis 1945
1.3 Weiterentwicklung nach dem 2. Weltkrieg
2 Produktpalette
2.1 FCKW und PFOA
2.2 Landwirtschaft
3 Siehe auch
4 Literatur
5 Weblinks
6 Einzelnachweise
 
Geschichte [Bearbeiten]
Die Anfänge [Bearbeiten]
DuPont wurde 1802 von Eleuthère Irénée du Pont gegründet, zwei Jahre nachdem er und seine Familie aus Frankreich in die USA ausgewandert waren, um der Französischen Revolution zu entfliehen. Zunächst begann er mit der Produktion von Sprengstoffen, da die Industrie dafür in Nordamerika noch nicht so weit wie die europäische entwickelt war und ein entsprechend großer Markt erwartet wurde. Die Firma wuchs schnell und war um die Mitte des 19. Jahrhunderts der größte Sprengstofflieferant für das US-Militär, der mehr als die Hälfte der Lieferungen für die Unionsarmee im Amerikanischen Bürgerkrieg bestritt.

DuPont setzte sein Wachstum fort und stieg in die Produktion von Dynamit und rauchschwachem Pulver ein. Im Jahre 1902 starb DuPonts Präsident Eugene du Pont und die anderen Partner verkauften ihren Anteil an die drei Urenkel des Unternehmensgründers. Es wurden mehrere kleinere Chemiefirmen zugekauft, bis im Jahre 1912 im Zuge des Sherman Antitrust Act ein Gericht die marktbeherrschende Stellung (Monopol) bei Sprengstoffen feststellte und die Zerschlagung in mehrere Teile anordnete. In der Folge wurden die Hercules Powder und die Atlas Chemical companies gegründet.

Neue Geschäftsfelder 1900 bis 1945 [Bearbeiten]
In dieser Zeit baute DuPont auch zwei der ersten Industrieforschungslabore in den USA auf, wo mit der Arbeit an der Zellulose-Chemie, Lacken und anderen nicht-explosiven Produkten begonnen wurde.

1914 investierte Pierre S. du Pont in die noch junge Automobilindustrie, indem er ein Aktienpaket von General Motors (GM) kaufte. Im folgenden Jahr wurde er zum Vorstandsmitglied bei GM berufen. Dupont wollte die schwächelnde Autofirma unterstützen und kaufte ein weiteres GM-Aktienpaket im Wert von 25 Millionen Dollar. So wendete er den Konkurs von GM ab und übernahm 1920 den Vorsitz. In den Folgejahren wuchs GM zur weltweit größten Firma ihrer Zeit. Jedoch führte der große Einfluss von Dupont bei GM dazu, dass 1957, wiederum aufgrund des Sherman Antitrust Act, die Anteile verkauft werden mussten.

In den 1920er Jahren setzte DuPont seine Konzentration auf die Werkstoffwissenschaften fort. 1928 begann Wallace Carothers mit der Arbeit an Polymeren. Carothers entdeckte 1930 das Neopren, einen synthetischen Gummi, synthetisierte als erster Polyester und entwickelte 1935 die Polyamidfaser Nylon. Später entwickelte die Firma das Acrylglas Lucite und ließ das von Roy Plunkett entdeckte Teflon patentieren.

Während dieser ganzen Zeit blieb DuPont ein Produzent von Kriegsgütern für die beiden Weltkriege und spielte ab 1943 im Manhattan-Projekt eine wichtige Rolle, wo es Konstruktion, Bau und Betrieb der Plutonium-Produktionsanlage in Hanford und des Oak Ridge National Laboratory in Tennessee übernahm. Andererseits gab es auch zeitweise Kooperationen mit deutschen Unternehmen, insbesondere der I.G. Farben.

Weiterentwicklung nach dem 2. Weltkrieg [Bearbeiten]
Nach dem 2. Weltkrieg konzentrierte sich DuPont wieder auf neue Materialien wie Mylar (PET-Folie), Dacron (PET-Faser), Orlon (Polyacrylnitril-Faser) und Lycra (Elasthan) in den 1950er und Tyvek (PE-Vlies), Kevlar und Nomex (aromatische Polyamide) sowie Corian (66 % Gibbsit und ca. 34 % Polymethylmethacrylat (PMMA)) in den 1960er Jahren. DuPont-Werkstoffe waren für den Erfolg des Apollo-Programms von entscheidender Bedeutung.

Im Oktober 1985 gab es ein Joint-Venture zwischen dem bedeutenden Elektronikhersteller Philips und DuPont, aus dem sich das Unternehmen Philips & DuPont Optical (PDO) entwickelte, welches sich auf die Herstellung von Audio-CDs spezialisierte [3]. Es entstanden CD-Presswerke u. a. in Langenhagen (Deutschland), Blackburn (England), Wilmington (USA) und Frankreich.

1981 übernahm DuPont Conoco Inc., einen großen amerikanischen Öl- und Gas-Produzenten. Danach bestand ein eigener petrochemischer Zugang zu Rohstoffen für die Herstellung von Kunststoffen und Fasern. Diese Akquisition, die DuPont zu einem der Top-10 Öl- und Gas-Produzenten machte, passierte nach einem Übernahmeversuch durch Seagram Company Ltd., die als DuPonts größter Einzelaktionär vier Sitze im Vorstand beanspruchten. Am 6. April 1995 gab DuPont bekannt, dass alle von Seagram gehaltenen Aktien zurückgekauft würden.

1998 übernahm DuPont die Herberts GmbH (Autolacke) und führt diese unter dem Namen DuPont Performance Coatings weiter.

DuPont trennte sich 1999 wieder von Conoco, um das Geschäft in ein Joint-Venture mit Phillips Petroleum Company einzubringen, aus dem später ConocoPhillips hervorging. Im selben Jahr änderte CEO Carles O. (Chad) Holliday den Fokus von der Petrochemie hin zu nachwachsenden Rohstoffen. 1999 wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt weltweit größte Saatgutunternehmen Pioneer Hi-Bred übernommen.

Im Jahre 2003 wurde der traditionelle Faserbereich (DuPont Textiles and Interiors) in das neu gegründete Tochterunternehmen Invista ausgegliedert, deren Anteile im April 2004 an Koch Industries verkauft wurden.

2007 wurde das Unternehmen von der Europäischen Kommission wegen Beteiligung an einem Chloropren-Kautschuk-Kartell mit einer Geldbuße belegt. An dem laut Kommission zwischen 1993 und 2002 bestehenden Kartell waren ebenfalls die Konzerne Bayer, Denka, Dow Chemical, Eni und Tosoh beteiligt.[4]

Produktpalette [Bearbeiten]
Viele Kunststoffe sind unter den Handelsnamen von DuPont bekannt geworden, so zum Beispiel:

Nylon (Polyamid 6.6: Synthetikfaser)
Lycra (Polyamid-Elasthan: Elastische Synthetikfaser)
Cordura (Polyamid: reißfestes Gewebe)
Kevlar (Polyaramidfasern)
Elastan
Nomex (Polyaramid: Gewebe)
Teflon (Polytetrafluorethylen)
Tedlar (Polyvinylfluorid, Thermoplast)
Mylar (Polyethylenterephthalat-Polyesterfolie)
Tyvek (papierartiges Faservlies)
Neopren (zunächst Dupren genannt, Chloropren (2-Chlor-1,3-butadien))
Corian (Mineralwerkstoff)
Kapton (Polyimid)
Viton
Sorona
Hytrel
Zytel
Nafion (Elektrolyt-Membrane für PEM-Brennstoffzelle)
Crastin
Im Bereich Lacke zählt DuPont mit den Marken DuPont Refinish, Spies Hecker und Standox zu den weltgrößten Herstellern von Autoreparaturlacken.

FCKW und PFOA [Bearbeiten]
DuPont hat immer wieder mit schwerwiegenden Imageproblemen zu kämpfen, da es sich einerseits früher um einen der Haupthersteller von FCKW gehandelt hat, andererseits auch heute noch hohen Schadstoffausstoß bewirkt und damit im Jahr 2008 den Toxic 100 Index anführt. Im Dezember 2005 hat DuPont der US-Bundesumweltschutzbehörde (EPA) eine Vergleichssumme in Höhe von ca. 16 Millionen Dollar zahlen müssen, da interne Studien über die von DuPont hergestellte Chemikalie Perfluoroctansäure (PFOA) verschwiegen worden waren, die Anhaltspunkte für eine Kanzerogenität dieses Stoffes beinhalteten. Dies ist von besonderer Brisanz, da PFOA fast unzerstörbar (persistent) und bioakkumulativ ist. So wurde PFOA in arktischen Eisbären und ca. 95 % der Blutproben von US-Bürgern nachgewiesen. Inzwischen gibt es eine vorläufige Risikobewertung der EPA, die Basis für eine Zusammenarbeit mit DuPont und anderen Unternehmen auf freiwilliger Basis mit dem Ziel einer Reduzierung der Risiken durch PFOA ist.[5]

Landwirtschaft [Bearbeiten]
Mit der Übernahme von Pioneer Hi-Bred 1999 wurde DuPont zum zweitgrößten Saatguthersteller (hinter Monsanto) weltweit. Der Konzern hatte laut Schätzungen 2008 einen Anteil von 14% am Markt für rechtlich geschütztes Saatgut.[6] Pioneer stellt unter anderem auch transgenes Saatgut her.

DuPont wird von NGOs wie der ETC Group und Greenpeace vorgeworfen, auf Kosten nicht ausreichend untersuchter möglicher Probleme, die Kontrolle über die weltweite Landwirtschaft erringen zu wollen.[7]

Siehe auch [Bearbeiten]
Du-Pont-Schema (auch: Du-Pont-Kennzahlensystem)
Literatur [Bearbeiten]
Alfred Dupont Chandler, Stephen Salsbury: Pierre S. Du Pont and the Making of the Modern Corporation. Beard Books, 2001, ISBN 1587980231
Adrian Kinnane: DuPont: From the Banks of the Brandywine to Miracles of Science. The Johns Hopkins University Press, 2002, ISBN 0-8018-7059-3
John K. Winkler: The Dupont Dynasty. Kessinger Publishing, 2005, ISBN 1419128574
Weblinks [Bearbeiten]
DuPont (englisch)
Website der bundesdeutschen DuPont-Niederlassung
Europäische DuPont Website
Einzelnachweise [Bearbeiten]
1.? a b Company at a Glance. DuPont Website, 2010.
2.? Fortune Global 500 Rannking, 2009.
3.? Chronomedia 1985. terramedia.co.uk/Chronomedia, abgerufen am 22. Dezember 2009 (engl): „October Philips and Du Pont Company form Philips Du Pont Optical (PDO) joint venture to manufacture and market optical discs.“
4.? Kartellrecht: Kommission ahndet Marktaufteilung und Preisabsprachen der Chloropren-Kautschuk-Hersteller mit Kartellstrafe von 247.6 Mio. EUR. portal site of the European Union (europa.eu), 5. Dezember 2007, abgerufen am 22. Dezember 2009.
5.? US EPA-Studie: Preliminary Risk Assessment of the Developmental Toxicity Associated with Exposure to Perfluorooctanoic Acid and its Salts. Vom 16. Dezember 2005.
6.? Global Proprietary Seed Market Shares, Context Network.
7.? DuPont:Corporate Crimes. Corporate Watch UK, 2002.
EinklappenUnternehmen im Dow Jones Industrial Average (Stand: 8. Juni 2009)
3M | Alcoa | American Express | AT&T | Bank of America | Boeing | Caterpillar | Chevron | Cisco | The Coca-Cola Company | DuPont | ExxonMobil | General Electric | Hewlett-Packard | Home Depot | Intel | IBM | JPMorgan Chase & Co. | Johnson & Johnson | Kraft Foods | McDonald's Corporation | Merck | Microsoft | Pfizer | Procter & Gamble | Travelers | United Technologies Corporation | Verizon Communications | Wal-Mart | The Walt Disney Company

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Hemp Car
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Das Hemp Car (Hanfauto) wurde in den 1930er Jahren von Henry Ford entwickelt. Es hatte eine naturfaserverstärkte Kunststoffkarosserie aus Hanffasern und wurde mit Methanol betrieben, der ebenfalls aus Nutzhanf gewonnen wurde. Der Motor lief mit Hanföl oder Ethanol.

Geschichte [Bearbeiten]
Henry Ford beschäftigte sich bereits seit 1910 mit nachwachsenden Biorohstoffen, besonders Hanf und dessen Verarbeitung zu Kraft- und Kunststoff. Nachdem der Anbau nach Verabschiedung des Marijuana Tax Act 1937 verboten war, konzentrierte er sich dabei besonders auf Soja, was er auf seiner Versuchsfarm in Michigan anbauen ließ.

Der Prototyp des Hemp Car wurde 1941 nach zwölf Jahren Forschung und Entwicklung als „Zukunftsauto“ mit dem Slogan Das Auto, das vom Acker wächst präsentiert. Bei der Präsentation schlug Ford werbewirksam mehrmals kräftig mit einem Hammer auf die Karosserie ein, um die außergewöhnliche Stabilität des Materials zu demonstrieren welches als zehn mal stoßfester als entsprechend verwendete Metalle beschrieben wurde. Auch die Fenster waren aus Kunststoff. Das Hemp Car wog mit 900 Kilogramm etwa 450 Kilogramm weniger als ein Auto mit Metallkarosserie. Sowohl Werbung als auch die Weiterentwicklung des Automobils wurden bereits Ende 1941 wieder eingestellt.

Weblinks [Bearbeiten]
Mathias Bröckers: Peak Oil – Über das Ende des Ölzeitalters, die Visionen der Autopioniere Diesel und Ford und die Wiederkehr des Universalrohstoffs Hanf. (Teil I, Teil II), heise.de
Kurzer Filmbeitrag (1941)
Quellen [Bearbeiten]

 

Einklappen
Ford-Modelle (USA)
Aktuelle Personenwagen:  Crown Victoria | Fiesta | Focus | Fusion | Mustang | Taurus

Aktuelle SUVs, Vans und Nutzfahrzeuge:  Edge | E-Serie | Escape | Expedition | Explorer | Explorer Sport Trac | F-Serie | Flex | Ranger

Historische Personenwagen:  01A | 022A | 18 | 40 | 48 | 68 | 74 | 78 | 81A | 82A | 91A | 922A | 300 | A | B | C | F | K | N | R | S | T | Aspire | Contour | Crestline | Custom | Custom Deluxe | Customline | Deluxe | Elite | Escort | EXP | Fairlane | Fairmont | Falcon | Festiva | Five Hundred | Ford-Serie | Galaxie | Granada | GT40 | LTD | LTD II | Mainline | Maverick | Pinto | Probe | Shelby Mustang | Special | Standard | Station Wagon | Super Deluxe | Telstar | Tempo | Thunderbird | Torino | V8 | XL

Historische SUVs, Vans und Nutzfahrzeuge:  AA | BB | E | Tf-c | TT | Aerostar | Bronco | Bronco II | Courier | Econoline | Escape Hybrid | Excursion | Explorer Sport | Freestar | Freestyle | M151 MUTT | N-Serie-Traktor | Ranchero | Super Duty | Taurus X | Windstar

Prototypen:  GT90 | Hemp Car | Nucleon

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Hanffaser
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Hanffaser
 
Fasertyp Naturfaser
 
Herkunft Nutzhanf
 
Farbe grau, braun
 
Eigenschaften
Faserlänge Einzelfaser 5-55, durchschn. 25 mm; Faserbündel 1-3 m[1]
Faserdurchmesser 10-50 µm, durchschn. 25 µm[1]
Dichte 1,48 g/cm3[1]
Zugfestigkeit 0,31-0,39 GPa[1]
Elastizitätsmodul 69 GPa[1]
Bruchdehnung 1,6-2,7%[1]
Wasseraufnahme 8%[1] bzw. 8,5-10%[2]
Chemische Beständigkeit beständig gegen Basen, unbeständig gegen starke Säuren[3]

Hanffasern sind die Fasern aus dem Bast der Hanfpflanzen. Die Fasern der Nutzhanfsorten werden als Faserwerkstoff für unterschiedliche Anwendungen genutzt. Die ältesten Nachweise für eine Verwendung der Hanffasern reichen dabei bis in das Jahr 2800 v. Chr. zurück und aufgrund ihrer Eigenschaften, vor allem der Festigkeit, wurden sie zur Herstellung von Segeltuch, Tauen und Seilen bis weit in das 19. Jahrhundert genutzt. Heute finden sie außerdem Verwendung in Textilien, Zellstoffen, Papieren sowie naturfaserverstärkten Kunststoffen.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Faseraufbau, Inhaltsstoffe und Eigenschaften
2 Faseraufschluss
2.1 Langfaseraufschluss
2.2 Kurzfaser- und Gesamtfaserlinie
3 Verwendung und Anbau
3.1 Historische Verwendung
3.2 Heutige Verwendung
4 Nebenprodukte
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise
 
Faseraufbau, Inhaltsstoffe und Eigenschaften [Bearbeiten]
 
Hanfstängel mit Fasern und holzigen InnenbereichHanffasern sind im Stängel in mehreren Lagen und als Faserbündel parallel zur Stängelachse und ringförmig im Phloem angeordnet. Sie bestehen aus langen Bastfaserzellen (Elementarfasern), die übereinander und nebeneinander angeordnet sind. Die Bündel bestehen aus 2 bis 40 Zelleinheiten, die als Primärfasern bezeichnet werden. Dabei sind die Fasern in den inneren Bündeln im Regelfall kürzer und feiner als die der äußeren Faserbündel. Die Einzelzellen haben einen Durchmesser von 10 µm bis 50 µm und haben Längen von 5 Millimeter bis 55 Millimeter mit einem Durchschnitt von etwa 25 Millimeter. Sie sind durch Pektinsubstanzen mehr oder weniger stark verbunden, wodurch ein Faserbündel eine Gesamtlänge von einem bis drei Meter erreichen kann.

In ihrer Fasermorphologie und -qualität unterscheiden sich männliche und weibliche Hanfpflanzen. Die weiblichen Pflanzen haben eine längere Vegetationszeit und bilden dickere und festere Faserzellen, während der Anteil der Primärfasern in den männlichen Pflanzen höher ist. Entsprechend sind die Fasern der männlichen Hanfpflanzen feiner und können zu feineren Stoffen verwebt werden, die der weiblichen Pflanzen sind dagegen deutlich fester und können eher für gröbere Gewebe und Seile verwendet werden. Heute werden beide Geschlechter gemeinsam verarbeitet, um eine mittlere Faserqualität zu erreichen.[2]

Inhaltsstoffe der Fasern[4]
Inhaltsstoff Prozent
Pektin, Lignin 9,5
Wasserlösliche
Substanzen 2,1
Pflanzenöl und -wachs 0,6
Mineralische Substanz 0,8
Hygroskopisches Wasser 10,0
Cellulose 75,0
Andere Bestandteile 2,0

Im weiteren Wachstum der Pflanze bilden sich vor allem im unteren Stängelbereich Sekundärfasern, die die Stabilität des Stängels erhöhen und mit durchschnittlich zwei Millimetern Länge deutlich kürzer als die Primärfasern sind. Moderne Nutzhanfsorten beinhalten zwischen 30 und 40 % Faseranteile, wodurch Erträge von 1,5 bis 2 Tonnen pro Hektar Anbaufläche erreicht werden.

Je nach Reifezustand der Pflanze bestehen die Fasern aus 60-70 % Cellulose und 10–20 % Hemicellulosen. Diese Anteile können durch Ernteverfahren und spätere Produktionsschritte wie das Rösten und den Faseraufschluss bis zum Endprodukt variieren. Weitere Substanzen der Fasern sind Pektine, Lignin (2 bis 5%), Mineralien, Fette und Wachse.[5] Dabei enthält die Faser mehr Lignin als eine Flachsfaser und entsprechend weniger Cellulose. Sie ist vergleichsweise unempfindlich gegen Chemikalien: Gegen Basen ist sie vollständig unempfindlich und nur starke Säuren können die Faser beschädigen.

Die mechanischen Eigenschaften der Hanffaser können je nach Ausgangsmaterial wie bei allen Naturprodukten relativ stark variieren und nur als Durchschnittswerte angegeben werden. Die Bruchfestigkeit der Hanffaser ist mit 23 % ein wenig höher als die der vergleichbaren Flachsfaser und die spezifische Reißfestigkeit beträgt etwa 30 Reißkilometer (Rkm).[3] Die Dehnbarkeit liegt dagegen nur bei zwei bis drei Prozent und die Flexibilität ist abhängig von Bündelaufbau und der Feinheit der Fasern. In Garnen werden Festigkeit und Flexibilität erhöht, indem man Hanf- und Flachsfasern gemeinsam verspinnt und so die Eigenschaften beider Fasern nutzt.[4] Die Wasseraufnahmefähigkeit der Hanffaser liegt bei etwa 8 % des Eigengewichtes, ohne dass Wasser austritt und sich das Material nass anfühlt; dieser Eigenschaft verdankte Hanf vor allem seine Bedeutung als Material für Seile, Taue, Netze und Segeltuch in der Schifffahrt.[3]

Faseraufschluss [Bearbeiten]
 
Hanfernte? Hauptartikel: Faseraufschluss
Die Hanfernte zur Fasergewinnung erfolgt im Regelfall zur Blütezeit der männlichen Pflanzen.[6] Die Hanffasern werden durch Brechen und Walzen der Stängel vom Rest der Pflanze getrennt, dieser Prozess wird als Faseraufschluss bezeichnet. Dabei wird das Hanfstroh in Fasern und Schäben getrennt. Je nach Länge der so gewonnenen Fasern unterscheidet man zwischen dem Langfaseraufschluss und der Kurzfaser- und Gesamtfaserlinie. Bei der Herstellung von Langfasern handelt es sich um das aufwändigere traditionelle Aufschlussverfahren, während die Kurzfaserlinie vor allem aufgrund des Verzichts auf die Wasserröste und die Parallellage des Strohs sowie durch die weitgehende Automatisierung die kostengünstigere Alternative zur Gewinnung von Fasern für technische Anwendungen ist.

Langfaseraufschluss [Bearbeiten]
Der traditionelle Langfaseraufschluss wird heute nur selten und vor allem in Osteuropa, in China und Indien betrieben. Das Hanfstroh wird dabei nach der Ernte zur Fasergewinnung parallel ausgelegt (Längsfaser) und getrocknet. Der Trocknung folgt eine Wasserröste und eine erneute Trocknung auf dem Feld. Das immer noch parallel liegende Stroh wird anschließend gebrochen und über das Schwingen und Hecheln des Strohs werden die Langfasern gewonnen, die als spinnbare Fasern eine Länge von 15 Zentimeter bis 1,5 Meter haben sollten.[1] Als Nebenprodukte der Langfasern fallen Schäben aus dem gebrochenen Holzkern sowie Werg und Superkurzfasern bzw. Staub an. Die Langfaseraufbereitung verursacht hohe Kosten über die gesamte Wertschöpfungskette. Vor allem der hohe Arbeitsaufwand und der teure Maschineneinsatz machen diese Aufbereitung in Ländern mit hohen Personalkosten unrentabel. Hinzu kommen die ökologische Belastung durch die Wasserröste und die sehr hohe Ausfallrate der Fasern.

Kurzfaser- und Gesamtfaserlinie [Bearbeiten]
Kurzfasern werden in modernen Aufschlussanlagen produziert und für die technische Nutzung optimiert. Als Vorbehandlung für den Faseraufschluss der Kurzfaser- und Gesamtfaserlinie wird das Hanfstroh auf dem Feld gekürzt und geröstet und danach in Rund- und Quaderballen gepresst; eine Wasserröste wie bei der traditionellen Langfaseraufbereitung entfällt. Die Ballen werden in Wirrlage (Wirrfaser) einer Faserauschlussanlage zugeführt und geöffnet. Das Stroh wird anschließend in den aus unterschiedlich großen Zahnwalzen bestehenden Brecheinheiten gebrochen, um eine Trennung von Fasern und Holzkern zu ermöglichen. In mehreren Schritten werden die Holzbestandteile als Schäben von den Fasern getrennt, wobei das teilentholzte Stroh durch Voröffner, Reiniger, Vorauflöser und schließlich Schüttel- und Nadelöffenungseinheiten geführt und damit in kleinere Faserbündel aufgelöst wird. Eine weitere Auflösung und Verfeinerung der Faserbündel zu Einzelfasern erfolgt über weitere Stufenreinigungen, Walzen, Kardiereinrichtungen und Auflöseeinheiten.

Durch die sehr starken mechanischen Beanspruchungen während der Auflösung kommt es zwangsläufig zu Schädigungen der Hanffasern, die je nach Reife- und Röstgrad unterschiedlich stark ausfallen können. Im Durchschnitt liegen die Faserverluste als Superkurzfasern oder Staub bei 20 % bis 25 %. Werg fällt als Nebenprodukt nicht an, da alle Fasern zu Kurzfasern verarbeitet werden.

Verwendung und Anbau [Bearbeiten]
Historische Verwendung [Bearbeiten]
 
HanfpflanzenDie Verwendung von Hanffasern lässt sich über mehrere Jahrtausende zurückverfolgen. Die ältesten Funde stammen aus China um 2800 v. Chr., wo Seile aus Hanffasern erzeugt wurden. Verwendung fand die Pflanze aber wohl schon seit der Yangshao-Kultur im 4. Jahrtausend v. Chr. Seit etwa 900 v. Chr. fand der Hanf auch in Westasien und Indien Verbreitung. Das älteste Textilfragment aus Hanffasern stammt aus einem Grab der Zhou-Dynastie (1122–770 v. Chr.), nahe Ankara wurden Hanftextilien aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. gefunden.[7] Um 500 v. Chr. ist der Hanfanbau für den Raum zwischen China und dem Kaspischen Meer anzunehmen. In Europa wurde die Hanftextilherstellung ebenfalls durch Grabfunde nachgewiesen; hier stammt das älteste gewebte Fragment aus einem keltischen Grabhügel in der Nähe von Stuttgart aus einer Zeit etwa 500 v. Chr. und ein weiteres mit aufbereiteten Hanffasern aus einer Zeit um das Jahr 570 fand sich nahe Paris. Bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. fand Hanf, vor allem in Form von Tauen und ähnlichen Produkten, den Weg bis nach Italien.[8] Für das Spätmittelalter ist eine besondere Konzentration des Hanfanbaus im Baltikum und den angrenzenden Gebieten Rußlands, Polen, Norddeutschland und den Niederlanden, der Bretagne und Burgund zu beobachten. Zu dieser Zeit war er neben dem Flachs die wichtigste Industriepflanze. Er wurde auch meist mit Flachs auf kleineren, gartenähnlichen Flächen angebaut. Hanf war jedoch leichter zu verarbeiten als Flachs. Wegen der großen Reißfestigkeit wurden daraus vor allem Segeltuche, Seile und Säcke gefertigt, zu Tuch wurde er hingegen aufgrund der Grobheit nur selten verarbeitet.[9]

Der älteste Nachweis von Papier aus Hanffasern stammt ebenfalls aus China von 140–87 v. Chr. und stellt damit den ältesten Papierfund Chinas dar. Hanfpapier wurde etwa ab dem Jahr 105 in China populär, gelangte aber erst im 13. Jahrhundert über den Vorderen Orient nach Europa. In Deutschland wurde es im 14. Jahrhundert erstmals nachgewiesen.

 
HanfseilDen Höhepunkt der Nutzung erfuhren Hanffasern im 17. Jahrhundert, wo sie vor allem zur Produktion von Seilen und Segeltuch für die Schifffahrt verwendet wurden; für ein normales Segelschiff wurden etwa 50 bis 100 Tonnen Hanffasern benötigt und die Materialien wurden durchschnittlich alle zwei Jahre ersetzt. Bis in das 18. Jahrhundert waren zudem Hanffasern neben Flachs, Nessel und Wolle die wichtigsten Rohstoffe für die europäische Textilindustrie, wobei Hanf aufgrund der gröberen Faserbündel vor allem zur Herstellung von Ober- und Arbeitskleidung diente. Die Hanfverarbeitung nahm vor der Einführung der Baumwolle und anderer exotischer Fasern wie Jute, Sisal und Ramie eine Schlüsselrolle in der Textilverarbeitung ein.[10]

Vor allem die Entwicklung von Baumwoll-Spinnmaschinen im 19. Jahrhundert sowie die billigen Importe von Baumwolle und Jute vor allem aus Russland und Asien beendeten die Nutzung von Hanf und Flachs als Textilfaser. Zugleich ging auch der Bedarf in der Schifffahrt zurück, da viele Schiffe auf Dampfkraft umgestellt wurden und Segeltuch nicht mehr benötigt wurde. Auch in der Papierherstellung entwickelte sich eine günstigere Alternative durch die Herstellung von Papier aus Holz.[2] Der Hanfanbau ging im 19. Jahrhundert stark zurück und konnte nur durch die Handelsembargos für exotische Fasern während der Weltkriege in Deutschland kurzzeitig wieder an Bedeutung gewinnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Nutzhanf nur noch auf Kleinstflächen angebaut. Zwischen 1982 und 1995 wurde der Hanfanbau durch das Betäubungsmittelgesetz in Deutschland vollständig verboten, um die illegale Nutzung von Cannabis als Rauschmittel zu unterbinden. Obwohl der in den 1950er und 1960er Jahren gezüchtete Nutzhanf wegen des beinahe vollständig fehlenden THC unbedenklich ist, wurde der Anbau in Deutschland und vielen anderen Ländern verboten. In Frankreich wurden die Nutzhanfsorten für die Herstellung von Zigarettenpapier weiterhin verwendet und auch in mehreren osteuropäischen Ländern wurde Hanf weiterhin in kleinem Maßstab angebaut. Der wichtigste Produzent von Hanffasern wurde in dieser Zeit die Sowjetunion mit 140.000 Hektar Hanfanbaufläche, die sich bis 1990 allerdings bis auf 40.000 Hektar reduzierte. Ebenfalls bedeutend war der Anbau in Rumänien, Polen, Ungarn und im ehemaligen Jugoslawien.[2]

In den 1990er Jahren wurden die Verbote aufgrund des wieder wachsenden Interesses der Landwirtschaft und der Industrie an dem Rohstoff zurückgezogen und 1996 durfte auch in Deutschland wieder Hanf angebaut werden. Heute ist der Anbau von THC-armen Nutzhanfsorten in allen Ländern Europas sowie in Ländern wie Kanada und Australien legalisiert, nur in den USA ist der Anbau weiterhin vollständig untersagt.[11]

Heutige Verwendung [Bearbeiten]
 
Türinnenverkleidung aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix Polyethylen PE)Die weltweiten Anbauflächen für Nutzhanf betragen heute etwa 60.000 bis 100.000 Hektar und schwanken stark von Jahr zu Jahr. Für 2005 wurde die weltweite Anbaufläche auf etwa 115.000 Hektar geschätzt, von denen etwa 80.000 Hektar auf Asien (vor allem China und Nordkorea), 14.000 Hektar auf EU-Länder, 5.700 Hektar auf andere europäische Länder, 10.000 Hektar auf Nordamerika (ausschließlich Kanada), 4.300 Hektar auf Südamerika und 250 Hektar auf Australien entfallen.[12] Die führenden Anbauländer sind China, Russland, Kanada und Frankreich, während in anderen Ländern der Anbau eher gering ist.

In Europa wurde bis Anfang der 1990er Jahre fast ausschließlich in Frankreich Hanf angebaut (etwa 6.000 Hektar) und zur Produktion von Zigarettenpapier genutzt, geringe Exportmengen kamen aus Spanien nach Frankreich. Vor allem auf der Suche nach Alternativen zum stagnierenden und teilweise rückläufigen Lebensmittelanbau auf zunehmenden landwirtschaftlichen Brachflächen wurde Hanf wie andere nachwachsende Rohstoffe nach dem Wegfall des Anbauverbotes europaweit gefördert, zugleich gewann Hanf als Nutzpflanze zunehmend auch wissenschaftlich und wirtschaftlich Rückhalt, unter anderem durch verschiedene Bucherscheinungen zum Nutzen der Hanfpflanze.[13] Bis 1998 vervierfachte sich der Anbau von Nutzhanf in Europa (ohne Spanien) auf fast 40.000 Hektar. In Spanien wurden von 1997 bis 1999 hohe Anbauzahlen bis zu 20.000 Hektar durch Prämienzahlungen erreicht, der größte Teil der subventionierten Ernte wurde allerdings nicht verarbeitet.[14][2] Im Jahr 2006 wurden in den Ländern der Europäischen Union auf etwa 14.000 Hektar Nutzhanf angebaut, davon allein 8.000 in Frankreich und jeweils über 1.000 in Deutschland, Großbritannien, und der Tschechischen Republik.[14] Prognosen gehen davon aus, dass sich der Hanfanbau durch die zunehmende Nachfrage nach hanffaserverstärkten Werkstoffen und Dämmmaterial sowie durch die Preissteigerungen bei exotischen Fasern auf etwa 20.000 Hektar europaweit erhöhen werden.[14]

Hanflangfasern finden heute fast ausschließlich Verwendung bei der Produktion von Textilien. Sie sind sehr reißfest und eignen sich besonders gut für die Bekleidungsindustrie. Dabei erzielen Hanftextilien bessere Werte für Scheuerfestigkeit als Baumwolltextilien und haben daher auch eine längere Lebensdauer. Eine klassische Anwendung für das Werg als loses Langfasermaterial ist die Abdichtung beim Verschrauben von Rohrgewinden.

Aufgrund ihrer geringen Verrottungstendenz, gesundheitlichen Unbedenklichkeit und Schädlingsresistenz sind Hanffasern als Dämmstoff, z. B. für den Hausbau, gut geeignet und beliebt. Heute finden Kurzfasern außerdem Verwendung in Zellstoffen, Vliesen, wie etwa Aufzuchtvliesen für Kressesamen, Spezialpapieren sowie naturfaserverstärkten Kunststoffen. Ein Schwerpunkt ist die Verwendung von Hanffasern im Automobilbau, wo sie als Verstärkung für Kunststoffe der Türinnen- und Kofferraumverkleidung genutzt werden. Vor allem die weitere Ausdehnung des Dämmstoffmarktes und die Nutzung von naturfaserverstärkten Kunststoffen auch außerhalb der Automobilindustrie bestimmt aktuell das Wachstum des europäischen Hanfmarktes.[15] So finden sie beispielsweise bei der Produktion von Koffern, Laptopgehäusen und Schleifscheiben Verwendung. Dabei werden diese Kunststoffe heute nicht mehr allein für ihre mechanischen Eigenschaften genutzt, sondern werden auch als Designelemente eingesetzt, wie beispielsweise bei dem im Juli 2008 vorgestellten Eco Elise von Lotus Cars.[16]

Dämmstoffblock aus Hanffasern
 Sack aus Hanfgewebe, Japan
 B-Säule aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix Polypropylen PP)
 Handschuhfach aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix Polypropylen PP)
 

Nebenprodukte [Bearbeiten]
 
Schäben? Hauptartikel: Schäbe
Bei der Produktion von Hanffasern fallen als Nebenprodukt Schäben an. Sie sind die Reste der verholzten Pflanzenteile, die sich nicht zur Fasergewinnung verwenden lassen. Sie fallen in großer Menge an und haben dadurch erheblichen Anteil an der Wertschöpfung bei der Hanffaserverarbeitung. Die 31.000 t Hanfschäben, die 2003 von europäischen Hanfbauern produziert wurden, finden vor allem als Einstreu Verwendung. Pferdebesitzer schätzen besonders die Absorptionsfähigkeit und leichte Kompostierbarkeit der Einstreu aus Hanf. Auch als Baustoff lassen sich die Schäben einsetzen, gemischt mit Branntkalk und Sand.

Auch die Superkurzfasern, die eine Länge von wenigen Millimetern bis zu einem Zentimeter aufweisen, stellen Nebenprodukte bzw. Verluste des Hanffaseraufschlusses dar. Sie können in der Regel nicht wie Kurzfasern verwendet werden. Superkurzfasern werden vor allem als Ballaststoffe dem Viehfutter beigemischt, eine alternative Verwendung stellt die Nutzung als Verstärkungsfasern in Spritzgußkunststoffen dar.

Vollprodukte des Nutzhanfs neben der Faser sind Hanfsamen, Hanföl sowie Ätherisches Hanföl.

Literatur [Bearbeiten]
Ivan Bócsa, Michael Karus, Daike Lohmeyer: Der Hanfanbau. Botanik, Sorten, Anbau und Ernte, Märkte und Produktlinien. 2 Auflage, Landwirtschaftsverlag GmbH, Münster 2000.
Michael Carus et al.: Studie zur Markt- und Konkurrenzsituation bei Naturfasern und Naturfaser-Werkstoffen (Deutschland und EU). Gülzower Fachgespräche 26, hrsg. von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Gülzow 2008 Download
Klaus-Ulrich Heyland, Herbert Hanus, Ernst Robert Keller: Ölfrüchte, Faserpflanzen, Arzneipflanzen und Sonderkulturen. Handbuch des Pflanzenbaus Band 4. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2006; Seiten 290–307. ISBN 978-3-8001-3203-4
nova-Institut (Hrsg.): Das kleine Hanf-Lexikon. Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 2. Auflage, 2003; Seiten 63–64. ISBN 3-89533-271-2
Robert R. Franck (Hrsg.): Bast and other plant fibres. Woodhead Publishing Limited, Cambridge 2005.
Weblinks [Bearbeiten]
Hanf Museum Berlin, eine ständige Ausstellung über die Nutzung der Pflanze Hanf
Einzelnachweise [Bearbeiten]
1.? a b c d e f g h Comparative physical, chemical and morphological characteristics of certain fibres. In: Franck 2005; Seiten 4–23.
2.? a b c d e nach Heyland et al. 2006
3.? a b c Peter Schütt: Weltwirtschaftspflanzen. Verlag Paul Parey, , Berlin und Hamburg 1972; Seite 156.
4.? a b nach J. Sponner, L. Toth, S. Cziger, R.R. Franck: Hemp. In: Franck 2005; Seiten 176–206.
5.? nach nova-Institut 2003
6.? Stichwort Hemp In: Hans Zoebelein (Hrsg.): Dictionary of Renewable Ressources. 2. Auflage, Wiley-VCH, Weinheim und New York 1996; Seite 137. ISBN 3-527-30114-3.
7.? zur Frühzeit siehe Jürgen Schultze-Motel: Hanf, In: Lexikon früher Kulturen Bd. 1 (1984), S. 344
8.? zur Antike siehe Christian Hünemörder: Hanf, In: Der Neue Pauly Bd. 5 (1998), Sp. 151f.
9.? zum Mittelalter siehe Christian Reinicke: Hanf, In: Lexikon des Mittelalters Bd. 4 (1999), Sp. 1918f.
10.? W. Hingst, H. Mackwitz: Reiz-Wäsche. Unsere Kleidung: Mode, Gifte, Öko-Look. Campus-Verlag, Frankfurt 1996
11.? Geschichte nach Bócsa et al 2000, Seiten 11-20, und Carus et al. 2008, Seiten 17-21.
12.? nach Carus et al. 2008: Weltweite Anbauflächen für Hanf im Jahr 2005 (Schätzung). Seite 34.
13.? vor allem Jack Herer: The Emperor Wears no Clothes. The Authoritative Historical Record of Cannabis and the Conspiracy Against Marijuana. Ah Ha Publishing, Van Nuys 1985; 1 Auflage in Deutschland 1993 als Hemp & The Marijuana Conspiracy: The Emperor Wears no Clothes und deutsche, erweiterte Übersetzung Hanf - Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf, Cannabis, Marihuana. Heyne 1996
14.? a b c nach Carus et al. 2008: Hanfanbau in der EU. Seiten 25–28.
15.? nach Carus et al. 2008: Hanf - Eine historische Betrachtung Seiten 17–21.
16.? Lotus Eco Elise: Leichtgewicht mit Naturmaterialien in Auto-News.de
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Hanfpapier
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Als Hanfpapier werden Papiersorten bezeichnet, die ausschließlich oder zu einem großen Anteil aus Zellstoff bestehen, der aus den Fasern des Nutzhanfs gewonnen wird. Es handelt sich bei den Produkten vor allem um Spezialpapiere wie Zigarettenpapier, Banknoten und technischen Filterpapieren. Gegenüber Holzzellstoff bietet Hanfzellstoff eine vier bis fünf mal längere Faser, einen deutlich geringeren Ligninanteil sowie eine höhere Zug-, Reiß- und Nassfestigkeit. Die Herstellungskosten sind allerdings um etwa den Faktor Vier höher als bei Papier aus Holzstoff, so dass sich Hanfpapier für Massenanwendungen als Druck,- Schreib- und Verpackungspapier nicht durchsetzen kann.

Geschichte [Bearbeiten]
Der älteste Nachweis von Papier aus Hanffasern von 140–87 v. Chr. stammt aus China und stellt damit den ältesten Papierfund Chinas dar. Hanfpapier wurde etwa ab dem Jahr 105 in China populär, gelangte aber erst im 13. Jahrhundert über den Vorderen Orient nach Europa. In Deutschland ist es für das 14. Jahrhundert erstmals nachgewiesen. Erst im 19. Jahrhundert wurden Verfahren zur Herstellung von Papieren aus Holz-Zellstoff etabliert, die preislich günstiger waren als die Hanfpapierherstellung und diese vor allem im Bereich der Schreib- und Druckpapiere verdrängten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Nutzhanf nur noch auf Kleinstflächen angebaut. Obwohl der in den 1950er und 1960er Jahren gezüchtete Nutzhanf wegen des beinahe vollständig fehlenden THC unbedenklich ist, wurde der Anbau in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Ländern verboten. In Deutschland war der Hanfanbau Zwischen 1982 und 1995 durch das Betäubungsmittelgesetz vollständig verboten, um die illegale Nutzung von Cannabis als Rauschmittel zu unterbinden. Vor allem in Frankreich wurden die Nutzhanfsorten für die Herstellung von Zigarettenpapier weiterhin verwendet und angebaut.

Marktanteile [Bearbeiten]
Die Verwendung von Hanffaser für die Papierherstellung stellte zum Ende der 1990er Jahre 90% der Hanfnutzung in Europa dar, mit der Freigabe des Anbaus von Nutzhanf in weiteren Teilen Europas in den letzten Jahren ging der Anteil durch die Zunahme anderer Verwendungsarten (Textilien, Naturfaserverstärkte Kunststoffe) auf aktuell etwa 70 bis 80% zurück und ist damit in Europa noch immer die wichtigste Hanfproduktlinie. Heute wird Hanf für Zigarettenpapier unter anderem in Spanien und in Großbritannien produziert.

Um das Jahr 2000 betrug die Produktionsmenge für Flachs- und Hanfzellstoff insgesamt 25.000 bis 30.000 t pro Jahr, die aus etwa 37.000 bis 45.000 t Fasern hergestellt wurden. Bis zu 80% des so hergestellten Zellstoffs werden für Spezialpapiere verwendet (darunter 95% Zigarettenpapier), nur etwa 20% gehen in den Standardzellstoffbereich und werden hier in meist geringerer Qualität (ungereinigtes Werg mit hohem Schäbengehalt) Holzzellstoffen beigemischt. Bei Hanfzellstoff allein liegt der Anteil der Spezialpapiere wahrscheinlich bei etwa 99%. Der Markt wird als gesättigt betrachtet, entsprechend ist kein oder nur geringes Wachstum in diesem Bereich zu erwarten.

Literatur [Bearbeiten]
Ivan Bócsa, Michael Karus, Daike Lohmeyer: Der Hanfanbau. Botanik, Sorten, Anbau und Ernte, Märkte und Produktlinien. 2 Auflage, Landwirtschaftsverlag GmbH, Münster 2000.
Michael Carus et al.: Studie zur Markt- und Konkurrenzsituation bei Naturfasern und Naturfaser-Werkstoffen (Deutschland und EU). Gülzower Fachgespräche 26, hrsg. von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Gülzow 2008 Download
nova-Institut (Hrsg.): Das kleine Hanf-Lexikon. Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 2. Auflage, 2003; Seite 79. ISBN 3-89533-271-2
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Harry Jacob Anslinger
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Harry Jacob Anslinger (* 20. Mai 1892 in Altoona, Pennsylvania; † 14. November 1975 in Hollidaysburg, Pennsylvania) war Vorsitzender des Federal Bureau of Narcotics (FBN) und einer der schärfsten Befürworter einer Cannabis-Prohibition. Er bekämpfte dabei jegliche Nutzung von Hanf, auch althergebrachte wie die zu medizinischen Zwecken, und erreichte letztlich als Mitglied der Drogenkommission der Vereinten Nationen in den 1960er Jahren ein weltweites Verbot des Cannabisanbaus.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Rolle in der Drogenpolitik
2 Letzte Jahre
3 Weblinks
4 Einzelnachweise
 
Rolle in der Drogenpolitik [Bearbeiten]
Harry J. Anslinger hat sein Leben lang Cannabis bekämpft. Dies ist nach seinen Angaben auf ein traumatisches Erlebnis in seiner Kindheit mit einer Morphinistin und einem Apotheker im Jahre 1904 zurückzuführen.

Bevor er ab 1930 Chef des damals noch relativ unbedeutenden FBN (Federal Bureau of Narcotics) wurde, das von seinem Schwiegeronkel Andrew Mellon gegründet worden war, arbeitete er bis 1917 als Eisenbahndetektiv, anschließend war er für ein Jahr beim militärischen Geheimdienst in Belgien. Bis 1920 war er danach Botschafter in Den Haag und bis 1923 Vizekonsul in Hamburg. Von 1924 bis 1928 war er danach Vizekonsul auf den Bahamas. Er versuchte von Beginn an, Cannabis in den Zuständigkeitsbereich seiner Behörde zu lenken. Erste Versuche scheiterten jedoch aufgrund fehlender Unterstützung und Widerstandes der AMA (American Medical Association). Anslinger begann nun Hetzkampagnen gegen das von ihm verabscheute Kraut zu führen, welche stark rassistischer Natur waren. Schwarze, Mexikaner und andere Minderheiten, denen der Großteil des Konsums zugeschrieben wurde, wurden bezichtigt, im Rausch weiße Frauen zu vergewaltigen u.ä. Es folgt eine regelrechte Gehirnwäsche aus Zeitungsartikeln (insbesondere der Hearst-Presse) und öffentlichen Stellungnahmen während der gesamten 30er Jahre.[1] 1936 entstand auch der Propagandafilm Reefer Madness, der 1937 mit entsprechenden Plakaten begleitet in die Kinos kam. Handlung: Junger Musteramerikaner raucht einen Joint und wird dadurch zur mordenden Bestie. Bemerkenswert ist, dass stets die Rede von Marihuana, der „mexikanischen Mörderdroge“, war, niemals aber von der allseitsbekannten Agrarpflanze Hanf. So wurde systematisch öffentlich verschleiert, dass es sich hierbei um ein und dasselbe Gewächs handelt. Dieser Effekt war gewollt, da Hanf zur Weiterverarbeitung in den USA der dreißiger Jahre eine der am häufigsten angebauten Nutzpflanzen war.

Im Jahr 1937 fasst er seine gesammelte Propaganda gegen Marihuana in einem Artikel für das American Magazine zusammen (Titel: Marihuana – Assassin of Youth). Im August desselben Jahres wird der Marihuana Tax Act von 1937 vom damaligen Präsidenten Roosevelt unterzeichnet, um zwei Monate später im Oktober in Kraft zu treten.

Letzte Jahre [Bearbeiten]
Im November 1942 setzt Anslinger schließlich auch das Verbot pharmazeutischer Cannabis-Produkte durch, synthetisches THC bleibt, vermutlich auf Wunsch der Pharma-Lobby, von dem Verbot unberührt. Paradoxerweise ist Anslinger im selben Jahr als Mitglied eines Geheimkomitees im Auftrag des OSS auf der Suche nach einer Wahrheitsdroge und an Experimenten mit den verschiedensten Drogen an teils ahnungslosen Probanden beteiligt. Die Öffentlichkeit erfährt jedoch erst 40 Jahre später, 7 Jahre nach Anslingers Tod, von dem Skandal.

Mit seiner Beorderung in die UN-Drogenkomission 1947 wird der Grundstein für das weltweite Verbot des Cannabisanbaus gelegt, welches er schließlich in Form des Einheitsabkommens über die Betäubungsmittel 1961 durchsetzt. Dieser völkerrechtliche Vertrag beinhaltet weiterhin auch die Gleichstellung von Hanf mit Opiaten.

1970 zieht er sich ganz aus dem „Drogengeschäft“ zurück. In seinem Buch „the murderers“ und in verschiedenen Interviews offenbart er, dass ihm die Drogenpolitik immer nur als Machtinstrument zur Durchsetzung der Interessen der äußeren Rechten diente. Nach seinem Tod am 14. November 1975 ergab eine Sichtung Harry J. Anslingers Aktennachlasses, den er der Pattee Library an der Pennsylvania State University vermacht hatte, dass 95 % seiner Quellen aus Zeitungsausschnitten aus Boulevardzeitungen bestehen.

Weblinks [Bearbeiten]
Jack Herer: Marijuana Prohibition by Harry J. Anslinger (englisch)
Harry Jacob Anslinger. In: Erowid. (englisch)
The forbidden fruit and the tree of knowledge: An inquiry into the legal history of american marijuana prohibition
Video Reefer Madness
Pennsylvania State University Guide to the H.J. Anslinger Papers, 1835-1970 (PDF-Datei; 38 kB)

Einzelnachweise [Bearbeiten]
Normdaten: PND: 118946080 (PICA) | LCCN: n80104541 | WP-Personeninfo
Personendaten
NAME Anslinger, Harry Jacob
KURZBESCHREIBUNG amerikanischer Botschafter und Vorsitzender des Federal Bureau of Narcotics
GEBURTSDATUM 20. Mai 1892
GEBURTSORT Altoona
STERBEDATUM 14. November 1975
STERBEORT Hollidaysburg
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Kategorien: Person (Office of Strategic Services) | US-Amerikaner | Geboren 1892 | Gestorben 1975 | Mann | Botschafter der Vereinigten StaatenMeine Werkzeuge
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Indischer Hanf
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Indischer Hanf
 
Indischer Hanf (Cannabis indica)
 
Systematik
 Rosiden
 Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Hanfgewächse (Cannabaceae)
Gattung: Hanf (Cannabis)
Art: Indischer Hanf
 
Wissenschaftlicher Name
Cannabis indica
Lam.

Der Indische Hanf (Cannabis indica) ist eine Art aus der Gattung Hanf (Cannabis).

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Vorkommen
2 Beschreibung
3 Droge und Inhaltsstoffe
4 Nebenwirkungen
5 Verwendung
5.1 In der Medizin
5.2 Als Rauschmittel
6 Wissenswertes
7 Quellen
7.1 Einzelnachweise
7.2 Literatur
8 Weblinks
 
Vorkommen [Bearbeiten]
Die Pflanze stammt ursprünglich aus den Hochgebirgen Indiens und des Orients und ist dadurch gut an karge Nährstoffvorkommen und niedrige Temperaturen angepasst. Cannabis indica ist robuster als der Gewöhnliche Hanf (Cannabis sativa).

Beschreibung [Bearbeiten]
Indischer Hanf wächst meist nur bis zu einer Höhe von 1,2 Meter (maximal zwei Meter) und ist stark verzweigt. Durch eine größere Anzahl an Blütenständen und Seitentrieben bildet diese Art bei weitem die größte Menge an weiblichen Blüten aus, was sie für die Gewinnung von psychoaktiven Produkten besonders interessant macht. Reinrassige Indica-Hanfpflanzen haben je nach Altersstadium maximal neun Blattfinger. Die Blätter sind breiter und nicht so lang gestreckt wie bei den anderen Arten. Diese Hanfart ist leicht zu verwechseln (z.B. mit Scheinhanf oder anderen Hanfarten). Die männliche Pflanze ist etwas schlanker und wächst höher als die weibliche Pflanze. Die Samen von Cannabis indica sind relativ dunkel und kleiner als bei Cannabis sativa.

Droge und Inhaltsstoffe [Bearbeiten]
Berauschende Cannabis-Produkte wie Marihuana, Haschisch und seltener Haschöl werden von den getrockneten, ausgereiften Blütenständen der weiblichen Indica-Hanfpflanze gewonnen. Wichtige Inhaltsstoffe sind Cannabinoide (mehr als 60 Verbindungen), THC (eigentlicher Wirkstoff), Phenole, Harze, Flavonoide und ätherische Öle.

Nebenwirkungen [Bearbeiten]
Anhaltender Missbrauch führt zur reversiblen Abnahme der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit. Cannabinoide haben eine immunsuppressive Wirkung.[1][2][3].

Verwendung [Bearbeiten]
Hauptartikel: Nutzhanf, Cannabis als Arzneimittel und Cannabis als Rauschmittel

Hanf gilt als eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt, seine Geschichte reicht bis zu 8000 Jahre zurück. Die Hanffaser wird verwendet zur Herstellung von Seilen, Textilien und Spezialpapier, aber auch zahlreichen anderen Produkten wie Dämmstoffe oder Naturfaser-Verbundwerkstoffe. Als Nebenprodukt der Produktion entstehen Schäben. Die Samen finden Verwendung als Lebens- und Futtermittel, die aus ihnen gewonnenen Öle werden ebenfalls als Lebensmittel, aber auch als Kosmetika sowie als medizinische oder technische Öle verwendet (Hanföl, Ätherisches Hanföl).[4].

In der Medizin [Bearbeiten]
Durch den höheren THC-Gehalt von C. indica gegenüber den anderen Arten eignet sie sich, um den reinen Wirkstoff THC zu gewinnen und als Medikament einzusetzen. Die wissenschaftliche Forschung befasst sich mit der Einsatzmöglichkeit von C. bei verschiedenen Erkrankungen unterschiedlicher Genese.

Neben den USA und Kanada wurden in Großbritannien, Finnland, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Spanien wissenschaftliche Untersuchungen im Zusammenhang mit der Verschreibung von Cannabis zu medizinischen Zwecken durchgeführt. Zahlreiche Forschungsstudien wurden zur Verschreibung von Cannabinoiden (oder deren industriell hergestellten Präparaten) an Patienten mit Multiple Sklerose, Übelkeit und Erbrechen als Folge von Chemo- oder HIV-Therapien sowie Schmerzen in Folge von Verletzungen und Tourettesyndrom erstellt. Im Allgemeinen nehmen Schmerzen, Krämpfe und spastische Störungen ab und der Schlaf verbessert sich. Bei Krebs - oder HIV-Therapien nehmen in der Regel Übelkeit und Erbrechen ab. Ein definitiver Beweis – u.a. als Folge der unterschiedlichen Dosierungen und Applikationsformen – für die Wirksamkeit von Cannabis und seiner Derivate bei der Behandlung von Multipler Sklerose, Übelkeit, Erbrechen oder Schmerzen steht noch aus[5].

2006 beschloss der Nationalrat, das Schweizer Parlament, am 20. Dezember 2006, das Verbot der medizinischen Verwendung von natürlichen Cannabisprodukten zu lockern[5]. Eine allgemeine Zulassung auf dem europäischen Markt ist noch nicht erfolgt. Kanada hat als erstes Land im Jahre 2005 ein Cannabis-Präparat (Sativex®) gegen neuropathische Schmerzen bei Multipler Sklerose zugelassen[5]. In Spanien ist eine beschränkte medizinische Anwendung (sogenanntes Compassionate use) von Sativex® möglich[5].

Als Rauschmittel [Bearbeiten]
Cannabis indica hat eine stärkere sedative bis einschläfernde Wirkung als Cannabis sativa, welches eine mehr psychedelische und anregende Wirkung hat. Dies ist vermutlich durch den höheren Cannabidiol (CBD)-Gehalt des C. indica bedingt.

Neben der Wildform haben sich diverse Zuchtformen entwickelt. Heute werden auf der gesamten Welt Indica-Sorten gezüchtet, das Zentrum sind die Niederlande sowie Kanada und die USA, wo die Zucht illegal erfolgt. Bei der gewerbsmäßigen Produktion werden Pflanzen bevorzugt, die stark THC-haltiges Harz haben und oft weibliche Nachfolger hervorbringen. Dabei wird je nach Ort auf Indoor-Growing oder Outdoor-Growing zurückgegriffen.

Wissenswertes [Bearbeiten]
Bis heute gibt es in der Botanik zwei Standpunkte zu Cannabis: Die einen glauben, dass es nur die Art Cannabis sativa gibt, die sich in mehrere Varietäten und viele Sorten aufgliedern lässt (z.B. Cannabis sativa subsp. indica), die andere Fraktion hält an dem Konzept von drei Spezies (Cannabis sativa, Cannabis indica, Cannabis ruderalis) fest.[6]

Bei den Cannabisprodukten wurde keine wesentliche körperliche Abhängigkeit nachgewiesen, der regelmäßige Gebrauch kann aber zu einer psychischen Abhängigkeit führen.[3].

Der rechtliche Umgang mit Hanfkonsum kann von Staat zu Staat stark abweichen. In Europa gilt er - abhängig von der Substanzmenge - oft als Bagatelldelikt, in einigen Ländern dagegen (Malaysia, Philippinen, Singapur) droht sogar die Todesstrafe.[6]

Quellen [Bearbeiten]
Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Literatur angegebenen Quellen, darüber hinaus sind folgende Einzelnachweise wiedergegeben:

Einzelnachweise [Bearbeiten]
1.? Julius Mezger: Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre, Haug, Saulgau 1950. (12. Auflage bei Haug, Stuttgart 2005, ISBN 3830472323)
2.? Willibald Pschyrembel: Pschyrembel Naturheilkunde und alternative Heilverfahren. 3. Auflage. Berlin, New York: de Gruyter, 2006. ISBN 3-11-018524-5
3.? a b Stangls Arbeitsblätter - Cannabis (Zugriff am 10. März 2009)
4.? Ivan Bócsa, Michael Karus, Daike Lohmeyer: Der Hanfanbau – Botanik, Sorten, Anbau und Ernte, Märkte und Produktlinien. Landwirtschaftsverlag, 2000, S. 178-179, ISBN 3-7843-3066-5
5.? a b c d [1] 05.470 Parlamentarische Initiative 'Teilrevision des Betäubungsmittelgesetzes', Bericht der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats vom 4. Mai 2006
6.? a b Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. AT Verlag, 2007, 8. Auflage, ISBN 978-3-03-800352-6
Literatur [Bearbeiten]
Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. AT Verlag, 2007, 8. Auflage, ISBN 978-3-03-800352-6
Karl Hiller, Matthias F. Melzig: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, 2 Bände, Genehmigte Sonderausgabe für den area verlag, 2006, ISBN 3-89996-682-1
Weblinks [Bearbeiten]
Gifte.de - Ein Fall von Cannabis indica-Vergiftung
Verlag Medizinisches Forum - Cannabis indica
Stangls Arbeitsblätter - Cannabis
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Indischer_Hanf“
Kategorien: Hanfgewächse | Heilpflanze | Hanf | Halluzinogen | Cannabis als RauschmittelMeine Werkzeuge
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Langbogen
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Langbogen, 45 Pfund / 200 N Zugkraft.Der Langbogen ist die archaische Form des Bogens und dient als Oberbegriff für alle einfachen, stabförmig geformten Bogen. In der erweiterten Verwendung steht der Begriff Langbogen auch für Bogen mit flachen Querschnitten („Flachbogen“), die seit der Mittelsteinzeit in Europa archäologisch nachgewiesen sind. Der Langbogen ist – ebenso wie alle anderen Bogen – nach dem deutschen Waffengesetz keine Schusswaffe.

Als Englischer Langbogen wird der meist aus Eibe oder Ulme hergestellte Stabbogentyp des Spätmittelalters bezeichnet, der vor allem durch den massenhaften Einsatz in spätmittelalterlichen Schlachten bekannt wurde.

Zur Unterscheidung des Langbogens von anderen Bogenarten müssen insbesondere zwei Kriterien erfüllt sein: die Länge entspricht etwa der Größe des Bogenschützen und die Bogensehne berührt den Langbogen nur an den Sehnenaufhängungen (den „Tips“).

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Geschichte
2 Englischer Langbogen
2.1 Herstellung
2.2 Stärke
2.3 Kriegseinsatz
2.4 Erhaltene Langbogen und Pfeile
3 Weblinks
4 Literatur
5 Einzelnachweise
 
Geschichte [Bearbeiten]
 
Langbogenschützen exekutieren den Heiligen Sebastian. Altarbild von ca. 1493? Hauptartikel: Bogen (Waffe)#Geschichte des Bogens
Die ältesten erhaltenen Bogenfragmente stammen aus dem Mesolithikum und sind bis zu etwa 10.000 Jahre alt. Der älteste Bogen, der bislang auf englischem Gebiet gefunden wurde, datiert auf 2690 v. Chr. und wurde in Meare Heath in Somerset gefunden.[1]

Es gibt nur spärliche Quellen über die Entwicklung des Englischen Langbogens. Als König Vortigern im Jahr 449 das heutige Wales überfiel, tauchte der Bogen auf den Britischen Inseln auf. Die Waliser waren von dieser Waffe augenscheinlich so beeindruckt, dass sie die nach dem Abzug verbliebenen Exemplare studierten und sich von den Wikingern in der Kunst des Bogenschießens unterweisen ließen. Schnell erreichten sie eine Fertigkeit, die es ihnen erlaubte, sich gegen den südlichen Nachbarn nicht nur zur Wehr zu setzen, sondern ihn gelegentlich auch anzugreifen und aus dem eigenen Land zu vertreiben. Zahlreiche Schlachten später hatten sich diese so weit in der Kunst des Bogenschießens geübt, dass sie zur nationalen Waffe wurde und einige Jahrhunderte lang entscheidend für den Verlauf von Schlachten wurde.

Englischer Langbogen [Bearbeiten]
Herstellung [Bearbeiten]
Im Mittelalter wurden Langbögen zumeist aus Eibenholz hergestellt. In Längsrichtung gespaltene Stämme (seltener Äste) bilden das Rohmaterial für die Herstellung. Unter Erhaltung eines kompletten Jahresrings, der die vom Schützen abgewandte Seite des Bogens bildet („Rücken“), wird die dem Schützen zugewandte und aus Kernholz bestehende „Bauchseite“ vorsichtig gleichmäßig ausgedünnt („getillert“ auch Tillern), bis sich eine gleichmäßige Biegung der Wurfarme ergibt.

Die Eibenrohlinge stammten in erster Linie aus Süddeutschland und Norditalien und es entwickelte sich ein sehr lebhafter Handel. Wegen der großen Nachfrage wurde die Eibe rücksichtslos abgeholzt, so dass sie in der freien Natur in Europa relativ selten wurde. Heute steht sie unter Naturschutz und ist fast ausschließlich noch in Parks und auf Friedhöfen anzutreffen. Außerdem wurden Esche und Ulme verarbeitet. Hasel wurde, obwohl zum Bogenbau geeignet, aufgrund seiner schwächeren Wurfeigenschaften selten verwendet. Im Fundkatalog der mittelalterlichen Stadt Haithabu bei Schleswig sind Bögen aus Eibe, Esche und Ulme abgebildet. Ein indischer Langbogen bestand meist aus Bambus, welcher manchmal mit Metall verstärkt wurde.

Der Querschnitt des Englischen Langbogens weist ein schmales D-Profil auf. Er besteht bauchseitig und zum großen Teil aus druckstabilem Kernholz, während der Bogenrücken aus zugstabilem Splintholz besteht. Ein D-förmig profilierter Bogen stellt hohe Anforderungen an die Druckfestigkeit des Holzes, denen nur ausgesuchte Holzsorten und -qualitäten gerecht werden. Abhilfe schafft hier eine Änderung des Querschnittdesigns hin zu flacheren und breiteren, eher rechteckig anmutenden Wurfarmen, die neben der höheren Belastbarkeit auch ein angenehmeres Schießverhalten aufgrund deutlich reduzierten Handschocks aufweisen. Diese Form wird heute im englischen Sprachraum „Amerikanischer Flachbogen“ genannt, auch wenn der Flachbogen während der Mittel- und Jungsteinzeit ebenso ein Standardtyp in Europa war.

Weitere hervorragende Bogenhölzer zum Langbogenbau – die vor allem heute verwendet werden – sind „Osage Orange“ (Maclura) und Robinie. Die Robinie wurde erst um 1630 aus Nordamerika nach Europa eingeführt. Während aus Osage Orange sehr gute Langbogen gebaut werden können, eignet sich Robinie aufgrund seiner Härte vor allem für Flachbogen. Des Weiteren zu nennen wären Ulme, aus deren Holz schon der älteste (mittelsteinzeitliche) Flachbogen von Holmegård (Dänemark) gebaut wurde, Ahorn, Eberesche und andere Hölzer.

Die Bogensehne überträgt die Energie des Bogenstabs auf den Pfeil. Bei mittelalterlichen Langbogen bestand sie aus Lein oder Fasern der Brennnessel.

Stärke [Bearbeiten]
Es gibt Belege für extrem zugstarke Bögen, so zum Beispiel der Fund einer Kriegsspitze im hölzernen Dach eines Turms des Towers of London, dessen Eindringtiefe sich nur mit einem Bogen von mehr als 120 Englische Pfund erklären lässt. Ein weiteres Indiz für Zuggewichte über 100 Pfund geben die Bogenfunde des 1545 gesunkenen Schiffswracks Mary Rose. Deformationen bei Skelettfunden englischer Langbogenschützen im Bereich der Schulterachse beweisen körperliche Verschleißerscheinungen aufgrund der hohen Zuggewichte, die im Schnitt um 80 Englische Pfund (entspricht etwa 36 kg) Zuggewicht gelegen haben. Versuche mit Nachbauten historischer Bogenfunde haben sogar noch höhere Werte ergeben. Die Zuggewichte lagen weit über den der beim heutigen Schießen genutzten Blankbogen. Ziel war die möglichst hohe Durchschlagskraft schwerer Pfeile. Kettenrüstungen, Plattenrüstungen oder gar etliche Zentimeter dicke Eichenbohlen (nach neueren Schätzungen Eichenplatten von etwa 2,5 cm Dicke) können Berichten zufolge von Langbogenpfeilen durchschlagen werden. So berichtet Gerald de Barri von der Schlacht um das Abergavenny Castle 1182, bei der zwei flüchtende Soldaten von Walisischen Bogenschützen beschossen wurden, dass deren Pfeile das 10 cm dicke Schlosstor aus massiver Eiche soweit durchdrangen, dass die Pfeilspitzen auf der anderen Seite herausragten. Wie schnell die damaligen Pfeile waren, lässt sich heute nur aufgrund ungenauer Reproduktionen von Funden erahnen, doch ergaben diese eine Geschwindigkeit von etwa 140–150 feet per second (die damals wie heute gebräuchliche Geschwindigkeitsangabe), aus der sich Geschwindigkeiten von 170 bis 180 km/h ergeben. Dieser Wert erscheint nicht zuletzt aufgrund der gemessenen Pfeilgeschwindigkeiten heutiger Vollholzbögen plausibel.

Kriegseinsatz [Bearbeiten]
 
Schlacht von Crécy (1346). Die Engländer (rechts) führten ein großes Kontingent Langbogenschützen mit sich.Langbogenschützen waren hochspezialisierte und gut ausgebildete Einheiten. Angeblich galt ein Langbogenschütze nichts, wenn er nicht mit 10–12 Pfeilen in der Minute ein Ziel in 200 m Entfernung traf, wozu es jedoch einige Zeit der Ausbildung bedurfte (s. o. Zugkraft). Zur Steigerung dieser Fähigkeiten wurden eigens Gesetze erlassen. Im Jahre 1181 erließ Henry II. das sogenannte Assize of arms, das festlegte, dass sich jeder Mann, dessen Jahreseinkommen 2–5 Pfund betrug, mit einem Langbogen auszurüsten hatte. Ferner hatte jeder Mann, der im Besitz eines Bogens war, mit diesem zu trainieren und zur Unterstützung dieser Regel wurde von der Kirche nicht nur verlangt, die Trainierenden von der Kirchgangspflicht zu entbinden (was zu einem regen Trainingsaufkommen während der Messzeiten führte), sondern sie hatte darüber hinaus Zielscheiben zur Verfügung zu stellen. Es war zwar nur ein kleiner Teil der Assize of Arms, doch führte sie dazu, dass das Kontingent englischer Langbogenschützen sehr groß wurde und über alle Maßen fähig. Der Bogen wurde zur Waffe des kleinen Mannes, die Engländer identifizierten sich mit ihrem Bogen.

Dabei wurde vermutlich mehr Wert auf die Menge als auf die Genauigkeit gelegt, da in einer Schlacht wohl eher Gebiete beschossen wurden als Einzelziele. 1.000 Schützen konnten so in der Minute 500 kg Pfeile verschießen. Ein Augenzeuge, Jean Froissart, berichtete über die Schlacht von Crécy (26. August 1346), dass es den 6.000 englischen Langbogenschützen möglich gewesen sein soll, innerhalb von 4 Minuten 144.000 Pfeile abzuschießen, also von jedem Schützen sechs Pfeile pro Minute. Dieser immense Verbrauch hielt einen ganzen „Industriezweig“ am Leben, von dem viele Berufsstände existierten. Nicht nur die Bogenbauer (bowyer) und Pfeilmacher (fletcher), sondern auch Schmiede, Seilereien, Holzhändler, Fuhrbetriebe etc.

Der Einsatz englischer und walisischer Langbogenschützen im Verbund mit abgesessenen Rittern oder die Nutzung von Pfählen als Deckung hat die Schlachten von Crécy 1346 und Azincourt 1415 mitentschieden. In nahezu allen entscheidenden Schlachten des Hundertjährigen Krieges unterlag das französische Heer, da dieses auf veraltete Taktik mit dem Schwergewicht auf den Rittern setzte. Weitere entscheidende Schlachten prägten das Bild des heutigen Europas maßgeblich. So die Schlacht von Aljubarrota am 14. August 1385, als nach Unabhängigkeit strebende portugiesische Truppen, verstärkt durch einige englische Langbogenschützen, das zahlenmäßig deutlich überlegene kastilische Invasionsheer unter Johann I. vernichtend schlugen und so die Unabhängigkeit Portugals herbeiführten.

Einige Kritiker halten zeitgenössische Berichte über die Vorzüge des Langbogens für stark übertrieben. Der Langbogen wurde seit dem späten 15. Jahrhundert von Feuerwaffen wie der Arkebuse verdrängt, die eine größere Durchschlagskraft entwickelten. Langbögen besaßen zwar eine größere Schussfolge, doch war die Ausbildung eines Arkebusiers deutlich weniger zeitaufwändig. Falls man also nicht auf fertig ausgebildete Bogenschützen zurückgreifen konnte, wie es den Engländern mit den walisischen Bogenschützen gelang, waren Bogenschützen nicht mehr wirtschaftlich effizient. Außerdem wurden die Plattenrüstungen in der beginnenden Frühen Neuzeit immer massiver, so dass sie leichter mit Hilfe eines Arkebusenschusses oder seit der Mitte des 16. Jahrhunderts vor allem durch einen Musketenschuss durchschlagen werden konnten.

Erhaltene Langbogen und Pfeile [Bearbeiten]
Nachdem der Langbogen an militärischer Bedeutung einbüßte, nahmen dessen Bestände rapide ab. Lagerten im Jahre 1523 einem Bericht zufolge allein im Tower von London 11.000 Bögen, 6000 Bogenstäbe, 384.000 Pfeile und 86.400 Bogensehnen, so waren bis 1982 nur noch eine Handvoll Bögen erhalten geblieben.

Aus dem Wrack der 1545 gesunkenen und 1982 gehobenen Mary Rose, einem Kriegsschiff Henrys VIII., wurden schließlich mehr als 3500 konservierte mittelalterliche Pfeile (überwiegend aus Pappelholz) sowie 137 gänzlich erhaltene Langbogen geborgen. Die Bogen sind in hervorragendem Zustand, so dass sie die Hauptquelle zur Erforschung des Englischen Langbogens stellen. Ihre Länge bewegt sich zwischen 1,87 und 2,11 Metern, wobei die Durchschnittsgröße 1,98 Meter beträgt.

Zwei Bogen wurden bereits 1836 von John Deane aus der Mary Rose geborgen und befinden sich heute ebenfalls im Londoner Tower. Neben den Bogen der Mary Rose sind weltweit nur drei weitere Exemplare Englischer Langbogen bekannt, die seit dem Spätmittelalter bzw. der frühen Neuzeit erhalten geblieben sind [2]:

Der erste stammt aus der Schlacht von Hedgeley Moor (1464) während der Rosenkriege. Das Exemplar ist heute in Privatbesitz.
Der zweite stammt aus der Schlacht von Flodden Field (1513) und hing im Hauptquartier der Royal Scottish Archers in Edinburgh;
Der dritte noch erhaltene Langbogen stammt aus der Waffenkammer der Kirche des Dorfes Mendlesham in Suffolk. Er wird in die Zeit von Henry VIII. oder Königin Elisabeth I. datiert.
Weblinks [Bearbeiten]
Mary Rose Trust, Informationen zu erhaltenen mittelalterlichen Langbögen, englisch
Die englischen Bogenschützen – Legenden um eine „Wunderwaffe“ auf kriegsreisende.de
Literatur [Bearbeiten]
The Traditional Bowyers Bible Volume 1. 1992 The Lyons Press. ISBN 1-58574-085-3
Die Bibel des traditionellen Bogenbaus 1. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2003, ISBN 978-3-9808743-2-8.
The Traditional Bowyers Bible Volume 2. 1992 The Lyons Press. ISBN 1-58574-086-1
Die Bibel des traditionellen Bogenbaus 2. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2004, ISBN 3-9808743-5-4.
The Traditional Bowyers Bible Volume 3. 1994 The Lyons Press. ISBN 1-58574-087-X
Die Bibel des traditionellen Bogenbaus 3. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2005, ISBN 978-3-9808743-9-7.
The Traditional Bowyers Bible Volume 4. 2008 The Lyons Press. ISBN 978-0-9645741-6-8
Die Bibel des traditionellen Bogenbaus 4. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2008, ISBN 978-3-938921-07-4.
Robert Hardy: Longbow: A social and military history. Lyons and Burford 1993, gebundene Ausgabe, 246 Seiten, ISBN 1558212353
Hagen Seehase, Ralf Krekeler: Der gefiederte Tod. Die Geschichte des englischen Langbogens in den Kriegen des Mittelalters. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2001, ISBN 3-9805877-6-2.
Das Bogenbauer-Buch. Europäischer Bogenbau von der Steinzeit bis heute. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2001, ISBN 3-9805877-7-0.
Paul Comstock: Der gebogene Stock. Herstellung von Jagdbogen aus weißen Hölzern. Verlag Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2004, ISBN 978-3-9808743-6-6.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
1.? J.G.D. Clark: Neolithic Bows From Somerset, England, and the Prehistory of Archery in North-West Europe. Proceedings of the Prehistoric Society XXIX, 1963, S. 50-98
2.? Robert E. Kaiser,„The Medieval English Longbow“ Journal of the Society of Archer-Antiquaries, Volume 23, 1980.
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Langbogen“
Kategorien: Bogen (Waffe) | Waffe (Mittelalter)Meine Werkzeuge
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Marihuana
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 Dieser Artikel behandelt Marihuana, für die Pflanzengattung siehe Hanf, für weiterführende Informationen über die Droge siehe Cannabis als Rauschmittel

 
Marihuana
Struktur des Marihuana-Hauptwirkstoffs TetrahydrocannabinolMarihuana (umgangssprachlich Gras) bezeichnet die getrockneten harzhaltigen weiblichen Blütenstände und Blätter der Hanfpflanze, welche als Droge konsumiert werden.[1] Neben dem Haschisch und dem Haschischöl ist es eine Form von Cannabisdrogen. Die Blüten des Cannabis bilden an der Blattoberfläche sogenannte Trichome, an denen die Pflanze das cannabinoidhaltige Harz bildet. Der im Harz enthaltene Hauptwirkstoff ist das Terpenoid Tetrahydrocannabinol (THC). Weitere Cannabinoide in signifikantem Maß sind Cannabidiol (CBD) und Cannabinol (CBN), neben mehreren Hundert weiteren vorkommenden Stoffen.

In Deutschland sind laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräußerung, sonstige Inverkehrbringung und Erwerb von allen Pflanzenteilen und Saatgut von Hanf strafbar bzw. genehmigungspflichtig. Im Gesetzestext ist die ganze Pflanze unter Cannabis (Marihuana) verankert.[2][3]

Sorten des Hanf, die für die kommerzielle Nutzung abseits der Verwendung als Rauschmittel angebaut werden, bezeichnet man als Nutzhanf. Dabei handelt es sich vor allem um Sorten von Cannabis sativa (Nutzhanf) und dessen Kulturform Cannabis sativa var. sativa, die unter 0,3 % THC (delta-9-Tetrahydrocannabinol) enthalten und nicht wie bei Marihuana um Cannabis sativa var. indica. Auch deren Anbau aber ist nur für Landwirte mit Sondergenehmigung und unter strengen Auflagen erlaubt. Siehe Rechtliche Aspekte von Cannabis

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Geschichte
2 Begriffsgeschichte
3 Wirkstoffgehalt und Biosynthese
4 Anbau und Konsum
5 Rechtslage (Historie)
5.1 Deutschland
5.2 Niederlande
5.3 USA
6 Siehe auch
7 Weblinks
8 Einzelnachweise
 
Geschichte
Die ersten Schriften zur medizinischen Nutzung von Cannabis, für die aufgrund der hohen Menge der darin enthaltenen Cannabinoide fast ausschließlich die weibliche Blüten der Hanfpflanze verwendet werden, gehen auf ein zirka 4.700 Jahre altes chinesisches Lehrbuch über Botanik und Heilkunst zurück. Der älteste Marihuanafund datiert auf die Zeit um 700 v. Chr. und war eine Grabbeigabe.[4] Cannabis wurde seit dem ersten Kreuzzug (1096–1099) in die Volksmedizin eingeführt und figurierte in vielen Klostermedizinen. Anwendungsbereiche waren rheumatische und bronchiale Erkrankungen, auch wurde Cannabis allgemein als Opiumersatz verschrieben. Ab dem 16. Jahrhundert fand Cannabis Eingang in die Kräuterbücher. Im 19. Jahrhundert wurde es außerdem gegen Migräne, Neuralgie, epilepsie-ähnliche Krämpfe, Schlafstörungen und anderes eingesetzt. Marihuana war, bis es im Jahre 1898 von Aspirin bedrängt und schließlich als Heilmittel durch eine breite Palette neuer, synthetischer Arzneimittel abgelöst wurde, in Amerika das am häufigsten benutzte Schmerzmittel. Zwischen 1842 und 1900 machten Cannabispräparate dort die Hälfte aller verkauften Medikamente aus.[5] In Europa und damit größtenteils auch in der Schweiz waren zwischen 1850 und 1950 über 100 verschiedene Cannabismedikamente erhältlich.[6] Wegen Dosierungsschwierigkeiten, paradoxen Wirkungen und der Entwicklung synthetischer Medikamente nahmen die Verschreibungen im 20. Jahrhundert ab, bis Cannabis ca. Mitte des 20. Jahrhunderts fast weltweit komplett verboten wurde. Heute ist die medizinische Anwendung von Cannabis in vielen Ländern wieder erlaubt. In Österreich aber ist es immer noch praktisch nicht möglich, Cannabis legal als Medikament zu bekommen.[7]

Begriffsgeschichte
Das Wort marihuana, auch mariguana geschrieben, stammt aus dem mexikanischen Spanisch. Die weitere Herleitung ist ungewiss, möglicherweise stammt das Wort aus einer Indianersprache. Die häufig kolportierte Herleitung vom spanischen Vornamen Mary Juana ist eine irrige Volksetymologie, die nach der Entlehnung des Wortes ins Englische wohl in den USA aufkam. So erklärt sich auch die Schreibvariante marijuana, die erst im englischen Sprachraum entstand und im spanischen nur selten anzutreffen ist.[8] Oft wird Marihuana auch als Anglizismus „Mary Jane“ bezeichnet. In Jamaika wird Marihuana auch als Ganja, dem indischen Wort für Hanf, bezeichnet[9].

Die Begriffe Cannabis und Marihuana werden jedoch oft synonym verwendet. Die Gesetzgeber in Deutschland unterscheiden in diesem Fall nicht zwischen dem Rohstoff und der Droge, so dass beispielsweise in Deutschland die Droge im Anhang zum BtMG als Cannabis (Marihuana, Pflanzen und Pflanzenteile)[10] erwähnt wird. Dies führt dazu, dass auch in offiziellen Dokumenten immer wieder von „Marihuanapflanzen“ gesprochen wird. Im Gesetzestext ist "Marihuana" als Bezeichnung für alle Teile jeder zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanze verankert.

Wirkstoffgehalt und Biosynthese
 
Biosynthese von THC-COOH.Der aktive Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) kommt nur in Hanfpflanzen (Cannabis) vor. THC wurde erstmalig 1964 von Yehiel Gaoni (* 1928) und Raphael Mechoulam (* 1930) isoliert.[11] Der Gehalt an THC hängt vom Pflanzenteil ab: die unbefruchteten weiblichen Blütenstände enthalten zwischen 6 und 20 %, Blätter nahe der Blüte ca. 5 bis 6 %, die übrigen Pflanzenteile etwa 1 %. Die Samen der Pflanze enthalten gar kein Tetrahydrocannabinol. Männliche Pflanzen haben einen weit geringeren THC-Gehalt. Tetrahydrocannabinol liegt in der Cannabis-Pflanze überwiegend als THC-Säure vor. Durch enzymatische Kondensation aus zwei Prekursoren wird Cannabigerolsäure gebildet, diese enzymatisch in Tetrahydrocannabinolsäure umgelagert und durch Wärme und UV-Strahlung zum THC decarboxyliert.

Anbau und Konsum
Es ist nicht bekannt, wie viel Personen in Deutschland Produkte mit hohem THC-Gehalt konsumieren. Die Drogenbeauftragte veröffentlicht zwar Zahlen zur Steigerung beziehungsweise Verminderung der sogenannten Prävalenzwerte (wie viele Prozente der befragten Gruppe in welchen Zeitraum etwas konsumiert hat) - allerdings keine totalen Zahlen.[12]

Marihuana lässt sich im Vergleich zu Haschisch leichter pur (also ohne Tabak) rauchen. In vielen Ländern, etwa den USA, ist diese reine Konsumform die allgemein übliche, in Deutschland wird Marihuana häufig mit Tabak vermischt geraucht.

 


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Marihuana wird üblicherweise in Joints geraucht, die mit normalem Zigarettenpapier oder mit speziellem Jointpapier („Longpapers“) gedreht werden. Eine Abwandlung dieser Konsumform ist das rauchen im Blunt. Des weiteren wird Marihuana auch in speziellen Pfeifen, den so genannten Bongs konsumiert. Dies hat wie bei anderen Cannabisprodukten auch, eine schneller und intensiver einsetzende Wirkung.

Seltener werden sowohl Haschisch als auch Marihuana Speisen beigemengt, zum Beispiel Kuchen oder Pudding. Auch wird Marihuana gelegentlich als Tee getrunken. Bei Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt setzt die typische Wirkung später ein, ist jedoch deutlich intensiver und dauert länger als beim Rauchen. Ebenfalls ist das Essen oder Trinken weniger gesundheitsschädlich, da hier keine toxischen Verbrennungsgase und -Feinstäube entstehen.

Das in Deutschland erhältliche Marihuana wird heute vermutlich größtenteils illegal im Inland unter Kunstlicht angebaut (siehe unten), seltener aus der Schweiz oder den Niederlanden importiert. Auch Freiluftanbau ist in Deutschland prinzipiell möglich, insbesondere in wärmeren Regionen (Outdoor-Growing). Der ungesetzliche Anbau kann wegen des charakteristischen Aussehens der Pflanzen relativ leicht entdeckt werden.

 
Getrocknete Blüten
Jamaikanisches MarihuanaDas Anbauen von Marihuana unter Kunstlicht in der eigenen Wohnung, das so genannte Indoor-Growing (etwa im Growschrank), hat in Deutschland in den letzten Jahren offenbar deutlich zugenommen. Insbesondere regelmäßige Konsumenten können so den Kontakt zum Schwarzmarkt vermeiden und das Entdeckungsrisiko, das beim Freiland-Anbau in hohem Maße gegeben ist verringern, sofern der Growschrank nach außen hin unauffällig bleibt und mit einer Entlüftungsanlage versehen ist. Die dabei vor allem für die Beleuchtung langfristig aufgewandte Energiemenge ist erheblich, ohne Berücksichtigung der Arbeitszeit „rechnet“ es sich im Vergleich zum Schwarzmarktpreis (2010 etwa vier bis zehn Euro pro Gramm) jedoch durchaus. Es bleibt die Illegalität, die bei Entdeckung schwerwiegende rechtliche Konsequenzen nach sich zieht.

Rechtslage (Historie)
Deutschland
Auf der zweiten Opiumkonferenz am 19. Februar 1925 in Genf unterzeichnete Deutschland ein überarbeitetes Abkommen aus der ersten Opiumkonferenz über den Handel mit Drogen. Es wurde am 25. September 1928 in Kraft gesetzt. Daraufhin wurden auch Drogen wie Heroin, Kokain und, auf das Drängen von Ägypten hin, auch Cannabis mit in die Liste aufgenommen und mit Opiaten gleichgestellt.

Indien, das auch als einziges Land eine wissenschaftliche Forschung vorzeigen konnte, widersprach aus religiösen und kulturellen Gründen. Auch Deutschland sah keinen Grund, Cannabis mit aufzunehmen. Daraufhin drohte Ägypten mit Importbeschränkungen für Kokain (Merck KGaA) und Heroin (Bayer AG).[13] Bayer intervenierte bei der damaligen Regierung und diese schloss sich dann dem Verbot an. 1929 wurde ein neues Opiumgesetz verabschiedet. Cannabis wurde durch die direkte Überführung des Opiumgesetzes des Deutschen Reiches in der Fassung vom 10. Dezember 1929 (RGBl. I S. 215) in das Betäubungsmittelgesetz am 24. Dezember 1971 (BGBl. I S. 2092) illegalisiert.

Anbau, Besitz und Weitergabe von Pflanzen oder Pflanzenteilen sind in Deutschland strafbar gemäß § 29 a Abs. 1 Nr. 1 Betäubungsmittelgesetz (siehe auch: geringe Menge). Der Konsum selbst wird im Betäubungsmittelgesetz jedoch nicht erwähnt.

Niederlande
In den Niederlanden dürfen, durch eine Dehnung des Opiumgesetzes Anfang der 1970er, in den sog. Coffee Shops Marihuana und Haschisch in bestimmter Menge frei abgegeben werden. Marihuana und Haschisch sind aber auch in den Niederlanden nicht legal, sondern werden lediglich toleriert (Opportunitätsprinzip). [14] In den Niederlanden gibt es professionelle, staatlich lizenzierte und kontrollierte Cannabis-Lieferanten.

USA
Harry J. Anslinger startete 1930 zusammen mit dem Verleger William Randolph Hearst eine landesweite Kampagne gegen die als mordende Droge dargestellte Pflanze, die nun "Marihuana" statt "Hemp" (Hanf) genannt wurde. Anslinger wechselte dafür aus dem diplomatischen Dienst auf den Posten eines Commissioners im "Bureau of Narcotics", eingesetzt vom damaligen Finanzminister Andrew Mellon, dessen angeheirateter Neffe Anslinger war.

Andrew Mellon war damals auch Bankier und größter Geldgeber von DuPont und William Randolph Hearst, dem die Paper Manufacturing Company und mehrere Zeitungen der Yellow Press gehörten. Der Finanzminister Andre Melown stellte für die Kampagne 100.000 Dollar zu Verfügung, in einer Zeit, in der die USA sich in einer Rezessionsphase befanden. Es sollte bewiesen werden, dass Marihuana eine tödliche, zu verbietende Droge sei.

Kritiker meinen, diese Darstellung wurde durch den damals herrschenden Rassismus unterstützt; zu dieser Zeit wurden vornehmlich Mexikaner, Farbige und Latinos mit der Droge in Zusammenhang gebracht.[15] Auch könnten wirtschaftliche Gründe für ein gefordertes Verbot eine Rolle gespielt haben, da zu der Zeit Erntemaschinen erfunden wurden, die das verarbeiten von Hanf kostengünstiger gestalteten und Hanf somit zu einer Konkurrenz für DuPont (Chemie) und Hearst (Wald und Papier) wurde.[16]. Es erscheint unklar, warum Hearst als Geschäftsmann nicht auf das bessere Geschäft mit Hanf gesetzt hatte, da er günstiges Papier für seine Druckpressen benötigte. Hearst druckte in seiner Boulevardpresse die Berichte und Anslinger benutzte diese in seinen Vorträgen, als zuverlässige Quellen.[17]

Im Herbst 1937 endete der Feldzug gegen den Hanf erfolgreich mit dem Marihuana Tax Act von 1937. Dieses Steuergesetz wurde am 1. September 1937 von Präsident Roosevelt unterzeichnet. Darin wird Marihuana erstmals gesetzlich definiert und die Art der Besteuerung festgelegt.

Der Begriff "Marihuana" bezeichnet danach alle Bestandteile der Pflanze Cannabis sativa, ob sie wächst oder nicht, oder auch die Saat, das extrahierte Harz aus jeglichem Teil der Pflanze, jeden Bestandteil, jegliches Produkt, Salze, Derivate Mixturen oder Aufbereitungen einer solchen Pflanze, ihrer Saat oder des Harzes, er beinhaltet (steuerrechtlich) hingegen nicht: die vollentwickelten Pflanzenstengel, Fasern, die aus diesen Stengeln gewonnen werden, Öle oder Kuchen, die aus den Saaten oder einem anderen Bestandteil solch einer Pflanze gemacht werden, Bereitungen, Salze, Derivate, Mixturen oder Aufbereitungen von solchen ausgewachsenen Stengeln (außer des Harzes, das daraus bereitet wird), Fasern, Öl oder Kuchen, oder die sterilisierte Saat einer solchen Pflanze, welche unfähig zur Keimung ist.[18] Die Steuer betrug nun 1 Dollar pro Unze, bzw. 100 Dollar bei unregistrierten Händlern. Die Strafe bei Nichteinhaltung ging von 2000 Dollar Geldstrafe bis fünf Jahre Haft. Die Hanfbauern produzierten daraufhin illegal, was wiederum ein generelles, mit hohen Strafen verbundenes, totales Verbot zufolge hatte. Es wurden angeklagte Marihuanahändler in den USA zusätzlich der Steuerhinterziehung angeklagt. Auf Ebay sind Marihuanasteuermarken erhältlich, die dieser Steuerhinterziehung entgegenwirken sollten. [19]

Die American Medical Association (AMA), natürlicher Gegner eines gesetzlichen Verbots, erfuhr erst zwei Tage vor der Anhörung davon, dass es sich bei der mordenden Droge Marihuana um Hanf handelte. Der AMA war es in der kurzen Zeit vor der Verabschiedung nicht mehr möglich, gegen das Gesetz zu opponieren. Als die Kommission in einer Debatte fragte, ob die AMA zu dem Inkrafttreten des Gesetzentwurfes befragt wurde, erklärte der Abgeordnete Vinson einfach, dass sie deren Einverständnis hätten. [20]

Siehe auch
 Portal:Drogen/Cannabis – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Drogen/Cannabis
Rechtliche Aspekte von Cannabis
Cannabis als Arzneimittel
Cannabis als Rauschmittel
Weblinks
 Commons: Marijuana – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Informationen des Deutschen Hanf Verbandes über Blei in Marihuana
Video: Hanf das Milliarden Dollar Kraut - Dokumentation Discovery-Channel
Medical Marijuana in the Netherlands, niederländische Gesetze und Verordnungen, Stand vom 17. März 2003
Einzelnachweise
1.? Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Cannabis im Lexikon der Biochemie, abgerufen am 15. November 2008
2.? § 3 Erlaubnis zum Verkehr mit Betäubungsmitteln
3
4.? Der weltweit älteste Marihuanafund ist eine Grabbeigabe. Meldung in Shortnews.de vom 30. November 2008
5.? Jack Herer, Mathias Bröckers: Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf, Cannabis Marihuana. 11. Auflage, Nachtschatten, 2008, ISBN 303788181X (dt. Übersetzung)
6.? Manfred Fankhauser: Haschisch als Medikament: zur Bedeutung von Cannabis sativa in der westlichen Medizin. 1996
7.? Cannabislegal.de Cannabis als Medizin
8.? Oxford English Dictionary
9.? Report der jamaikanischen Nationalkommission (engl.)
10.? Betäubungsmittelgesetz (Deutschland)
11.? Gaoni, Y. & Mechoulam, R.: Isolation, structure and partial synthesis of an active constituent of hashish. J. Amer. Chem. Soc. 86:1646-7, 1964.
12.? Kommentar des Deutscher Hanf Verband zur Kriminalstatistik
13.? League of Nations 1925; Records of the Second Opium conference, Volume I, Plenary Meetings, S. 132-135
18.? Marihuana Tax Act von 1937
19.? Hanf Museum Berlin: Marihuana Steuermarken
20.?
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 Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!
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Nutzhanf
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HanfpflanzenAls Nutzhanf werden alle Sorten des Hanf (Gattung Cannabis) bezeichnet, die für die kommerzielle Nutzung abseits der Verwendung als Rauschmittel angebaut werden. Es handelt sich vor allem um Sorten der Hanfart Cannabis sativa und dessen Kulturform Cannabis sativa var. sativa, während der selten angebaute Indische Hanf (Cannabis indica) nur als Drogen- und Medizinpflanze eine Rolle spielt. Nutzhanf wird vor allem zur Gewinnung von Hanffasern angebaut, weitere Produkte sind Hanfschäben, Hanfsamen sowie das daraus gewonnene Hanföl und Hanfblüten und -blätter zur Herstellung von ätherischem Hanföl.[1]

Insgesamt stehen 41 von der EU zertifizierte Sorten mit niedrigen Gehalten an Tetrahydrocannabinol (THC) für den Hanfanbau zur Verfügung.[2] Sie besitzen im Gegensatz zu anderen Sorten einen sehr hohen Faseranteil von 30–40?%. Im Gegensatz zu den als Rauschmittel und für die medizinische Verwendung genutzten Sorten haben die für die Faser- und Samennutzung angebauten Sorten nur einen sehr geringen Anteil von weniger als 0,2?% THC und sind entsprechend zur Erzeugung von Haschisch und Marihuana ungeeignet.[3] Das wichtigste Cannabinoid im Nutzhanf ist das nicht psychogene Cannabidiol (CBD) mit einem Anteil von 1 bis 5%.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Anbau
1.1 Sortenwahl und Zulassung
1.2 Standort und Fruchtfolge
1.3 Anbau und Ernte
2 Verwendung
2.1 Fasern und Schäben
2.2 Samen
2.3 Hanföl
2.4 Ätherisches Hanföl
2.5 Weitere Inhaltsstoffe
3 Geschichte
3.1 Historische Verwendung
3.2 Heutige Verwendung
4 Rechtslage in Europa
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise
 
Anbau [Bearbeiten]
Sortenwahl und Zulassung [Bearbeiten]
Die Sortenwahl ist auf die zugelassenen Sorten beschränkt. In der EU sind im Jahr 2009 41 Hanfsorten zugelassen. Neben der Anbaueignung ist ein THC-Gehalt von weniger als 0,2% für die Sortenzulassung zwingend vorgeschrieben. Nur zertifiziertes Saatgut darf verwendet werden. Der Anbau von Faserhanf muss der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung als zuständiger Behörde angezeigt werden.[4]

Standort und Fruchtfolge [Bearbeiten]
Für ertragreichen Nutzhanfanbau eignen sich vor allem tiefgründige, humose und nährstoffreiche Böden mit geregelter Wasserführung. Staunässe, saure und verdichtete oder extrem leichte (sandige) Böden beeinträchtigen vor allem die Jugendentwicklung der Pflanzen. Steile Hanglagen und Höhenlagen von mehr als 400 m ü NN sind zu vermeiden. Der bereits bei 1-3 Grad keimende Hanf ist gegenüber kalten Temperaturen relativ unempfindlich und übersteht Frost bis -5 Grad. Für sein Wachstum benötigt er jedoch viel Wärme, in Deutschland kommen daher nur die früheren Sorten zur Abreife. Der Wasserbedarf ist mit 300-500 l/kg Trockenmasse relativ hoch, die bis zu 3 Meter in den Boden wachsenden Wurzeln können jedoch auch Wasservorräte aus tieferen Bodenschichten nutzen.

In der Fruchtfolge wirkt Hanf positiv auf die anschließend angebauten Kulturen (Nachfrüchte) und er wird in der Regel vor Wintergetreide angebaut. Vorteilhaft sind die hohe Unkrautunterdrückung, die Bodenlockerung durch das große Wurzelsystem und die positive Wirkung auf die Bodengare. Da Hanf sehr selbstverträglich ist, kann er auch mehrere Jahre hintereinander auf der gleichen Fläche angebaut werden (Monokultur).

Anbau und Ernte [Bearbeiten]
 
Maschinelle HanfernteDie Aussaat erfolgt zwischen Mitte April und Mitte Mai mit Getreidedrillmaschinen auf 4-6 cm Saattiefe. Die gegenüber Getreide verhaltene Düngung mit insgesamt 60-150 kg Stickstoff, 40-140 kg Phosphor (P2O5) und 75-200 kg Kalium [5] pro Hektar bei Faserhanf erfolgt vor der Saat sowie evtl. erneut drei bis vier Wochen später. Bei der vor allem in Frankreich praktizierten Doppelnutzung von Fasern und Samen ist die Düngung mit Stickstoffgaben bis zu 100 kg/ha eher geringer. Organische Dünger wie Gülle kann Nutzhanf gut verwerten. Weder Unkrautbekämpfung noch Pflanzenschutzmaßnahmen sind notwendig.[6]

Die Ernte von Faserhanf erfolgt mit Spezialmaschinen oder für die Hanfernte angepasste Erntetechnik zur Zeit der Vollblüte der männlichen Blüten und erstreckt sich je nach Sorte und Anbaubedingungen von Ende Juli bis Ende September. Je nach Art des vorgesehenen Aufschluss der Hanffaser unterscheidet sich die Nacherntebehandlung auf dem Feld. Für die Langfaserverarbeitung wird das Hanfstroh auf dem Feld parallel ausgelegt und getrocknet. Der Trocknung folgt eine Röstung und eine erneute Trocknung auf dem Feld. Zur Vorbehandlung auf den Faseraufschluss der Kurzfaser- und Gesamtfaserlinie wird das Hanfstroh auf dem Feld gekürzt und geröstet und danach in Rund- und Quaderballen gepresst. Werden auch die Samen genutzt, findet die Ernte mit der Vollreife der Samen Mitte September bis Mitte Oktober statt, verwendet werden leicht modifizierte Mähdrescher.[6]

Verwendung [Bearbeiten]
Das Anwendungsspektrum des Nutzhanfs ist sehr breit und reicht von der Nutzung der Hanffasern als Rohstoff für die Textilindustrie über die Verwendung von Hanföl und Hanfsamen bei der Ernährung bis zur Nutzung als Drogen- und Medizinalpflanze. Heute finden Hanffasern zudem zunehmend Verwendung als Faseranteil in Naturfaserverstärkten Kunststoffen und anderen modernen Anwendungsbereichen.

Fasern und Schäben [Bearbeiten]
 
Hanffasern sind der Rohstoff für sehr widerstandsfähige Textilien.Siehe Hauptartikel Hanffaser und Schäbe

Hanffasern stellen sowohl von der Menge als auch von der Fülle der Anwendungsmöglichkeiten den wichtigsten Rohstoff des Nutzhanfs dar. Von der Antike bis in die Gegenwart wurden und werden Hanffasern zur Herstellung einer Vielzahl von Produkten verwendet. Historisch bedeutsam waren sie vor allem für die Herstellung von Segeltuch, Tauen und Seilen bis weit in das 19. Jahrhundert. 1455 druckte Gutenberg die erste Bibel auf Hanfpapier. 1492 segelte Kolumbus mit Segeln und Tauwerk aus Hanf nach Amerika. 1776 wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung auf Hanfpapier geschrieben. 1870 fertigte der Bayer Levis Strauss die erste Jeans aus Hanf in den USA.

Heute spielen sie vor allem für die Produktion von Hanfpapier (Spezialpapiere, vor allem Zigarettenpapier), Hanftextilien (Bekleidung, Technische Textilien), Naturdämmstoffen und als Verstärkungsfasern für naturfaserverstärkte Kunststoffe eine zentrale Rolle.

Die bei der Fasergewinnung als Nebenprodukt anfallenden Schäben werden vorwiegend als Tiereinstreu verwendet, vor allem in der Pferdehaltung und der Kleintierhaltung. Sie werden jedoch auch als Rohstoff für die Produktion von Leichtbauplatten, als Schüttdämmung oder andere Anwendungen als Baustoff sowie energetisch als Brennstoff genutzt.

Samen [Bearbeiten]
 
Samen die noch auf einer getrockneten Hanfpflanze hängenAls Samen werden Achänen gebildet, Nussfrüchte die als „Hanfsamen“ oder „Hanfnüsse“ bezeichnet werden. Sie sind 3 bis 4 Millimeter groß, von brauner bis grüngrauer Farbe und weisen ein Tausendkorngewicht von 15 bis 20 Gramm auf. Sie enthalten 28 bis 35?% Fett, 30 bis 35?% Kohlenhydrate, 20 bis 24?% Proteine und neben Vitamin E, Kalzium, Magnesium, Kalium und Eisen besonders hohe Anteile an Vitamin B, speziell Vitamin B1 und Vitamin B2. Die Proteine bestehen hauptsächlich aus dem Globulin Edestin, welches sehr leicht verdaulich ist. Die Samen enthalten darüber hinaus alle acht für den menschlichen Körper essentiellen Aminosäuren, als Proteinquelle sind Hanfsamen damit für den Menschen hervorragend geeignet.

Hanfsamen werden ohne weitere Verarbeitung als Lebensmittel eingesetzt, dienen aber auch als Grundlage zur Extraktion des Hanföls und als hochwertiges Tierfutter vor allem für Vögel, aber auch für Fische und Säugetiere. Sie haben keine berauschende Wirkung, da sie aus THC-armen Hanfsorten gewonnen werden. In den letzten Jahren fanden aus Hanfsamen gepresstes Hanföl sowie die Samen selbst als Nahrungsmittel wieder zunehmende Verbreitung. Aus den Samen kann unter anderem ein Hanfmehl[7] oder auch eine der Erdnussbutter ähnliche Hanfbutter produziert werden. Die Samen selbst werden sowohl geröstet als auch ungeröstet verkauft.

Hanföl [Bearbeiten]
? Hauptartikel: Hanföl
Hanföl wird aus den Hanfsamen gepresst, die sowohl ungeschält als auch geschält genutzt werden. Die dünne Schale enthält Chlorophyll, so dass das Öl aus ungeschälten Samen eine grüne Farbe aufweist. Außerdem sind Bitterstoffe und Ballaststoffe enthalten. Öl aus geschälten Hanfsamen enthält weniger Farb- und Bitterstoffe und ist geschmacklich entsprechend nussiger. Hanföl wird vor allem als Nahrungsmittel in Form von Salatöl genutzt und besitzt eine Reihe von hochwertigen Inhaltsstoffen wie essentielle Fettsäuren. Als Bratöl ist es aufgrund seiner Hitzeempfindlichkeit ungeeignet. Daneben findet es Verwendung als Öl in der Kosmetikindustrie, vor allem als Zusatz in der Naturkosmetik, und als Lampenöl. Zur Energiegewinnung wird das Öl dagegen nicht genutzt. Obwohl es beispielsweise als Grundlage für pflanzenölbasierte Kraftstoffe (Biodiesel, Pflanzenöl-Kraftstoff) verwendet werden könnte, besteht aktuell weder der Bedarf noch die technische Reife, das als hochwertig eingestufte Hanföl für energetische Zwecke zu nutzen[8]. Pressreste der Ölgewinnung (Presskuchen) sind als hochwertiges Futtermittel in der Viehzucht verwertbar.

Ätherisches Hanföl [Bearbeiten]
? Hauptartikel: Ätherisches Hanföl
Ätherisches Hanföl ist ein ätherisches Öl, das durch Destillation aus Blättern und Blüten des Hanfs (Cannabis sativa) gewonnen wird. Das Öl setzt sich zusammen aus einer Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe. Als Zusatzstoff wird ätherisches Hanföl vor allem bei der Produktion von entsprechend aromatisierten Eistees, Hustenbonbons, Hanfbier, Schokolade und anderen Produkten verwendet. Außerdem findet es Verwendung in Kosmetikartikeln und Parfums. Als Zusatz zu Massage- und Hautöl soll ätherisches Hanföl beruhigend und entzündungshemmend wirken und Verspannungen lösen sowie Krämpfe, Schwellungen und Phantomschmerzen lindern. Auch in der Aromatherapie wird das Öl verwendet und soll hier entspannend und ausgleichend wirken und die Atemwege reinigen.

Weitere Inhaltsstoffe [Bearbeiten]
 
Marihuana
Strukturformel des ?9-Tetrahydrocannabinol (THC)? Hauptartikel: Cannabis als Arzneimittel und Cannabis als Rauschmittel
Die Verwendung von Hanf als Droge wird im Allgemeinen nicht als Nutzanwendung betrachtet, allerdings können die für die psychotrope Wirkung verantwortlichen Inhaltsstoffe, vor allem Cannabinoide, auch für medizinische Verwendungen von Bedeutung sein. Der zentrale Bestandteil für diese Form der Nutzung ist das ?9-Tetrahydrocannabinol (THC), jedoch spielen auch weitere Cannabinoide eine Rolle bei der medizinischen Wirkung. Im Gegensatz zu anderen Nutzhanfanwendungen werden für medizinische Anwendungen entsprechend THC-reiche Hanfsorten genutzt, deren Anbau und Nutzung international in vielen Ländern verboten ist. Auch Faserhanfsorten enthalten Cannabinoide, die für die medizinische Verwendung eingesetzt werden können, als Drogenpflanze sind sie jedoch nicht geeignet.

Obwohl der Besitz und die Nutzung von THC-reichen Produkten genehmigungspflichtig[9] ist, nutzen viele Personen psychotrope Hanfprodukte. Auch die medizinische Anwendung basiert in der Regel auf Selbstmedikation, die rechtlich genehmigungspflichtig ist. Die getrockneten und zerkleinerten harzhaltigen Pflanzenteile THC-reicher Hanfsorten können als Marihuana geraucht werden. Das Harz wird auch als Haschisch oder Haschischöl verarbeitet und in unterschiedlicher Form konsumiert.

Mit dem Dronabinol existiert ein aus der Hanf-Blüte gewonnenes trans-Isomer des THC, das als Arzneimittel vor allem in den USA verwendet wird. Es wird in Deutschland von den Unternehmen Bionorica Ethics und THC Pharm produziert, Dronabinol-haltige Fertigarzneimittel sind allerdings bisher in Deutschland nicht zugelassen, können jedoch in Form des Präparat Marinol® gemäß § 73 Abs. 3 AMG importiert werden. Meistens wird jedoch Dronabinol als Rezeptursubstanz für Dronabinol-Kapseln oder ölige Dronabinol-Tropfen verschrieben.[10] Ein synthetisches Analogon ist Benzopyranoperidin (Nabitan, Nabutam).

Geschichte [Bearbeiten]
Historische Verwendung [Bearbeiten]
 
Nutzhanf in FrankreichDie Verwendung von Hanffasern lässt sich über mehrere Jahrtausende bis weit in die Menschheitsgeschichte zurückverfolgen. Die ältesten Funde stammen aus China um 2800 v. Chr., wo Seile aus Hanffasern erzeugt wurden. Verwendung fand die Pflanze aber wohl schon seit der Yangshao-Kultur im 4. Jahrtausend v. Chr. Seit etwa 900 v. Chr. fand der Hanf auch in Westasien und Indien Verbreitung. Das älteste Textilfragment aus Hanffasern stammt aus einem Grab der Zhou-Dynastie (1122–770 v. Chr.), nahe Ankara wurden Hanftextilien aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. gefunden.[11] Um 500 v. Chr. ist der Hanfanbau für den Raum zwischen China und dem Kaspischen Meer anzunehmen. In Europa wurde die Hanftextilherstellung ebenfalls durch Grabfunde nachgewiesen; hier stammt das älteste gewebte Fragment aus einem keltischen Grabhügel in der Nähe von Stuttgart aus einer Zeit etwa 500 v. Chr. und ein weiteres mit aufbereiteten Hanffasern aus einer Zeit um das Jahr 570 fand sich nahe Paris. Bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. fand Hanf, vor allem in Form von Tauen und ähnlichen Produkten, den Weg bis nach Italien.[12] Für das Spätmittelalter ist eine besondere Konzentration des Hanfanbaus im Baltikum und den angrenzenden Gebieten Russlands, Polen, Norddeutschland und den Niederlanden, der Bretagne und Burgund zu beobachten. Zu dieser Zeit war er neben dem Flachs die wichtigste Industriepflanze. Wie Flachs wurde er meist auf kleineren, gartenähnlichen Flächen angebaut. Hanf war jedoch leichter zu verarbeiten als Flachs. Wegen der großen Reißfestigkeit wurden daraus vor allem Segeltuche, Seile und Säcke gefertigt, zu Tuch wurde er hingegen aufgrund der Grobheit nur selten verarbeitet.[13]

Der älteste Nachweis von Papier aus Hanffasern stammt ebenfalls aus China von 140–87 v. Chr. und stellt damit den ältesten Papierfund Chinas dar. Hanfpapier wurde etwa ab dem Jahr 105 in China populär, gelangte aber erst im 13. Jahrhundert über den Vorderen Orient nach Europa. In Deutschland wurde es im 14. Jahrhundert erstmals nachgewiesen.

 
Theodor von Hörmann: „Hanfeinlegen“, um 1890Die spanischen Konquistadoren hielten im 16. Jahrhundert die spanischstämmigen Siedler im heutigen Mexiko, im heutigen Texas und im heutigen Kalifornien dazu an, Nutzhanf anzubauen. Auch die englischen Kolonisten weiter nördlich folgten später diesem Beispiel. Im 17. Jahrhundert hatte der Hanfanbau in heutigen US-Staaten wie Virginia eine so überragende Bedeutung für die Erschließung des Kontinents, dass der Anbau ausdrücklich vorgeschrieben war. Es war mehr als 200 Jahre lang möglich, seine Steuern mit Hanf zu zahlen. In anderen heutigen US-Staaten waren ähnliche Vorschriften üblich.

 
HanfseilDen Höhepunkt der Nutzung erfuhren Hanffasern im 17. Jahrhundert, wo sie vor allem zur Produktion von Seilen und Segeltuch für die Schifffahrt verwendet wurden; für ein normales Segelschiff wurden etwa 50 bis 100 Tonnen Hanffasern benötigt und die Materialien wurden durchschnittlich alle zwei Jahre ersetzt. Bis in das 18. Jahrhundert waren zudem Hanffasern neben Flachs, Nessel und Wolle die wichtigsten Rohstoffe für die europäische Textilindustrie, wobei Hanf aufgrund der gröberen Faserbündel vor allem zur Herstellung von Ober- und Arbeitskleidung diente. Die Hanfverarbeitung nahm vor der Einführung der Baumwolle und anderer exotischer Fasern wie Jute, Sisal und Ramie eine Schlüsselrolle in der Textilverarbeitung ein.[14]

In den Vereinigten Staaten kam es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem erneuten Boom des Hanfanbaus, als über die Zweite Mittelpassage Tausende afroamerikanischer Sklaven aus dem Oberen und Unteren Süden ins Landesinnere und in den Tiefen Süden zwangsdeportiert wurden. Hanfanbau war äußerst arbeitsintensiv und für die Pflanzer ohne den Einsatz von Sklaven nicht rentabel. Zentren des Hanfanbaus waren Kentucky, Missouri und Tennessee. Nach der Abschaffung der Sklaverei (1865) erlebte der Hanfanbau einen Niedergang. Vor allem die Entwicklung von Baumwoll-Spinnmaschinen im 19. Jahrhundert sowie die billigen Importe von Baumwolle und Jute vor allem aus Russland und Asien beendeten die Nutzung von Hanf und Flachs als Textilfaser. Zugleich ging auch der Bedarf in der Schifffahrt zurück, da viele Schiffe auf Dampfkraft umgestellt wurden und Segeltuch nicht mehr benötigt wurde. Auch in der Papierherstellung entwickelte sich eine günstigere Alternative durch die Herstellung von Papier aus Holz.[15]

Der Anbau ging im 19. Jahrhundert stark zurück und konnte nur durch die Handelsembargos für exotische Fasern während der Weltkriege in Deutschland kurzzeitig wieder an Bedeutung gewinnen. In den 1930ern kamen zwar Maschinen auf den Markt, die die Handarbeit bei der Verarbeitung (Strippen) überflüssig machten. Aber sie kamen z.B. in den USA nicht mehr zum Einsatz. Denn dort wurde die Pflanze Hemp unter den Namen Marihuana durch die Anti-Hanf-Kampagne von Harry J. Anslinger (Leiter des Federal Bureau of Narcotics ) und William Randolph Hearst (Zeitungsmogul) in Verruf gebracht. Resultat war, dass der Anbau in den USA über den vom Congress verabschiedeten Marihuana Tax Act of 1937 hoch besteuert, danach gänzlich verboten wurde. In der Kriegswirtschaft des Zweiten Weltkrieges wurden noch einmal Anreize gegeben, Hanf anzubauen. Es fehlte an Hanf, da der Weg nach Asien versperrt war. Dafür ließ das Landwirtschaftsministedrium den Lehrfilm Hemp for Victory drehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde Hanf in den USA als Marihuana wieder verboten. [16] [17]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Nutzhanf auch in Europa nur noch auf Kleinstflächen angebaut. Zwischen 1982 und 1995 war auch der Hanfanbau der in den 1950er und 1960er Jahren gezüchteten Nutzhanfsorten mit beinahe vollständig fehlendem THC- Gehalt in Deutschland (durch das Betäubungsmittelgesetz) und vielen anderen Ländern verboten. Als Grund wurde die Unterbindung der illegalen Nutzung von Cannabis als Rauschmittel angeführt. In Frankreich wurden die Nutzhanfsorten für die Herstellung von Zigarettenpapier weiterhin verwendet und auch in mehreren osteuropäischen Ländern wurde Hanf weiterhin in kleinem Maßstab angebaut. Der wichtigste Produzent von Hanffasern in dieser Zeit war die Sowjetunion mit 140.000 Hektar Hanfanbaufläche, die sich bis 1990 allerdings bis auf 40.000 Hektar reduzierte. Ebenfalls bedeutend war der Anbau in Rumänien, Polen, Ungarn und im ehemaligen Jugoslawien.[15]

In den 1990er Jahren wurden die Verbote aufgrund des wieder wachsenden Interesses der Landwirtschaft und der Industrie an dem Rohstoff zurückgezogen und seit 1996 durfte auch in Deutschland unter Auflagen wieder Nutzhanf angebaut werden.[18] Heute ist der Anbau von THC- armen Nutzhanfsorten in allen Ländern Europas sowie in Ländern wie Kanada und Australien legalisiert, nur in den USA ist der Anbau weiterhin vollständig untersagt.[19]

Heutige Verwendung [Bearbeiten]
 
Türinnenverkleidung aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix Polyethylen PE)Die weltweiten Anbauflächen für Nutzhanf betragen heute etwa 60.000 bis 100.000 Hektar und schwanken stark von Jahr zu Jahr. Für 2005 wurde die weltweite Anbaufläche auf etwa 115.000 Hektar geschätzt, von denen etwa 80.000 Hektar auf Asien (vor allem China und Nordkorea), 14.000 Hektar auf EU-Länder, 5.700 Hektar auf andere europäische Länder, 10.000 Hektar auf Nordamerika (ausschließlich Kanada), 4.300 Hektar auf Südamerika und 250 Hektar auf Australien entfallen.[20] Die führenden Anbauländer sind China, Russland, Kanada und Frankreich, während in anderen Ländern der Anbau eher gering ist.

In Europa wurde bis Anfang der 1990er Jahre fast ausschließlich in Frankreich Hanf angebaut (etwa 6.000 Hektar) und zur Produktion von Zigarettenpapier genutzt, geringe Exportmengen kamen aus Spanien nach Frankreich. Vor allem auf der Suche nach Alternativen zum stagnierenden und teilweise rückläufigen Lebensmittelanbau und vor dem Hintergrund zunehmenden landwirtschaftlichen Brachflächen wurde Hanf wie andere nachwachsende Rohstoffe nach dem Wegfall des Anbauverbotes europaweit gefördert, zugleich gewann Hanf als Nutzpflanze zunehmend auch wissenschaftlich und wirtschaftlich Rückhalt, unter anderem durch verschiedene Bucherscheinungen zum Nutzen der Hanfpflanze. Im Dezember 1985 erschien das Buch „The Emperor wears no clothes“ von Jack Herer, das 1993 unter dem Titel „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ auch in deutscher Sprache erschien.[21] Die Veröffentlichung machte die Vielseitigkeit der Nutzpflanze Hanf publik und wurde zum Standardwerk für Hanfaktivisten und Nutzhanfbauern.

In den Jahren nach 1985 kam es zu einem regelrechten Hanf-Boom, der nicht nur dem Rauschhanf, sondern auch den Anwendungen der Nutzpflanze immensen Vortrieb einbrachte. Im Zuge dieser Hanfwelle entstanden in aller Welt Strukturen, die sich für eine Normalisierung der gesetzlichen Lage oder schlicht eine vollständige Legalisierung einsetzten. In Deutschland entstand z. B. 1992 der H.A.N.F., der zu diesem Zweck unter anderem das Hanf-Museum Berlin betreibt, sowie im Jahr 2000 die European Industrial Hemp Association (EIHA) zur Förderung des Hanfs als industrielle Nutzpflanze. Der Nutzhanf, der heute von Bauern angebaut wird, wurde züchterisch bearbeitet, so dass er einen sehr geringen THC-Gehalt hat. Der Anbau wird in vielen Staaten streng kontrolliert. Das größte europäische Anbaugebiet ist das französische Département Aube in der Champagne.

Bis 1998 vervierfachte sich der Anbau von Nutzhanf in Europa (ohne Spanien) auf fast 40.000 Hektar. In Spanien wurden von 1997 bis 1999 hohe Anbauzahlen bis zu 20.000 Hektar durch Prämienzahlungen erreicht, der größte Teil der subventionierten Ernte wurde allerdings nicht verarbeitet.[22][15] Im Jahr 2006 wurden in den Ländern der Europäischen Union auf etwa 14.000 Hektar Nutzhanf angebaut, davon allein 8.000 in Frankreich und jeweils über 1.000 in Deutschland, Großbritannien, und der Tschechischen Republik.[22] Prognosen gehen davon aus, dass sich der Hanfanbau durch die zunehmende Nachfrage nach hanffaserverstärkten Werkstoffen und Dämmmaterial sowie durch die Preissteigerungen bei exotischen Fasern auf etwa 20.000 Hektar europaweit erhöhen wird.[22]

Hanflangfasern finden heute fast ausschließlich Verwendung bei der Produktion von Textilien. Sie sind sehr reißfest und eignen sich besonders gut für die Bekleidungsindustrie. Eine klassische Anwendung für das Werg als loses Langfasermaterial ist die Abdichtung beim Verschrauben von Rohrgewinden.

Aufgrund ihrer geringen Verrottungstendenz, gesundheitlichen Unbedenklichkeit und Schädlingsresistenz sind Hanffasern als Dämmstoff, z. B. für den Hausbau, gut geeignet und beliebt. Heute finden Kurzfasern außerdem Verwendung in Zellstoffen, Vliesen, wie etwa Aufzuchtvliesen für Kressesamen, Spezialpapieren sowie naturfaserverstärkten Kunststoffen. Ein Schwerpunkt ist die Verwendung von Hanffasern im Automobilbau, wo sie als Verstärkung für Kunststoffe der Türinnen- und Kofferraumverkleidung genutzt werden. Vor allem die weitere Ausdehnung des Dämmstoffmarktes und die Nutzung von naturfaserverstärkten Kunststoffen auch außerhalb der Automobilindustrie bestimmt aktuell das Wachstum des europäischen Hanfmarktes.[23] So finden sie beispielsweise bei der Produktion von Koffern, Laptopgehäusen und Schleifscheiben Verwendung. Dabei werden diese Kunststoffe heute nicht mehr allein für ihre mechanischen Eigenschaften genutzt, sondern werden auch als Designelemente eingesetzt, wie beispielsweise bei dem im Juli 2008 vorgestellten Eco Elise von Lotus Cars.[24]

Dämmstoffblock aus Hanffasern
 Sack aus Hanfgewebe, Japan
 B-Säule aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix Polypropylen PP)
 Handschuhfach aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix Polypropylen PP)
 

Rechtslage in Europa [Bearbeiten]
Das weltweit wachsende Engagement und der damit wachsende politische Druck führten dazu, dass man sich auch auf europäischer Ebene mit Hanfanbau beschäftigte. 1989 verfügte die europäische Kommission in der Verordnung Nr. 1164/89, dass der Anbau von Hanfsorten mit einem Wirkstoffgehalt von unter 0,3 Prozent als Faserhanf legalisiert werden muss. Mit Wirkung zum 16. April 1996 wurde entsprechend auch in Deutschland das seit 1982 im Betäubungsmittelgesetz bestehende pauschale Hanfanbauverbot für den Nutzhanf aufgehoben. Der Anbau ist jedoch nach wie vor genehmigungspflichtig und wird in der Regel nur hauptgewerblichen Landwirten unter strengen Auflagen gewährt. Diese Kontrolle soll vermeiden, dass THC-reiche Sorten zur illegalen Drogengewinnung angebaut werden, da eine Unterscheidung der verschiedenen Sorten optisch kaum möglich ist. Der Anbau von THC-reichen Sorten ist auch zur Gewinnung medizinischer Präparate weiterhin verboten.

Literatur [Bearbeiten]
Michael Carus et al.: Studie zur Markt- und Konkurrenzsituation bei Naturfasern und Naturfaser-Werkstoffen (Deutschland und EU), Gülzower Fachgespräche, Band 26, Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. 2008.
nova-Institut (Hrsg.): Das kleine Hanf-Lexikon. Verlag Die Werkstatt, 2. Auflage, Göttingen 2003, ISBN 3-89533-271-2.
nova-institut (Hrsg.): Hanfsamen und Hanföl als Lebens- und Heilmittel, Göttingen 1998, ISBN 3-89533-242-9.
Weblinks [Bearbeiten]
 Commons: Hanf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Warum Hanf? Über die ökologischen und ökonomischen Möglichkeiten des Rohstoffs Hanf. Deutscher Hanf Verband, abgerufen am 15. Februar 2009.
Die erste Hanf-Ernte 1996 in Deutschland – Hintergründe und Fotos
Informationen zu Zulassungs- und Anzeigeverfahren sowie Beihilfen für den Anbau von Nutzhanf (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Nachweise angegebenen Quellen, darüber hinaus werden folgende Quellen zitiert:

1.? Carus et al. 2008
23.? Frank Waskow; Katalyse-Institut für Angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Hanf & Co.: die Renaissance der heimischen Faserpflanzen. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 1995, ISBN 3-89533-138-4, S. 45.
4.? Informationen zu Zulassungs- und Anzeigeverfahren sowie Beihilfen für den Anbau von Nutzhanf (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung)
5.? K2O
6.? a b K.U.Heyland, H. Hanus, E.R. Keller: Ölfrüchte, Faserpflanzen, Arzneipflanzen und Sonderkulturen In: Handbuch des Pflanzenbaues, Bd. 4, S. 301-307, ISBN 3-8001-3203-6
7.? Ralf Buck: Kochen und Backen mit Hanf, Göttingen, 1999, ISBN 3-89533-272-0
8.? Michael Carus, Thomas Breuer, Florian Gerlach, 2007: Prüfung von Hanföl hinsichtlich seiner Eignung als Kraftstoff für pflanzenöltaugliche Motoren. Studie der nova-Institut GmbH (pdf)
9.? § 3 Erlaubnis zum Verkehr mit Betäubungsmitteln
10.? Neues Rezeptur-Formularium – Rezepturhinweise für Dronabinol (PDF)
11.? zur Frühzeit siehe Jürgen Schultze-Motel: Hanf, In: Lexikon früher Kulturen Bd. 1 (1984), S. 344
12.? zur Antike siehe Christian Hünemörder: Hanf, In: Der Neue Pauly Bd. 5 (1998), Sp. 151f.
13.? zum Mittelalter siehe Christian Reinicke: Hanf, In: Lexikon des Mittelalters Bd. 4 (1999), Sp. 1918f.
14.? W. Hingst, H. Mackwitz: Reiz-Wäsche. Unsere Kleidung: Mode, Gifte, Öko-Look. Campus-Verlag, Frankfurt 1996
15.? a b c nach Heyland et al. 2006
16.?17.? King Hemp; Slavery in the Hemp Industry
19.? Geschichte nach Bócsa et al 2000, Seiten 11-20, und Carus et al. 2008, Seiten 17-21.
20.? nach Carus et al. 2008: Weltweite Anbauflächen für Hanf im Jahr 2005 (Schätzung). Seite 34.
21.? Jack Herer: The Emperor Wears no Clothes. The Authoritative Historical Record of Cannabis and the Conspiracy Against Marijuana. Ah Ha Publishing, Van Nuys 1985; 1 Auflage in Deutschland 1993 als Hemp & The Marijuana Conspiracy: The Emperor Wears no Clothes und deutsche, erweiterte Übersetzung Hanf – Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf, Cannabis, Marihuana. Heyne 1996 (Übersetzung: Herer und Mathias Bröckers. Bröckers trägt seit 1993 als geschäftsführender Gesellschafter des ersten Spezialgroßhandels Europas für Hanfprodukte (HanfHaus GmbH) dazu bei, Produkte aus Hanf wieder verfügbar zu machen.)
22.? a b c nach Carus et al. 2008: Hanfanbau in der EU. Seiten 25–28.
23.? nach Carus et al. 2008: Hanf – Eine historische Betrachtung Seiten 17–21.
24.? Lotus Eco Elise: Leichtgewicht mit Naturmaterialien in Auto-News.de
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Nutzhanf#Samen_und_.C3.96l“
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Segelschiff
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Dreimastschoner Mare Frisium unter SegelnEin Segelschiff (im Schiffsnamen oft mit SS abgekürzt) ist ein Schiff, das ganz oder vornehmlich aufgrund seiner Segel durch die Kraft des Windes bewegt wird. Segelschiffe waren seit dem Altertum bis zum 19. Jahrhundert die wichtigsten Verkehrsmittel für den Transport von Gütern und Personen über längere Distanzen. Sie wurden seit dem 19. Jahrhundert durch Dampfschiffe und Motorschiffe abgelöst. Bis in das 19. Jahrhundert hinein waren auch die meisten Kriegsschiffe Segelschiffe. Kleinere Segelschiffe werden als Segelboote bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Aufbau und Klassifizierung
2 Antrieb
3 Historische Entwicklung
4 Segelschiffstypen
5 Siehe auch
6 Literatur
7 Weblinks
 
Aufbau und Klassifizierung [Bearbeiten]
Segelschiffe verfügen mindestens über einen Mast und ein Segel sowie als Gegenstück im Wasser über einen tiefgehenden Kiel, eine Kielflosse, ein Schwert oder mehrere Seitenschwerter, insbesondere zwei bei Plattbodenschiffen. Man unterscheidet zwei Arten von Segeln:

 
Schulschiff DeutschlandRahsegel, die an einer Rahe angeschlagen werden und hauptsächlich quer zur Fahrtrichtung orientiert sind, und
Schratsegel, die in Richtung der Schiffslängsachse gesetzt werden. Zu den letzteren gehören:
Hochsegel oder Bermudasegel: dreieckige Segel, die hinter oder am Mast gefahren werden und deren untere Kante von einem Baum aufgespannt wird.
Gaffelsegel, die trapezförmig sind und an einer Gaffel gefahren werden. Meistens wird ein Baum zur Segelführung genutzt.
Lateinersegel und Setteesegel, dreieckige oder trapezförmige Segel, deren rahähnliche Spiere vornehmlich längs zur Fahrtrichtung ausgerichtet ist, schräg am Mast hängt und sich mit einem Teil vor dem Mast befindet.
Luggersegel, die zwischen Gaffelsegel und Lateinersegel einzuordnen sind und oft baumlos gefahren werden.
Sprietsegel, viereckige Segel, die mit einer Stenge, das Spriet, von der vorderen unteren Ecke am Mast zur hinteren oberen Ecke aufgespannt werden. Sprietsegel werden meistens ohne Baum gefahren.
Krebsscherensegel
Spreizgaffelsegel
Stagsegel
Antrieb [Bearbeiten]
Den Vortrieb erhält ein Segelboot (auf der Kreuz) wie ein Flugzeugflügel (vgl. Segeln und Aerodynamik) durch das resultierende Kräftegleichgewicht, das sich aus der Windkraft auf die Segel und der Kraft auf Schwert oder Kielflosse ergibt. Auf diese Weise kann ein Segelschiff in spitzem Winkel gegen den Wind fahren. Fährt ein Segelschiff in Richtung des Windes (vor dem Wind), schiebt der Wind das Schiff dadurch, dass er in das Segel drückt. Für den Fall einer Flaute und zum Manövrieren verfügen Segelschiffe heutzutage meistens über einen Motor („Flautenschieber“).

Experimentiert wurde auch mit Flettner-Rotoren, maschinell angetriebenen senkrecht stehenden rotierenden Zylindern, mit deren Hilfe die Windenergie aufgrund des Magnus-Effektes für den Schiffsantrieb genutzt wird. Diese Schiffe nutzen zwar den Wind zur Fortbewegung, Flettner-Rotoren sind aber keine Segel.

Historische Entwicklung [Bearbeiten]
 
Historische Entwicklung des Segelschiffes
Heckruder europäischer Segelschiffe im Zeitalter der EntdeckungenDie Entwicklung der Segelschiffe begann vermutlich in Ägypten. Segelboote sind das erste Fortbewegungsmittel im Wasser. Vornehmlich für die Fahrt auf dem Nil, aber auch für Fahrten über das Mittelmeer und das Rote Meer wurden Schiffe mit einem Mast und einem großen Rahsegel eingesetzt. Das Segel war bereits drehbar gelagert, so dass die Schiffe auch bei seitlichem Wind segeln konnten.

Die Phönizier und Griechen entwickelten ab etwa 1000 v. Chr. zwei Grundtypen von seegängigen Segelschiffen:

Das Lastschiff mit geräumigem Rumpf und einem Mast sowie einem großen Rahsegel, das ausschließlich gesegelt wurde, und
Die Galeere, die für die Marschfahrt einen Mast mit einem mittelgroßen Rahsegel hatte, während des Kampfes und bei Flaute aber mit Riemen gerudert wurde.
Insbesondere mit den Lastschiffen wurden bereits weite Reisen durchgeführt. So segelte der Karthager Hanno um 600 v. Chr. entlang der Westküste Afrikas bis zum Äquator. Der Grieche Pytheas aus Massilia, dem heutigen Marseille, umsegelte die britischen Inseln und kam vermutlich auch nach Helgoland. Die Römer nahmen diese Schiffstypen auf und entwickelten sie weiter. Die Lastschiffe erhielten ein Bugspriet, an dem ebenfalls ein Rahsegel hing.

In Mittel- und Nordeuropa wurden Langschiffe entwickelt, die zunächst gerudert wurden. Bereits die Sachsen und Angeln, die als Angelsachsen gegen Ende des Römischen Reiches über die Nordsee nach England auswanderten, hatten die Langschiffe mit einem Mast und einem Rahsegel besegelt.

Die Wikinger entwickelten diesen Schiffstyp zur Perfektion weiter (Wikingerlangschiff). Nach zeitgenössischen Berichten waren die schlanken Wikingerschiffe schneller als ein berittener Bote. So konnten die Wikinger bei ihren Überfällen im frühen Mittelalter das Überraschungsmoment nutzen. Sie fuhren bereits über das offene Meer nach Island, Grönland und Nordamerika.

Nach dem Ende der Wikingerzeit wurde im Norden aus den breiteren offenen Handelsschiffen die Hansekogge entwickelt. Auch sie hatte nur einen Mast, bildete aber das Rückgrat des Fernhandels der Hanse. Gegen Ende des Mittelalters wurden auch zwei- und dreimastige Schiffe gebaut, beispielsweise die Hulk. Aus ihnen wurde in Spanien und Portugal die Karavelle entwickelt, mit der Christoph Kolumbus, Ferdinand Magellan und Vasco da Gama ihre Entdeckungsreisen unternahmen.

In China erreichte der Segelschiffbau schon im 15. Jahrhundert unter Admiral Zheng He ein sehr hohes Niveau. Damals wurden in Nanjing sogenannte Schatzschiffe von etwa 59 bis zu 140 Meter Länge gebaut, die bis zu neun Masten hatten. Sie wurden für Fernfahrten z. B. nach Indien, Arabien und Afrika eingesetzt.

Seit dem 17. Jahrhundert wurden immer spezialisiertere Formen verwendet, unter anderem

Linienschiffe (als Kriegsschiffe mit mehreren Kanonendecks) und
Fregatten (leichter armierte Schiffe von erhöhter Schnelligkeit)
In der Handelsschifffahrt entwickelten sich ab 1830 die schnellen Klipper (USA, Großbritannien) und die etwas fülligeren Down Easter in den Neuenglandstaaten ab 1855. Im ausgehenden 19. Jahrhundert lösten stählerne Windjammer, mehr als 1500 Vollschiffe und Barken sowie ca. 440 Viermastrahschiffe - ca. 40 Viermastvollschiffe und 400 Viermastbarken, die Holzschiffe ab. Als Höhepunkt entstanden sieben Fünfmastrahschiffe aus Stahl, sechs Fünfmastbarken und ein Fünfmastvollschiff, die Preußen. In den Vereinigten Staaten von Amerika begann um 1900 der Bau von hölzernen Riesenschonern. Es waren um die dreihundert Fünfmastergaffelschoner, zehn Sechsmastgaffelschoner an der Neuenglandküste, darunter ein Stahlsechsmastschoner und die Wyoming als längstes je gebautes Holzschiff der Welt, dazu etliche Umbauten zu Sechsmastschonern aus Holzdampfern und Viermastbarken an der Pazifikküste und ein Siebenmastgaffelschoner, die Thomas W. Lawson aus Massachusetts.

Moderne Antriebe erlauben die Handhabung riesiger einteiliger Segel, mehrere Rümpfe erlauben ein stärkeres aufrichtendes Moment.

Der Leichtbau ermöglicht immer größere Gleitboote und höhere Masten. Beim Tragflächenboot übernehmen die Tragflächen die Funktion des Kiels und der Rümpfe.

Segelschiffstypen [Bearbeiten]
 
Brigantine Falado von Rhodos
Linienschiff (HMS Victory)
Zeesenboot, Großmast mit baumlosem Gaffelsegel, Klüver und Focksegel, Besanmast mit Luggersegel
Ewer mit Seitenschwertern
Fünfmast-Vollschiff Preußen im New Yorker Hafen 1908Bark, Rahsegler mit drei bis fünf Masten, schratgetakelter Besanmast
Bilander, zweimastiger Holzrahsegler mit Lateinergroßsegel
Brigantine, zweimastiger Segler mit Rahfock und schratgetakeltem Großmast
Brigg, zweimastiger Rahsegler
Dau
Dromone
Dschunke
Ewer
Felucke
Fregatte
Gabarre
Gaffelschoner, rein schratgetakelter Segler mit zwei bis sieben Masten
Galeasse, Dreimaster mit Lateinersegeln und Riemen (Galeaßewer)
Galeere, Segelschiff mit Riemenantrieb (Segelbenutzung in der Regel nur für die Marschfahrt, nicht im Gefecht)
Galeone
Galeote, kleinere Galeere, später auch größere Fahrzeuge für den Kriegseinsatz
Gulet
Hansekogge
Holk
Jolle
Karacke
Karavelle
Katamaran, Zweirumpfboot
Ketch (Zweimast-Fahrtensegler)
Klipper, hochgetakelte Vollschiffe (und wenige Barken) mit Leesegeln, schlank geschnittener Holzrumpf
Korvette
Kraweel
Kutter
Lädine
Linienschiff
Logger
Pinasse
Pinisi
Schebecke
Schnau, zweimastiger Rahsegler mit Schnaumast
Schoner, schratgetakelter Segler mit zwei und mehr Masten, z. T. mit Rahtopp
Schonerbark (Barkentine), schratgetakelter Segler mit drei bis sechs Masten, rahgetakelter Fockmast
Slup
Trimaran, Dreirumpfboot
Vollschiff, voll rahgetakelter Segler mit drei bis fünf Masten
Wikingerschiff
Yawl
Zeesenboot

Unspezifische Bezeichnungen für Segelschiffe sind etwa Dreimaster, Großsegler, Tiefwassersegler, Fünfmastschiff oder Windjammer.

Siehe auch [Bearbeiten]
 Portal:Segeln – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Segeln
Segelbootsklassen
Schiffstypen
Entwicklungsgeschichte des Segelschiffs
Segeljacht
Takelage
Liste der größten Segelschiffe der Welt
Liste der größten Holzschiffe der Welt
Große Lenkdrachen zur Effizienzsteigerung von Motorschiffen (z.B. SkySails)
Literatur [Bearbeiten]
Björn Landström: Segelschiffe. Bertelsmann Lexikon-Verlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1970
Stefan Gulás, Pavol Pevný: Segelschiffe. Verlag Werner Dausien, Hanau 1987, ISBN 3-7684-0776-4
Rolf L. Temming: Segelschiffe. Neuer Kaiser-Verlag, Klagenfurt 1987, ISBN 3-7043-1039-5
Middendorf, F.L.: "Bemastung und Takelung der Schiffe", Neudruck der Ausgabe von 1903, Bielefeld 1977
Weblinks [Bearbeiten]
 Commons: Sailing ships – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Tallship-Fan – deutschsprachige Datenbank mit vielen modernen und traditionellen Segelschiffen.
Das neue Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien; Ergänzungsband: "Der Weltverkehr und seine Mittel. Rundschau über Schifffahrt und Welthandel", Verlagsbuchhandlung von Otto Spamer, Leipzig und Berlin, 1868 (auf Google Books) (mit ausführlichen Darstellungen damaliger Handels- und Kriegs-Segelschiffe, ihrer Ausrüstung und Führung)
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Segelschiff“
Kategorien: Schiffstyp | SegelschiffMeine Werkzeuge
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Tetrahydrocannabinol
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Strukturformel
 
Allgemeines
Name Tetrahydrocannabinol
Andere Namen (–)-?9-trans-Tetrahydrocannabinol
(6aR,10aR)-6,6,9-Trimethyl- 3-pentyl-6a,7,8,10a-tetrahydro- 6H-benzo[c]chromen-1-ol
Dronabinol (Freiname)
 
Summenformel C21H30O2
CAS-Nummer 1972-08-3
PubChem 16078
ATC-Code A04AD10
 
DrugBank APRD00571
Kurzbeschreibung zähe, harzartige Masse[1]
 
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse Antiemetikum
 
Verschreibungspflichtig: Ja, teilweise BtMG
Eigenschaften
Molare Masse 314,47 g·mol-1
Aggregatzustand flüssig bis fest
 
Schmelzpunkt ca. 40 °C[1]
 
Siedepunkt ca. 157 °C [2]
 
pKs-Wert 10,6 [3]
 
Löslichkeit wenig löslich in Wasser (2,8 g·l-1 bei 23 °C)[3]
 
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [1]
Xn
Gesundheits-
schädlich
 
R- und S-Sätze R: 20/22
S: 51
Bitte beachten Sie die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln
 
LD50 482 mg·kg-1 (Maus, peroral)[3]
 
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

?9-Tetrahydrocannabinol [?t?t?a?hy?d?o?kanabi'no?l] (Delta-9-THC, ?9-THC, THC) gehört zu den psychoaktiven Cannabinoiden und ist der Hauptwirkstoff der Hanfpflanze (Cannabis). Tetrahydrocannabinol unterliegt den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Chemie
1.1 Biosynthese
1.2 Extraktion
1.3 Teilsynthese
1.4 Konsumformen
2 Pharmakologie
2.1 Wirkmechanismen
2.2 Metabolismus
2.3 Toxizität
2.4 Pharmakokinetik
2.5 Synthetische Analoga
2.6 Wirkungen
2.7 Medizinische Anwendung
2.8 Drogennachweis
3 THC im Straßenverkehr
4 THC-Gehalte gängiger Schwarzmarktprodukte
5 Handelsnamen
6 Literatur
7 Einzelnachweise
8 Weblinks
 
Chemie [Bearbeiten]
Tetrahydrocannabinol kommt ausschließlich im Hanf (Cannabis) vor. Es wurde erstmals 1964 von Yehiel Gaoni und Raphael Mechoulam am Weizmann-Institut für Wissenschaften in Israel isoliert.[4] Besonders reich an THC sind die unbefruchteten weiblichen Blütenstände (etwa 6 bis 20 %), der THC-Gehalt der übrigen Pflanzenteile ist weit geringer (knapp 1 %). In den Samen der Pflanze ist gar kein THC enthalten. Die Blätter nahe der Blüte enthalten etwa 5–6 Prozent THC. Männliche Pflanzen haben im Unterschied zu weiblichen einen weit geringeren THC-Gehalt.

Biosynthese [Bearbeiten]
 
Biosynthese von THC-COOH.Tetrahydrocannabinol liegt in der Cannabis-Pflanze überwiegend als THC-Säure vor. Durch enzymatische Kondensation aus den beiden Prekursoren Geranylpyrophosphat und Olivetolsäure wird Cannabigerolsäure gebildet, die anschließend enzymatisch in Tetrahydrocannabinolsäure umgelagert wird. Durch Wärme und UV-Strahlung decarboxyliert die Säure zum THC. Eine Umwandlung oral aufgenommener THC-Carbonsäure in THC ließ sich in Fütterungsexperimenten mit Ratten nicht nachweisen.[5]

Extraktion [Bearbeiten]
THC ist sehr lipophil. Es kann per Extraktion aus THC-haltigem Pflanzenmaterial isoliert werden, wozu unpolare und schwach polare Lösungsmittel wie n-Alkane, Aceton, Isopropylalkohol oder Ethanol geeignet sind. Nach dem Abdampfen des Lösungsmittels bleibt ein harziger, ölartiger Extrakt zurück. Die Zusammensetzung des Extrakts ist abhängig von der Wahl des Lösungsmittels. Bei geeigneten Bedingungen können sehr hohe THC-Konzentrationen erreicht werden. Dieser Extrakt wird auch als Haschischöl bezeichnet.

Mit n-Butan (Feuerzeuggas) lassen sich lipophile Inhaltsstoffe bei sehr tiefen Temperaturen aus dem Pflanzenmaterial extrahieren; diese Methode bringt allerdings hohe Brand- und Explosionsgefahr mit sich. Butan verdampft bereits bei Zimmertemperatur. Der so erhaltene Extrakt hat ein Aussehen ähnlich wie Bernstein, bei Zimmertemperatur ist er dickflüssig und zieht Fäden wie Kunstharz. Wenn man ihn abkühlt, erstarrt er relativ schnell.

Neben THC enthält der Extrakt weitere Cannabinoide; bei Verwendung stärker polarer Extraktionsmittel wie Ethanol können entsprechend polare Stoffe enthalten sein, wie Chlorophyll, Alkaloide (Trigonellin, Hordenin), Aminosäuren, Aminozucker,[6] eventuell auch ungelöste feine Teile des Ausgangsmaterials. Durch geeignete Verfahren kann der Extrakt noch weiter gereinigt werden.

Teilsynthese [Bearbeiten]
Dronabinol ist teil-synthetisch produziertes Tetrahydrocannabinol. In Deutschland wird es von den Unternehmen Bionorica Ethics und THC Pharm produziert. Dronabinol-haltige Fertigarzneimittel sind bisher in Deutschland nicht zugelassen. In den Vereinigten Staaten sowie Kanada gibt es unter dem Handelsnamen Marinol Fertigarzneimittel in Kapselform, die gemäß § 73 Abs. 3 AMG importiert werden können. Meistens wird jedoch Dronabinol als Rezeptursubstanz für Dronabinol-Kapseln oder ölige Dronabinol-Tropfen verschrieben.[7] Ein synthetisches Analogon ist Benzopyranoperidin (Nabitan, Nabutam).

Der Wirkstoff wird aus rechtlichen Gründen mit aufwendigen Verfahren aus THC-armem Nutzhanf teilsynthetisch hergestellt (Extraktion von Cannabidiol und Umwandlung in THC) und ist daher sehr viel teurer, als wenn man ihn aus potentem „Rauschhanf“ extrahieren würde.

Die Wirkungsweise und die Indikation entsprechen denen von Tetrahydrocannabinol (siehe korrespondierende Abschnitte unten).

Konsumformen [Bearbeiten]
Der Konsum kann auf unterschiedliche Art erfolgen. Die üblichste Konsumform ist das Rauchen von Haschisch oder Marihuana pur oder gemischt mit Tabak. Häufig wird THC-haltiges Material auch mit Hilfe speziellen Rauchzubehörs wie Bongs und Pfeifen geraucht oder mit dem Vaporizer verdampft und inhaliert.

Daneben wird THC auch in Speisen und Getränken verarbeitet. Da THC lipophil ist, kann es in fettreichen Nahrungsmitteln wie Milch, Kuchen, Muffins verarbeitet werden. THC ist auf Grund seiner Lipophilie ohne Emulgator nicht intravenös applizierbar. Aufgrund seiner schlechten Wasserlöslichkeit kann es in Form von Lösungen oder Emulsionen mit Ethanol, Dimethylsulfoxid, Polysorbat 80, Cremophor EL oder Polyvinylpyrrolidon verabreicht werden.

Pharmakologie [Bearbeiten]
Wirkmechanismen [Bearbeiten]
 
Kalottenmodell des Tetrahydrocannabinol.Der Wirkmechanismus der Cannabinoide ist in seiner Gesamtheit wenig verstanden.

THC wirkt unter anderem auf mindestens zwei Arten von Rezeptoren, die bei Säugetieren vorkommen, CB1 und CB2. CB1-Rezeptoren befinden sich vorwiegend in zentralen und peripheren Nervenzellen, wo sie die Ausschüttung von Neurotransmittern modulieren. Sie kommen aber auch in anderen Zellen vor, zum Beispiel in der Hypophyse, Immunzellen, gastrointestinalem Gewebe, sympathetischen Ganglien, Herz, Lunge, Harnblase und Nebennieren. CB2-Rezeptoren kommen hauptsächlich in Immunzellen vor und sind an der Zytokinausschüttung beteiligt.

Endocannabinoide sind körpereigene Substanzen, die auf die CB1- und CB2-Rezeptoren wirken. Sie sind Eikosanoide und werden vom Organismus bei Bedarf erzeugt. Die bekanntesten sind Arachidonylethanolamid (Anandamid) und 2-Arachidonylglycerol (2-AG). Die Endocannabinoide und die Cannabinoid-Rezeptoren bilden das sogenannte Endocannabinoid-System.

THC bindet an die CB1-Rezeptoren und sorgt so für eine Reizübertragung in diesen Synapsen, mit Auswirkungen auf das zentrale und periphere Nervensystem, wie Glücksgefühl, Entspannung und Analgesie (Schmerzlinderung). Die Aktivierung hemmt über G-Proteine die Adenylylcyclase, blockiert Ca2+-Kanäle und aktiviert K+-Kanäle. Die Transduktionsmechanismen ähneln hierbei den Opioidrezeptor-Subtypen µ, d und ?.

Über die Rolle der CB2-Rezeptoren ist weniger bekannt, man nimmt jedoch an, dass sie an der Immunmodulation beteiligt sind, weil sie vorwiegend in B-Zellen und in natürlichen Killerzellen vorkommen.

THC wirkt auch auf andere pharmakologische Ziele wie etwa auf 5-HT3-Rezeptoren und auf Capsaicin empfindliche perivaskuläre sensorische Nerven.

Das Verteilungsmuster der CB1-Rezeptoren im Gehirn bedingt viele der pharmakologischen Eigenschaften von THC. Im Stammhirn, wo lebenswichtige Funktionen wie Atmung koordiniert werden, sind nur sehr wenige bis gar keine dieser Rezeptoren vorhanden. Im Hippocampus, wo das Kurzzeitgedächtnis angesiedelt ist, finden sich hingegen viele dieser Rezeptoren. CB1-Rezeptoren in den Basalganglien bieten eine Erklärung für den Einfluss von THC auf die Motorik.

Das nicht psychoaktive Cannabidiol (CBD) hat neben eigenen therapeutischen Wirkungen einen modulierenden Einfluss auf THC. Sowohl THC als auch CBD wirken antioxidativ und entfalten so eine neuroprotektive Wirkung, zum Beispiel bei Glutamat-induzierter Exzitotoxizität. Darüber hinaus hemmt THC die Glutamat-Ausschüttung und/oder den Eintritt von Calcium über die Ionenkanäle und wirkt so zusätzlich neuroprotektiv.

Das in Cannabis in geringer Menge enthaltene ?8-Tetrahydrocannabinol (?8-THC) ist psychoaktiv, aber etwas weniger potent als ?9-THC.

THC und CBD können Zeichen des apoptotischen und nekrotischen Zelltods induzieren.

Metabolismus [Bearbeiten]
?9-THC wird im Menschen überwiegend zu 11-Hydroxy-?9-THC (11-OH-?9-THC) oxidiert. Dieses Stoffwechselprodukt ist ebenfalls psychoaktiv und wird weiter zu 11-Nor-9-carboxy-?9-THC (11-COOH-THC, THC-COOH, THC-Carbonsäure, nicht psychoaktiv) verstoffwechselt. In Menschen und Tieren wurden über 100 verschiedene ?9-THC-Metabolite identifiziert, nahezu alle sind nicht psychoaktiv.[8] Die Metabolisierung findet im Wesentlichen in der Leber und durch die Cytochrom P450 Enzyme 2C9, 2C19 und 3A4 statt. Die Metaboliten werden dann aufgrund ihrer lipophilen Eigenschaften im Fettgewebe eingelagert, woraus sie anschließend nur sehr langsam wieder entfernt werden.[8] Mehr als 65 % des ursprünglich vorhandenen THCs werden so in Form von Metaboliten im Stuhl ausgeschieden und rund 25 % im Urin, ein geringer Teil wird im Körper selbst abgebaut.[8] Die Hauptmetaboliten im Urin sind mit Glucuronsäure verestertes THC-COOH und freies THC-COOH, während im Stuhl 11-OH-THC dominiert.[9]

Toxizität [Bearbeiten]
Die LD50 bei der Maus beträgt 42 mg/kg Körpergewicht intravenös und 482 mg/kg bei oraler Verabreichung, beim Rhesusaffen tritt nach intravenöser Gabe von 128 mg/kg Körpergewicht der Tod durch Atemstillstand und Herzversagen ein.[10]

Der LD50-Wert wird am Menschen nicht ermittelt und lässt sich nicht verlässlich hochrechnen. Nimmt man in einer groben (und niedrig angesetzten) Schätzung, den potentiellen peroralen LD50-Wert für Menschen mit 150 mg/kg Körpergewicht an, dann würde eine 70 kg schwere Person nach oralem Akut-Konsum von 10,5 g THC mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % sterben. Diese Menge ist enthalten in rund 130–260 g eines Cannabisprodukts mit 4–8 % THC-Gehalt. Andere Autoren geben niedrigere Werte von etwas über 4 Gramm an.[8] Zu beachten ist jedoch, dass THC über den Darm erheblich schlechter resorbiert wird als über die Lunge,[11] und dies durch beide nicht unbegrenzt. Deshalb ist es nicht möglich, sich die angegebenen letalen Mengen THC durch die Einnahme natürlicher Cannabisprodukte zuzuführen, weshalb beim Menschen bisher kein Fall einer Überdosis mit Todesfolge bekannt wurde.

Pharmakokinetik [Bearbeiten]
Psychische Effekte treten bei folgenden Dosierungen auf: 30–50 µg/kg intravenös, 50 µg/kg bei Rauchinhalation, 120 µg/kg oral.[12] Bei Rauchinhalation geringerer Mengen THC (5–7 mg) überwiegt die sedative Komponente, bei Mengen von 15 mg oder darüber überwiegt Vigilanz, die sich bis zu psychotischen Zuständen steigern kann.

Bei Rauchinhalation gehen ungefähr 20 % des im Rauch vorhandenen ?9-THC in das Blut über, oral nur etwa 6 %.[13] THC geht vom Rauch sehr schnell ins Blut über, hierbei ist die Entwicklung der Plasmakonzentration mit intravenöser Einnahme vergleichbar. Bei oraler Einnahme in Form von Sesamölkapseln war die Wirkung wegen des First-Pass-Effekts vermindert, die Bioverfügbarkeit betrug nur etwa 10 bis 20 %, die höchste THC-Konzentration wurde nach etwa zwei Stunden erreicht.

THC ist im Blutplasma überwiegend an Proteine gebunden, maximal 10 % kommen in den roten Blutkörperchen vor. Die Plasmahalbwertszeit nach intravenöser Gabe entwickelt sich in vier Phasen, was nahelegt, dass es mindestens vier Gewebearten gibt, in die THC einsickert, mit jeweils unterschiedlicher Durchlässigkeit und Bindungskapazität. Die THC-Konzentration fällt zunächst in wenigen Minuten stark ab, und sinkt dann langsam weiter. Die Halbwertszeiten betragen jeweils 1 Minute, 4 Minuten, 1 Stunde und 19 Stunden. Die kurzen Halbwertszeiten (1 und 4 Minuten, 1 Stunde) sind auf den schnellen Übergang von THC in bestimmte Gewebearten sowie auf den schnellen Stoffwechsel der Substanz zurückzuführen. Nach ungefähr 6 Stunden besteht ein Pseudogleichgewicht zwischen dem THC-Gehalt im Plasma und in den Geweben. Nach 5 Tagen werden etwa 80 bis 90 % der THC-Dosis in Form von Metaboliten ausgeschieden, etwa zu zwei Dritteln im Stuhl und zu einem Fünftel im Harn.

Die THC-Konzentration im Gehirn erreicht nach rund 30 Minuten ihr Maximum, sie ist dabei etwa drei bis sechs Mal höher als im Plasma. Die THC-Konzentrationskurven im Gehirn und im Plasma verlaufen parallel, was für einen uneingeschränkten Übertritt ins Gehirn spricht. Tierversuche haben gezeigt, dass sich THC als lipophile Substanz in bestimmten Gewebearten stark anreichert, zum Beispiel in Körperfett, Herz, Leber und Lunge. Ebenso wurde im Tierversuch nachgewiesen, dass THC durch die Plazenta auf Föten übergeht und deren Entwicklung beeinflusst, wobei die Auswirkungen noch nicht hinreichend erforscht sind.[14]

Synthetische Analoga [Bearbeiten]
Synthetische Analoga Wirkstoff Wirkung
?6a,10a-THC eventuell psychoaktiv
?6a,10a-Hexyl-THC Synhexyl (Parahexyl), schwächere Wirkung als ?9-THC
?6a,10a-Dimethylheptyl-THC DMH-THC, teilweise psychoaktiv
?6a,10a-Methyloctyl-THC 
Dimethylheptylpyran DMHP, CB1-Agonist, potenter als ?9-THC
Nabilon Antiemetikum, psychoaktiv
Levonantradol Antiemetikum, psychoaktiv
CP 55,940 rund 45 Mal so potent wie ?9-THC
BRL 4664 

Wirkungen [Bearbeiten]
Bekannte Wirkungen von ?9-THC auf den Menschen beziehungsweise Wirkungen von Cannabis, welche auf ?9-THC zurückgeführt werden:[15]

Wirkungen Effekte mit therapeutischem Potenzial Effekte des "high" Andere Wirkungen
Analgesie, Linderung neuropathischer und entzündungsbedingter Schmerzen
Wirkung auf motorische Funktionen, Linderung von Spastizität
Neuroprotektion
Hemmung der gastrointestinalen Motilität
Antiemetische Wirkung (Linderung von Übelkeit und Erbrechen)
Senkung des Augeninnendrucks
Erleichterung des Schlafes
Appetitanregende Wirkung
Hemmende Wirkung auf die Ausbreitung von Krebszellen
 Stimmungssteigerung
Euphorie
Redseligkeit
veränderte Wahrnehmung (z. B. in Bezug auf Farben, Musik, Geschmack und Zeitgefühl)
Gefühle erhöhter Einsicht und Bedeutung
 Beeinträchtigung des Denk-, Lern- und Erinnerungsvermögens
Beeinträchtigung des Konzentrationsvermögens
Beeinträchtigung der psychomotorischen Leistung, Ataxie, Tremor
Gefühle von Unwirklichkeit, Depersonalisation und Distanziertheit
Unterbrechung von Gedankengängen
Panik, Angst, Dysphorie
Verschlimmerung psychotischer Symptome, Paranoia
Auswirkungen auf kardiovaskuläre Funktionen, einschließlich Tachykardie und Haltungshypotonie
Bindehautrötung, verminderter Tränenfluss, Mundtrockenheit
Wirkungen auf endokrine und reproduktive Funktionen
Wirkungen auf die Thermoregulation
 

Die wiederholte Einnahme von ?9-THC kann bei Mensch und Tier Toleranz und Abhängigkeit bewirken. Die Toleranz ist reversibel und dürfte auf eine Verringerung der Rezeptordichte oder des Rezeptor-Signalverhaltens zurückzuführen sein. Änderungen der Affinität von ?9-THC auf die Rezeptoren, Veränderungen des Stoffwechsels und pharmakokinetische Effekte dürften hierbei eine geringere Rolle spielen.

Werden THC-haltige Pflanzenteile geraucht, kommen die Risiken des Rauchens hinzu: Arteriosklerose, sowie ein signifikant erhöhtes Risiko von Herz- und Hirninfarkten, Mund-, Kehlkopf-, Lungen- und Blasenkrebs. Bei dem sehr verbreiteten Mischen mit Tabak kommen alle Gefahren des Nikotinkonsums hinzu.

Es bestehen keine Hinweise, dass THC mutagen, cancerogen oder teratogen (fruchtschädigend) ist. Trotzdem sollten Schwangere und Stillende auf den Konsum von THC verzichten, weil Schäden am ungeborenen oder gestillten Kind nicht sicher ausgeschlossen werden können.

Medizinische Anwendung [Bearbeiten]
Das halbsynthetische THC Dronabinol ist in Deutschland und anderen Staaten als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel für die Herstellung von Rezepturarzneimitteln erhältlich. Unter dem Handelsnamen Marinol® ist es in den Vereinigten Staaten zur Behandlung von Anorexie und Kachexie bei AIDS und als Antiemetikum im Rahmen einer Krebstherapie zugelassen. Zur Therapie eines zu hohen Augeninnendruckes (Glaukom) ist Marinol® nicht zugelassen.

Die gesetzlichen Krankenkassen (z. B. AOK) übernehmen nicht regelhaft die Kosten der Medikation, die im Einzelfall Kosten bis hin zu 800 Euro pro Monat verursachen kann, auch wenn diese Form einer Therapie oft der letzte Ausweg für diverse Krankheitsbilder ist und sein könnte. Zurzeit läuft eine Studie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit Blepharospasmus-Patienten.

Das vollsynthetische THC-Analogon Nabilon hat ähnliche Indikationen wie Dronabinol. Das THC-Analogon Levonantradol wird in Deutschland nur für Forschungszwecke genutzt. Außerdem befindet sich THC in der klinischen Erprobungsphase für die Behandlung von Glaukomen und Autoimmunerkrankungen, wie Multipler Sklerose, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Dass THC Tics bei Betroffenen des Tourette-Syndroms wirksam reduziert, bestätigten die Ergebnisse einer sechswöchigen Studie an der Medizinischen Hochschule Hannover.

In den Niederlanden werden unter staatlicher Kontrolle drei standardisierte Cannabis-Varietäten für medizinische Zwecke erzeugt: Bedrocan (THC ca. 18 %; CBD <1 %), Bedrobinol (THC ca. 13 %; CBD <1 %) und Bediol (THC ca. 5 %; CBD ca. 6 %).[16] Diese Arzneimittel sind in den Niederlanden verschreibungsfähig.

In Kanada ist ein Mundspray mit den Handelsnamen Sativex (Wirkstoffe: pflanzliches THC und Cannabidiol) für die Behandlung neuropathischer Schmerzen und Spasmen bei multipler Sklerose sowie zur Behandlung von Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen in Zusammenhang mit Krebs- und AIDS-Erkrankungen zugelassen. In den Vereinigten Staaten befand sich das Medikament im Jahr 2008 in der klinischen Versuchsphase III. Im Mai 2009 wurde die Zulassung in Spanien und Großbritannien beantragt.[17]

Die Inhalation von THC habe laut einer kleinen, plazebo-kontrollierten Studie aus dem Jahr 2007 einen geringfügig positiven Effekt auf neuropathischen Schmerz im Rahmen einer Polyneuropathie bei AIDS.[18]

Drogennachweis [Bearbeiten]
Die Nachweisdauer von THC beträgt in Abhängigkeit vom Konsum 2–35 Tage im Urin beziehungsweise 12 Stunden im Blut. Der Nachweis im Urin erfolgt meist über die THC-Metabolite THC-Carbonsäure und 11-Hydroxy-THC. Neben der vergleichsweise aufwändigen LC/MS-Methode existieren für den Nachweis von THC-Metaboliten im Harn eine Reihe von Immunassay-Tests wie etwa Radioimmunassay (RIA), EMIT (enzyme multiplied immunoassay technique), CEDIA (cloned enzyme donor immunoassay) und FPIA (fluorescence polarization immunoassay). Um die Zahl falsch positiver Ergebnisse mit diesen Tests zu reduzieren, empfiehlt die US-amerikanische Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) einen Cutoff-Wert von 50 ng/mL.[19] Zur hochspezifischen und hochsensitiven Quantifizierung der THC-Carbonsäure im fg-Bereich kann die GC/MS-Methode eingesetzt werden. Dabei werden hochfluorierte Derivate, wie etwa das THC-COOH-HFBA-PFPOH-Derivat unter Verwendung des deuterierten Derivats als internem Standard nach dem Prinzip der Isotopenverdünnungsanalyse mit der NCI-Technik (Negative Chemische Ionisation) vermessen.[20] Diese Methodik vermeidet die oben geschilderten Probleme der falsch positiven oder falsch negativen analytischen Ergebnisse, die bei Enzymimmunassays (ELISA) immer wieder beobachtet werden und findet daher auch in der forensischen Analytik bei Schiedsanalysen Verwendung.[21]

Falsch negative Ergebnisse können etwa durch verdünnte Harnproben verursacht werden, zum Beispiel bei einer Verdünnung in vivo durch vermehrte Flüssigkeitszufuhr. Über die Verdünnung des Harns können der Kreatinin-Gehalt und die Osmolalität Anhaltspunkte bieten, jedoch herrscht Uneinigkeit darüber, ab welchem Kreatinin-Wert eine Harnprobe als „unverdünnt“ gilt.

Falsch positive Ergebnisse wurden bei einigen intensivmedizinisch behandelten Patienten berichtet, außerdem bei Personen, welche den Cannabiskonsum zwar aufgegeben haben, jedoch mehr Sport betreiben: da THC im Fettgewebe gespeichert wird, können beim Abbau von Fettreserven THC-Metabolite freigesetzt werden.[22]

THC im Straßenverkehr [Bearbeiten]
THC wirkt auf das Zentralnervensystem, deshalb sollte nach dem Konsum auf das Benutzen von Maschinen und das Führen von Fahrzeugen verzichtet werden. Die Polizei kann bei Fahrerkontrollen mit einem Schweiß-, Speichel-, Urintest oder durch Untersuchung des Blutes auch längere Zeit nach dem Konsum Spuren von THC nachweisen. Die Nachweisdauer hängt vor allem vom jeweiligen Konsummuster (Dauer, Art der Einnahme, Frequenz, Dosis) ab und kann im Urin zwischen einer Woche und zwei Monaten betragen. Zurzeit ist die gesetzliche Situation allerdings noch nicht eindeutig beschlossen, es drohen aber Geldbußen von mindestens 500 Euro, Fahrverbote bis zu drei Monaten und vier Punkte in Flensburg. Die Polizisten vor Ort können nur orientierende Vortests durchführen, die Blutprobe wird später in einem Labor untersucht und die Menge an THC und seiner Abbauprodukte bestimmt. Rechtlich sieht es so aus, dass eine Ordnungswidrigkeit begangen wurde, wenn noch THC im Blut nachweisbar ist. Im Beschluss des Bayerischen VGH vom 25. Januar 2006, Az. 11 CS 05.1711, steht: Der derzeitige medizinisch-naturwissenschaftliche Erkenntnisstand rechtfertigt es nicht, bereits ab einer THC-Konzentration von 1,0 ng/ml im Blut eines Kraftfahrzeugführers eine Erhöhung des Risikos für die Verkehrssicherheit als derart gesichert im Sinne des § 11 Abs. 7 FeV anzusehen, dass dem Betroffenen ohne weitere Sachverhaltsaufklärung die Fahrerlaubnis zwingend zu entziehen ist. Bei gelegentlichem Konsum von Cannabis und Fahren mit einer THC-Konzentration zwischen 1,0 und 2,0 ng/ml ist vor einer etwaigen Entziehung der Fahrerlaubnis gemäß § 14 Abs. 1 S. 4 FeV ein medizinisch-psychologisches Gutachten einzuholen.FeV § 11 Abs. 7, FeV § 14 Abs. 1 S. 4, StVG § 3 Abs. 1 Dies gilt aber nur, wenn keine Fahrfehler gemacht wurden. In vielen Fällen ordnet die Verwaltungsbehörde (Fahrerlaubnis) eine Überprüfung der Kraftfahreignung (MPU) zum Nachweis der Kraftfahrtauglichkeit an.

Versuche mit chronisch kranken MS-Patienten haben jedoch den Verdacht nahegelegt, dass eine Behandlung mit THC oder THC-ähnlichen Stoffen keinesfalls die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt.

In der Schweiz ist seit Anfang 2005 ebenfalls mit einem Drogentest (engl. „Drug Wipe“) in Verkehrskontrollen zu rechnen, trotz des Gerüchts, dass die von der Polizei eingesetzten Schnelltests in über 80 % der Fälle falsche Resultate liefern.[23][24]

Die Methode des THC-Nachweises im Straßenverkehr ist umstritten, da der Konsument nicht unter direktem Einfluss der Droge stehen muss, sondern es für einen positiven Test ausreicht, Tage und Wochen zuvor THC konsumiert zu haben. Dies gilt für alle Urintests, da diese nicht direkt THC nachweisen, sondern ein Abbauprodukt des THC, die Tetrahydrocannabinolsäure (THC-COOH, auch THC-Carbonsäure genannt). Die Cannabinolsäure hat keine berauschende Wirkung mehr. Sie wird allerdings relativ langsam und je nach Konstitution verschieden schnell aus dem Körper ausgeschieden und ist somit längere Zeit, manchmal sogar über Wochen im Urin nachweisbar. Die derzeit zuverlässigste Nachweismethode ist die Gaschromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung (GC/MS) von Derivaten (häufig als Trimethylsilyl-Derivate) der THC-Carbonsäure.[25] Im Gegensatz dazu weisen Speichel- und Schweißtests wie die oben zitierten Drogentests THC mit ausreichender Empfindlichkeit direkt nach.

THC-Gehalte gängiger Schwarzmarktprodukte [Bearbeiten]
Konventionelles, in Mitteleuropa gewachsenes Freiland-Marihuana enthält im Schnitt rund 6 % THC, während unter Kunstlicht gewachsenes, speziell auf hohen THC-Gehalt gezüchtetes Marihuana (fälschlich auch als „Genhanf“ bekannt) einen Wirkstoffgehalt von etwa 20 % vorweisen kann. In den USA begann man in den 1970er-Jahren mit solchen Züchtungen; insbesondere in den Niederlanden setzte man diese seit den 1980er Jahren fort, so dass der durchschnittliche THC-Gehalt des sogenannten „Nederwiet“ zuletzt (2004) bei etwa 20 % lag. Dennoch sind Meldungen über angeblich bis zu 50-fach erhöhte THC-Gehalte als maßlos übertrieben zu betrachten. US-amerikanische Forscher wiesen darauf hin, dass die als zum Vergleich angegebenen äußerst niedrigen Werte für in den 60er/70er-Jahren beschlagnahmtes Cannabis (z. T. unter 1 %) darauf zurückzuführen sein dürften, dass seinerzeit die ganzen Pflanzen inklusive Stängel und Blätter analysiert wurden, während heute nur die tatsächlich konsumierten Blütenstände untersucht werden.

Haschisch enthält im Schnitt zwischen 5 und 10 % THC, wobei – wie auch bei Marihuana – die Spanne sehr groß sein kann: Hochwertiges Haschisch kann ebenfalls über 20 % THC enthalten. Das in den Niederlanden aus hochwertigem Marihuana hergestellte Haschisch (welches jedoch nur einen sehr kleinen Marktanteil hat) enthält mitunter bis zu 40 % THC. Eine Studie der Universität Leiden aus dem Jahre 2006 untersuchte elf Cannabiskraut-Proben aus niederländischen Coffee-Shops, der THC-Gehalt lag zwischen 11,7 % und 19,1 %. Zwei Vergleichsproben von Cannabiskraut aus niederländischen Apotheken enthielten 12,2 % beziehungsweise 16,5 % THC.[26]

Das auf dem Schwarzmarkt eher selten erhältliche Haschischöl kann je nach Produktionsweise bis zu 90 % THC enthalten. Werden „billige“ Lösemittel von mäßigem Reinheitsgrad eingesetzt, die giftige Beiprodukte oder Vergällungsstoffe enthalten, oder werden Lösemittel nur ungenügend entfernt, kann der Konsum zu zusätzlichen Gesundheitsschäden führen.

Handelsnamen [Bearbeiten]
Marinol (Kanada, Vereinigte Staaten)

Literatur [Bearbeiten]
Franjo Grotenhermen: Hanf als Medizin. Ein praxisorientierter Ratgeber zur Anwendung von Cannabis und Dronabinol. AT-Verlag, Baden 2004, ISBN 3-85502-944-X.
Roger Pertwee (Hrsg.): Cannabinoids. Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-22565-X (Handbook of Experimental Pharmacology. Band 168).
Franjo Grotenhermen (Hrsg.): Cannabis und Cannabinoide. Pharmakologie, Toxikologie und therapeutisches Potential. Huber, Bern 2004, ISBN 3-456-84105-1.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
1.? a b c Sicherheitsdatenblatt von Caelo (PDF)
2.? John M. McPartland, Ethan B. Russo: Cannabis and Cannabis Extracts: Greater Than the Sum of Their Parts? The Haworth Press, Inc., 2001.
3.? a b c Tetrahydrocannabinol bei ChemIDplus
4.? Yehiel Gaoni, Raphael Mechoulam: Isolation, structure and partial synthesis of an active constituent of hashish. In: Journal of the American Society. 86, Nr. 8, 1964, S. 1646–1647, doi:10.1021/ja01062a046.
5.? J. Jung, M. R. Meyer, H. H. Maurer, C. Neusüß, W. Weinmann, V. Auwärter: Studies on the metabolism of the Delta9-tetrahydrocannabinol precursor Delta9-tetrahydrocannabinolic acid A (Delta9-THCA-A) in rat using LC-MS/MS, LC-QTOF MS and GC-MS techniques. In: Journal of Mass Spectrometry. 44, Nr. 10, 2009, S. 1423–1433, doi:10.1002/jms.1624.
6.? Eberhard Breitmeier: Alkaloide. Teubner, Stuttgart 1997, ISBN 3-519-03542-1, S. 87 ff.
7.? Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Hrsg.): Neues Rezeptur-Formularium. 2008 (PDF, Rezepturhinweise für Dronabinol).
8.? a b c d Lester Grinspoon, James B. Bakalar: Marihuana, die verbotene Medizin. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-86150-060-4.
9.? M. A. Huestis: Pharmacokinetics and metabolism of the plant cannabinoids, ??-tetrahydrocannabinol, cannabidiol and cannabinol. In: Handbook of Experimental Pharmacology. Nr. 168, 2005, S. 657–690, doi:10.1007/3-540-26573-2_23.
10.? Eberhard Teuscher, Ulrike Lindequist: Biogene Gifte. Akademie-Verlag, Berlin 1988, Letale Dosen von THC bei Maus und Rhesusaffe, S. 65 f.
11.? Gabriel G. Nahas: Toxicology and pharmacology of cannabis sativa with special reference to ? 9-THC. In: Bulletin on Narcotics. 24, Nr. 2, 1972, S. 11–27.
12.? The central neuropharmacology of psychotropic cannabinoids. In: Pharmacology & Therapeutics. 36, Nr. 2–3, 1988, S. 189–261, doi:10.1016/0163-7258(88)90106-4.
13.? Klaus Aktories, Ulrich Förstermann, Franz B. Hofmann, Klaus Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 9. Auflage. Urban und Fischer, München 2006, ISBN 3-437-44490-5.
14.? C. Nora Chiang, Rao S. Rapaka: Pharmacokinetics and Disposition of Cannabinoids. In: Structure-Activity Relationships of the Cannabinoids. 1987, S. 137 (NIDA Research Monograph. Band 79).
15.? Roger G. Pertwee: Pharmacologial and therapeutic targets for ?9-tetrahydrocannabinol and cannabidiol. In: Euphytica. 140, Nr. 1–2, 2004, S. 73–82, doi:10.1007/s10681-004-4756-9.
16.? Frederike K. Engels u. a.: Medicinal cannabis in oncology. In: European Journal of Cancer. 43, Nr. 18, 2007, S. 2638–2644, doi:10.1016/j.ejca.2007.09.010.
17.? GW Files Sativex Regulatory Submission, Pressemitteilung 20. Mai 2009 (englisch)
18.? D. I. Abrams, C. A. Jay, S. B. Shade, H. Vizoso et al.: Cannabis in painful HIV-associated sensory neuropathy: a randomized placebo-controlled trial. In: Neurology. 2007 Feb 13;68(7), S. 515-521.
19.? Sandra B. Grauwiler, Jürgen Drewe, André Scholer: Sensitivity and Specificity of Urinary Cannabinoid Detection with Two Immunoassays After Controlled Oral Administration of Cannabinoids to Humans. In: Therapeutic Drug Monitoring. 30, Nr. 4, 2008, S. 530–535, doi:10.1097/FTD.0b013e318180c7c2.
20.? H.-U. Melchert, H.-J. Hübschmann, E. Pabel: Analytik der THC-Carbonsäure. Spezifische Detektion und hochsensitive Quantifizierung im Harn durch NCI-GC/MS. In: LABO. Heft 1, 2009, S. 8–12.
21.? Richard A. Gustafson u. a.: Urinary cannabinoid detection times after controlled oral administration of ?9-tetrahydrocannabinol to humans. In: Clinical Chemistry. 49, Nr. 7, 2003, S. 1114–1124, doi:10.1373/49.7.1114.
22.? Gabriele Halwachs-Baumann: Labormedizin. Klinik, Praxis, Fallbeispiele. Springer, Wien 2006, ISBN 3-211-25291-6.
23.? Unzuverlässiger Speicheltest bei Drogen In: Neue Zürcher Zeitung. 24. Januar 2005 (zitiert im Hanfarchiv).
24.? Patrick Studer: Jagd auf Kiffer nach dem Prinzip Zufall. In: Solothurner Tagblatt. 21. Januar 2005 (zitiert im Hanfarchiv).
25.? S. Strano-Rossi, F. Molaioni, F. Botrè: Rapid screening of drugs of abuse and their metabolites by gas chromatography/mass spectrometry: application to urinalysis. In: Rapid Communications in Mass Spectrometry. 19, Nr. 11, 2005, S. 1529–1535, doi:10.1002/rcm.1942.
26.? Arno Hazekamp: Eine Beurteilung der Qualität von medizinischem Cannabis in den Niederlanden In: Cannabinoids. 1, Nr. 1, 2006, S. 1–10.
Weblinks [Bearbeiten]
Susanne Uhlenbrock, Claudia Langebrake: Von der Hippie-Droge zum Medikament. In: Pharmazeutische-Zeitung. 21, 2002
Christina Berndt: Im Biotop des Bunkerbauern. Auf sueddeutsche.de, 14. Februar 2005
Internationale Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoid-Medikamente
Selbsthilfenetzwerk Cannabis-Medizin
 Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Tetrahydrocannabinol“
Kategorien: ATC-A04 | Gesundheitsschädlicher Stoff | Cannabinoid | Arzneistoff | Halluzinogen | Cannabis als Rauschmittel | Sekundärer Pflanzenstoff | Phenol | Dihydropyran | CyclohexenMeine Werkzeuge
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William Randolph Hearst
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William Randolph Hearst (1906)William Randolph Hearst (* 29. April 1863 in San Francisco; † 14. August 1951 in Beverly Hills) war ein US-amerikanischer Verleger und Medien-Tycoon.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Leben
2 Einfluss auf den Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898 – Yellow Press
3 Politische Versuche
4 Erfolge in den 30ern
5 Siehe auch
6 Hearst als Vorbild
7 Literatur
8 Weblinks
 
Leben [Bearbeiten]
William Randolph Hearst kam am 29. April 1863 in San Francisco als einziges Kind von George Hearst, einem durch Bergbau und Landwirtschaft reich gewordenen Multimillionär, und dessen Frau Phoebe zur Welt. Nach seinem erfolgreichen Journalismusstudium in Harvard begann er beim Harvard Lampoon, der von Joseph Pulitzer geleitet wurde, zu arbeiten. 1887 übernahm er die Zeitung San Francisco Examiner, um sie mit großem Erfolg radikal umzugestalten. Vom Journalismus Pulitzers inspiriert, wies er seine Journalisten an, schockierende Nachrichten zu schreiben, um die Leser zu begeistern.

Als 1891 sein Vater starb, hinterließ dieser ein Vermögen von 7,5 Millionen Dollar. Mit den neuen finanziellen Möglichkeiten kaufte Hearst 1895 die New Yorker Zeitung Morning Journal, engagierte einige der bekanntesten Journalisten der Zeit und erschloss einen Markt mit mehreren Millionen Lesern. So konkurrierte er mit seinem früheren Mentor Pulitzer, der zu dieser Zeit Verleger der New York World war.

Einfluss auf den Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898 – Yellow Press [Bearbeiten]
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gab es ein starkes Interesse der USA an der spanischen Kolonie Kuba. Während in dieser Zeit an einen Krieg mit dem militärisch starken Spanien noch nicht zu denken war, änderte sich die Situation nach dem 30-jährigen Unabhängigkeitskampf der Kubaner gegen die spanische Kolonialmacht. Politisch und militärisch fühlten sich die USA nun in der Lage, Spanien seine Kolonie Kuba streitig zu machen. Ein willkommener Anlass war die Explosion der USS Maine im Hafen von Havanna, die besonders von Hearst und Pulitzer zum Kriegsgrund erklärt wurde. Der in der Hearst-Presse veröffentlichte Schlachtruf lautete „Remember the Maine, to hell with Spain“ (Denkt an die Maine, zur Hölle mit Spanien), obwohl zu diesem Zeitpunkt eine spanische Schuld an dem Unglück noch gar nicht zur Diskussion stand. Hearst ging sogar noch weiter. Er beauftragte seinen Korrespondenten Remington, in Havanna zu bleiben und Bilder zu schicken, damit er, Hearst, den Krieg machen könne („You furnish the pictures. I’ll furnish the war.“ W. R. Hearst).

Hearst und Pulitzer, die beide schon vor einiger Zeit erkannt hatten, dass Sensationsnachrichten gute Verkaufszahlen versprechen, veröffentlichten in ihren Zeitungen Berichte und Bilder über die Misshandlung der kubanischen Bevölkerung unter dem Kommando des spanischen Generals Valeriano Weyler y Nicolau, der Konzentrationslager (campos de reconcentración) einrichten ließ. Solche Bilder hatten die Menschen der damaligen Zeit noch nie in einem öffentlichen Medium gesehen. Die Schlagzeile „Enter the butcher“ (Auftritt des Schlächters) bezog sich auf den spanischen General Weyler und sollte den Krieg psychologisch vorbereiten. Hearsts Zeitungen, die sich anfangs noch gut 77.000 mal verkauften, wiesen nun plötzlich Verkaufszahlen von über einer Million auf. In den Zeitungen wurden Geschichten über kubanische Rebellen (mambí), die gegen die spanische Besetzung kämpften, veröffentlicht. Diese Berichte weckten Sympathien für Rebellen und beeinflussten die Meinungsbildung der Leser stark. Hearst machte kein Geheimnis daraus, dass er nur einen Krieg für die richtige Lösung des Problems hielt. Nun war ein Krieg nicht mehr zu verhindern. Hearst scheute keinen Aufwand, um bessere Geschichten als Pulitzer publizieren zu können; u.a. begann er, Pulitzers beste Journalisten und Illustratoren abzuwerben. Diese Art, Sensationsnachrichten zu verbreiten, erhielt den Namen „Yellow Press“, eine Anspielung auf die regelmäßig zunächst in Pulitzers, dann in Hearsts Zeitungen erscheinenden Comicstrips von The Yellow Kid und das gelbe Zeitungspapier.

Mit dem Vermögen, das er durch die guten Geschäfte während des Spanisch-Amerikanischen Kriegs und der Eroberungen der Zeitungsmärkte von San Francisco und New York verdient hatte, erweiterte Hearst in den folgenden Jahren sein Unternehmen. So gründete er 1900 die Chicago American, 1902 den Chicago Examiner und den Boston American sowie 1904 den Los Angeles Examiner. Dies bedeutete mehr als nur eine Ausweitung seines Imperiums, sondern sollte ihn auch bei seinem größten Ziel unterstützen: Präsident der USA zu werden.

Politische Versuche [Bearbeiten]
 
Hearst im Jahr 1910Hearst hatte von vornherein keine Chance, Präsident zu werden, denn der Zeitaufwand für seine Zeitungen war einfach zu groß, und er war eher ein „Showman“ denn ein seriöser Politiker. 1902 und 1904 gewann er als Mitglied der Demokratischen Partei trotzdem die Wahlen zum Repräsentantenhaus. Jedoch ließen ihm seine Zwei-Millionen-Kampagne für die Präsidentschaftswahl und die Verwaltung seiner Zeitungen sehr wenig Zeit für die Pflichten im Kongress. Seine ständige Abwesenheit verärgerte die anderen Politiker. Trotz allem fand Hearst noch Zeit, sich 1905 der Wahl zum New Yorker Bürgermeister zu stellen, und versuchte 1906, zum Gouverneur gewählt zu werden. Nachdem er zweimal nicht gewählt wurde, zog sich Hearst aus der Politik zurück.

1903 heiratete er die erst 21 Jahre alte Millicent Willson, mit der er fünf Söhne hatte. Als Hearsts Mutter 1919 starb, zog er auf die 680 km² große Farm in San Simeon um, die früher seinem Vater gehört hatte. Dort baute er sich für 37 Millionen Dollar ein eigenes Schloss (Hearst Castle), in dem regelmäßig Partys mit viel Hollywood-Prominenz gegeben wurden, und gab je 50 Millionen Dollar für Immobilien in New York und für Kunstgegenstände aus. Letztere konnte er zum Teil durch die große Not, welche in Europa nach dem Ersten Weltkrieg herrschte, dort günstig erstehen.

Hearst äußerte in den 30er Jahren Sympathien für den Nationalsozialismus und den italienischen Faschismus. 1934 reiste er nach Deutschland, wo er von Hitler empfangen wurde. Nach dieser Reise veröffentlichten Hearsts Zeitungen Artikel gegen die Sowjetunion; es erschien auch eine Artikelserie von Hermann Göring, die aber aufgrund heftiger Proteste schnell wieder verschwand. Eine Kehrtwende in Hearsts Position fiel mit den Novemberpogromen 1938 zusammen, die er öffentlich als Barbarei bezeichnete; seine Zeitungen waren unter den ersten, die über den Holocaust berichteten.[1]

Erfolge in den 30ern [Bearbeiten]
In den 1930er Jahren war Hearsts Vermögen durch die Folgen des Börsencrashs des Oktobers 1929 stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dennoch war 1935 Hearst mit 200 Millionen Dollar einer der reichsten Menschen der Welt. In den 1940er Jahren besaß er 25 Tageszeitungen, 24 Wochenzeitungen, 12 Radiosender, zwei weltweite Nachrichtenunternehmen, das Cosmopolitan-Filmstudio und einige andere Medienfirmen. 1948 kaufte er einen der ersten Fernsehsender der USA in Baltimore. Hearst verkaufte täglich mehr als 13 Millionen Zeitungen und erreichte mit ihnen etwa 40 Millionen Leser. Beinahe ein Drittel der amerikanischen Erwachsenen lasen eine Zeitung aus dem Hause Hearst, viele erhielten diese Informationen in Form von Filmen und übersetzten Zeitungen auch im Ausland.

In Abstimmung mit Firmengrößen wie DuPont und Anslinger nahmen die Hearst-Zeitungen sehr erfolgreich Einfluss auf das Verbot des Hanfes, welches 1937 durchgesetzt werden konnte.

Kritiker wie z.B. Jack Herer werfen Hearst vor, mit seiner Kampagne gegen das Marihuana nicht die Menschheit vor der gefährlichsten Droge seit Anbeginn der Menschheit schützen zu wollen, sondern dass wirtschaftliche Interessen im Vordergrund standen. Hearst war Waldbesitzer und Papiermühlen-Magnat und der Hanf wurde durch neue Erntemaschinen eine übermächtige Konkurrenz dazu. [2]

Hearst starb am 14. August 1951 in Beverly Hills. Seine Ehe mit Millicent Willson hielt bis zu seinem Tod. Jedoch hatte er fast 30 Jahre lang eine Affäre mit der Schauspielerin Marion Davies.

In den späten 1930er-Jahren erlitt Hearst finanzielle Einbrüche. Davies unterstützte ihn finanziell, indem sie ihren Schmuck verkaufte und ihm den Erlös - eine Million Dollar - zur Verfügung stellte. Erst nach dem Tod von Hearst im Jahr 1951 heiratete Davies einen Geschäftsmann.

Siehe auch [Bearbeiten]
Hearst Corporation
Hearst als Vorbild [Bearbeiten]
Der 1941 von Orson Welles gedrehte Film Citizen Kane zeigt starke Anklänge an die Biografie Hearsts, woraufhin dieser eine Medienkampagne startete, um dies zu unterbinden. Er konnte jedoch nicht verhindern, dass der Film in den Verleih kam.

In dem 18ten James Bond-Film Der Morgen stirbt nie wurde der Schurke und Medienmogul Elliot Carver (gespielt von Jonathan Pryce) vom beruflichen Stand her nach William Randolph Hearst gestaltet. Carver zitiert Hearst kurz vor dem Ende sogar: "Der einzigartige William Randolph Hearst hat seinem Fotografen gesagt 'Liefern sie die Fotos, ich liefere den Krieg.' Ich bin nur einen Schritt weiter gegangen."

Literatur [Bearbeiten]
Ben Procter: William Randolph Hearst: The Early Years, 1863-1910. 1998.
Ben Procter: William Randolph Hearst: The Later Years, 1911-1951. New York 2007, ISBN 978-0-19-511277-1.
1.? Rafael Medoff: Hearst and the Holocaust. Jerusalem Post, 22. April 2009
Weblinks [Bearbeiten]
 Commons: William Randolph Hearst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Literatur von und über William Randolph Hearst im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
William Randolph Hearst im Biographical Directory of the United States Congress
Bethke: Macht und Ohnmacht der Worte: William Randolph Hearst und der Weg der USA zur Weltmacht, 1898-1917, Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena; 2001
Normdaten: PND: 118547429 (PICA) | LCCN: n80004058 | VIAF: 84064 | WP-Personeninfo
Personendaten
NAME Hearst, William Randolph
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Verleger und Medienzar
GEBURTSDATUM 29. April 1863
GEBURTSORT San Francisco
STERBEDATUM 14. August 1951
STERBEORT Beverly Hills
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/William_Randolph_Hearst“
Kategorien: Verleger (19. Jahrhundert) | Verleger (20. Jahrhundert) | Unternehmer (19. Jahrhundert) | Unternehmer (20. Jahrhundert) | Mitglied des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten für New York | Mitglied der Demokratischen Partei (Vereinigte Staaten) | US-Amerikaner | Geboren 1863 | Gestorben 1951 | MannMeine Werkzeuge
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Fischernetz
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FischernetzEin Fischernetz ist ein engmaschiges, netzförmiges Gewebe das zum Fischfang genutzt wird. Das Netz besteht aus der "Verknotung einer Fadenreihe mit einer Fadenfolge" und "besitzt die größte Unverschieblichkeit dadurch, dass sich die (....) Knoten durch Zug in jeder der Fadenrichtungen fester schließen."[1].

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Geschichte
2 Arten
3 Maschenöffnung
4 Knüpftechnik
5 Siehe auch
6 Einzelnachweise
7 Weblinks
 
Geschichte [Bearbeiten]
 
historische HerstellungBereits für das Mesolithikum sind Fischernetze und Seile aus Weidenbast nachgewiesen.[2] Bezeichnungen für bestimmte Fischernetzarten sind auch Tragula (mit Kork besetzt, welches durch das Wasser gezogen wurde[3]), "Garnsack" oder "Garnschlauch" (schlauchförmiges Fischernetz, welches an der Mündung aus zwei Wänden besteht u. sehr weit, an dem spitzig zulaufenden Ende verschlossen und 3-6 m lang ist[4]), Raffle (besteht aus mehren runden Säcken, welche durch Reusen ausgespannt und mit einander vereinigt sind; an den Seiten dieser Säcke sind Flügel angebracht. Das Netz wird mit Pfählen im Wasser befestigt u. erst nach einem od. zwei Tagen herausgenommen[5]) und Zare (sackförmiges Fischernetz, oben und unten an einen langen Reif befestigt[6]).

Im Alten Ägypten war der Fischfang mit einem Schlepp- oder Zugnetz seit dem Alten Reich Bestandteil des Bildprogramms in privaten Grabanlagen. Abbildungen belegen, dass das Maschenwerk durch Flechten oder Knüpfen aus Flachsfäden entstand. [7] Auch in der ägyptischen Mythologie spielte das Netz im Jenseitsglauben eine entscheidende Rolle, da die Seele des Toten in Gestalt eines Zugvogels oder Fisches in Gefahr geraten konnte, beim Übergang ins Jenseits in das Fangnetz zu geraten und so total ausgelöscht zu werden. Abwehrsprüche in den Sargtexten und im Totenbuch belegen, dass sich der Tote dagegen durch die Kenntnis der Einzelteile des Netzes wehren konnte. [8]

Arten [Bearbeiten]
Man unterscheidet unter anderem:

 
Schleppnetz
BaumkurreBaumkurre
Bodennetz
Hamen
Kiemennetz
Ringwade
Schleppnetz
Senknetz
Stellnetz
Treibnetz
Wurfnetz
Maschenöffnung [Bearbeiten]
Die Maschenöffnung ist auf den zu fangenden Fisch abgestimmt. Damit weniger Jungfische gefangen werden, sind bestimmte Mindestmaschenöffnungen erforderlich. Diese werden in internationalen Abkommen vereinbart und gegenseitig kontrolliert. Siehe Fischerei.

Der Begriff Maschenweite wird vielfach fälschlicher Weise mit den Begriff Maschenöffnung vertauscht. Eine Maschenweite ist lediglich eine Länge zwischen zwei nebeneinander liegenden Knoten (siehe hierzu DIN 61250 Begriffe Netztuch)

Knüpftechnik [Bearbeiten]
Beim Knüpfen werden mit einer Netznadel hunderte Knoten aneinandergereiht. Verwendet wird der Schotstek.

 
NetznadelnSiehe auch [Bearbeiten]
Angeln (Fischfang)
Gliep
Kescher
Reuse
Schetel
Einzelnachweise [Bearbeiten]
2.? Almut Bick: Die Steinzeit. Theiss WissenKompakt, Stuttgart 2006. ISBN 3-8062-1996-6
7.? Waltraut Guglielmi, in: Lexikon der Ägyptologie Band IV, Stichwort Netz, Otto Harrassowitz Wiesbaden 1982, S. 464.
8.? Waltraut Guglielmi, in: Lexikon der Ägyptologie Band IV, Stichwort Netz, Otto Harrassowitz Wiesbaden 1982, S. 465.
Weblinks [Bearbeiten]
 Commons: Fischernetze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Fischernetz“
Kategorien: Fanggerät (Fischerei) | Technische TextilieMeine Werkzeuge
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Flaschenzug
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Flaschenzug an einem BaukranEin Flaschenzug ist eine einfache Maschine, die den Betrag der aufzubringenden Kraft z. B. zum Bewegen von Lasten verringert. Der Flaschenzug besteht aus festen und/oder losen Rollen und einem Seil. Ein Kettenzug verfolgt dasselbe Prinzip, nur dass hier eine Kette statt eines Seiles verwendet wird. Bei komplizierten Flaschenzügen sind die Rollen mittels Scheren zum Block zusammengefasst.

Der Erfinder des Flaschenzugs ist nicht bekannt, die Erfindung wird aber Archimedes zugeschrieben. Plutarch berichtete, dass Archimedes ein beladenes Kriegsschiff mittels Flaschenzügen und seiner eigenen Körperkraft aus dem Arsenal des Königs gezogen haben soll.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Teile des Flaschenzugs
2 Anwendungsbeispiele
2.1 Schweizer Flaschenzug
2.2 Münchhausentechnik
3 Bauformen
3.1 Faktorenflaschenzug
3.2 Potenzflaschenzug
3.3 Differenzialflaschenzug
4 Reibungsverluste/Wirkungsgrad
5 Siehe auch
6 Weblinks
7 Belege
 
Teile des Flaschenzugs [Bearbeiten]
 
Block eines FlaschenzugesEin Flaschenzug besteht aus mindestens zwei Rollen (Scheiben) sowie einem Seil. Flaschen wurden dabei die Halterungen der Rollen genannt und waren meist als Block (mhd. plock, ploch „großes“ oder „zusammenhängendes Stück“) aus einem Stück Hartholz (Esche, Rüster) gearbeitet. Heute nennt man die flachen Teile beiderseitig am Rand (Backe, Wange) und zwischen den Rollen (Damm) insgesamt Scheren. In der Seemannssprache wird der Flaschenzug als Talje bezeichnet.

Die Rollen eines Flaschenzuges wurden früher ebenfalls Flaschen genannt. Der Begriff entstand etwa im 18. Jahrhundert: Bei Webmaschinen, speziell bei Bandwebmaschinen, werden die Spannrollen , die die Kettfäden immer gespannt halten, als Flaschen bezeichnet.

Die Art und Weise, wie das Seil über die Rollen geführt ist, wird als Einscherung bezeichnet.

Anwendungsbeispiele [Bearbeiten]
Für die Geschichte des Krans, siehe Kran.
 
Römischer Baukran, RekonstruktionBereits in der Antike war die Kraftminderung durch Anwendung der Hebelgesetze bekannt. Die erste bildliche Darstellung der Kombination von Seil und einfacher Rolle findet sich bereits auf einem assyrischen Relief um 970 v. Chr.. Im alten Rom, unter der regen Bautätigkeit der Cäsaren, war der Baukran unentbehrlich zur Errichtung der Arenen. Dank verschiedener Umlenkrollen konnten die Bedienungsmannschaften bis zu sieben Tonnen schwere Steinblöcke heben. Auch Leonardo da Vinci machte sich in seinen Erfindungen den Flaschenzug zunutze.

In der Renaissance, 1586, fand der Flaschenzug seine spektakulärste Anwendung beim Transport und der Aufrichtung der Obelisken auf dem Petersplatz in Rom durch den Ingenieur Domenico Fontana. Bis 1861 blieb der Flaschenzug und seine Anwendung weitgehend unverändert. Erst mit dem Differentialflaschenzug, zum ersten Male in London eingesetzt, konnte eine Effizienzsteigerung erreicht werden. Bei diesem Flaschenzug beträgt die Kräfteverstärkung 1:1000, das heißt, mit einem Kilogramm (ungefähr 10 N) Zugkraft kann man 1 t (etwa 10.000 N) Gewicht anheben. Heute werden Flaschenzüge vor allem bei Kränen oder Spannvorrichtungen für Fahrdrähte eingesetzt.

Schweizer Flaschenzug [Bearbeiten]
Ein Schweizer Flaschenzug ist ein Verfahren der Spaltenbergung bei Unfällen am Gletscher mit Hilfe eines kombinierten Potenz- und Faktorenflaschenzugs.

Münchhausentechnik [Bearbeiten]
Die Münchhausentechnik ist zur Selbstrettung geeignet, wenn beispielsweise der vorausgehende Bergführer in eine Spalte stürzt und der Partner keine Rettungstechniken beherrscht.[1]

Bauformen [Bearbeiten]
Faktorenflaschenzug [Bearbeiten]
 
verschiedene Flaschenzüge, n=1, 2, 3 und 4Die Rollen bei einem Flaschenzug können sehr unterschiedlich angeordnet sein. Für die Zugkraft entscheidend ist aber immer die Anzahl der tragenden Seile, auf die sich die Last verteilt. In der rechts abgebildeten Grundform des Flaschenzugs ist die Spannung s an jeder Stelle des Seils gleich. Die Gewichtskraft FL der Masse wird daher gleichmäßig auf alle n Verbindungen zwischen den unteren und den oberen Rollen, den tragenden Seilen, verteilt. Die Zugkraft am Ende des Seils ist proportional zur Spannung im Seil und somit gilt

.
Nach der Goldenen Regel der Mechanik bedeutet das allerdings, dass der Haken eine längere Strecke s bewegt werden muss, um die gleiche Höhenänderung h zu erreichen:


Es lässt sich leicht zeigen, dass die dazu benötigte Energie von n unabhängig ist:

.
Potenzflaschenzug [Bearbeiten]
 
PotenzflaschenzugBeim Potenzflaschenzug wird die Krafteinsparung ausschließlich mittels loser Rollen erzielt: Das Seil jeder Rolle ist an der Stütze und der nächsten Rolle befestigt. Während auf die untere lose Rolle noch die volle Gewichtskraft wirkt, wird diese beim unteren Seil schon halbiert, sodass an der oberen losen Rolle nur noch die halbe Kraft angreift. An dieser Rolle wird die Kraft nochmals halbiert. Am Seil der letzten Rolle wirkt schließlich die Zugkraft, die durch eine feste Rolle nach unten umgelenkt wird. Dadurch potenziert sich die Wirkung mit der Anzahl n der losen Rollen:


Differenzialflaschenzug [Bearbeiten]
 
DifferenzialflaschenzugDer Differenzialflaschenzug besteht aus zwei festen Rollen, die fest miteinander verbunden sind und unterschiedliche Durchmesser haben. Die Last hängt an einer losen Rolle. Bei diesem Flaschenzugtyp wird ein durchgehendes (d. h. an den Enden verbundenes) Seil verwendet, in dem die Spannung nicht überall gleich ist. Das Seil wird von der größeren Rolle zur Last und auf der anderen Seite über die kleinere Rolle zurückgeführt. Durch die Anordnung wirkt das Drehmoment der kleinen Rolle dem der großen Rolle entgegen, sodass nur die Differenz als Zugkraft aufgewandt werden muss; hinzu kommt die Halbierung der Lastkraft durch die lose Rolle. Je kleiner der Durchmesserunterschied zwischen den beiden Rollen ist, desto effektiver arbeitet der Differentialflaschenzug:


Ein wichtiger Vorteil dieses Flaschenzugtyps ist die Material- und Gewichtsersparnis. Durch das umlaufende Seil ist dessen Länge vom Übersetzungsverhältnis des Flaschenzugs fast unabhängig. Weiterhin sind immer nur drei Rollen erforderlich. Da für die Funktion ein (rutsch-)fester Kontakt der beiden Seile mit den Rollen erforderlich ist, wird bei einem Differenzialflaschenzug statt des Seils auch oft eine Kette verwendet, deren Glieder über verbundene Zahnräder laufen.

Reibungsverluste/Wirkungsgrad [Bearbeiten]
Alle oben genannten Gleichungen gelten nur unter der Voraussetzung, dass keine Verluste durch Reibung auftreten. In der Praxis jedoch sind die Reibungsverluste der Umlenkrollen selbst, sowie des Seils an den Umlenkrollen nicht zu unterschätzen. Auch besitzen das Seil, die beweglichen Umlenkrollen und die untere Aufhängung eine nicht unerhebliche Masse, die sich mit jeder neuen Rolle weiter erhöht. Die Zugkraft ist in der Praxis deshalb in jedem Fall größer als theoretisch errechnet: . Für den Wirkungsgrad eines Flaschenzug gilt:

.
Siehe auch [Bearbeiten]
Einfacher Flaschenzug
Seilspanner oder Fuhrmannsknoten
Talje
Wellrad (Kraftübersetzung durch zwei fest verbundene Rollen unterschiedlichen Durchmessers)
Weblinks [Bearbeiten]
 Commons: Pulley – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Flaschenzug – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Materialien und Aufgaben zum Flaschenzug bei leifi-physik
Animierte Demonstration eines Faktorflaschenzugs mit 2, 4 oder 6 Rollen
Experiment zum Potenzflaschenzug
Erklärung der Sendung "Anderthalb" über den Flaschenzug (langsame Verbindung) (schnelle Verbindung)
Belege [Bearbeiten]
1.? Die Münchhausentechnik - Der Lügenbaron als Bergretter
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Flaschenzug“
Kategorien: Getriebelehre | Fördertechnik | Gerät zur Technischen Hilfeleistung | Maschine | Klassische Mechanik | TechnikgeschichteMeine Werkzeuge
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Kleidung im Mittelalter
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Eine adelige Dame des Hochmittelalters trägt einen körperbetonenden SurcotDie Kleidung im Mittelalter spiegelte den Platz der gekleideten Person innerhalb der mittelalterlichen Ständeordnung wider. Die Unterschiede zwischen den Ständen lagen meistens jedoch nur im verwendeten Material und dem dazugehörigen Zierrat. An verfügbaren Materialien zur Textilherstellung für die niederen Stände gab es Leinen, Hanf, Nessel (diese drei insbesondere zur Verwendung für die Unterbekleidung) und Schafwolle (diese insbesondere für Oberbekleidung). Der höhere Stand konnte noch zusätzlich auf teure Importstoffe aus Seide zurückgreifen und nutzte generell bessere Textilqualitäten und veredelte Tuche.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Kleiderfarben
1.1 Farbstoffe
2 Textilherstellung
3 Kleidermode in den verschiedenen Unterepochen
3.1 Kleidung der Romanik
3.1.1 Kleidung des Mannes
3.1.2 Kleidung der Frau
3.2 Kleidung der Gotik
3.2.1 Kleidung des Mannes
3.2.2 Kleidung der Frau
4 Regionale Eigenheiten
4.1 Städte
4.2 Skandinavien
4.3 Schottland
5 Literatur zum Thema
6 Siehe auch
7 Weblinks
 
Kleiderfarben [Bearbeiten]
Die Farbwahl war ein Unterscheidungskriterium zwischen den Ständen. Generalisierend lässt sich sagen, dass aufwändige, also teuer zu erzeugende, Farben den höheren Ständen vorbehalten waren. Um diesen Unterscheidungsstatus aufrechtzuerhalten, aber auch um den Aufwand der Kleidung zu begrenzen, wurden immer wieder so genannte Kleiderordnungen verfasst.

Farbstoffe [Bearbeiten]
Neben der Verwendung naturfarbener Stoffe, welche wohl überwiegend nur im niederen Stand benutzt wurden, wurden die Stoffe auch eingefärbt, wie Abbildungen in Büchern, überlieferte Färberezepte und archäologische Befunde zeigen. Dies geschah meist mit aus Pflanzen gewonnenen Farbstoffen. So wurden beispielsweise aus der Birke, dem Rainfarn und dem Gilbkraut gelbe Farbstoffe gewonnen. Die wichtigste Pflanze für Rot war der Krapp, daneben eignen sich aber auch Gänsefuß, Ahornwurzeln, Schlehdorn und bestimmte Flechten dafür. Blaue Färbungen wurden mit Hilfe der Färbepflanze Färberwaid erzeugt, aber auch Indigo wurde zunehmend importiert. Aber auch Farbextrakte tierischen Ursprungs wurden genutzt. Aus der Kermeslaus, die in mehreren Gattungen in Europa beheimatet ist, wurde ein teures Rot gewonnen. Der aus der Purpurschnecke gewonnene Purpur-Farbstoff war so wertvoll, dass er ausschließlich dem Hochadel vorbehalten war.

Textilherstellung [Bearbeiten]
Die einfachen unveredelten Textilien für den niederen Stand wurden oft in eigener Heimarbeit erzeugt. Oftmals zählten Tuche direkt zu den erhobenen Abgaben des niederen Adels und Klerus gegenüber ihren Abhängigen.

Neben den, je nach Fasermaterial verschiedenen, Faseraufbereitungstechniken wurde zum Verspinnen der Fasern noch bis ins 13. Jahrhundert allein die Handspindel genutzt. Dann kamen erste einfache Spinnräder auf. Insbesondere die Tucherzeugung nahm im Hohen Mittelalter schon industrielle Maße an. Von der Tucherzeugung am senkrechten Gewichtswebstuhl ging man im 13. Jahrhundert auf den waagrechten Trittwebstuhl über. Jeder Arbeitsschritt auf dem Weg zum fertigen Tuch wurde von spezialisierten Handwerkern übernommen. Es bildeten sich im Hohen Mittelalter regelrechte Industriezentren der Tucherzeugung heraus, insbesondere sind hier Sizilien, Norditalien, Südfrankreich und insbesondere Flandern und Brabant zu nennen. Im späten Mittelalter stieg die Bedeutung süddeutscher Tuchherstellung an.

Kleidermode in den verschiedenen Unterepochen [Bearbeiten]
Generell weist die Betrachtung der Bekleidung dieser Zeit systembedingt Fehler auf. An Darstellungen (Malerei & Skulptur) überwiegt deutlich der adelige Bereich, Darstellungen der niederen Stände sind weniger häufig. Die Abbildungsqualität ist bis Ende des 14. Jahrhunderts noch recht schlecht, es tritt bis dato kein realistischer Abbildungsstil auf. Kleidungsstücke die diese Zeit überdauert haben sind oft nur sehr spezielle Krönungs-, Kleriker- oder Heiligengewänder, welche in Schatzkammern und als Reliquien die Zeit überdauert haben. Die Auswahl dieser Bekleidung kann man berechtigterweise als nicht repräsentativ betrachten. Archäologische Textilfunde hingegen sind relativ selten und oft nur sehr fragmentarisch erhalten.

Kleidung der Romanik [Bearbeiten]
Die Kleidung der Romanik von etwa 800 bis etwa 1200 war noch sehr von der byzantinischen Mode, die ursprünglich aus der römischen Tracht entstand, beeinflusst. Diese Einflüsse wurden jedoch mit der Zeit schwächer und waren im 11. Jahrhundert nur noch an den Gewändern der Geistlichen zu erkennen. Als Verzierungen wurden in der Romanik noch häufig aufwändig brettchengewebte Borten genutzt.

Kleidung des Mannes [Bearbeiten]
Der Mann trug ein Unterhemd und eine Art Unterhose (genannt: Brouche) aus Leinen. Darüber wurde ein langärmeliger Kittel getragen. Der wollene Kittel reichte bis über die Knie und wurde gegürtet. Um die Schultern legte man einen Rechteckmantel aus Wolle, der auf der rechten Seite durch eine Spange gehalten wurde. Als Kopfbedeckung wurden Filzhüte getragen. Die Füße und Beine wurden bis ins 11. Jahrhundert noch mit Binden umwickelt, danach setzten sich lange Strumpfbeine durch, welche man heute als Beinlinge bezeichnet. Die Schuhe bestanden aus Leder und wurden wendegenäht hergestellt. An Frisurmoden überwiegen in dieser Zeit kürzere Haarschnitte. Als Schmuck trug der Mann Mantelspangen und Armreife sowie Gürtel und Schnallen überwiegend aus Buntmetall (Bronze). Höhere Stände nutzten auch Silber und Gold.

Kleidung der Frau [Bearbeiten]
In der Romanik war die Kleidung der Frau bis ins 11. Jahrhundert nicht sehr körperbetont. Sie trug ein leinenes, fußlanges Untergewand mit langen Ärmeln. Darüber wurde ebenfalls ein knöchellanges Obergewand mit weiten, kurzen oder spitz endenden Ärmeln angezogen. Ab dem 11. Jahrhundert wurde das Obergewand wesentlich körperbetonter, vermutlich über der Taille geschnürt. Das Unterkleid wurde stärker durch Keile geweitet und bodenlang verlängert. Im 12. Jahrhundert nimmt die Formenvielfalt bei den Oberkleidern weiter zu: Neben langen, weiten Obergewändern wird weiterhin der seitlich geschnürte Bliaut getragen. Es gibt aber auch Darstellungen von oberschenkellangen „Schlauchkleidern“. Die Ärmel sind beim Adel weit, bei niedrigeren Ständen eng anliegend. Zusätzlich kann ein Mantel getragen werden, der über der Brust geschlossen wird. Verheiratete Frauen trugen das Haar bedeckt. Als Kopfbedeckung dominiert im 11. eine Art Schleiertuch, und 12. Jahrhundert ein langer Stoffstreifen, der in verschiedenen Varianten um Kopf und teilweise auch den Hals geschlungen wird. An der Wende zum 13. Jahrhundert kommt das Gebende (oder Gebände) auf, eine drei bis sechs Zentimeter breite Leinenbinde, die die Wange und das Kinn bedeckte. Darauf setzte man kleine flache Hauben, das Schapel oder Schleier. Adlige Frauen trugen meist reich verzierte Kopfreife. Die Schuhe der Frauen unterschieden sich nicht wesentlich von denen der Männer. Die Haare hatte man immer noch gerne blondiert, wie es schon im alten Rom üblich war. Es wurde glatt oder geflochten getragen, später dann gelockt und aufgelöst. Schmuck wurde im 11. Jahrhundert vom Adel noch reichlich getragen. Neben Fibeln wurden insbesondere Ketten, Ohr- und Fingerringe getragen. Im 12. Jahrhundert nimmt der Schmuck deutlich ab, d.h. es werden nur noch Fibeln/Fürspane und gelegentlich Fingerringe getragen. In hochadeligen und kirchlichen Kreisen kommen dafür vermehrt Handschuhe auf.

Kleidung der Gotik [Bearbeiten]
In der Gotik wurde die Kleidung zunehmend aufwändiger. Allerdings ist auch diese Aussage durchaus systembedingt kritisch zu betrachten, denn erst ab der Zeit der Hochgotik und Spätgotik existieren detaillierte, realistische Bildnisse der Kleidung. Die Moden der Früh-, Hoch- und Spätgotik unterscheiden sich sehr wesentlich voneinander. Es ist daher schwer, kurze, generalisierende Aussagen über die gesamte Gotik hinweg zu treffen. Zu Beginn der Frühgotik im 13. Jahrhundert nähert sich die männliche Mode der weiblichen stark an. Beide Geschlechter tragen lange Oberbekleidung in Form einer sogenannten Cotte. Es überwiegt anfangs anscheinend eine wenig körperbetonte Mode die im wesentlichen hoch aufragende, schlanke Körper zeigt – eine Gemeinsamkeit mit der gotischen Architektur. Gegen Ende des 13. Jahrhundert und im 14 Jahrhundert nimmt die Formenvielfalt wesentlich zu und es kommt auch wieder zu teilweise extremen Herausstellungen der Körperbetonung und zu Detailversessenheiten wie bspw. der Knopfmode oder den extrem langen Zipfeln an der sogenannten Gugel. Die folgenden Kleidungsbeschreibungen betreffen eher die Hoch- und Spätgotik.

Kleidung des Mannes [Bearbeiten]
 
SchnabelschuheDer Mann trug ein fußfreies Unter- und Überkleid. Der Rock reichte bis zu den Knien und wurde am Saum bisweilen geschlitzt. Über dem langärmligen Unterrock wurde die Suckenie (ein ärmelloser Überrock) getragen. Dazu gab es eine leinene Unterhose und enganliegende oberschenkellange Strümpfe, mhd. die hose. Wegen Verwechslungsgründen mit dem modernen Hosenbegriff hat sich heute der Begriff Beinlinge eingebürgert. Später entwickelte sich das Unterkleid zu einem kurzen engen Rock mit Stehkragen und reich gefaltetem Rücken, auch Schecke genannt. Diese wurde vorne aufgeschnitten und mit Knöpfen oder Bändern wieder geschlossen. Manchmal blickte darunter das Hemd hindurch, welches aus feinstem Leinen gemacht wurde und in lauter kleine Falten gelegt wurde. Darüber trug man einen weiten, mantelartigen Umhang, die Houpplande oder ein kurzes, kaum bis zum Gesäß reichendes Mäntelchen.

Als Kopfbedeckung setzte man eine Gugelhaube auf, eine kragenartige Kapuze mit langem Zipfel. Als Schuhe trug man Wendeschuhe, die wie auch bei anderer Kleidung üblich auf Links genäht und dann umgestülpt wurden, so dass die Naht innen liegt. Eine besondere Form waren die Schnabelschuhe, auch Poulines genannt, die sehr lange Spitzen aufwiesen und im 14. und 15. Jhd. aufkamen. Aber auch mit Sohlen benähte Beinlinge wurden getragen. Das Haar wurde offen und gelockt auf der Schulter hängend getragen. Später war es nur noch halblang und über dem Gesicht kurz. Aber auch vielerlei Kopfbedeckungen waren üblich. Sehr verbreitet war eine einfache leinerne Bundhaube. Das Gesicht war entweder glattrasiert oder mit einem Vollbart bedeckt, der langsam wieder in Mode kam.

Der Schmuck des Mannes bestand aus einem Fürspan auf dem Überrock und prunkvollen Gürteln mit Taschen, den Dusings.

Kleidung der Frau [Bearbeiten]
 
HenninDie Frauen trugen genau wie die Männer ein fußlanges und langärmliges Unterkleid, die Cotte, das meist aus Leinen oder Seide genäht wurde. Darüber wurde ein loses, langes, später ärmelloses Überkleid, der Surcot, gezogen, das mit einer Schleppe versehen war.

Die burgundische Mode war körpereng, mit weitem schleppenden Rock und einem enganliegenden Mieder, das vorn über dem Hemd zusammengeschnürt wurde. Unter dem tiefen Ausschnitt trug man einen Gürtel. Als Kopfbedeckung trugen die verheirateten Frauen immer noch das Gebende oder die Rise, ein gefaltetes Kopftuch. Besonders in Burgund war der Hennin verbreitet. Das ist eine kegelförmige Haube, die oft einen Meter hoch war und mit Schleiern versehen wurde. Junge Frauen trugen oft Reifenblumen oder Bänderkränze. Als Schuhe verwendeten die Frauen ebenfalls Wendeschuhe.

Regionale Eigenheiten [Bearbeiten]
Städte [Bearbeiten]
So wie die jeweiligen Zeiten ihre modische Besonderheiten aufwiesen, so gab es auch regionale Eigenheiten. Ab dem 15. Jahrhundert war es in der Stadt üblich, Unterschuhe oder Trippen zu tragen. Diese hatten eine Holzsohle und einen Bügel aus Leder, in welchen man mit seinen Schnabelschuhen hineinschlüpfte. Sie dienten dem Schutz der eigentlichen Schuhe vor Feuchtigkeit und Schmutz.

Hannover war um 1300 vermutlich die erste deutsche Stadt, die ihren Bürgern eine standesgemäße Kleider- und Schmuckordnung aufsetzte.

Skandinavien [Bearbeiten]
In der Wikingerzeit trug man in südskandinavischen Ländern helle Hosen, die Dunklen (meistens schwarz) waren den Adligen vorbehalten. Ansonsten blieb sich die Kleidung zwischen Adel und Volk aber fast gleich, nur an der Menge des Schmuckes und der Qualität des Schwertes konnte man einen Standesunterschied noch erkennen. Wobei in diesem Fall die Grenzen durch die reichen skandinavischen Kauffahrer fließend waren. Sklaven war es in dieser Zeit und Region untersagt, Schuhe und langes Haar zu tragen, was beides ein Symbol für Freiheit war.

Schottland [Bearbeiten]
Entgegen vielen Behauptungen fingen die Schotten erst in der Neuzeit, im 19ten Jahrhundert an, Tartans als Zeichen der Clanzugehörigkeit zu tragen. Ebenfalls der „Great belted Plaid“ (Gälisch: „große, gegürtete Decke“) ist eine Erfindung der späten Renaissance, sowie der Kilt der Neuzeit. Die ersten dokumentierten Plaids aus dem 16. Jahrhundert sind einfarbig. In Schottland wurde im Mittelalter die gleiche Kleidung wie auf dem Festland getragen, d.h. bis in die frühe Gotik die germanische Langhose und Tuniken, sowie danach Cotte und Beinlinge.

Literatur zum Thema [Bearbeiten]
Else Östergard: „Woven into the earth“, 256 Seiten in englischer Sprache, Aarhus Universitetsforlag 2004, ISBN 8772889357
Elisabeth Crowfoot, Frances Pritchard: „Textiles and Clothing, C.1150-C.1450: Finds from Medieval Excavations in London (Medieval Finds from Excavations in London)“, 236 Seiten in englischer Sprache, The Boydell Press 2004, ISBN 0851158404
Geoff Egan, Frances Pritchard, Susan Mitford: „Dress Accessories, C.1150-C.1450 (Medieval Finds from Excavations in London)“, 426 Seiten in englischer Sprache, The Boydell Press 2004, ISBN 0851158390
Harry Kühnel (Hg.): „Bildwörterbuch der Kleidung und Rüstung. Vom alten Orient bis zum ausgehenden Mittelalter“, Stuttgart 1992, ISBN 3520453010
Elke Brüggen: Kleidung und Mode in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts Heidelberg 1989, ISBN 3533040607 (kart.) oder ISBN 3533040615 (Ln.)
Siehe auch [Bearbeiten]
Kleidermode
Revolutions- und Empiremode
Kleidermode des Rokoko
Liste der Kleidungsstücke
Weblinks [Bearbeiten]
Marc Carlsons „Some clothing of the middle agesin englischer Sprache
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Kleidung_im_Mittelalter“
Kategorie: Kleidung (Mittelalter)Meine Werkzeuge
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Naturfaser
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Naturfasern sind alle Fasern, die von natürlichen Quellen wie Pflanzen, Tieren oder Mineralien stammen und sich ohne weitere chemische Umwandlungsreaktionen direkt einsetzen lassen. Sie sind damit abzugrenzen von Chemiefasern, die synthetisch hergestellt werden. Keine Naturfasern sind Regeneratfasern, die auf Zellulose als Material aus nachwachsenden Rohstoffen basieren (z.B. Viskose aus Holz oder Bambus). Auch die relativ kurzen Holzfasern werden oft gesondert betrachtet. Naturfasern können organischen (pflanzlich oder tierisch) oder anorganischen Ursprungs (mineralisch) sein.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Pflanzenfasern
2 Fasern tierischen Ursprungs
3 Mineralische Naturfasern
4 Nutzung
5 Marktsituation
5.1 Deutschland
5.2 Welt
6 Belege
7 Literatur
 
Pflanzenfasern [Bearbeiten]
Pflanzenfasern können unterschiedlichen Ursprungs sein und entsprechend vielfältige Eigenschaften aufweisen. So kommen Pflanzenfasern als Leitbündel im Stängel oder Stamm bzw. Pseudostamm, der Rinde (etwa als Bastfaser) und als Samen-Fortsätze vor.

 
Offene Baumwollkapsel mit Baumwollfasern
Hanffasern
Trocknende AbacafasernDie folgende Liste gibt die unterschiedlichen Pflanzenfasern wider (die Abkürzungen in Klammern geben die gültigen Kurzbezeichnungen nach DIN 60001-1 an). Die Liste zeigt die Vielfalt an pflanzlichen Naturfasern, auch wenn nur ein Teil von diesen in größerem Umfang genutzt wird.

Samenfasern
Baumwolle (CO) aus den Samenhaaren der Frucht der Baumwollpflanze
Kapok (KP) aus dem Inneren der Kapselfrucht des echten Kapokbaumes
Pappelflaum
Akon
Bastfasern
Bambusfaser
Brennnessel, siehe auch Fasernessel
Hanffaser (HA)
Jute (JU)
Kenaf
Leinen (LI) aus dem Gemeinen Lein
Hopfen
Ramie (RA)
Sunn-Hanf
Blattfasern
Abacá (Manilahanf), Hartfaser aus den Blättern einer Faserbanane
Ananas
Caroá
Curauá
Henequen
Macambira
Neuseeländer Flachs
Sisal (SI) aus Agaven-Blättern
Fruchtfasern
Kokos (CC) aus der Fruchthülle der Kokospalmenfrüchte
Die Blattfasern sowie die Kokosfaser werden vom Handel und der Textilindustrie auch als Hartfasern bezeichnet.[1] Sowohl Ananas als auch Curauá und Caroá gehören zur Familie der Bromeliengewächse. Ihre Verwendung zur Fasergewinnung ist weniger bekannt und erfolgt heute meist als Nebenprodukt des Anbaus zur Gewinnung der Frucht[1]. Neben der Sisalagave gibt es noch eine Reihe weiterer Faser liefernder Arten aus der Familie der Agaven die u.a. zur Gattung der Furcraea gehören. Diese werden auch als Mauritiushanf bezeichnet. Die Verwendung der Bezeichnungen Hanf und Flachs für Faserpflanzen die eigentlich gar nicht mit diesen verwandt sind ist häufig (Beispiele siehe oben) und führt leicht zu Verwechslungen. Daneben werden auch verschiedene Binsengräser, gespaltener Bambus und andere Pflanzen als Faserstoff verwendet. Die langen Fasern von Linde und Eiche dienten als Werkstoff zur Herstellung von Körben, Matten und Schnüren.

Fasern tierischen Ursprungs [Bearbeiten]
 
Schafwolle
SeidenkokonsBei Tieren bilden die Haarfollikel Fasern, die in Form einer Behaarung bzw. eines Fells vorhanden sind. Ausnahmen sind Seidenfasern aus dem Kokon verpuppter Seidenraupen sowie andere aus Sekreten gebildete Fasern wie die Spinnenseide oder die Byssusfasern. Fasern die sich textil nutzen lassen sind:

Wollen und feine Tierhaare
Wolle von Schafen (WO) (Schurwolle WV) wird meist durch jährliches Scheren gewonnen und auch als Schurwolle bezeichnet.
Alpaka, Lama, Vikunja, Guanako sind die Haare von den gleichnamigen Lamaarten bzw. Schafkamelen. Die Haare sind fein, weich, glänzend und wenig gekräuselt.
Angora (WA) (Haare vom Angorakaninchen), Kanin (gewöhnliche Kaninchenhaare) sind sehr fein, glatt und sehr leicht. Da sie Wasserdampf gut aufnehmen, sind Stoffe aus Kanin sehr warmhaltend.
Kamelhaar (WK) ist das Flaumhaar der Kamele, die Tiere werfen es jährlich ab. Es ist sehr fein, weich und leicht gekräuselt und beigebraun.
Kaschmir (WS) gewinnt man durch Auskämmen und sortieren der Flaum- oder Grannenhaare der Kaschmirziege. Diese Haare sind so fein wie die feinste Merinowolle, und Bekleidung aus Kaschmir ist deshalb fein, weich, leicht und glänzend.
Mohair (WM) bezeichnet die Haare der Angora- oder Mohairziege. Sie sind lang, leicht gelockt und glänzend. Ihre Farbe ist weiß und sie filzen kaum.
Grobe Tierhaare
Rinderhaar, vor allem die Haare des Yaks.
Rosshaar ist sehr grob und wurde früher als Polster und Füllung von Matratzen verwendet und wird noch heute in Rosshaareinlagen für das Herrenschneiderhandwerk eingewebt.
Ziegenhaar
Seiden
Maulbeerseide (SE) (Zuchtseide) wird aus dem Kokon des Maulbeerspinners, der Seidenraupe gewonnen.
Tussahseide (ST) (Wildseide) wird aus dem von Bäumen und Sträuchern gesammelten Kokon des wildlebenden Tussahspinners hergestellt. Da hier der Schmetterling meist ausgeschlüpft ist, sind die Fasern kürzer und nicht abhaspelbar. Eine Zucht des Tussahspinners ist bisher nicht gelungen.
Muschelseide
Mineralische Naturfasern [Bearbeiten]
 
Amphibolasbestfasern (REM-Aufnahme)Neben pflanzlichen und tierischen Naturfasern gibt es einige mineralische Fasern, die, da sie natürlich vorkommen, ebenfalls zu den Naturfasern zählen. [2]

Asbest
Erionit
Attapulgit
Sepiolith
Wollastonit
Nutzung [Bearbeiten]
Traditionelle Naturfaserprodukte sind Textilien (Bekleidung und Haushaltswäsche)und Taue, Seile, Netze und Tücher für die Schifffahrt. Neuartige Anwendungsgebiete für Naturfasern sind technische Vliese und Gewebe für Naturdämmstoffe, Spezialpapiere oder Naturfaserverstärkte Kunststoffe.

Der Einsatz von Naturfasern in Faserverbundwerkstoffen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Naturfaserverstärkte Kunststoffe finden insbesondere in der Automobil- und Möbelindustrie Einsatz. Darüber hinaus gibt es innovative Spezialanwendungen wie Haushaltsgeräte, Kosmetikartikel, Schreibgeräte, Koffer, Urnen oder Schleifscheiben.

Marktsituation [Bearbeiten]
Deutschland [Bearbeiten]
 
Bekleidung stellt den Hauptsektor der Naturfaserverwendung dar
Naturdämmstoffblock aus Hanffasern
Türinnenverkleidung aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix Polyethylen PE)Der Markt für Naturfasern ist in Deutschland vor allem durch Importe von Zwischen- und Fertigprodukten geprägt, während die heimische Produktion nur einen verschwindend geringen Anteil ausmacht. Eine textile Produktionskette existiert in Deutschland nur noch sehr bedingt.

Mit Ausnahme des Hanfs, des Flachs und der Fasernessel werden in Deutschland keine Faserpflanzen angebaut. Dabei macht der Hanfanbau mit 800 bis 2.000 ha jährlich und einen Produktion von 1.200 bis 3.000 t pro Jahr den größten Anteil aus. Flachs wird auf etwa 50 ha angebaut, die Produktionsmenge liegt bei etwa 50 t und der Anbau der Fasernessel findet auf 265-300 ha statt und resultiert in 100 bis 200 t Nesselfasern. Hinzu kommt Schaf- und andere Tierwolle. Bei der Gewinnung der Naturfasern werden zudem Schäben gewonnen, die als Rohstoff sowohl in stoffliche wie in energetische Verwendungen einfließen. [3]

Der größte Teil der in Deutschland verfügbaren Naturfasern wird über den Außenhandel zur Verfügung gestellt, die Gesamtmenge der in Deutschland produzierten Pflanzenfasern beträgt maximal 3.000 t. Die größte Menge der importierten Fasern stellt Baumwolle mit einer Gesamtmenge von etwa 200.000 t pro Jahr dar, hinzu kommen Juteimporte in Höhe von 13.000 t und Importe anderer exotischer Pflanzenfasern wie Abacá, Kenaf, Ramie, Kokos und Sisal in Höhe von insgesamt etwa 12.000 t. Etwa 7.000 t Flachs- und etwa 1.000 t Hanffasern werden ebenfalls importiert (netto).[4] Die Gesamtmenge sowie eine Menge von etwa 20.000 bis 40.000 t Garnabfällen und Reißbaumwolle, die bei Produktionsprozessen abfällt, wird vollständig für die stoffliche Nutzung verwendet, eine energetische Nutzung findet maximal bei der Entsorgung der Endprodukte statt.

Der größte Teil der Naturfasern wird in der Textilindustrie verarbeitet. Dabei erfolgt der Produktionsweg über Garne und Gewebe zu den fertigen Textilien, wobei es auf allen Ebenen große Warenströme im Außenhandel gibt. Wie auf der Faserebene stellt Baumwolle auch im Bereich der Produkte den größten Anteil der importierten Waren, so werden jährlich etwa 35.000 t Baumwollgarn und insgesamt nur etwa 2.000 t andere Garne importiert.[4] Als Gewebe werden etwa 8.000 t Jute importiert, die zu einem sehr großen Anteil in der Produktion von Linoleum als Trägermaterial verwendet werden (Gesamtproduktion etwa 40 Mio. m2 pro Jahr[5]).

Einen ebenfalls großen Markt stellen die so genannten Non-wovens (Nicht-gewebte Textilien) dar, zu denen ungewebte Vliese und Filze gehören. Etwa 64.000 t Naturfasern werden in dieser Form pro Jahr in der Automobilindustrie für Türinnenverkleidungen, Dachhimmel, Sitzpolster und andere Bauteile verwendet. Dabei handelt es sich um 12.200 t Flachsfasern, 5.000 t exotische Fasern und 1.800 t Hanffasern sowie 45.000 t Baumwollfasern (vor allem Reißbaumwolle), die im Innenraum von PKWs und vor allem in den Verbundwerkstoffen der Fahrerkabinen von LKWs eingesetzt werden, Hinzu kommen 27.000 Holzfasern, sodass sich eine Gesamtmenge von 90.000 t ergibt.[6] Pro Jahr werden etwa 1 bis 1,3 Mio. m2 Naturdämmstoffe verwendet, dabei handelt es sich zu etwa 48% um Holzfaser-, 32% Cellulose-, 9% Flachs- und Hanffaser-, 4% Schafwolle und 7% sonstige Dämmstoffe.[7] Eine in Deutschland sehr spezielle und erfolgreiche Nischenanwendung stellen Kresseanzuchtsvliese dar, von denen pro Jahr etwa 125 bis 160 t auf Basis von Hanf- und Flachsfasern zu etwa gleichen Anteilen produziert werden.[3]

Einen relativ großen Markt stellen Spezialpapiere dar, wobei in Deutschland pro Jahr etwa 35.000 t so genannte "sonstige Faserstoffe" neben Holz- und Zellstoff verwendet werden (VDP 2008) Die Menge der Naturfasern wird nach anderen Quellen mit etwa 20.000 t angegeben. Zu den Spezialpapieren mit Naturfaseranteil gehören vor allem Papiere für Nahrungsmittelapplikationen (Teebeutel, Kaffeepads), Zigarettenpapiere sowie technische Filter. Einen nur sehr geringen Teil der Naturfasernutzung stellt die Herstellung von naturfaserverstärkten Kunststoffen in Spritzguss und Extrusion dar. Hier werden aktuell pro Jahr weniger als 1.000 t verwendet.

Welt [Bearbeiten]
Folgende Tabelle zeigt die Weltproduktion von Naturfasern nach Angaben der FAO.

Weltproduktion einzelner Naturfasern (2005) Faser  Produktion
(in Mio. t)
Baumwolle    25,00
Jute    2,90
Wolle    1,20
Kokos    1,00
Flachsfaser    1,00
Juteähnliche Fasern inkl. Kenaf    0,40
Sisalfaser und Henequen    0,38
Ramie    0,28
Seide    0,15
Abacá    0,10
Hanf    0,09
Exotische tierische Fasern    0,03

Belege [Bearbeiten]
1.? a b Robert R. Franck (Hg.): Bast and othe plant fibres, Woodhead Publishing, Cambridge, England, 2005, ISBN 1-85573-684-5
2.? Bayerisches Landesamt für Umwelt: UmweltWissen: Künstliche Mineralfasern, 2008. pdf
3.? a b Michael Carus, Dominik Vogt, Thomas Breuer: Studie zur Markt- und Konkurrenzsituation bei Naturfasern und Naturfaser-Werkstoffen (Deutschland und EU). Gülzower Fachgespräche 26, hrsg. von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Gülzow 2008 Download
4.? a b Werte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, Juni 2008
5.? Karlheinz Müller, B2B Industriemarktforschung GmbH; Offizielle Datenaufnahme für die Linoleumindustrie, abgesichert durch Daten des Statistischen Bundesamtes Deutschland.
6.? Michael Carus, Jörg Müssig, Christian Gahle: Naturfaserverstärkte Kunststoffe. Hrsg. von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Gülzow 2008 Download
7.? Dietmar Peters: Nachwachsende Rohstoffe in der Industrie. Hrsg. von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Gülzow 2008 Download
Literatur [Bearbeiten]
Amar K. Mohanty, Manjusri Misra, Lawrence T. Drzal, (Hrsg.): “Natural fibers, biopolymers, and biocomposites”, Taylor & Francis Group, Boca Ranton, FL 2005, ISBN 084931741X
nova-Institut GmbH [Hrsg.): BIB 2010 - Branchenführer Innovative Biowerkstoffe 2010, ISBN 978-3-9812027-2-4 ([1] online).
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Naturfaser“
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Segel
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 Dieser Artikel beschäftigt sich mit Segeln von Schiffen, weitere Bedeutungen unter Segel (Begriffsklärung).

Ein Segel (von althochdeutsch segal: abgeschnittenes Tuchstück) ist ein Tuch, das dem Antrieb von Segelfahrzeugen durch den Wind dient.

Je nach Konstruktion und Funktion werden Segel in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die beiden Hauptgruppen heißen Rahsegel und Schratsegel. Segelfahrzeuge, die nur mit Rahsegeln ausgerüstet sind (meist alte Schiffe), werden vom Wind „geschoben“ und können ihm kaum entgegenfahren. Segelfahrzeuge mit Schratsegeln können im Gegensatz dazu auch (schräg) gegen den Wind fahren und Geschwindigkeiten erreichen, die über der Windgeschwindigkeit liegen (siehe Schneller als der Wind segeln). Ein Schratsegel funktioniert ähnlich wie ein Flugzeug-Tragflügel und ist so ausgebildet, dass ein optimales Profil eingestellt werden kann.

In den letzten Jahren gab es beim Material der Segeltuche markante Entwicklungsschritte. Während Segel früher aus pflanzlichen Geweben und später aus gewebten Kunstfasern gefertigt wurden, kommen heute zunehmend laminierte Kunststofffolien zum Einsatz.

 
Rahsegel und Schratsegel, die beiden Hauptgruppen von Segeln
 
Rahsegel – das Schiff wird vom Wind „geschoben“ 
Schratsegel – funktionieren ähnlich dem Flügel eines Flugzeuges
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Entwicklungsgeschichte
2 Einteilung und Definitionen
3 Segeltypen
4 Aufbau und Ausrüstung des Segels
4.1 Der Kopf
4.2 Der Hals
4.3 Das Schothorn
4.4 Die Lieken
4.5 Die Segelbahnen
4.6 Die Cunningham-Kausch
4.7 Die Segellatten
4.8 Die Reffkauschen, Reffgattchen und Reffbändsel
5 Materialien für Segeltuche
5.1 Natürliche Materialien
5.2 Künstliche Materialien
5.2.1 Technische Daten künstlicher Materialien im Vergleich
6 Segelschnitte
7 Aerodynamik des Segels
7.1 Antrieb durch Widerstand
7.2 Antrieb durch dynamischen Auftrieb (Tragflächeneffekt)
8 Anwendungsgebiete von Segeln
9 Literatur
10 Einzelnachweise
11 Siehe auch
12 Weblinks
 
Entwicklungsgeschichte [Bearbeiten]
 
Ägyptisches Segelschiff mit einem Rahsegel (Wandbild um 1422–1411 v. Chr.)Ein stetes Hauptmotiv in der langen Entwicklungsgeschichte des Segelschiffs war das Bemühen, das Segeln nicht nur sicherer und zuverlässiger zu gestalten, sondern auch die Naturkräfte effektiver auszunutzen und dadurch schneller voranzukommen. Die zunehmenden Anforderungen an die Beherrschung von Wasser und Wind auch unter ungünstigen Bedingungen und die Spezialisierung der Schifffahrt zu Zwecken des Fischfangs, des Transports oder der militärischen Expansion erforderten dabei nicht nur neuartige Konstruktionen von Booten und Schiffen, sondern auch die ständige Entwicklung und Verbesserung ihres Antriebs. Die Ausnutzung der Windenergie durch Segel erwies sich dabei gegenüber dem nur durch Rudern vorangetriebenen Schiff als vorteilhaft, auch wenn es dieses über lange Zeit nicht vollständig ersetzen konnte. Die zumeist empirisch gewonnenen Erkenntnisse über die Verwendung von Segeln und ihre Verbesserung brachten den Beruf des Segelmachers hervor, der sich auf die Verarbeitung der jeweils verfügbaren Rohstoffe zu geeigneten Tuchen spezialisierte. Erst in den letzten rund einhundert Jahren gelang es, die Physik des Segelns auf wissenschaftlicher Grundlage zu klären und, zusammen mit der Entwicklung und Verwendung von Kunststoffen, erneut wesentliche technologische Fortschritte zu erzielen. Zwischenzeitlich haben sich jedoch kulturübergreifend eine Reihe von Segelmaterialien und -formen bewährt, die bis heute im Einsatz sind.

Die erste bekannte Darstellung eines Segels ist auf einer ägyptischen Totenurne aus Luxor aus der Zeit 5000 v. Chr. zu finden. Vornehmlich für die Fahrt auf dem Nil, aber auch für Fahrten über das Mittelmeer und das Rote Meer nutzten die Ägypter Schiffe mit einem Mast und einem großen Rahsegel.

Die Entwicklung der Segelformen war mit der Entwicklung der Schiffsrümpfe eng verknüpft. In frühen Zeiten, in denen der unter Wasser liegende Teil des Schiffsrumpfs noch flach (der Lateralplan also klein) war, wurden Schiffe durch seitlich wirkende Kräfte leicht abgetrieben. Daher konnte der Wind nur genutzt werden, wenn er möglichst von achtern (hinten) auf das Schiff einfiel.

 
Lateinersegel waren die ersten SchratsegelMit der Vergrößerung des Lateralplans durch Kiel und Schwert, die ein seitliches Abtreiben des Schiffs wirksam verringerten, war es möglich, auch andere Segelformen zu verwenden. Im 8. und 9. Jahrhundert kam im Mittelmeerraum das Lateinersegel, vermutlich durch arabische Piraten, in Gebrauch. Es war das erste Segel, das nicht mehr quer, sondern in Richtung der Schiffslängsachse geführt wurde (Schratsegel). Damit war es erstmals möglich, schräg gegen den Wind zu segeln und Raum nach Luv zu gewinnen.

Aus dem Lateinersegel entwickelte sich über das Luggersegel im 17. Jahrhundert das Gaffelsegel. Aus diesem wiederum entstand im 19. Jahrhundert das bis heute übliche, dreieckige Hochsegel, das günstige Am-Wind-Kurse ermöglicht.

Weiterentwicklungen in Bezug auf Typenvielfalt und Material der Segeltuche erfuhren die Segel ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch prestigeträchtige Segelregatten, wie etwa den America’s Cup. Heute stehen nicht nur Rennyachten, sondern auch Fahrtenyachten und -booten eine Vielzahl von Segeltypen und -materialien für alle Windrichtungen und Windstärken zur Verfügung.

Einteilung und Definitionen [Bearbeiten]
Segel werden – je nach Konstruktion und Verwendung – verschiedenen Segelgruppen zugeordnet. So fällt beispielsweise die Fock einer Jolle in die Gruppen Schratsegel, Stagsegel, Hauptsegel und Vorsegel. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe (beispielsweise Hauptsegel) schließt die Zugehörigkeit zu anderen Gruppen (wie Vorsegel) nicht aus.

Rahsegel sind viereckige Segel, die an einer waagrechten, am Schiffsmast quer zur Schiffslängsrichtung angeschlagenen Stange (der Rah), befestigt sind. Sie sind die ältesten bekannten Segel. Man sieht sie heute praktisch nur noch auf älteren Großseglern. Der Vorteil dieser Segel liegt in ihrer einfachen Herstellbarkeit und in ihren guten Eigenschaften auf Vor- und Raumwind-Kursen.
 
StagsegelSchratsegel sind drei- oder viereckige Segel, die in Schiffslängsrichtung gesetzt werden. Sie sind mit ihrem Vorliek (der Vorderkante) in der Mittschiffsebene am Mast oder einem Stag befestigt. In letzterem Fall werden sie auch als Stagsegel bezeichnet. Der große Vorteil dieser Segel ist, dass mit ihnen schräg gegen den Wind gesegelt werden kann. Die Befestigung am Stag erfolgt zumeist über Stagreiter oder über ein im Segel eingenähtes Liektau, welches in die Nut eines Profilstags eingeführt wird.
Hauptsegel oder Arbeitssegel werden die normalerweise am Wind gesetzten Segel genannt, die zur Grundausstattung des jeweiligen Yachttyps gehören. Bei einer Ketsch oder Yawl sind dies beispielsweise Fock, Groß- und Besansegel.
Beisegel werden jene Segel genannt, die anstatt oder zusätzlich zu den Hauptsegeln gefahren werden. Sie werden bei besonderen Windbedingungen (Leichtwind oder Sturm) oder bei bestimmten Kursen zum Wind gesetzt. Eines der bekanntesten Beisegel ist der Spinnaker.
Als Vorsegel werden bei mehrmastigen Segelschiffen alle Segel bezeichnet, die sich vor dem Großmast oder am Bugspriet befinden. Bei einer slupgetakelten Segelyacht sind dies beispielsweise Fock, Genua und Spinnaker.
Segeltypen [Bearbeiten]
Hauptartikel: Liste der Segeltypen

Es gibt eine nicht unerhebliche Anzahl von verschiedenen Segeltypen, wobei gleiche Segeltypen teilweise verschieden bezeichnet werden. Eine erklärende Aufstellung befindet sich im Hauptartikel.

Aufbau und Ausrüstung des Segels [Bearbeiten]
 
Ausrüstung eines Hochsegels (Großsegel)Der Kopf [Bearbeiten]
Als Kopf wird bei dreieckigen Segeln die obere Ecke des Segels bezeichnet. Er ist durch das Kopfbrett (auch Kopfplatte), aus Holz, Leichtmetall oder Kunststoff, verstärkt. Am Kopfbrett ist das Fall angeschlagen (befestigt), das zum Hochziehen des Segels dient. Bei den viereckigen Rah- und Gaffelsegeln wird die obere Kante des Segels als Kopf bezeichnet.

Der Hals [Bearbeiten]
Hals heißt bei dreieckigen Segeln die vordere untere Ecke des Segels. Er ist bei diesen Segeln durch den Stoßlappen verstärkt. Beim Spinnaker gilt jene Ecke des Segels als Hals, in welcher der Spinnakerbaum eingepickt (mittels einer Vorrichtung eingehängt) ist. Bei Rahsegeln wird die untere luvseitige Ecke des Segels als Hals bezeichnet.

Das Schothorn [Bearbeiten]
Das Schothorn ist bei Schratsegeln die hintere, untere Ecke des Segels. Bei Rahsegeln ist es jene untere Ecke, an der die Leeschot befestigt ist. Alle Segel sind an dieser Ecke besonders verstärkt, da dort große Kräfte auftreten.

Die Lieken [Bearbeiten]
Die Ränder der Segel werden als Lieken bezeichnet. Beim dreieckigen Segel werden drei Lieken unterschieden: das Vorliek (beim Großsegel am Mast, daher auch Mastliek genannt), das Unterliek (beim Großsegel auch als Baumliek, beim Vorsegel als Fußliek bezeichnet) und das Achterliek. Beim Großsegel sind Vor- und Unterliek oft durch ein Liektau oder einen Liekdraht verstärkt, um ein Ausreißen und Ausrecken des Segels zu verhindern. Oft ist im Achterliek eine Leine vorhanden, mit der die Achterliekspannung verändert und damit das Segel getrimmt werden kann. Das Vorsegel hat nur im Vorliek ein eingenähtes Liektau, das heute aus Stahldraht besteht.

Beim Gaffelsegel heißt das Liek an der Gaffel Oberliek oder Gaffelliek. Beim Rahsegel wird das an der Rah befindliche Liek Rahliek genannt, die beiden seitlichen Lieken werden als Steuerbord- oder Backbordliek oder als Seitenlieken bezeichnet.

Die Segelbahnen [Bearbeiten]
Die Segelbahnen (beim Segelmacher als Kleider bezeichnet) sind Tuchstreifen, aus denen das Segel zusammengenäht oder -geklebt ist. Durch entsprechenden Zuschnitt der einzelnen Bahnen wird die notwendige Segelwölbung (bei Schratsegeln) erreicht. Bei rechteckig geschnittenen Rahsegeln verlaufen die Bahnen senkrecht zur Rah. Bei Dreiecksegeln von Jollen und Yachten verlaufen sie üblicherweise senkrecht zur Sehne des Achterlieks (Horizontalschnitt) oder entlang der Lastlinien (Bi- oder Triradialschnitt), siehe Segelschnitte.

Die Cunningham-Kausch [Bearbeiten]
 
Cunningham-Kausch (Zweite Öffnung von unten)Die Cunningham-Kausch befindet sich in der Nähe des Vorlieks im unteren Bereich des Segels und dient zum Trimmen des Segels. Durch Strecken des Vorlieks (Hinunterziehen in Richtung des Halses) wandert die Wölbung (der Bauch) des Segels nach vorne und das Segelprofil wird insgesamt flacher.

Die Segellatten [Bearbeiten]
Die Segellatten sind schmale, biegsame, aus Eschenholz oder Kunststoff hergestellte Latten, die in die dafür vorgesehenen Lattentaschen eingeführt werden. Sie dienen der Formgebung des Segels und sollen das Achterliek ausstützen, damit der hintere Teil des Segels nicht killt (flattert). Beim Lattensegel verlaufen die Segellatten durchgehend vom Mast- bis zum Achterliek.

Die Reffkauschen, Reffgattchen und Reffbändsel [Bearbeiten]
Zum Reffen eines Lattengroßsegels mittels Bindereffs werden die in der jeweiligen Reffreihe vorhandene Reffkausch, sowie die Reffgattchen und Reffbändsel verwendet. Ein Großsegel mit Rollreffanlage, das zum Reffen in den Mast oder Baum eingerollt wird, hat dagegen weder Segellatten noch Reffreihen.

Materialien für Segeltuche [Bearbeiten]
An das Material von Segeltuchen wird eine Reihe von Anforderungen gestellt: Es soll luftundurchlässig, reißfest, formstabil, beständig gegen die UV-Strahlung und gegen Seewasser sein, es soll eine geringe Wasseraufnahme aufweisen und leicht sein. Segeltuche sollten auch leicht verarbeitbar und möglichst kostengünstig sein. Je nach Verwendungszweck treten dabei unterschiedliche Auswahlkriterien in den Vordergrund. Für den Antrieb eines kleinen Küstenfischerbootes ist etwa die Kostenfrage wichtiger, als für ein Hochleistungs-Regattasegel.

In der Vergangenheit bestanden Segel überwiegend aus pflanzlichen Geweben, aber auch aus Tierhäuten wie bei den Segeln der Eskimos. Heute werden Segel überwiegend aus Kunstfasern gefertigt.

Natürliche Materialien [Bearbeiten]
 
Auslegerboot mit Rahsegel aus Pandanus-BlattstreifengeflechtAls Material für Segel dienten früher Gewebe aus fast jeder verfügbaren Faser. Auch heute sind für kleine Boote in ärmeren Weltgegenden Segel aus allen möglichen lokal verfügbaren Materialien in Gebrauch. Selten werden dabei jedoch tierische Fasern verwendet.

Aus dem „Alten China“ ist bekannt, dass im frühen 15. Jahrhundert die Segel der sogenannten Schatzschiffe aus roter Seide gefertigt waren. Nordische Langschiffe wurden oft mit Wollsegeln gefahren, wobei der natürliche Fettgehalt der Wolle einer speziellen langhaarigen Schafrasse verhindert haben soll, dass die Segel zu viel Wasser aufnahmen.

In südlichen Gebieten, wie zum Beispiel in Polynesien, wurden bis ins 20. Jahrhundert Segel aus geflochtenen Palmblatt- oder Pandanusblattstreifen für die traditionellen Auslegerboote verwendet.

In der Vergangenheit wurden Segel aber überwiegend aus Hanf oder Leinen hergestellt, sofern diese Materialien verfügbar waren. Baumwollsegel wurden für Großsegler seltener genutzt, weil die Baumwollfasern viel Wasser speichern und die Segel dadurch an Gewicht zunehmen konnten. Durch den so verlagerten Gewichtsschwerpunkt konnten die Schiffe instabil werden. (siehe auch: gelohte Segel)

Sportsegler verwendeten für ihre Boote bis zur Einführung synthetischer Segeltuche leichte, fest gewebte Baumwollsegel. Neben der geringen Formstabilität hatten die Baumwollsegel den Nachteil, dass sie niemals feucht zusammengelegt werden durften, da sie sonst sofort verstockten. Auch die aus Naturfasern bestehenden Liektaue quollen bei Feuchtigkeit auf und ließen sich in der jeweiligen Keep nur noch schwer bewegen.

Segel aus Naturfasern werden heute noch bei einigen Traditionsseglern benutzt. Ansonsten wurden diese Materialien durch Fasern aus Kunststoff ersetzt, da diese nicht verrotten, langsamer verschleißen, und eine bessere Formstabilität (geringeres Reck) aufweisen.

Künstliche Materialien [Bearbeiten]
Moderne Segel lassen sich grob in drei Arten aufteilen:

1.Segel aus gewebtem Tuch, zum Beispiel aus Polyester (Markenname: Dacron), in unterschiedlichsten Qualitäten und Ausführungen;
2.Laminatsegel (manchmal als Sandwichsegel bezeichnet), bei welchen Fasern, sogenannte Gelege, mit Folien oder Polyestergewebe verklebt werden;
3.Membransegel – das sind Laminatsegel, bei welchen verstärkende Fasern bereits bei der Produktion des Segels gemäß der zu erwartenden Lastlinien eingeschweißt werden.
In der Folge eine Aufstellung verschiedener, heute verwendeter Kunstfasern zur Herstellung von Segeltuchen:

Polyamid (Markenname: Nylon)
Die Stärken des Materials liegen im geringen Gewicht bei einer relativ hoher Festigkeit. Als Schwäche kann die große Elastizität angesehen werden.
Zielgruppe: Tuch für Spinnaker und Cruising-Gennaker

Polyester (Markennamen: Dacron, Diolen, Trevira, Terylene, Tetoron)
Die großen Vorteile des Materials liegen in seiner Robustheit und Haltbarkeit. Es gibt eine große Auswahl an Tuchgewichten und Qualitäten. Nachteile sind die geringe Formstabilität und der relativ hohe Reck.
Zielgruppe: Regatta- und Fahrtensegler

Polyethylennaphtalat (PEN, Markenname: PenTex)
Das Material ist doppelt so reckfest wie Polyester und liegt preislich zwischen Polyester und Aramid. Es ist nicht als gewebtes Tuch, sondern nur als Gelege im Laminat erhältlich.
Zielgruppe: Vielsegler im Fahrten- und Regattabereich

Polyester hochfest (Markenname: Vectran)
Polyester hochfest ist beinahe so gut wie Aramid, aber langlebiger, allerdings empfindlich gegen UV-Strahlen. Zielgruppe: Fahrten- und Fahrtenregattasegler auf höchstem Niveau

Aramid (Markenname: Black Technora)
Das Material weist eine hohe Bruchlast auf, ist wenig knickempfindlich und langlebig. Die UV-Stabilität ist allerdings gering.
Zielgruppe: Club-Regattasegler

Standard-Aramid (Markennamen: Kevlar 29, Twaron SM)
Kevlar hat eine höhere Zugfestigkeit als Stahl und ist die erste Hightech-Faser im Segelbereich. Schwächen sind die Knick- und UV-empfindlichkeit.
Zielgruppe: Regattasegler

Hochmodul-Aramid (Markennamen: Kevlar 49, Kevlar Edge, Twaron HM)
Das Material ist extrem dehnungsarm jedoch knick- und UV-empfindlich.
Zielgruppe: Top-Regattasegler

Polyethylen hochfest (Markennamen: Spectra, Dyneema)
Die Stärken des Materials liegen in dessen hoher Bruchlast, dem leichten Handling und der guten UV-Beständigkeit. Es weist einen geringen, profilverändernden Langzeitreck auf.
Zielgruppe: Langfahrtsegler

Kohlefaser (Carbon)
Das Material ist leicht, weist eine geringe Dehnung auf und ist resistent gegenüber UV-Strahlung. Es gibt aber große Qualitätsunterschiede, Segel aus Kohlefasern sind sehr knickempfindlich und teuer.
Zielgruppe: Top-Regattasegler

Technische Daten künstlicher Materialien im Vergleich [Bearbeiten]
Hinweise zu den Angaben in der Tabelle:
Die Einheit g/den bedeutet Gramm pro Denier. Eine 1-denier Polyester-Faser hat einen Durchmesser von zirka 10 Mikrometer (0,01 mm).
Elastizitätswert: Ein höherer Zahlenwert bedeutet eine geringere Elastizität. Segel mit geringer Elastizität haben den Vorteil, dass sie auch bei hoher Belastung die Form behalten.
UV-Beständigkeit: Nach der angegebenen Monatszahl hat sich die Bruchlast auf die Hälfte des Neuwertes verringert (gilt für subtropische Gewässer beispielsweise dem Mittelmeer).
Knickverlust: Die Prozentangabe ist der Bruchlastverlust nach 60 Knickbewegungen.


Material Elastizitätswert Bruchlast UV-Beständigkeit Knickverlust
Polyamid 45 g/den 9,5 g/den 3–4 Monate 0 %
Polyester 80–120 g/den 8 g/den über 7 Monate 0 %
Polyethylennaphtalat (PEN) 250 g/den 10 g/den 6 Monate 4 %
Polyester hochfest 510 g/den 23 g/den 1–2 Monate 15 %
Aramid 540 g/den 28 g/den 3–4 Monate 7 %
Standard-Aramid 600 g/den 23 g/den 2–3 Monate 25 %
Hochmodul-Aramid 940 g/den 24 g/den 2–3 Monate 27 %
Polyethylen hochfest 1250 g/den 33 g/den 6–7 Monate 0 %
Kohlefaser, Carbon 1200–2400 g/den 20–40 g/den kein Einfluss 30–100 %

Segelschnitte [Bearbeiten]
 
Großsegel mit Horizontalschnitt, Vorsegel mit Radialschnitt (siehe helle Streifen (Nähte) im Segel)Segel sind aus einer mehr oder weniger großen Anzahl von Tuchstreifen, den sogenannten Segelbahnen, gefertigt. Je nach Form dieser Segelbahnen und dem entsprechenden Verlauf der Nähte, mit denen sie zusammengehalten werden, wird von unterschiedlichen Segelschnitten gesprochen. Der Segelschnitt hat Einfluss auf die Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit des Segels.

Segel sollten unter hoher Belastung möglichst formstabil sein. Einen wesentlichen Einfluss auf die Formstabilität hat das Reck (die Dehnbarkeit) des Segeltuchs. Das Reck soll möglichst gering sein. Polyestertuche beispielsweise haben in Kett- und Schussrichtung (in Richtung der Längs- und Querfäden) ein geringes Reck, diagonal dazu ist das Reck jedoch groß. Durch verschiedene Schnitte wird versucht, dieser Tatsache Rechnung zu tragen, damit das Gewebe beim Segeln möglichst nicht diagonal belastet wird.

Der Horizontalschnitt oder Cross-Cut ist der meistgefahrene und bewährteste Segelschnitt bei Großsegeln. Bei diesem Schnitt laufen die Nähte etwa parallel, rechtwinklig zur Sehne des Achterlieks, bei Rahsegeln rechtwinkelig zum Rahliek. Dieser Schnitt ist preiswert in der Herstellung, robust in der Handhabung, und im allgemeinen am langlebigsten.

Der Laschenschnitt ist ein oft verwendeter Segelschnitt bei Vor- oder Stagsegeln (Fock). Dabei verläuft eine Diagonalnaht, Lasching genannt, vom Schothorn, in Richtung des Schotzuges, zum Vorliek des Segels. Von der Lasching aus verlaufen die Bahnen annähernd senkrecht zum Unterliek und zum Achterliek.

Beim Radialschnitt (Tri- oder Vollradialschnitt) verlaufen die Nähte sternförmig etwa aus der Mitte des unteren Segeldrittels zu den drei Ecken des Segels beziehungsweise strahlenförmig von diesen weg. Dieser Schnitt wird vor allem bei Vorsegeln verwendet, da die Krafteinleitung ins Segel beim Schothorn in diagonaler Richtung erfolgt.

Horizontalschnitt
 Biradialschnitt
 Voll- oder Triradialschnitt
 

Aerodynamik des Segels [Bearbeiten]
Die Konstruktion von Segeln wird durch die Gesetze der Aerodynamik bestimmt. Sie sind aeroelastische Tragflächen.

Das vom Wind angeströmte Segel nimmt eine gewölbte Form (Bauch) an und entwickelt eine Kraft, die proportional zum Produkt aus der Segelfläche und dem Quadrat der Windgeschwindigkeit ist. Die Kraft wirkt senkrecht zur Fläche des Segels in Richtung Lee. Einfluss auf die Größe der Kraft hat neben Form und Größe des Segels und der Windgeschwindigkeit auch der Anströmwinkel des Windes auf das Segel. Je nach Anströmwinkel überwiegt entweder die Komponente Antrieb durch Widerstand oder die Komponente Antrieb durch Auftrieb.

Antrieb durch Widerstand [Bearbeiten]
Beim Antrieb durch Widerstand entsteht eine Kraft auf das Segel, wenn dieses die Luftströmung abbremst oder unterbricht. Die Größe der Kraft ist abhängig von der Größe der Segelfläche und von deren Strömungswiderstandskoeffizienten (cw-Wert). Der Strömungswiderstandskoeffizient ist am größten, wenn das Segel die Form einer hohlen Halbkugel aufweist (cw-Wert˜1,4). Deshalb sind auch spezielle Segel für Vorwindkurse, wie Spinnaker, sehr bauchig geschnitten und haben eine große Segelfläche.

Antrieb durch dynamischen Auftrieb (Tragflächeneffekt) [Bearbeiten]
 
1 Luftstrom
2 umgel. Luftstrom
3 Kraft auf das Segelsiehe auch Artikel Auftrieb.

Werden Schratsegel in einem bestimmten Winkel (Anstellwinkel etwa 5° bis 30°) angeströmt, funktionieren sie nach den gleichen Prinzipien wie die Tragfläche eines Flugzeugs oder der Flügel eines Hängegleiters. Wird der Anstellwinkel größer, reißt die Strömung ab und es überwiegt der Anteil Antrieb durch Widerstand (siehe oben).

Die am Segel entlang streichende Luft bewirkt eine Kraft, die etwa am ersten Drittel angreift und im wesentlichen senkrecht zum Tuch steht. Sie ist das Resultat unterschiedlicher aerodynamischer Vorgänge:

Durch die Umlenkung des Luftstromes auf der Luvseite des Segels entsteht nach dem dritten Newtonschen Gesetz (Kraft = Gegenkraft) eine Kraft auf das Segel. Die Größe dieser Kraft entspricht der Impulsänderung der mittels des Segels umgelenkten Luftmasse pro Zeiteinheit (siehe stark vereinfachte Skizze rechts).

Die Leeseite des Segels beschleunigt sehr effektiv die benachbarte Luft nach hinten. Wenn sich hinter dem Segel die beschleunigte Luft mit der kaum beschleunigten Luft der Luvseite des Segels vereinigt, ergibt sich eine Umlenkung der Strömung mit einer vektoriellen Beschleunigungskomponente senkrecht zum Segel in Richtung Luv. Daraus ergibt sich eine weitere Kraft auf das Segel in Richtung Lee, aufgrund des dritten Newtonschen Gesetzes.

Wird die Luftströmung um das Segel im Detail betrachtet ist festzustellen, dass die Luft auf der Leeseite des Segels schneller fließt als auf der Luvseite. Dies führt gemäß dem Bernoulli-Effekt zu erhöhtem Druck auf der Luvseite und verringertem Druck auf der Leeseite des Segels. Auch dieser Druckunterschied bewirkt eine Kraft auf das Segel.

Wenn Segel nahe beieinander angeordnet sind, können sie sich positiv beeinflussen. Ein Beispiel ist die langgestreckte Düse, die sich bei Sluptakelung im Raum zwischen Vorsegel und Großsegel ausbildet. In dieser Düse herrscht auf Grund des Venturi-Effektes eine höhere Strömungsgeschwindigkeit als in der Umgebung. Dadurch entsteht zusätzlicher Auftrieb am Großsegel[1]. Die Ansicht, dass es zwischen Vor- und Großsegel zu einer Düsenwirkung kommt, ist allerdings umstritten[2].

Anwendungsgebiete von Segeln [Bearbeiten]
Ein großer Teil der heute hergestellten Segel wird auf Segelschiffen, Segelyachten und Segelbooten verwendet. Aber auch beim Windsurfen, Eis- und Strandsegeln kommen spezielle Segel zum Einsatz. Da diese Fahrzeuge auf bestimmten Kursen sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen, müssen die Segel aus aerodynamischen Gründen sehr flach (mit wenig Bauch) geschnitten sein.

Segler
 Windsurfer
 Eissegler
 Strandsegler
 

Literatur [Bearbeiten]
Czeslaw A. Marchaj: Die Aerodynamik der Segel. Theorie und Praxis. Delius Klasing, Bielefeld 2001, ISBN 3-7688-1017-8.
Nicolas Bessert: Instationäre aeroelastische Berechnung von Yachtsegeln. Shaker Verlag GmbH, 1999, ISBN 3-8265-6630-0.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
1.? Schult, Joachim: Segler-Lexikon. Bielefeld: Delius Klasing, (13. Aufl.) 2008, ISBN 3-87412-103-8 Seite 132 mit Abbildung
2.? Diekow Segel/Aerodynamik
Siehe auch [Bearbeiten]
 Portal:Segeln – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Segeln

 Commons: Sails – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Segel – Zitate
 Wiktionary: Segel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Weblinks [Bearbeiten]
Aerodynamische Vorgänge am Segel
Airfoils and Airflow (englisch)
Segelpflegetipps von North-Sails
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Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Segel“
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Seil
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 Dieser Artikel behandelt das elastische Element zur Übertragung von Zugkräften, zur gleichnamigen Insel der Inneren Hebriden, siehe Seil (Schottland).

 
Erste Darstellung einer Seilerei in Ägypten
Historische Darstellung eines Seilers aus dem 16. JahrhundertEin Seil ist ein aus zusammengedrehten Fasern oder Drähten bestehendes längliches, biegeschlaffes, elastisches Element zur Übertragung von Zugkräften. Bereits für das Mesolithikum sind Seile und Fischernetze aus Weidenbast nachgewiesen.[1]

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Bezeichnungen
2 Ideales und reales Seil
3 Bestandteile und Aufbau
3.1 Materialien
3.2 Materialeigenschaften
3.3 Herstellung
3.4 Kennzeichnung der Seile
3.4.1 Duodess
3.4.2 Triodess
4 Die Seele des Seils
4.1 Stahlseile
4.2 Statische Seile
4.3 Dynamische Seile
5 Aufbewahrung und Pflege
6 Kleedern (Kleeden) und Smarten (Schmarten)
7 Bänder und Gurte
8 Siehe auch
9 Weblinks
9.1 Quellen
 
Bezeichnungen [Bearbeiten]
Textile Seile werden umgangssprachlich auch beispielsweise als Strick oder Kordel bezeichnet.

Im maritimen Zusammenhang spricht man niemals von Seilen, sondern der Oberbegriff heißt Tauwerk, es gibt jedoch eine Vielzahl von genaueren Bezeichnungen nach der Machart oder Verwendung.

Auch im Klettersport unterscheidet man Seile nach verschiedenen Kriterien.

Ideales und reales Seil [Bearbeiten]
Die Physik unterscheidet ideale und reale Seile. Das ideale Seil - ein Modell - ist masselos, straff, nicht dehnbar und ohne Biegesteifigkeit. Es vereinfacht etwa die Abhandlung (reibungsfrei idealisierter) Flaschenzüge. Für Durchhang in Form einer Kettenlinie oder Wellenbewegungen des hängenden oder gespannten Seils muss es jedoch (nur) Masse haben.

Bestandteile und Aufbau [Bearbeiten]
Materialien [Bearbeiten]
 
Manila-Tampen mit Z-Schlag, Typ „sZ“ 
Stahlseil mit Z-Schlag und (Litzen-)Gleichschlag Typ „zZ“ 
Kupfer- seil mit S-Schlag

Naturfaser-Seile
werden aus folgenden Faserpflanzen hergestellt:
(Baumwolle), Flachs, Hanf, Kokos, Manila und Sisal
Kunstfaser-Seile
haben folgendes Ausgangsmaterial (Beispiele):
Aramid (Technora/Twaron/Nomex/Kevlar), Dyneema[2], Flüssigkristallpolymer, Polyester, Polyamid (Nylon, DeDeRon, Perlon), Polypropylen, Polyethylen, auch Polyethen (Spectra) sowie Zylon [3]
Metall- bzw. Drahtseile
werden aus Stahl oder Edelstahl hergestellt,
für Elektrische Leitungen werden auch Seile aus Kupfer, Messing, Aluminium und Speziallegierungen verwendet.
 
Stahlseil mit Z-Schlag und gegenläufige Litzen


Materialeigenschaften [Bearbeiten]
 Vorteile Nachteile Verwendung
Baumwolle vergleichsweise geringe Festigkeit gegen Motten anfällig Textilien, Kordeln
Flachs   Springseil
Hanf höchste Festigkeit bei den Naturfasern geringe Bruchdehnung, Fasern sind grob und hart, im Freien verrottet Hanf langsam, Knoten in feuchten Seilen nur schwer zu lösen (vgl. alte Bergseile im Regen) Dichtungsmaterial, Tauziehen, Deko, ehemalig Taue in der Takelage
Kokos sehr hohe Scheuerfestigkeit, gute Elastizität, geringe Schmutzaufnahme, gute Schockabsorption  Fußmatten, Baumbinder, früheres Füllmaterial in Autokopfstützen
Manila reißfest, widerstandsfähig gegen Meerwasser, leicht  Taue in der Seefahrt
Sisal hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit, leicht und gut färbbar, widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit  Schiffstaue, Seile, Fußmatten, Netze, Teppiche, Katzenkratzbäume
Polypropylen (PP) sehr leicht (schwimmfähig), nimmt kein Wasser auf, chemisch beständig gegenüber den meisten Säuren und Laugen, verhältnismäßig preisgünstig, nur Ausgerüstet abriebfest und temperaturbeständig Schwimmleine, günstige Festmacher, Allzweckseile z.B. für Baustellen, Wurfleine
Polyamid (PA) hohe Festigkeit und hohe Bruchdehnung, d.h. hohe Energieaufnahme quillt im Wasser auf, verliert Festigkeit bei Kontakt mit Wasser, wird u.U. hart, nicht komplett beständig gegen einige Säuren und UV-Strahlung Klettern, Sichern, Hochwertige Festmacher
Polyester (PES) hohe Festigkeit, nimmt kein Wasser auf, sehr beständig gegenüber Witterungseinflüssen und den meisten Chemikalien, sehr hohe UV-Beständigkeit relativ schwer, niedrige Bruchdehnung 
Hochfestes Polyethylen (PE) "Dyneema", extrem hohe Bruchfestigkeit (5-fache von Polyamid), sehr leicht (schwimmfähig), nimmt kein Wasser auf, äußerst beständig gegenüber Säuren und Laugen extrem geringe Bruchdehnung, Temperaturbeständig nur bis 70C° 

Die früher z.B. beim Segeln und Bergsteigen verwendeten Seile waren meist aus Hanf; heute werden überwiegend synthetische Materialien verwendet. Sie sind bei geringerem Gewicht und Durchmesser stabiler, scheuerfester und besser knotbar. Außerdem saugen sie abhängig von der Imprägnierung kaum Wasser auf und frieren dadurch nicht so leicht ein. Allerdings altern Kunststoffseile durch die UV-Strahlung des Sonnenlichts schneller, so dass ihre Haltbarkeit und Festigkeit mit der Zeit abnimmt.

Herstellung [Bearbeiten]
 
a) Gleichschlag b) GegenschlagSeile wurden früher per Hand auf Seilerbahnen, auch Reeperbahnen genannt, gedreht. Heutzutage erfolgt die Herstellung maschinell mittels Seilschlagmaschinen. Sie tragen diesen Namen, weil man das Verdrillen auch schlagen nennt, um es vom Flechten zu unterscheiden.

Die Fasern eines Kunststoffseils sind zu millimeterdicken Fäden gesponnen (etwa 1 - 3 mm) und werden gruppenweise zu Litzen zusammengedreht. Ein dünnes Seil besteht aus 3 bis 4 solcher Litzen, die verdrillt werden.

Gleichschlagseile [4] sind Seile, bei denen die Verdrillung der einzelnen Litzenbündel und deren Verdrillung untereinander in derselben Drehrichtung erfolgt. Die Litzenbündel bleiben dadurch so wie die Litzen im Einzelnen zueinander verschieblich. Dadurch wird das Seil geschmeidiger und damit biegsamer.

Bei Gegenschlagseilen sind die Verdrillungen der Litzenbündel in sich und zueinander verschieden. Das Seil ist somit in sich ausgefacht, da durch die Reibung der Litzen zueinander eine Art Fachwerk entsteht. Das Seil ist somit steifer.

Dickere Seile (Trossen) bestehen wiederum aus mehreren dünneren Seilen, die miteinander verdrillt werden und in dieser Funktion Kardeelen heißen. Die Schlagrichtung der Kardeelen und des gesamten Seils sind einander entgegengesetzt, was ein Aufdrehen des Seiles verhindert.

Das Verbinden von Seilenden erfolgt durch Spleißen, bei dem die Seilenden ineinander verflochten werden.

 
Seilherstellung auf einer Vorrichtung aus dem Jahr 1928. Handwerkliche Seilherstellung in einer Seilerei. Der Führungsdorn um die Litzen zusammen zu verdrillen. Der Seiler auf dem Weg zum fertigen Seil.

Kennzeichnung der Seile [Bearbeiten]
In der gesamten Länge eines Seiles befinden sich im Kern farbige Fasern (eine oder zwei). Nach der Farbe der Faser kann das Baujahr bestimmt werden. Die Farbenkombination wiederholt sich nach 11 Jahren und können unter den Herstellern abweichend sein.
Beispiel eines Kletterseilherstellers:

1986 rot/gelb 1987 blau/gelb 1988 grün/gelb 1989 schwarz/gelb 1990 rot/blau 1991 rot/grün 1992 rot/schwarz 1993 grün
1994 blau 1995 gelb 1996 schwarz 1997 rot/gelb 1998 blau/gelb 1999 grün/gelb 2000 schwarz/gelb 2001 rot/blau
2002 rot/grün 2003 rot/schwarz 2004 grün 2005 blau 2006 gelb 2007 schwarz 2008 rot/gelb 2009 blau/gelb

Duodess [Bearbeiten]
Bei geflochtenen Kletterseilen kann eine eingewebte Markierung in der Seilmitte mit dem Duodess-Verfahren hergestellt werden. Markierungen mit (eventuell schädigenden) Filzmarkern, oder verrutschenden Klebebändern sind somit nicht mehr nötig, um die Einschätzung der Restseilmenge vornehmen zu können.[5]

Triodess [Bearbeiten]
Wie beim Duodess-Verfahren kommt es beim Triodess-Verfahren zu einer eingewebten Markierung (Musterwechsel) auf den letzten fünf bis sieben Metern. [6] An dieser „Seil-Gefahrenzone“ ist somit erkenntlich, dass es höchste Zeit wird sich einen geeigneten Standplatz zu suchen.[7]

Die Seele des Seils [Bearbeiten]
Neben geschlagenen Seilen werden auch geflochtene Seile hergestellt, die meist elastischer sind und sich nicht aufdrehen, aber eine größere Oberfläche haben. Sie werden um eine innere Faser oder Litze, die man Seele nennt, herum angefertigt. Dazu nimmt man meist ein anderes Material, und stellt so eine Form von Verbundwerkstoff her, der die Eigenschaften beider Materialien vereint.

Stahlseile [Bearbeiten]
Stahlseile haben im Bauingenieurwesen einen hohen Stellenwert, beispielsweise im Brückenbau. Stahlseile mit einer Stahlseele haben eine größere Bruchlast (die Kraft, bei der das Seil bricht, oder umgangssprachlich: reißt), Stahlseile mit Hanfseele sind leichter zu handhaben und unempfindlicher gegen kleinere Krümmungsradien unter Belastung. Bei Seekabeln dienen Stahlseile unter Wasser auch als Schutzummantelung. Dünne Stahlseile werden im Alltag z.B. als Bowdenzüge an Fahrrad und Motorrad häufig als Zugseile für den Schalt- oder Bremsvorgang verwendet.

In Stahlseile werden oft textile Fäden eingearbeitet, die mit Öl getränkt sind. Durch ständige Abgabe des Öles beim Bewegen des Seiles erfolgt eine geringe Schmierung des Seiles und es wird geschmeidiger. Außerdem wird Rost im Seil verhindert. Drähte für Stahlseile haben eine Zugfestigkeit um 2000 N/mm².

Statische Seile [Bearbeiten]
Als statische Seile werden allgemein Seile und auch Reepschnüre mit niedriger Dehnfähigkeit (EN 1891) bezeichnet. Sie sind für die Personensicherung bei Höhenarbeiten, für Seilzugänge, für Personenrettung, für Speläologie und andere ähnliche Tätigkeiten geeignet. Bei diesen Tätigkeiten ist es wichtig, dass das Seil eine minimale Dehnfähigkeit und maximale Festigkeit aufweist.

Dynamische Seile [Bearbeiten]
 
Kletterseil-InnenlebenKletterseile (nach EN 892) sollen bei Sturz enorm hohe Kräfte sicher aufnehmen, ohne eine für den Menschen durch zu hohe Bremsbeschleunigung gefährliche Wirkung zu verursachen, sowohl bei der Seilsicherung beim Klettern wie auch beim Anseilen zur Seilschaft. Sie werden um eine Seele aus einem elastischen Material gefertigt. Durch die Kräfteumwandlung im Seil (siehe Helix) wird die Energie in der elastischen Seele zwischengespeichert, und die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Seils in der Länge nimmt langsam ab (dynamischer Kräfteverlauf, geringe Beschleunigungen). Das Seil wird dabei länger, aber deutlich dünner. Nachdem sie zum Stillstand gekommen ist, überträgt sie sich zurück auf Seil, und die Last pendelt in der Vertikalen aus. Extremste Anwendung dieses Prinzips ist das Bungee-Jumping.

Aufbewahrung und Pflege [Bearbeiten]
 
Muster einer Kleederung auf einem Drahttau
Historisches Bild vom Kleedern (Ropewalk engl.) mit einer KleedkeuleFür längere Aufbewahrung ist es für viele Seile am besten, sie auf einer Seiltrommel aufzuspulen; trockene und nicht zu warme Räume sind im Allgemeinen vorzuziehen, doch brauchen manche Materialien eine gewisse Feuchtigkeit. Des weiteren sollten insbesondere Kunststoffseile bei der Lagerung nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt sein, da die UV-Strahlung sie dann schnell altern lässt und ihre Reißfestigkeit reduziert. Beim Waschen von Kletterseilen verwendet man kaltes Wasser und lässt sie dann langsam an der Luft - keinesfalls in praller Sonne - trocknen. Polyesterseile dürfen wegen ihrer Laugenempfindlichkeit nicht mit Seife gewaschen werden.

Kleedern (Kleeden) und Smarten (Schmarten) [Bearbeiten]
Zum Schutz vor Abrieb und Korrosion wurde das Drahttauwerk mit Takelgarn gekleedert („umkleidet“). Im ersten Arbeitsgang werden die "Rillen" (Keepen) des Tauwerks mit Strängen von Abfalltauwerk ausgefüllt ("Trensen"). Über die Trensung erfolgt eine Wicklung aus Leinwand ("Schmartung"), die meist als Schrägstreifen geschnitten wurde. Vielfach wurde die Schmartung mit einem Schutzanstrich aus Bleimennige überstrichen. Über die Schmartung wurde dann das "Kleed" gewunden und meist mit Teer konserviert. Trensung und Schmartung folgen stets dem "Schlag" des Tauwerks, die Kleedung entgegen ("Trens' und schmarte wie gedreht, anders 'rum geht es beim Kleed").Bei stärkerem Drahttauwerk wird dazu die Kleedkeule verwendet. Im Fancywork und Makramee werden verschiedene, meist zylinder-förmige Gegenstände damit verschönert. Der Türkenbund wird dazu vorherrschend neben anderen Flechtarten, nach dem Prinzip des Kreuzkatnings angewendet. [8]

Bänder und Gurte [Bearbeiten]
Flach geflochtene Seile nennt man Band (Mehrzahl: Bänder) oder Gurt (Mehrzahl: Gurte). Sie werden als Hebezeug, als Antriebsriemen, oder Spanngurt eingesetzt.

im Handwerk
Befestigungsgurt als: Sicherheitsgurt oder Tragegurt, Möbelgurt, Rollladengurt
beim Sport
Klettern: Klettergurt, Bandschlinge
Segeln: Lifebelt, Strecktau
Slackline (Balancieren)
Siehe auch [Bearbeiten]
Anseilen
Bowdenzug, Drahtseil, Faden, Garn, Schnur, Tauwerk
Seilwinde, Seiltransmission
Krangeln (Seilverdrehung)
Wellrad, Flaschenzug
Tauziehen
Seiler (zum Beruf des Seilmachers), Reepschläger
Kletterseil
Leiterseile
Zu Knoten siehe Knoten (Knüpfen), Knotenkunde und Liste der Knoten.
Zu Seilen im Bereich BDSM vgl. Bondage und Shibari
Brückenseilbesichtigungsgerät
Förderseil
Weblinks [Bearbeiten]
 Commons: Ropes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Seil – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Die Geschichte des Bergseils & Historische Seil-Daten
PDF-Handbuch über statische und dynamische Seile (1,77 MB)
Seilerei im Mittelalter (Erläuterung, Materialien und Technik)
Aufblasbares Seil wird durch eingepumpte Luft starr Seilerei von der Zeit Karl des Grossen bis zur Industriellen Revolution, (Hanf Museum Berlin)
Kletterseil - worauf man beim Seilkauf achten sollte.
Quellen [Bearbeiten]
1.? Almut Bick: Die Steinzeit. Theiss WissenKompakt, Stuttgart 2006. ISBN 3-8062-1996-6
2.? KunstfaserseilMaterial
3.? Knotenmaterial
4.? Materialkunde, Bild Z+S Schlag
5.? Bild von der Duodess-Seilmitte
6.? Mammut Seilkunde Duo- + Triodess
7.? „Seilkunde“, Bruckmann Basic, 2007, ISBN 3-7654-3906-1 (Seite 10)
8.? Kreuzkatning bei Jack-Tar.de
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Seil“
Kategorien: Technische Textilie | Knotenkunde | AnschlagmittelMeine Werkzeuge
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Spinnen
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 Dieser Artikel behandelt das Spinnen als Tätigkeit der Garnherstellung. Spinnen als Tiere werden in den Artikeln Spinne und Spinnentiere behandelt. Ein deutscher Schriftsteller heißt Burkhard Spinnen.

 
Das Produkt beim Spinnen ist kreuzweise aufgespultes GarnSpinnen bezeichnet die Herstellung von Fäden.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Nähere Darstellung
2 Geschichte
3 Mythologie
4 Spinnen von Hand
5 Spinnen industriell
6 Spinnmaschinen
6.1 Ringspinnen
6.2 Rotorspinnen
7 Spinnen von synthetischen Fasern
8 Weblinks
9 Literatur
9.1 Technik
9.2 Kulturgeschichte
 
Nähere Darstellung [Bearbeiten]
Spinnen ist, wie das Weben, eine der ältesten Techniken der Menschheit. Die Verfahren verfeinerten sich im Lauf der Zeit schrittweise und es entstanden neue, um die Fäden herzustellen. Daher bedeutet Spinnen heute dreierlei:

Es steht für den ganzen Prozess der Herstellung von Garnen aus einer Masse von Fasern endlicher Länge: mit Reinigen, Mischen und Parallel-Legen der Fasern, sowie der Fadenbildung durch Verziehen und Verdrehen samt anschließendem Aufspulen.
Oft bezeichnet es nur den Teilprozess des Verziehens und Verdrehens von Fasern. Die lassen sich von Hand quasi direkt per Spinnrad verspinnen. Für maschinelles Spinnen müssen die Fasern bereits in einem Strang, dem Streckband, gerichtet vorliegen. Verstrecken und Verdrehen bringen die gewünschte Garnfeinheit und Festigkeit zustande.
Historisch bedingt heißt auch die Herstellung von synthetischen oder naturnahen Fasern durch Herauspressen einer flüssigen Masse aus Düsen Spinnen. Man spricht hier vom Schmelz-, Nass- oder Trockenspinnen, je nachdem, wie die Masse hergestellt oder verflüssigt wurde. Die entstehenden Fasern sind zwar gestreckt, aber nicht verdreht. Oft werden solche endlosen Fasern („Filamente“) anschließend in Stücke geschnitten und „richtig“ gesponnen.
Versponnen werden alle Fasern: Pflanzenfasern wie Baumwolle, synthetische Fasern wie Polyamid, PET, tierische Fasern wie Wolle, früher gar menschliche Haare oder mineralische Fasern wie Asbest.

Das Produkt beim Spinnen heißt Garn. Der Ausdruck Faden wird hier nicht verwendet. Die wichtigsten Kenngrößen eines gesponnenen Garnes sind neben der verwendeten Faser das Gewicht pro Länge (Garnfeinheit) und die Festigkeit (Bezugsdehnung/Reißkraft). Hierbei ist die Spinngrenze zu beachten. Prinzipiell gilt: Je feiner das Garn, desto teurer.

Mit Hilfe des Handelsgewichtszuschlags wird das bei Rechnungsstellung zu berechnende Brutto-Garngewicht ermittelt.

Die Qualität der verwendeten Fasern und die Art, wie sie versponnen werden, ist maßgebend für viele Eigenschaften des später daraus entstehenden Textils.

 
Spinnerin mit Spindel und Rocken (unversponnene Fasern mit Bändern auf einem Stock befestigt)
Bild von William-Adolphe Bouguereau (1825–1905)Ein fertig gesponnenes Garn lässt sich auf unterschiedlichste Art weiterverarbeiten, z. B.:

Zwirnen
Weben
Stricken
Wirken
Nähen
 
Spinnerin mit SpinnradGeschichte [Bearbeiten]
Von Hand gesponnen wurde in Europa bereits um 6000 v. Chr., darauf verweisen die Spinnwirtel der Sesklo-Kultur im frühneolithischen Griechenland. Es steht nicht fest, ob Wolle oder Flachs versponnen wurde. Erst 2000 Jahre später ist Leinen belegt. Im 14. Jahrhundert wurde das Handspinnrad erfunden, Ende des 18. Jahrhunderts die erste Spinnmaschine, die Spinning Jenny. 1769 wurde die erste Spinnmaschine mit Wasserradantrieb zum Patent angemeldet, die Waterframe. Eine Weiterentwicklung der Waterframe und der Jenny war der Selfaktor. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Ringspinnen erfunden, welches bis heute das wichtigste Spinnverfahren geblieben ist.

Mythologie [Bearbeiten]
Das Spinnen spielt vielfach eine Rolle im Mythos und wird etlichen Schicksalsgöttinnen - so der griechischen Klotho - zugewiesen (vergleiche Moiren, Parzen). Spinnen und Weben gelten als Erfindung der Göttin Athene. Die sterbliche Arachne, die die Göttin in der Kunst des Spinnens und Weben übertreffen wollte, hat sie zur Strafe in eine Spinne verwandelt. Arachnida ist noch heute der wissenschaftliche Name der Spinnentiere. In der germanischen Mythologie spinnen die Nornen die Schicksalsfäden.

In Märchen ist das Spinnen Ausweis von Fleiß oder inneren Reifungsvorgängen und fungiert oft als Heiratsprobe der Frau. So in folgenden Kinder- und Hausmärchen (KHM) der Brüder Grimm: Die zwölf Brüder (KHM 9), Die drei Spinnerinnen (KHM 14), Frau Holle (KHM 24), Die sechs Schwäne (KHM 49), Dornröschen (KHM 50), Rumpelstilzchen (KHM 55), Allerleirauh (KHM 65), Die zwölf Jäger (KHM 67), Die Wassernixe (KHM 79), Die faule Spinnerin (KHM 128), Die Schlickerlinge (KHM 156), Die Nixe im Teich (KHM 181), Die Gänsehirtin am Brunnen (KHM 179), Spindel, Weberschiffchen und Nadel (KHM 188).


Die Irreler Bauerntradition zeigt Kardieren, Spinnen und Stricken im Freilichtmuseum Roscheider HofSpinnen von Hand [Bearbeiten]
Das Spinnen von Hand erfolgte entweder mit bloßen Händen oder aber mit einer Handspindel. Die Rohfaser wurde dabei auf einem Rocken („Kunkel“) befestigt, um die Faser geordnet zu halten. Eine weitere Vorrichtung zum Spinnen von Hand ist das Spinnrad, mit dem die Entwicklung des mechanischen Spinnens begann. Es wird bereits 1298 in einer Chronik von Speyer erwähnt und taucht im 13. Jahrhundert auch in verschiedenen anderen europäischen Regionen auf. Sein Ursprung ist in China zu suchen. Den ersten Hinweise auf das Flügelspinnrad findet man im Hausbuch der Fürstenfamilie Waldburg-Wolfegg aus 1480. Die Jürgen von Wolfenbüttel zugeschriebene Erfindung dieses Spinnrades dürfte eine Legende sein. Um 1500 konstruierte auch Leonardo da Vinci ein Flügelspinnrad.

Spinnen industriell [Bearbeiten]
 
Ein Streckband aus Baumwolle, wie es zum Rotorspinnen oder Vorspinnen verwendet wird
„Rotor“- oder „Openend“-Spinnmaschine mit vorgelegtem StreckbandHeute existieren in den Industriestaaten nur noch vereinzelt Spinnereien. Die meisten Spinnereien befinden sich in Asien, namentlich in China und Indien. Die Maschinen zum Spinnen und für sämtliche Vorstufen kommen aber auch heute noch überwiegend aus Zentraleuropa.

Der ganze Spinnprozess gliedert sich in viele einzelne Arbeitsschritte, wo von das Ringspinnen und Rotorspinnen die wichtigsten sind. Die vorbereitenden Schritte lauten:

1.Öffnen der Ballen mit einem Ballenöffner
2.Reinigung der Rohfasern von Schmutz und Fettresten bei der Wolle oder von Resten der Samenkapseln bei der Baumwolle
3.Ausrichten der Fasern mit einer Karde zu einem Strang teilweise paralleler Fasern, dem Kardenband
4.Zusammenführen und Strecken mehrerer Kardenbänder auf einer Strecke zur Erhöhung der Gleichmäßigkeit oder zum Herstellen von Mischfasern. Das Strecken wird in der Regel zweimal durchgeführt.
5.Zum Ringspinnen kann das Streckband noch gekämmt werden, wenn es aus langstapliger Baumwolle besteht. Damit wird ein noch gleichmäßigeres Garn erzielt. Auf alle Fälle muss das Streckband auf einer Vorspinnmaschine, auch Flyer genannt, zu einem Vorgarn, der „Lunte“, vorgesponnen werden.
Erst dann kommt das eigentliche Spinnen. Man kennt hauptsächlich zwei große Verfahren: Das Ring- und das Rotorspinnen.

Andere Verfahren sind das Luftspinnverfahren und das Umwindespinnverfahren.

Spinnmaschinen [Bearbeiten]
 
Vor dem Ringspinnen wird das Streckband auf der Flügelspinnmaschine (Flyer) zu einer Lunte vorgesponnen.Die Entwicklung der mechanischen Spinnerei:

1738 Erste funktionsfähige Spinnmaschine von Lewis Paul und John Wyatt
1767 Spinning Jenny von James Hargreaves
1769 Water Frame von Richard Arkwright - erste in größerem Umfang industrielle eingesetzte Spinnmaschine
1769 Erste mechanische Spinnerei in Bielefeld - Ravensberger Spinnerei
1771 Erste mechanische Spinnerei in Cromford durch Richard Arkwright
1779 Spinning Mule von Samuel Crompton. Sie vereinigt Produktionselemente der Spinning Jenny und der Waterframe
1783 Gründung der ersten fabrikmäßigen mechanischen Spinnerei auf dem europäischen Festland durch Johann Gottfried Brügelmann in Ratingen
1785 Dampfmaschine findet Eingang in Spinnerei, zunächst zum Speisen der Wasserräder, ein Jahr später auch als Antriebsmaschine
1810 Flachsspinnmaschine von Philipp de Girard
1828 Ringspinnmaschine von John Thorpe
1830 Selfactor von Richard Roberts
1955 Vorstellung der ersten funktionsfähigen, von Julius Meimberg entwickelten Rotorspinnmaschine auf der Internationalen Textilmaschinenausstellung in Brüssel.
Ringspinnen [Bearbeiten]
 
Flyerspulen mit Lunte, wie sie an einer Ringspinnmaschine hängen
Kopse in einer laufenden RingspinnmaschineAm weitesten verbreitet ist das Ringspinnen, bei dem die Lunte etwa um den Faktor 40-50 gestreckt wird. Das dünne Faserband wird sofort danach gleichmäßig verdreht. Ein kleiner Metallring (Ringläufer) rotiert dabei auf einer kreisförmigen Bahn, dem Ring, um eine Spindel und wickelt das Garn auf eine Hülse, den Kops, auf.

Eine wichtige Randbedingung für den Prozess ist in Abhängigkeit des versponnenen Materials die im Produktionsraum herrschende Luftfeuchtigkeit.

Im Anschluss an das Ringspinnen werden mehrere Kopse auf eine größere Spule (Kreuzspule) umgespult. Dies geschieht zum Beispiel im sogenannten Autoconer, einer separaten Maschine, die beim Umspulprozess in der Regel gleichzeitig das Garn optisch überprüft und Fehlstellen oder Verschmutzungen korrigiert.

Große Spinnereien besitzen heute in der Größenordnung von 100.000 Spinnstellen. Moderne Maschinen besitzen automatisierte Verfahren für den Austausch der Kopse, für deren Weitertransport zum Autoconer sowie für die optische Überwachung und Korrektur des Fadenlaufes (Wiederanspinnen nach Fadenbruch). Ein fertiges Ringgarn besitzt einen Titer von etwa 5-400 tex.

Rotorspinnen [Bearbeiten]
 
Eine geöffnete Spinnstelle einer Rotorspinnmaschine, links der Rotor, rechts in der Mitte des Deckels die DüseDas Rotorspinnen (auch: OE-Rotor-Spinnen, engl. open end) ist etwas seltener anzutreffen. Der Spinnprozess ist aber insgesamt wesentlich kürzer und damit kostengünstiger. Rotorspinnen eignet sich für etwas gröbere Garne. Das Vorspinnen auf dem Flyer entfällt, die Maschine kann direkt mit dem Streckband oder für grobe Garne mit Kardenband beliefert werden. Das Streckband wird zuerst in einzelne Fasern aufgelöst und von einem Luftstrom in eine sehr schnell drehende Trommel mit nach innen geneigter Wand – den Rotor – befördert, dessen Drehzahl bis zu 150.000 U/min beträgt. Durch die Beschleunigung rutschen die Fasern in die Rille am Fuß der Rutschwand des Rotors. Dort werden sie gesammelt bis die Garnstärke erreicht ist und werden axial durch die Düse in der Drehachse abgezogen und damit zu einem Garn verdreht. Das Garn wird direkt auf eine Kreuzspule aufgespult, ein Umspulen entfällt. Die Verstreckung ist dabei bis zu 400 fach. Ein fertiges Rotorgarn besitzt einen Titer von etwa 10-400 tex und hat etwa 20-30 % weniger Festigkeit als Ringgarn. Durch die Wahl des Rotors und der Düse lassen sich Volumen und Haarigkeit des Rotorgarns erheblich beeinflussen. Die Produktivität einer Rotorspinnerei liegt aber um etwa das 7-fache über der einer Ringspinnerei. In der Rotorspinnmaschine ist die Automation des Fadenansetzens weit verbreitet.

Spinnen von synthetischen Fasern [Bearbeiten]
Das Schmelzspinnen bezeichnet die Herstellung von synthetischen Vorgarnen aus einer Polymerschmelze. Ein flüssiges, da heißes Polymer wird durch eine Matrize mit mehreren Löchern gepresst, verstreckt, abgekühlt und aufgespult. Solche unendlich langen Fasern („Filamente“) können in Stücke geschnitten werden und mit Baumwollfasern oder Schurwolle gemischt werden. Eine solche Mischung kann in einem weiteren Spinnprozess zu Garn verarbeitet werden. Um diesem Filament-Garn spezielle dreidimensionale Strukturen zu geben, kann das Garn texturiert werden.

Das älteste Spinnverfahren für naturnahe Fasern ist das Viskose-Verfahren. Hier wird das Polymer chemisch gelöst und mit Drücken zwischen 5 und 20 bar in ein Bad verdüst. Wegen dieses Bads wird das Viskose-Verfahren zum Nassspinnen gezählt. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jh. ist es gelungen, die hohen Drücke, welche zum Herauspressen von synthetischen geschmolzenen Polymeren nötig sind, zu beherrschen. Manche Kunststoffe werden mit einem Lösungsmittel verflüssigt, welches nach dem Austritt aus den Düsen verdampft und feste Kunststofffilamente zurücklässt. In diesem Fall spricht man von Trockenspinnen, da kein Bad benötigt wird.

Das vielleicht am häufigsten verwendete Polymer ist Polyester; solche Fasern sind z. B. unter dem Markennamen Trevira erhältlich.

Weblinks [Bearbeiten]
 Wiktionary: spinnen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Spinnen mit der Handspindel (Landschaftsmuseum Obermain)
Geschichte des Handspinnens
Wollspinnerin im Mittelalter Kleidung, soziales Umfeld, Gegenstände des mittelalterlichen Spinnens und Textilhandwerk
Spinnen und Weben als halstattzeitliche Urnendarstellung
Literatur [Bearbeiten]
Technik [Bearbeiten]
Hermann Kirchenberger: Spinnerei 2000, Bondi, Wien-Perchtoldsdorf 1986, ISBN 3-900008-10-8.
Dietmar Fries: Spinnereitechnik - Kammgarn - Halbkammgarn - Streichgarn. In: Ausbildungsmittel, Unterrichtshilfen, Band 67, Textiltechnik. Arbeitskreis Gesamttextil, Eschborn 1996, ISBN 3-926685-73-5.
Kulturgeschichte [Bearbeiten]
Thomas Blisniewski: Frauen, die den Faden in der Hand halten. Handarbeitende Damen, Bürgersmädchen und Landfrauen von Rubens bis Hopper. Sandmann, München 2009, ISBN 978-3-938045-35-0.
Thomas Blisniewski: „... und schafft mit emsigen Händen“ - Weibliche Handarbeiten in Werken von R. Schadow, C. J. Begas und J. A. Ramboux im Wallraf-Richartz-Museum - Fondation-Corboud. In: Kölner Museums-Bulletin. Berichte und Forschungen aus den Museen der Stadt Köln. Nr. 3, Köln 2001, S. 4 – 18.
Ulrike Claßen-Büttner: Spinnst Du? Na klar! Geschichte, Technik und Bedeutung des Spinnens von der Handspindel über das Spinnrad bis zu den Spinnmaschinen der Industriellen Revolution. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-1742-2.
Stradal, Marianne; Brommer, Ulrike: Mit Nadel und Faden. Kulturgeschichte der klassischen Handarbeiten. Heidenheim und Freiburg 1990
Gail Carolyn Sirna: Frauen, die nie den Faden verlieren. Handarbeitende Frauen in der Malerei von Vermeer bis Dali. (Originaltitel: In Praise of the Needlewoman, übersetzt von Ursula Fethke, Redaktion Eva Römer, mit einem Vorwort von Thomas Blisniewski). Sandmann, München 2007, ISBN 978-3-938045-17-6.
Robert L. Wyss: Die Handarbeiten der Maria. Eine ikonographische Studie unter Berücksichtigung der textilen Techniken. In: Michael Stettler, Mechthild Lemberg (Hrsg.): Artes Minores. Dank an Werner Abegg. Stämpfli, Bern 1973, S. 113 ff. ISBN 3-7272-9200-8.
Waltraud Holtz-Honig: Vater spinnt. Der Weg zum Endlos-Garn, eine Erfindergeschichte. Langen Müller, München 1997, ISBN 3-7844-7367-9.
Helga Volkmann: Purpurfäden und Zauberschiffchen. Spinnen und Weben in Märchen und Mythen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-20858-8.
Penny Walsh: Handbuch Garne. Geschichte, Herstellungstechniken und neue Trends. (Originaltitel: The yarn book, übersetzt von Elke Schröter), Haupt, Bern / Stuttgart / Wien 2007, ISBN 978-3-258-07183-1.
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Spinnen“
Kategorien: Verfahren (Spinnerei) | HandwerkstechnikMeine Werkzeuge
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Spinnrad
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 Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Spinnrad als Hilfsmittel. Für den Holzbildhauer, siehe Jürgen Spinnrad; für die ehemalige Drogeriemarktkette, siehe Spinnrad (Unternehmen).

Das Spinnrad ist ein technisches Hilfsmittel zum Verspinnen von Fasern zur späteren weiteren Verarbeitung (z. B. Weben, Stricken).

 
Irisches Langrad um 1900Beim Verspinnen werden lose Fasern durch gleichzeitiges Verdrehen und Auseinanderziehen zu einem Faden verarbeitet.

Als Spinnrad wird sowohl das Flügelspinnrad, das üblicherweise mit Fußantrieb versehen ist, als auch das handgetriebene Spindelspinnrad bezeichnet. Die einem Spindelspinnrad sehr ähnlichen Spulräder werden dagegen nicht zum Spinnen, sondern in der Handweberei verwendet.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Geschichte
2 Aufbau des Flügelspinnrads
2.1 Mechanische Teile
2.2 Tragende Teile
3 Funktionsprinzip Flügelspinnrad allgemein
3.1 Funktionsprinzip zweifädige (doppelfädige) Flügelspinnräder
3.2 Funktionsprinzip einfädige Flügelspinnräder mit Flügelantrieb (spulengebremst)
3.3 Funktionsprinzip einfädige Flügelspinnräder mit Spulenantrieb (flügelgebremst)
4 Aufbau und Funktionsprinzip des Spindelspinnrads
5 Weitere Verwendung und Zubehör
6 Einzelnachweise
7 Literatur
8 Siehe auch
9 Weblinks
 
Geschichte [Bearbeiten]
 
Älteste Darstellung eines Flügelspinnrads im Mittelalterlichen Hausbuch Schloss Wolfegg 1480Das Spindelspinnrad gelangte gegen Ende des 12. Jahrhunderts aus dem orientalischen Raum nach Europa. Es begann sich im 13. Jahrhundert in Mitteleuropa zu verbreiten, wie die Quellenlage anhand von Verboten, das Spindelspinnrad zu verwenden, für die Zünfte der Tuchmacherei aufzeigt[1].

Folgende Verbote sind bspw. belegt: 1224 Venedig, 1256 Bologna, 1268 Paris, 1280 Speyer, 1288 Abbeville, 1292 Siena, 1305 Douai. In der Handwerksordnung der Weber von Speyer wird es ausdrücklich nur für die Herstellung von Schußgarn zugelassen.

Der Grund für die Beschränkung auf Schußgarn ist in der Forschung umstritten[2]. Die Verbote könnten erlassen worden sein, um die hohe Qualität des mit Handspindel erzeugten Wollgarns zu schützen. Beispielsweise steht im sog. Livre des metiers aus Brügge (ca. 1349), dass mit dem Spindelspinnrad gesponnene Wolle generell zu schwach, ungleichmäßig, ungenügend gezwirnt und zu knotig sei. Das Spindelspinnrad blieb in manchen Regionen noch bis ins 15./16. Jahrhundert für die Zünfte verboten.

 
Spinnmaschinen-Entwurf von Leonardo da VinciDer erste bildliche Nachweis eines (noch handgetriebenen) Flügelspinnrads stammt erst aus dem Jahr 1480. Der Erfinder dieser völlig neuen Funktionalität des Spinnflügels ist unbekannt. Leonardo da Vinci entwarf etwas später einen Spinnmechanismus mit längsbeweglichem Spinnflügel, der aber wohl nicht zur Verbreitung kam. Ein Fußtritt ist ab der Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt.

Als Vorlagen für die ersten mechanischen Spinnmaschine des 18. Jahrhunderts dienten beide o.g. Spinnradsysteme. Die etwas ältere Spinning Jenny fußt auf der zweistufigen Absetz-Technik der einfachen Spindel, die fast zeitgleich entwickelte Waterframe verwendete dagegen Spinnflügel.

Selbst nach Einführung von Spinnmaschinen wurde das Flügelspinnrad im häuslichen Bereich weiter genutzt und gehörte bis ins 19. Jahrhundert hinein im Allgemeinen als besonders dekorativ ausgeführtes Hochzeits-Spinnrad zur Aussteuer der Braut.

Auch heute noch werden von zahlreichen europäischen und außereuropäischen Handwerksbetrieben moderne Flügelspinnräder gebaut und technisch weiterentwickelt, größtenteils für den Bedarf von Freizeit-Spinnerinnen und Spinnern. Es gibt sogar elektrisch betriebene Spinn„räder“, bei dem das Ausziehen des Fadens allerdings weiterhin von Hand geschieht, während das Schwungrad durch den elektrischen Antrieb ersetzt ist. Diese Spinngeräte werden vorwiegend im Kleingewerbe eingesetzt.

Aufbau des Flügelspinnrads [Bearbeiten]
Mechanische Teile [Bearbeiten]
 
Das Funktionsprinzip des SpinnradesEin Flügelspinnrad setzt sich aus folgenden mechanisch wirksamen Teilen zusammen (die Buchstaben in Klammern beziehen sich auf die nebenstehende Schemazeichnung):

Tritt/ Trittbrett (f). Traditionell wurden Trittbretter nur für einen Fuß (üblicherweise den rechten) angefertigt, moderne Spinnräder werden auch mit Doppeltritt gebaut, d.h. die spinnende Person kann wie bei einem Fahrrad beide Füße abwechselnd senken.
Antriebsstange (e), oft auch Knecht genannt
Kurbel (d)
Schwungrad (c)
Antriebsschnur oder -riemen (s und t), diese kann z.B. aus Baumwolle, Leinen, Wolle oder Leder bestehen.
Spinnflügel. Der Spinnflügel seinerseits besteht aus:
dem eigentlichen U-förmigen Flügel mit einer Einzugsöffnung (y) aus Metall oder Holz und zwei Flügelarmen (a). Auf beiden Armen sind Führungseinrichtungen für den entstandenen Faden (i) angebracht, das können Reihen von festangebrachten Häkchen sein, oder auch Löcher für ein einzelnes, umsteckbares Häkchen oder eine verschiebbare Öse.
der Spindel (x); üblicherweise ist diese mit dem Flügel fest verbunden und bildet die Verlängerung der Einzugsöffnung (y).
der auf der Spindel frei beweglichen Spule (b) mit einem Spulenwirtel (u). Bei einem Wirtel handelt es sich um eine Scheibe mit Rille, die der Kraftübertragung dient. Traditionell besitzt eine Spule nur an einem Ende einen Wirtel, bei modernen Spinnrädern auch an beiden Enden.
bei doppelfädigen und flügelgetriebenen Bautypen einem zusätzlichen Flügelwirtel (r), der fest mit der Spindel verbunden wird, üblicherweise durch ein Gewinde.
 
sogenannter Emmentaler Typ eines Spinnrads, "Die Arbeitsamen" (1883) von Albert Anker
doppelflügeliges Bockrad (Hochzeitsrad)Tragende Teile [Bearbeiten]
Die Konstruktion kann sehr vielfältig sein. Es kommen Typen mit einer Bank und drei oder vier Beinen und einem darauf befindlichen Aufbau vor, aber auch Typen, deren Gestell direkt auf dem Boden steht. Der Spinnflügel kann seitlich vom Schwungrad oder oberhalb des Schwungrades angeordnet sein. Alle Typen können auch mit zwei Spinnflügeln ausgestattet sein. Mit diesen sogenannten Doppelspinnrädern kann die spinnende Person zwei Fäden gleichzeitig herstellen.

Funktionsprinzip Flügelspinnrad allgemein [Bearbeiten]
Die spinnende Person setzt das Schwungrad über den Fußantrieb in Bewegung. Die Umdrehung des Rades überträgt sich auf den Spinnflügel. Der Unterschied im Innen-Umfang von Schwungrad und Wirtel bedingt die sogenannte Übersetzung. Eine Übersetzung z.B. von 1:5 bedeutet, dass ein Tritt eine volle Drehung des Schwungrades und gleichzeitig 5 Umdrehungen des Spinnflügels hervorruft. Die Aufgabe des Spinnflügels ist es, die Fasern miteinander zu verdrehen und gleichzeitig auf die Spule aufzuwickeln. Die Fertigkeit der spinnenden Person besteht dabei darin,

soviel Fasern aus dem Faservorrat freizugeben, wie für die Dicke des gewünschten Fadens erforderlich ist und
soviel Drall in den Faden zu leiten, wie für den gewünschten Drehungsgrad (Festigkeit) erforderlich ist.
Dafür müssen gleichzeitig drei Geschwindigkeiten aufeinander abgestimmt werden, nämlich wie schnell man tritt, auszieht und in den Spinnflügel einlaufen lässt.

Funktionsprinzip zweifädige (doppelfädige) Flügelspinnräder [Bearbeiten]
 
zweifädiger SpinnflügelBei den sogenannten zweifädigen Spinnrädern werden durch einen einzigen, aber in Form einer 8 überkreuzten Antriebsriemen sowohl der Flügelwirtel als auch der Spulenwirtel angetrieben. Dabei muss einer der beiden Wirtel - üblicherweise der Spulenwirtel - einen kleineren Durchmesser aufweisen, wodurch die Spule sich schneller dreht als der Flügel, und der Faden sich auf die Spule aufwickeln kann.

Funktionsprinzip einfädige Flügelspinnräder mit Flügelantrieb (spulengebremst) [Bearbeiten]
 
einfädiger Spinnflügel mit Flügelantrieb und Spulenbremse (hinten)Nur der Spinnflügel wird über den Flügelwirtel direkt angetrieben. Die Spule wird durch Reibung mitgeschleift. Ihre Laufgeschwindigkeit wird durch eine Schnur (auch schottische Bremse genannt) über dem Spulenwirtel gebremst.

Funktionsprinzip einfädige Flügelspinnräder mit Spulenantrieb (flügelgebremst) [Bearbeiten]
Die Spule wird über den Antriebsriemen direkt angetrieben, einen zusätzlichen Flügelwirtel gibt es nicht. Um die Geschwindigkeit des mitgeschleiften Spinnflügels demgegenüber zu reduzieren, wird über das Vorderende der Spindel (Einzugsöffnung) ein Lederband oder ähnliches angebracht. Der Druck auf diese sogenannte Flügelbremse kann reguliert werden.

Aufbau und Funktionsprinzip des Spindelspinnrads [Bearbeiten]
 
Europäisch-amerikanisches SpindelspinnradDas ältere und im Gegensatz zum Flügelspinnrad immer von Hand angetriebene Spindelspinnrad wird auch Großes Rad, Wanderrad, Handspinnrad oder (Baum-)Wollrad genannt. Auf einem Brett sind Schwungrad und Spindel angeordnet und durch einen Antriebsriemen verbunden. Zu diesem Typ gehören z.B. die in Indien eingesetzten Charkas für das Verspinnen von Baumwolle und das im niedersächsischen Wendland beheimatete, sogenannte Peterrad für das Verspinnen von grobem Flachs-Werg[3].

 
Indische Spinnerin an einem Charka-SpindelspinnradDas Schwungrad wird mit der rechten Hand gedreht. Die linke Hand zieht gleichzeitig den Faservorrat in einem Winkel von 45° zur Spindelausrichtung zurück. Die spinnende Person kann einen so langen Faden spinnen, wie ihr Arm nach hinten reicht. Dabei muss die Geschwindigkeit, mit der der Drall in die Fasern einläuft, mit der Geschwindigkeit abgestimmt werden, mit der die Hand zurückgezogen wird. Der entstandene Faden muss anschließend manuell auf die Spindel aufgewickelt werden.

Weitere Verwendung und Zubehör [Bearbeiten]
Gesponnene Fäden werden auf dem Flügelspinnrad zur weiteren Verwendung meist noch gezwirnt, d.h. es werden zwei oder mehr Einzelfäden zu einem weit haltbareren Garn zusammengedreht. Zu diesem Zweck wird ein sogenannter Spulenbock verwendet, der die Spinnradspulen trägt, von denen die Einzelfäden frei ablaufen können. Zu diesem Zweck gehören zu jedem Spinnrad üblicherweise mindest zwei Ersatzspulen. Um das Garn schließlich von den Spinnradspulen abzuziehen, wird eine Dreh- oder Kreuzhaspel benötigt, mit der man Stränge herstellt, die dann gewaschen, ggf. gefärbt und gehandelt werden können.

Einzelnachweise [Bearbeiten]
1.? MUNRO, John: Wool and Wool Based Textiles in the West European Economy, c. 800–1500. Innovations and Traditions in Textile Products, Technology, and Industrial Organisation. Working Paper No. 5  University of Toronto 2000
2.? Ludwig, Karl Heinz: Spinnen im Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung der Arbeiten „cum rota“ in: VEREIN DEUTSCHER INGENIEURE: Technikgeschichte Bd. 57 Heft Nr. 2. Berlin 1990, S. 78–80
3.? Wilhelm Bomann: Bäuerliches Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen. 6. reprograph. Nachdr. d. 4. Aufl. (Weimar 1941), Hildesheim 1983, S. 239-240
Literatur [Bearbeiten]
Patricia Baines: Spinning wheels, spinners and spinning. London 1979
Jef Coenen: Europese Handspindagen. Antwerpen 1992 (Selbstverlag)
Joan Whittaker Cummer: A book of spinning wheels. Portsmouth (New Hampshire) 1993, ISBN 0-914339-46-X (englisch)
Karl Drescher: Die Wiederbelebung der Handspinnerei in Baden. Karlsruhe 1904
Katalog zur Spinnerei-Ausstellung unter dem Protektorate I.K.H. der Großherzogin von Baden. Mit einer ausführlichen Einleitung von Dr. Hans Stegmann vom Germanischen Museum in Nürnberg. Karlsruhe 1903
Eliza Leadbeater: Spinning and spinning wheels. Princes Risborough (Buckinghamshire) 1995, ISBN 0-85263-469-2 (englisch)
David A. Pennington & Michael B. Taylor: A pictorial guide to american spinning wheels. Sabbathday Lake (Maine) 1975, ISBN 0-915836-01-7 (englisch)
David A. Pennington & Michael B. Taylor:: Spinning wheels and accessories. Atglen (Pennsylvania) 2004, ISBN 0-7643-1973-6 (englisch)
Hugo von Rettich: Spinnradtypen. Eine Sammlung von Hand-Spinngeräthen. Wien 1895
George B. Thompson: Spinning Wheels. The John Horner collection. Belfast 1952
Veera Vallinheimo: Das Spinnen in Finnland unter besonderer Berücksichtigung schwedischer Tradition (Volkskundliches Archiv = Kansatieteellinem Arkisto Bd. 11). Helsinki 1956
Sigrid Vogt: Geschichte und Bedeutung des Spinnrads in Europa. Aachen 2008, ISBN 978-3-86858-074-7
Siehe auch [Bearbeiten]
Spinnen
Zwirnen
Haspel
Garn
Weblinks [Bearbeiten]
 Commons: Spinnrad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Spinnrad – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Informationen zu Spinnrad im BAM-Portal
Anleitung Spinnen mit dem Spinnrad/ Auflistung Spinradtypen bei Spinnradclub
Offizielle Seite der deutschen Handspinngilde e.V., gemeinnütziger Verein zur Förderung des Handspinnens
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Spinnrad“
Kategorie: Arbeitsmittel (Spinnerei)Meine Werkzeuge
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Tauwerk
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Tauwerk an Deck eines SegelschiffsTauwerk ist in der Seemannssprache der Oberbegriff für alle geschlagenen und geflochtenen Seile aus Natur- und synthetischen Fasern. Eine besondere Gruppe des Tauwerkes bildet das Herkulestauwerk, das eine Seele (Kern) aus Drahtseil hat.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Aufbau
1.1 Geschlagenes Tauwerk
1.2 Geflochtenes Tauwerk
2 Verwendung der Begriffe „Tau“ und „Tauwerk“
3 Tauwerkstypen in der Seefahrt mit Verwendung
4 Einzelnachweis
5 Siehe auch
 
Aufbau [Bearbeiten]
Geschlagenes Tauwerk [Bearbeiten]
Der Aufbau geschlagenen Tauwerks beruht auf dem Zusammendrehen von abwechselnd links und rechtsherum gedrehten Strängen unter Spannung. Somit sind bei dem meist gebräuchlichen geschlagenen Tauwerk drei Kardeele rechtsherum verdreht, die ihrerseits linksherum aus einer Vielzahl von Garnen zusammengesetzt sind. Die Garne sind wieder rechtsherum aus einzelnen Fäden zusammengesetzt.

Geflochtenes Tauwerk [Bearbeiten]
Geflochtenes Tauwerk gibt es in drei Ausführungen:

als Quadratgeflecht (Squareline): Acht Kardeele werden miteinander verflochten. Von diesen sind jeweils die Hälfte links- bzw. rechtsherum gedreht, so dass sich ein etwa quadratischer Tauwerksquerschnitt ergibt. Diese Flechtart hat den Vorteil, dass das entstandene Seil sehr dehnbar und handlich ist.
als Hohlgeflecht: Diese Leine besteht nur aus lasttragenden Fasern und ist dadurch sehr leicht und auch leicht zu spleißen.
als Kern-Mantel-Geflecht: Der lasttragende Teil der Leine wird von einem Mantel umgeben, der den Kern vor Abrieb und Witterungseinflüssen schützt.

 

Geschlagenes Tauwerk
 Quadratgeflochtenes Tauwerk („Squareline“)
 Hohlgeflecht aus Dyneema
 Kern-Mantel-Geflecht. Der schützende Mantel ist teilweise zurückgezogen und legt den lasttragenden Kern aus Dyneema frei
 

Verwendung der Begriffe „Tau“ und „Tauwerk“ [Bearbeiten]
Der Begriff Tau ist seemännisch nur als Wortteil gebräuchlich, so als Geitau zum Aufgeien eines Rahsegels. Für ein einzelnes „Tau“ verwendet man beispielsweise den Begriff „Leine“ oder „Ende“. Der Begriff Tauwerk ist ein Oberbegriff und wird für das Material an sich benutzt. Tauwerk bezeichnet nicht einen konkreten Gegenstand (also nicht: „Gib mir bitte mal das Tauwerk dort.“, sondern „Gib mir bitte mal die Leine dort.“ Aber: „Er handelt mit Tauwerk.“).

Tauwerkstypen in der Seefahrt mit Verwendung [Bearbeiten]
Heute noch allgemein gebräuchliche Begriffe sind fett dargestellt. In der Seefahrt unübliche oder gar verpönte Begriffen wie „Band“, „Schnur“, „Kordel“ u. ä. sind hier nicht aufgeführt.

Garn: dünnes Bändsel zum Nähen oder für Taklinge (sog. Takelgarn) oder für allgemeine Befestigungsarbeiten („Festbändseln“)
Schiemannsgarn: dünnes (ca. 4 mm), geteertes Naturfasertauwerk
Bändsel: dünnes Tauwerk für allgemeine Befestigungsarbeiten, etwas dicker als Garn (typischerweise etwa 2–6 mm Durchmesser)
Zeiser bzw. Zeising: abgelängtes Tauwerk, meist Gurtband, zum Zusammenbinden von Segeln oder Ausrüstung
Leine: allgemeiner Ausdruck für Tauwerk mittleren Durchmessers (typischerweise etwa 6–20 mm Durchmesser)
Pferdeleine: starke Leine aus Hanf[1]
Trosse: schwere Leine mit großem Durchmesser, zum Beispiel zum Festmachen von großen Schiffen
Einzelnachweis [Bearbeiten]
Siehe auch [Bearbeiten]
Drahtseil, Seil, Reepschnur, Garn, Faden, Stehendes Gut, Laufendes Gut, Knoten (Einheit)

Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Tauwerk“
Kategorien: Seemannschaft | Technische Textilie | Segeln | KnotenkundeMeine Werkzeuge
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Erde/Daten und Zahlen
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Der Artikel Die Erde in Daten und Zahlen enthält eine Auflistung der wichtigsten und interessantesten geografischen „Rekorde“ des Planeten Erde.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Die wesentlichsten Daten auf einen Blick
1.1 Staaten
1.2 Geographie
1.3 Klima
1.4 Sonstiges
2 Ozeane und Nebenmeere
3 Die größten Landmassen
3.1 Kontinente
3.2 Länder
3.3 Inseln
4 Die höchsten Erhebungen (Berge) über dem Meeresspiegel
5 Die höchsten aktiven Vulkane
6 Die ausgedehntesten Seen
7 Die tiefsten Seen
8 Die tiefsten Meeressenken
9 Die tiefsten Landsenken
10 Schmalste Meerenge
11 Die längsten Flüsse (bzw. Flussläufe)
12 Die höchsten Wasserfälle
13 Die höchstgelegenen Städte
14 Klima
14.1 Die größten Wüsten
14.2 Orte mit den höchsten gemessenen Jahresniederschlägen in Millimeter
14.3 Orte mit den höchsten gemessenen Temperaturen
14.4 Orte mit den tiefsten gemessenen Temperaturen
15 Bevölkerung
15.1 Die einwohnerreichsten Länder
15.2 Länder mit der größten Bevölkerungsdichte
15.3 Metropolregionen mit den meisten Einwohnern
15.4 Die meistgesprochenen Sprachen
15.5 Die Verbreitung der Religionen
16 Einzelnachweise
17 Literatur
18 Siehe auch
 
Die wesentlichsten Daten auf einen Blick [Bearbeiten]
Staaten [Bearbeiten]
Einwohnerreichster Kontinent Asien 4,01 Mrd. Einwohner
Einwohnerreichstes Land Volksrepublik China 1,330 Mrd. Einwohner (Juli 2008)
Einwohnerärmstes Land Vatikanstadt 932 Einwohner (Juli 2008)
Flächengrößtes Land Russland 17,1 Mio. km²
Flächenkleinstes Land Vatikanstadt 0,44 km²
Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte Monaco 16.307 Menschen/km²
Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte Demokratische Arabische Republik Sahara 1,52 Menschen/km² (Juli 2009)[1]
Einwohnerreichste Insel Java (Indonesien) 131,193 Mio. Einwohner
Insel mit der höchsten Bevölkerungsdichte Santa Cruz del Islote (Kolumbien) 125.000 Menschen/km²
Längste Grenze zwischen zwei Ländern USA/Kanada 8.890 km
Längste Küste eines Landes Kanada 243.798 km

Geographie [Bearbeiten]
Größter Kontinent Asien 44,7 Mio. km²
Größter Ozean Pazifischer Ozean 181,35 Mio. km²
Größte Insel Grönland 2,17 Mio. km²
(Australien: 7,6 Mio. km²)
Größte Halbinsel Arabische Halbinsel 3 Mio. km²
 
Größte Insel in einem See Manitoulin im Huronsee (zu Kanada) 2.777 km²
Höchster Berg über Meeresspiegel Mount Everest (Himalaya) 8.848 m
Absolut höchster Berg (vom Erdmittelpunkt) Chimborazo 6.267 m; 6.384,55 km vom Erdmittelpunkt
(Mount Everest: 8.848 m; 6.382,41 km vom Erdmittelpunkt)
Tiefstgelegenes Land Ufer des Toten Meeres 422 m unter dem Meeresspiegel
Tiefster Tiefseegraben Marianengraben 11.034 m
Längste Gebirgskette Mittelozeanischer Rücken 7000 - 8000 km lang

1500 km breit
6000 m hoch

 
Längster Fluss Nil 6.671 km
Größter Fluss nach Einzugsgebiet Amazonas ca. 7.050.000 km²
Größter Fluss nach Abflussmenge Amazonas ca. 180.000 m³/s im Jahresmittel
(Nil: ca. 2.830 m³/s, Rhein: ca 2.330 m³/s)
Tiefster See Baikalsee 1.637 m
Höchstgelegener See Lhagba Pool (Tibet) 6.368 m
Flächengrößter See Kaspisches Meer 371.001 km²
Flächengrößter Süßwassersee Oberer See 84.131 km²
Wasserreichster See Kaspisches Meer 78.700 km³
Wasserreichster Süßwasseree Baikalsee 23.600 km³
Salzhaltigster See Don-Juan-See im Wright Valley 44,2 %
(Totes Meer: 33 %)
Höchster Vulkan Ojos del Salado (Südamerika) 6.880 m
Größte Wüste außerhalb der Antarktis Sahara 9,2 Mio. km²

Klima [Bearbeiten]
Höchste Lufttemperatur El Azizija, Libyen +57,8 °C (13. September 1922)[2]
Niedrigste Lufttemperatur Wostok, Antarktis –89,2 °C (am 21. Juli 1983)
Niederschlagreichstes Gebiet Cherrapunji, Indien 10.420 mm im Jahresschnitt
Niederschlagreichster Ort Wai?ale?ale, Kaua?i Gipfel des Bergs Wai?ale?ale: 11.700 mm im Jahresmittel
Trockenstes Gebiet Atacama 0 mm im Jahr (niedrigster Wert)

Sonstiges [Bearbeiten]
Höchster natürlicher Kaltwassergeysir Geysir Andernach bei Andernach, Deutschland 60 m
Höchstgelegener schiffbarer See Titicacasee, Peru, Bolivien 3.810 m
Tiefste Höhle Voronya (auch: Krubera-Höhle), Georgien 2.164 m
Höchster Wasserfall Salto Angel, Venezuela 978 m
Schmalste Meerenge Euripos-Kanal, Euböa, Griechenland 40 m
Größte Schlucht Yarlung Zangbo Canyon, Tibet (Volksrepublik China) ca. 500 km lang, ca. 21 km breit (?), max. 6.009 m tief.
Größte Höhle Mammoth Cave 590 km Ganglänge
Größter Höhlenraum Sarawak-Höhle 600x400x100 m (L/B/H)
Größter Monolith Mount Augustus, Australien 92 km²
Größtes Korallenriff Great Barrier Reef ca. 2.000 km lang, 260.000 km²
Größtes Atoll (ohne trockenes Land, untermeerisch) Saya de Malha Bank, westlicher Indischer Ozean ca. 35.000 km²
Größtes Atoll (nach Fläche/Umfang/Durchmesser) Great Chagos Bank, Tschagos-Inseln 12.642 km²
Zweitgrößtes Atoll (Fläche - Inselring und Lagune) Tiladummali-Miladummadu-Atoll der Malediven 3.850 km²
Zweitgrößtes Atoll (Umfang) Kwajalein-Atoll 283 km langer Umfang
Zweitgrößtes Atoll (Durchmesser) Suvadiva-Atoll der Malediven ca. 75 km Durchmesser
Größter Tidenhub Fundybucht 14,14 m
Größte Eishöhle Werfen, Österreich 40 km Ganglänge

Ozeane und Nebenmeere [Bearbeiten]
Rang Lage Meer Fläche in km²
1  Pazifischer Ozean  1) 166.240.000
2  Atlantischer Ozean  1) 84.110.000
3  Indischer Ozean  1) 73.430.000
4  Antarktischer Ozean 20.327.000
5  Arktischer Ozean 12.260.000
6  Australasiatisches Mittelmeer 9.080.000
7  Amerikanisches Mittelmeer 4.354.000
8  Europäisches Mittelmeer 2.500.000
9  Beringmeer 2.160.000
10  Ochotskisches Meer 1.390.000
11  Hudson Bay 1.230.000
12  Ostchinesisches Meer 1.200.000
13  Japanisches Meer 1.010.000
14  Nordsee 580.000
15  Rotes Meer 450.000
16  Schwarzes Meer 424.000
17  Ostsee 390.000
18
 Persischer Golf 240.000
  St. Lorenz Golf 240.000
20  Golf von Kalifornien 160.000
21  Irische See 100.000
 Sonstige 290.000
1) ohne Nebenmeere

Die größten Landmassen [Bearbeiten]
Kontinente [Bearbeiten]
Die Oberfläche der Erde misst 510 Millionen km². Der Anteil der Landfläche beträgt etwa 148,9 Mio. km² (29 %); das Land verteilt sich auf Kontinente und Inseln.

Rang Lage Kontinent Fläche
1  Eurasien
(ohne Polarinseln) 54,5 Mio. km²
2  Amerika
(ohne Polargebiete) 38,3 Mio. km²
3  Afrika 29,3 Mio. km²
4  Antarktis 13,2 Mio. km²
5  Australien 7,7 Mio. km²

Länder [Bearbeiten]
Rang Lage Land Fläche in km²
1   Russland 17.098.240
2   Kanada 9.984.670
3   Vereinigte Staaten 9.826.630
4   China 9.698.060
5   Brasilien 8.514.880
6   Australien 7.741.220
7   Indien 3.287.260
8   Argentinien 2.780.400
9   Kasachstan 2.724.900
10   Sudan 2.505.810
-   Deutschland (zum Vergleich) 357.111

Vollständige Liste: Liste unabhängiger Staaten nach Fläche

Inseln [Bearbeiten]
Rang Lage Insel Fläche in km²
1  Grönland 2.130.800
2  Neuguinea 785.753
3  Borneo  1)  2) 748.168
4  Madagaskar  1) 587.042
5  Baffin Island (Kanada) 507.451
6  Sumatra (Indonesien) 443.066
7  Honshu (Japan) 230.316
8  Victoria-Insel (Kanada) 217.291
9  Großbritannien 216.777
10  Ellesmere-Insel (Kanada) 196.236
11  Sulawesi (Indonesien) 180.681
12  Neuseeland, Südinsel 145.816
13  Java (Indonesien) 138.794
14  Neuseeland, Nordinsel 111.583
15  Luzon (Philippinen) 109.965
16  Neufundland (Kanada) 108.860
17  Kuba (Hauptinsel) 105.806
18  Island  1) 103.000
19  Mindanao (Philippinen) 97.530
20  Irland  1) 84.403
1) mit Nebeninseln; 2) Indonesien, Malaysia, Brunei

Die größte Flussinsel ist die Ilha de Marajó, 47.573 km²
Die größte Binnenseeinsel ist die Manitoulin Island, 2.766 km²
Das größte Atoll ist Kwajalein, ca. 303 km Umfang, 1.683 km² Lagunenfläche, 16 km² Landfläche
Die größte Koralleninsel ist Kiritimati, 624 km² Landfläche
siehe auch: Liste der größten Inseln der Erde
Die höchsten Erhebungen (Berge) über dem Meeresspiegel [Bearbeiten]
 
Mount Everest
Chimborazo
Mauna KeaSiehe dazu auch Höchster Berg, oder Liste der Achttausender

Rang Berg Gebirge/Land Höhe in m
1 Mount Everest Himalaya/China, Nepal 8.848
2 K2 Karakorum/Pakistan 8.611
3 Kangchendzönga Himalaya/Indien, Nepal 8.586
4 Lhotse Himalaya/China, Nepal 8.516
5 Makalu Himalaya/China, Nepal 8.485
6 Cho Oyu Himalaya/Nepal 8.188
7 Dhaulagiri Himalaya/Nepal 8.167
8 Manaslu Himalaya/Nepal 8.163
9 Nanga Parbat Himalaya/Pakistan 8.125
10 Annapurna I Himalaya/Nepal 8.091
11 Gasherbrum I Karakorum/Pakistan 8.080
12 Broad Peak Karakorum/Pakistan 8.051
13 Gasherbrum II Karakorum/Pakistan 8.034
14 Shisha Pangma Himalaya/China 8.027

Die höchsten aktiven Vulkane [Bearbeiten]
Rang Name1) Gebirge/Staat Höhe in m
über dem Meeresspiegel
1 Tupungato Anden/Chile 6.550
2 Guallatiri Anden/Chile 6.060
3 Lascar Anden/Chile 5.990
4 Cotopaxi Anden/Ecuador 5.897
5 Nevado del Huila Kordilleren/Kolumbien 5.750
6 Sabancaya Anden/Peru 5.470
7 Popocatepetl Zentralamerika/Mexiko 5.462
8 Nevado del Ruiz Kordilleren/Kolumbien 5.389
9 Sangay Anden/Ecuador 5.230
10 Tungurahua Anden/Ecuador 5.016
11 Pichincha Anden/Ecuador 4.784
12 Volcán Puracé Kordilleren/Kolumbien 4.756
13 Kljutschewskaja Sopka Kamtschatka/Russische Föderation 4.750
14 Mount Rainier Kaskadengebirge/USA 4.392
15 Mount Shasta Kaskadengebirge/USA 4.317
16 Galeras Anden/Kolumbien 4.276
17 Mauna Loa Hawaii/USA 4.170
18 Kamerunberg Kamerunmassiv/Kamerun 4.070

Die ausgedehntesten Seen [Bearbeiten]
 
Kaspisches MeerRang Name Region Fläche in km²
1 Kaspisches Meer Westasien 393.898
2 Oberer See USA/Kanada 82.414
3 Viktoriasee Ostafrika 68.870
4 Huronsee USA/Kanada 59.596
5 Michigansee USA 58.016
6 Tanganjikasee Ostafrika 32.893
7 Großer Bärensee Kanada 31.792
8 Baikalsee Ostsibirien 31.492
9 Aralsee Zentralasien 28.687
10 Großer Sklavensee Kanada 28.438
11 Eriesee USA/Kanada 25.745
12 Winnipegsee Kanada 24.341
13 Malawisee Ostafrika 23.310
14 Ontariosee USA/Kanada 19.259
15 Balchaschsee Kasachstan 18.428
16 Ladogasee Russland 17.703
17 Tschadsee Zentralafrika 16.300
18 Maracaibosee Venezuela 13.512
19 Onegasee Russland 9.720
20 Eyresee Südaustralien 9.323

Für Stauseen siehe: Die größten Stauseen der Erde

Die tiefsten Seen [Bearbeiten]
Rang Name Region Tiefe in m
1 Baikalsee Russland 1637
2 Tanganjikasee Ostafrika 1470
3 Wostoksee Antarktis 1000
4 Kaspisches Meer Westasien 995
5 Lago General Carrera Argentinien 836
6 Lago Argentino Argentinien 719
7 Malawisee Ostafrika 706
8 Yssykköl Kirgisistan 668
9 Großer Sklavensee Kanada 614
10 Crater Lake USA 592
11 Lake Tahoe USA 501
12 Hornindalsvatnet Norwegen 514
13 Comersee Italien 425

Die tiefsten Meeressenken [Bearbeiten]
Rang Name Region Tiefe in m
1 Witjastief 1, Marianengraben Pazifik 11.034 (11.022 Drahtlotung)
2 Triestetief, Marianengraben Pazifik 10.916
3 Challengertief, Marianengraben Pazifik 10.899 (10.863 Drahtlotung)

Die tiefsten Landsenken [Bearbeiten]
 
Totes MeerRang Name Region Tiefe in m u. d. Meer
1 Ufer des Toten Meeres Israel, Jordanien 420
2 Ufer des See Genezareth Israel, Syrien 212
3 Ufer des Assalsees Dschibuti 173
4 Turfan-Senke China 155
5 Qattara-Senke Ägypten 133
6 Karagije-Senke Kasachstan 132
8 Laguna del Carbón Argentinien 105
9 Death Valley USA 86

Schmalste Meerenge [Bearbeiten]
Die schmalste Meerenge trennt mit einer Breite von nur 40 Metern bei Chalkida die Insel Euböa vom griechischen Festland.

Die längsten Flüsse (bzw. Flussläufe) [Bearbeiten]
 
Nil mit Nil-DeltaAls längster Fluss wird meist der Nil mit einer Länge von 6.671 km angesehen. Es gibt auch die Ansicht des Amazonas als längsten Fluss, dies hängt von der Bewertung der Quellflüsse ab.

Rang Fluss Kontinent Länge in km
1 Nil Afrika 6.671
2 Amazonas Südamerika 6.500 - 6.800 [6.438]
3 Jangtsekiang Asien 6.380

Für weitere Flüsse siehe: Liste der längsten Flüsse der Erde

Die höchsten Wasserfälle [Bearbeiten]
 
Salto Angel
Tugela FallsRang Wasserfall Region/Land Höhe
1 Angel-Fall Venezuela 978 m
2 Tugela Fall Südafrika 948 m

Die höchstgelegenen Städte [Bearbeiten]
Rang Stadt Region/Land Höhe in m
1 La Rinconada Peru 5 100
1 Wenzhuan China (Tibet) 5 100
3 Parinacota Chile 4 400
4 Gaite Indien 4 399
5 Dolpa Nepal 4 360
6 El Alto Bolivien 4 100
7 Olacapato Argentinien 4 009

siehe auchKlima [Bearbeiten]
Die größten Wüsten [Bearbeiten]
Rang Wüste (Region) Fläche in km²
1 Antarktis (Antarktika) 13.200.000
2 Sahara (Nordafrika) 9.100.000
3 Australische Wüste (Australien) 1.560.000
4 Arabische Wüste (Arabische Halbinsel) 1.300.000
Gobi (Zentralasien) 1.300.000
6 Kalahari (Afrika) 520.000
7 Karakum (Turkmenistan) 340.000
8 Taklamakan (China) 330.000
9 Sonora-Wüste (USA, Mexiko) 310.000
10 Namib (Namibia) 300.000
11 Thar (Indien, Pakistan) 260.000
Somali-Wüste (Ostafrika) 260.000
13 Atacama (Südamerika) 180.000

Orte mit den höchsten gemessenen Jahresniederschlägen in Millimeter [Bearbeiten]
Rang Ort Land Jahresniederschlag
in mm
1 Wai?ale?ale auf Kaua?i in Hawaii Vereinigte Staaten 11.684,0
1 Cherrapunji Indien 11.430,0
2 Andagoya Kolumbien 7.137,4
3 Pago Pago Amerikanisch-Samoa 4.927,6
4 Mawlamyine Myanmar 4.826,0
5 Tabing Indonesien 4.445,0
6 Monrovia Liberia 4.419,6
7 Conakry Guinea 4.292,6
8 Kuching Malaysia 3.911,6
9 Guadeloupe Guadeloupe 3.556,0
10 Freetown Sierra Leone 3.505,2

Orte mit den höchsten gemessenen Temperaturen [Bearbeiten]
Rang Ort Land Temperatur
in °C
1 El Azizija Libyen 57,8
2 Death Valley USA 56,7
3 Phoenix Arizona/USA 55,5
4 Cloncurry Australien 52,8
5 Abadan Iran 52,7
6 Wadi Halfa Sudan 52,6
7 Fort Flatters Algerien 51,3
8 Assuan Ägypten 51,2
9 Mosul Irak 51,1
10 Kufra Libyen 50,8
11 Multan Pakistan 50,5
12 Basra Irak 50,4

Orte mit den tiefsten gemessenen Temperaturen [Bearbeiten]
Unvollständige Auswahl

Rang Ort Land Temperatur
in °C
1 Wostok Antarktis -89,2
2 Hochland von Oimjakon Russland -72,0
3 Werchojansk Russland -67,8
4 North Ice Grönland -65,9
5 Eismitte Grönland -64,9
6 Jakutsk Russland -64,3
7 Fairbanks USA -54,4
8 Grünloch / Lunz am See Österreich -52,6
9 Glattalp Schweiz -52,5
10 Aklavik Kanada -52,2
11 Pokka Finnland -51,5
12 Funtensee Deutschland -45,9
13 Ulan Bator Mongolei -44,4
14 La Brévine Schweiz -41,8
15 Harbin China -41,7
16 Kuusamo Finnland -40,0
17 Haparanda Schweden -36,7
18 Krakau Polen -33,3
19 Timi?oara Rumänien -32,2

Bevölkerung [Bearbeiten]
Die einwohnerreichsten Länder [Bearbeiten]
Rang Land Einwohner in
Millionen
1 Volksrepublik China 1.329,3
2 Indien 1.129,9
3 USA 305,5
4 Indonesien 234,7
5 Brasilien 190,0
6 Pakistan 164,7
7 Bangladesch 150,4
8 Russland 141,7
9 Nigeria 135,0
10 Japan 127,4
11 Mexiko 108,7
12 Philippinen 91,0
13 Vietnam 85,3
14 Deutschland 82,6
15 Ägypten 80,3

Vollständige Liste: Liste unabhängiger Staaten nach Einwohnerzahl

Länder mit der größten Bevölkerungsdichte [Bearbeiten]
Rang Land Einwohner/km²
1 Monaco 16.620
2 Singapur 6.480
3 Vatikanstadt 2.118
4 Malta 1.261
5 Malediven 1.171
6 Bangladesch 1.002
7 Bahrain 968
8 Barbados 649
9 Taiwan 636
10 Nauru 621
11 Mauritius 603
12 Südkorea 490
13 San Marino 473
14 Tuvalu 448
15 Niederlande 395

(z. Vgl. Deutschland 231)

Vollständige Liste: Liste unabhängiger Staaten nach Bevölkerungsdichte

Metropolregionen mit den meisten Einwohnern [Bearbeiten]
Vollständiger Artikel: Liste der größten Metropolregionen der Welt

Rang Name Einwohner (Stand 2007)
1 Tokio-Yokohama 37.037.743
2 Mexiko-Stadt 22.752.357
3 New York 22.747.604
4 Seoul 22.596.020
5 Mumbai (Bombay) 20.426.991
6 São Paulo 19.637.518
7 Manila 18.491.668
8 Shanghai 18.403.769
8 Jakarta 18.267.156
9 Delhi 18.031.488
10 Los Angeles 17.500.000

Die meistgesprochenen Sprachen [Bearbeiten]
 Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Rang Sprache Verbreitungsgebiet (Auswahl) Sprecher in Millionen
1 Hochchinesisch Nord-, Ost- und Zentralchina 907
2 Hindi Indien 600
3 Englisch Großbritannien, Irland, USA, Australien, Neuseeland, Ghana, Südafrika, Kanada, Jamaika, Kenia, Kamerun, Gambia 513
4 Spanisch Spanien, Mittel- und Südamerika (ausgenommen Brasilien), USA 362
5 Russisch Ehemalige Sowjetunion (Weißrussland, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Georgien, Armenien, Turkmenistan, Kasachstan, Usbekistan, Moldau, Aserbaidschan, Teile der Ukraine und vereinzelt auch in Polen und Rumänien) 293
6 Portugiesisch Portugal, Mosambik, Angola, São Tomé und Príncipe, Brasilien, Osttimor, Macau, Guinea-Bissau, Kap Verde, Äquatorialguinea 240
7 Arabisch Naher Osten, Nordafrika 208
8 Bengali Bangladesch, Indien 189
9 Türkisch Türkei, Balkanhalbinsel, Zypern, Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan, Russland, Xinjiang (China), Irak, Iran, Turkmenistan, Aserbaidschan, Syrien, Georgien, Bulgarien, Kosovo, Moldawien 150
10 Malaiisch-Indonesisch Malaysia, Indonesien 148
11 Japanisch Japan 126
12 Deutsch Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg, Belgien, Liechtenstein, Südtirol (Italien), Elsass/Lothringen (Frankreich), Nordschleswig (Dänemark), Namibia 123
13 Französisch Frankreich, Belgien, Kanada, Schweiz, überseeische französische Territorien/Departements, Luxemburg, Monaco 121
14 Urdu Indien, Pakistan 96
15 Vietnamesisch Vietnam 90
16 Telugu Andhra Pradesh (Südostindien) 71
17 Tamilisch Tamil Nadu (Indien), Sri Lanka, Singapur 67
18 Marathi Maharashtra (Indien) 66
19 Kantonesisch China, Hongkong 65
20 Wu Region Shanghai 77

Die Verbreitung der Religionen [Bearbeiten]
Rang Verteilung Religion Hauptverbreitungsgebiete Anhänger
(in Millionen)
1  Christentum Europa, Ozeanien, Teile von Afrika, Nord- und Südamerika 1.928,0
2  Islam Europa, Vorderasien, Nordafrika, Indonesien 1.299,6
3  Hinduismus Indien, Indonesien 750,5
4  Buddhismus Ost- und Südostasien 323,9
5  Neu-Religionen Nordamerika, Europa 121,3
6  Stammes- und Naturreligionen Afrika, Asien, Ozeanien 99,2
7  Daoismus China, Taiwan 31,0
8  Sikhismus Indien (Punjab) 19,2
9  Judentum Israel, Europa, USA 14,1
10  Schamanismus Asien 11,0
11  Zeugen Jehovas USA,Lateinamerika 7
12  Bahaismus Indien, Iran 6,1
13  Konfuzianismus China, Süd-Korea, Taiwan 5,3

Einzelnachweise [Bearbeiten]
1.? Demokratische Arabische Republik Sahara
2.? Global Weather & Climate Extremes
Literatur [Bearbeiten]
Harenberg Länderlexikon. Harenberg Lexikon Verlag, ISBN 3-611-01061-8
Siehe auch [Bearbeiten]
Liste geographischer Rekorde nach Kontinent
Liste der höchsten Punkte nach Land
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Erde/Daten_und_Zahlen“
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Zwirnen
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Das Zwirnen ist eine Garnveredlung, bei der zwei oder mehrere Fäden zusammen gedreht werden.

Nach dem Verwendungszweck kann man zwei große Gruppen unterscheiden: Glatte Zwirne, die hauptsächlich zwecks Verbesserung der Reißfestigkeit und Gleichmäßigkeit hergestellt werden und Effektzwirne, die im Endverbrauch eine Textilie verschönern oder eine Musterung beleben sollen.

Zum Zusammenzwirnen sind sowohl Stapelgarne und Filamente aus gleichartigem Material, Feinheit und Farbe als auch unterschiedliche Garnarten geeignet.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Zwirndrehung
2 Glatte Zwirne
2.1 Vorbereitungsverfahren
2.2 Das Zwirnen
3 Effektzwirne
3.1 Herstellung
4 Literatur
5 Weblinks
 
Zwirndrehung [Bearbeiten]
 
Zwirndrehung; Z - rechts, S - linksFür den Charakter des Zwirns sind die Richtung und die Anzahl der Drehungen wichtig, sowohl bei der Vorlage als auch beim gezwirnten Garn. Ist die Richtung der Drehungsspirale gleich wie der Schrägstrich des Buchstaben „Z“, spricht man von Rechtsdrehung. Bei Drehungsspiralen, die dem Buchstaben „S“ ähneln, handelt es sich um linksgedrehte Garne.

Einfachgarne werden in der Regel rechts gedreht (Z-Draht) und Zwirne in die Linksrichtung (S-Draht).

Ist die Richtung der Zwirndrehung gleichläufig mit der Spinndrehung, entsteht ein sehr harter Zwirn (geeignet etwa für Reifencords).

Mit zunehmender Anzahl der Drehungen erhöht sich bis zum gewissen Grad die Reißfestigkeit des Zwirns (ungefähr um 20 %).

Glatte Zwirne [Bearbeiten]
Der Zweck des Zwirnens ist vor allem die Verbesserung der Reißfestigkeit und der Gleichmäßigkeit. Das Zwirnen ist unentbehrlich bei Garnen für viele Webketten (insbesondere aus reiner Wolle), Nähgarne sowie Ketten für den Reifencord.

Vorbereitungsverfahren [Bearbeiten]
Stapelgarne neigen zum Schlingen. Um das zu vermeiden werden Garne vor dem Zwirnen 15-30 Minuten bei 60-80 °C gedämpft.
Sprengen mit Emulsion (ca. 0,5 % des Garngewichtes) aus Fettsäure.
Zweck: Reduzierung des Garnabriebs bei der Weiterverarbeitung

Die Vorlage für die Zwirnmaschine besteht in der Regel aus gefachtem Garn, d.h. 2-6 Fäden werden als ein Strang auf eine Spule aufgewickelt.
 
Doppeldrahtzwirnamaschine Baujahr ca. 1975Das Zwirnen [Bearbeiten]
Die bekanntesten sind folgende 4 Verfahren: Doppeldraht-, Ring- und Stufenzwirn und für spezielle Zwecke das Kablieren, wobei nach dem Doppeldrahtverfahren die meisten glatten Zwirne hergestellt werden.

Funktion der Doppeldrahtmaschine:

Die Vorlage wird auf die Hohlspindel (1) im feststehenden Topf (2) aufgesteckt. Das Garn läuft von oben durch die Spindel nach unten, an der Topfaußenwand zum Fadenführer (3) und weiter zur Aufwickelvorrichtung (4). Bei jeder Spindelumdrehung erhält das Garn eine Drehung zwischen der Vorlagespule und Spitze der Hohlspindel und eine zweite zwischen dem unterem Spindelausgang und Fadenführer.

Die Doppeldrahtmaschinen können etwa 12.000 Spindeltouren pro Minute erreichen.

Für das Zwirnen kleinerer Partien und für einige Spezialverwendungen sind Ring- oder Stufenzwirnmaschinen besser geeignet.

Effektzwirne [Bearbeiten]
In der Regel wird ein Effektzwirn gebildet aus

 
EffektzwirneGrundfaden (Einfachgarn oder Zwirn)
Effektfaden- oder Faserlunte (regelmäßig oder unregelmäßig eingebunden)
(eventuell): Fixierfaden (einfach oder gezwirnt)
Die Effekte werden

um den Grundfaden gewickelt, dabei entsteht: Boucle, Loop, Frottee, Onde u.ä.
zwischen zwei Grundfäden eingebunden bei: Chenille, Noppen, Flamme, u.ä.
Auf dem Bild rechts werden (von links nach rechts) gezeigt: Boucle, Loop, Noppen und Onde.

Den Effektzwirnen werden manchmal auch Kreppzwirne zugeordnet. Das sind glatte Zwirne mit überhöhter Drehung, die beim Einsatz im Gewebe eine besonders kernige Oberfläche bewirken (Chiffon, Crepe de Chine, Crepe Georgette u.ä.)

 
PAN-Dekostoff aus Filament in der Kette und Chenille (360 tex) im SchussVerwendung der Effektzwirne: Dekorationsstoffe, Handstickgarne, modische Web- und Maschenware und als Einzelfäden für modische Effekte in Textilien aller Art.

Herstellung [Bearbeiten]
Die meisten Effektgarne werden auf Ringzwirn- und Hohlspindelmaschinen hergestellt.

Die Zufuhrwalzen sind für durchgehend variable Geschwindigkeit angepasst. An einigen Maschinen wird auch ein Streckwerk installiert, das Faserlunte in unterschiedlicher Stärke liefern kann.

Das Zwirnen auf Ringzwirnmaschinen wird oft in 2-3 Passagen durchgeführt, der fertige Zwirn wird meistens auf Kreuzspulen gewickelt.

An modernen Hohlspindelmaschinen wird der zugeführte Faden (oder Fäden) durch den Hohlraum der Spindel geleitet und mit einem Drallhaken verdreht. Die Drehung wird gleichzeitig mit einem Faden vom auf der Spindel aufgesetzten Kops fixiert. Die Drehungen der Spindel können sich von der Geschwindigkeit des Drallelements unterscheiden und dadurch das Aussehen und den Griff des Zwirns wesentlich beeinflussen.

Bekannt sind auch Kombinationen des Hohlspindel- und Ringzwirnverfahrens. Hersteller von Spezialmaschinen fürs Effektzwirnen bieten Anlagen an, die eine Musterung in bis zu 2000 Varianten ermöglichen.

Literatur [Bearbeiten]
Schenek: Lexikon Garne und Zwirne, Deutscher Fachverlag 2005, ISBN 3871508101
Denninger F., Giese E., Ostertag H.: Textil- und Modelexikon, Deutscher Fachverlag Frankfurt/Main 2006, ISBN 3-87150-848-9
Weblinks [Bearbeiten]
Garn-und Zwirndrehung
Garnschmälzen (Emulsion) (PDF-Datei; 101 kB)
Funktion der Hohlspindel
Hohlspindel-Ringzwirnmaschine
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Zwirnen“
Kategorie: Verfahren (Spinnerei)Meine Werkzeuge
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Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa
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Birke
Europäische Eibe
Früchte der Esskastanie
Zweig des Ginkgo-Baums
Gemeine Kiefer
Korb-Weide
Mispel
Pappel
Blüten des Schwarzen Holunders
Stechpalme
Früchte der Vogelbeere oder EberescheDiese Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa umfasst Bäume und Sträucher, also alle Gehölze, die in Mitteleuropa beziehungsweise im deutschsprachigen Raum heimisch sind oder im größeren Umfang kultiviert werden.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Nacktsamer
1.1 Ginkgogewächse
1.2 Kieferngewächse
1.2.1 Tannen
1.2.2 Schierlingstannen
1.2.3 Fichten
1.2.4 Kiefern
1.2.5 Lärchen
1.2.6 Douglasien
1.3 Zypressengewächse
1.4 Eibengewächse
2 Bedecktsamer
2.1 Nachtschattengewächse
2.2 Rachenblütler (Braunwurzgewächse)
2.3 Weidengewächse
2.3.1 Weiden
2.3.2 Pappeln
2.4 Gagelgewächse
2.5 Walnussgewächse
2.6 Birkengewächse
2.6.1 Betuloideae
2.6.2 Haselnussgewächse
2.7 Buchengewächse
2.7.1 Buchen
2.7.2 Kastanien
2.7.3 Eichen
2.8 Ulmengewächse
2.9 Platanengewächse
2.10 Seifenbaumgewächse
2.11 Sumachgewächse
2.12 Stechpalmengewächse
2.13 Lindengewächse
2.14 Ölbaumgewächse
2.15 Sommerfliedergewächse
2.16 Bittereschengewächse
2.17 Buchsgewächse
2.18 Kreuzdorngewächse
2.19 Rosengewächse
2.19.1 Kernobst
2.19.2 Steinobst
2.19.3 Rosoideae
2.19.4 Spiraeoideae
2.20 Pimpernussgewächse
2.21 Stachelbeergewächse
2.22 Geißblattgewächse
2.23 Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)
2.24 Schmetterlingsblütler
2.25 Berberitzengewächse
2.26 Hartriegelgewächse
2.27 Ölweidengewächse
2.28 Seidelbastgewächse
2.29 Spindelbaumgewächse
2.30 Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
2.31 Tamariskengewächse (Tamaricaceae)
2.32 Heidekrautgewächse (Ericaceae)
2.32.1 Rhododendron
2.32.2 Rhodothamnus
3 Siehe auch
4 Literatur
5 Weblinks
6 Einzelnachweise
 
Nacktsamer [Bearbeiten]
Die Nacktsamigen Pflanzen entwickelten sich im Oberperm und sind heute vor allem durch Nadelholzgewächse vertreten.

Ginkgogewächse [Bearbeiten]
Die Familie der Ginkgogewächse (Ginkgoaceae) hat nur noch einen Vertreter. Eine höhere Verbreitung hatten sie vor 250 Millionen Jahren.

Ginkgo, Silberbaum (Ginkgo biloba), Baum, bis 30 m, als Zierbaum kultiviert, Heimat: China
Kieferngewächse [Bearbeiten]
Die Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) umfasst weltweit 9 Gattungen mit 225 Arten, unter anderen die Gattungen Tannen (Abies), Zedern (Cedrus), Schierlingstannen (Tsuga), Kiefern (Pinus), Lärchen (Larix) und Douglasien (Pseudotsuga). Die Forstwirtschaft macht von den Arten dieser Familie regen Gebrauch.

Tannen [Bearbeiten]
Weißtanne, Edeltanne (Abies alba), Baum, 30 bis 60 m, einheimisch
Nikko-Tanne (Abies homolepis), Baum, bis 30 m, Heimat: Japan
Riesen-Tanne, Küsten-Tanne (Abies grandis), Baum, bis 80 m, Heimat: Nordamerika
Nordmanntanne (Abies nordmanniana), Baum, bis 30 m, angebaut (v.a. als Weihnachtsbaum) Heimat: Kaukasus
Schierlingstannen [Bearbeiten]
Hemlockstanne (Tsuga heterophylla), Baum, bis 60 (75) m, Heimat: Nordamerika
Fichten [Bearbeiten]
Gemeine Fichte (Picea abies), Baum, 30 bis 50 m, einheimisch
Serbische Fichte, Omorikafichte (Picea omorika), Baum, bis 30 m, Zierbaum, selten forstlich angebaut. Heimat: Serbien
Blaufichte, Stech-Fichte (Picea pungens), Baum, bis 35 m, Zier- und Forstbaum. Heimat: Nordwestamerika
Sitka-Fichte (Picea sitchensis), Baum, bis 80 m, Zier- und Forstbaum. Heimat: Nordamerika
Kiefern [Bearbeiten]
Zirbelkiefer, Zirbe, Arve (Pinus cembra), Baum, 10 bis 20 m, einheimisch (Alpen)
Krummholz-Kiefer, Legföhre, Latsche (Pinus mugo), Strauch, 3 bis 5 m, einheimisch (Alpen)
Gewöhnliche Krummholz-Kiefer (Pinus mugo ssp. mugo)
Zwerg-Krummholz-Kiefer (Pinus mugo ssp. pumilio)
Moorkiefer (Pinus mugo ssp. rotundata), Strauch oder Baum, bis 10 m, einheimisch
Spirke (Pinus uncinata, auch Pinus mugo ssp. uncinata)), Baum, 10 bis 20 m, einheimisch (Alpen)
Wald-Kiefer, auch Rotföhre, Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris), Baum, 40 bis 50 m, einheimisch
Gewöhnliche Wald-Kiefer (Pinus sylvestris ssp. sylvestris)
Engadiner Wald-Kiefer (Pinus sylvestris ssp. engadinensis), einheimisch
Schwarzkiefer, Schwarzföhre (Pinus nigra ssp. nigra), Baum, 20 bis 35 m, In Österreich einheimisch, in Deutschland gepflanzt, vereinzelt verwildernd
Küsten-Kiefer, Dreh-Kiefer (Pinus contorta), Baum, bis 50 m, Heimat: Nordamerika, in Deutschland sehr selten forstlich angebaut
Weymouthskiefer (Pinus strobus), Baum, bis 60 m, Heimat: Nordamerika, forstlich angebaut und verwildernd
Lärchen [Bearbeiten]
Europäische Lärche (Larix decidua), Baum, bis 40 m, einheimisch (Alpen)
Japanische Lärche (Larix kaempferi), Baum, bis 30 m, kultiviert, Heimat: Japan.
Bastard-Lärche (Larix x eurolepis), Hybrid aus Japanischer und Europäischer Lärche, forstlich angebaut.
Douglasien [Bearbeiten]
Douglasie (Pseudotsuga menziesii), Baum, 50 bis 60 m, kultiviert und eingebürgert, Heimat: Nordamerika
Zypressengewächse [Bearbeiten]
Die Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) enthält 30 Gattungen mit 142 Arten. Nur zwei Arten sind heimisch, die anderen werden in erster Linie als Ziergehölze angebaut.

Gemeiner Wacholder (Juniperus communis), Strauch/Baum, bis 6 (12) m, einheimisch
Gewöhnlicher Wacholder (Juniperus communis ssp. communis)
Zwerg-Wacholder (Juniperus communis ssp. alpina)
Sadebaum, Stink-Wacholder (Juniperus sabina), Strauch, 0,5 bis 2 (12) m, einheimisch (in D nur bayrische Alpen)
Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana), Baum, bis 65 m, Heimat: Nordamerika.
Erbsenfrüchtige Scheinzypresse (Chamaecyparis pisifera), Baum, Heimat: Japan.
Morgenländischer Lebensbaum (Platycladus orientalis), Baum, bis 20 m, Heimat: Nordostasien.
Abendländischer Lebensbaum (Thuja occidentalis), Baum, bis 38 m, Heimat: Nordamerika.
Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata), Baum, bis 60 m, Heimat: Nordamerika.
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), Baum, bis 30 m, Heimat: China.
Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum), Baum, bis 35 m, Heimat: Mittelamerika, südl. USA.
Eibengewächse [Bearbeiten]
Zu den Eibengewächsen (Taxaceae) zählen weltweit 5 Gattungen mit 18 Arten. In Mitteleuropa kommt nur eine Art aus der Gattung der Eiben vor.

Europäische Eibe (Taxus baccata), Baum, bis 20 m, einheimisch
Bedecktsamer [Bearbeiten]
Nachtschattengewächse [Bearbeiten]
Gemeiner Bocksdorn (Lycium barbarum), Strauch, 1 bis 4 m, eingebürgert. Heimat: Ostasien bis Mittelmeerraum
Chinesischer Bocksdorn (Lycium chinense), Strauch, bis 1 m, möglicherweise eingebürgert. Heimat: Ostasien
Rachenblütler (Braunwurzgewächse) [Bearbeiten]
Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa), Baum, bis 15 m, kultiviert, seit wenigen Jahren verwildernd. Heimat: China
Weidengewächse [Bearbeiten]
Zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae) zählen in Mitteleuropa die Gattungen Weiden (Salix) und Pappel (Populus). Die Familie umfasst weltweit 350 Arten. Mit rund drei Dutzend Arten gehört die Weide zu den artenreichsten Gehölzgattungen Mitteleuropas.

Weiden [Bearbeiten]
Die Weiden sind artenreich vertreten. Zu den Bäumen und Sträuchern, die höher als 4 m werden, zählen:

Spitzblättrige Weide (S. acutifolia) 3-10 m, kultiviert und (selten) eingebürgert
Silber-Weide (S. alba) 6-35 m, einheimisch
Gelbe Weide, auch Dotter-Weide (S. alba subsp. vitellina), lokal eingebürgert
Fuchsschwanz-Weide (S. × alopecuroides): S. fragilis × S. triandra, einheimisch
Großblatt-Weide (S. appendiculata), 2-6 m, einheimisch
Sal-Weide (S. caprea) 3-10 m, einheimisch
Reif-Weide (S. daphnoides), 3-12 m, einheimisch
Filzast-Weide (S. dasyclados), 4-6 m, einheimisch
Lavendel-Weide (S. eleagnos) 3-6 (20) m, einheimisch
Bruch-Weide (S. fragilis) 3-25 m, einheimisch
Zerbrechliche Lorbeer-Weide (S. × meyeriana): S. pentandra × S. fragilis, bis 20 m, einheimisch
Lorbeer-Weide (S. pentandra), 4-7 (15) m, einheimisch
Purpur-Weide (S. purpurea), bis 6 m, einheimisch
Hohe Weide, Fahl-Weide (S. × rubens): (S. alba × S. fragilis) ? m, einheimisch
Blend-Weide (S. × rubra): S. purpurea × S. viminalis, einheimisch
Kübler-Weide (S. × smithiana): (S. caprea × S. viminialis) ? m, einheimisch
Korb-Weide (S. viminalis), 3-5 (10) m, einheimisch
Kleine Arten bis 4 m Höhe sind:

Alpen-Weide (S. alpina), Zwergstrauch, einheimisch (in Deutschland ausgestorben)
Bastard-Ohrweide (S. × ambigua): S. repens × S. aurita, Strauch, bis 1,5 m, einheimisch
Ohr-Weide (S. aurita), bis 2 (3) m, einheimisch
Zweifarben-Weide (S. bicolor) Kleiner Strauch, bis 5 m, einheimisch (in Deutschland ausgestorben)
Kurzzahn-Weide, Matten-Weide (S. breviserrata), Zwergstrauch, in Österreich und Schweiz einheimisch, nicht in Deutschland
Blau-Weide (S. caesia), Kleiner Strauch, in Österreich und Schweiz einheimisch, nicht in Deutschland
Asch-Weide oder Grau-Weide (S. cinerea) 4 m, einheimisch
Rostrote Weide (S. cinerea ssp. oleifolia), einheimisch
Ruch-Weide (S. foetida) 2 m, alpin, in Österreich und Schweiz einheimisch, nicht in Deutschland
Kahl-Weide, Glanz-Weide (S. glabra), Zwergstrauch, bis 1,5 m, einheimisch (Ostalpen)
Seiden-Weide (S. glaucosericea), Zwergstrauch, in Österreich und Schweiz einheimisch, nicht in Deutschland
Spieß-Weide (S. hastata), Zwergstrauch, bis 1,5 m, einheimisch
Hochtal-Weide (S. hegetschweileri) -4 m, alpin, in Österreich und Schweiz einheimisch, nicht in Deutschland
Schweizer Weide (S. helvetica) Kleiner Strauch -1.5 m, in Österreich und Schweiz einheimisch, nicht in Deutschland
Krautweide (S. herbacea), Zwergstrauch, einheimisch
Flaum-Weide (S. laggeri), Kleiner Strauch -2 m, alpin, in Österreich und Schweiz einheimisch, nicht in Deutschland
Lappland-Weide (S. lapponum), Zwergstrauch, Nordeuropa (Vorposten im Riesengebirge), nicht in Deutschland
Busch-Weide (S. × mollissima): (S. triandra × S. viminalis), einheimisch
Vielnervige Weide (S. × multinervis): (S. aurita × S. cinerea) 3-5 m, einheimisch
Schwarz-Weide (S. myrsinifolia), bis 4 m, einheimisch
Heidelbeer-Weide (S. myrtilloides), Zwergstrauch, 0,5 m, einheimisch
Kriech-Weide (S. repens), Kleiner Strauch, bis 1 m
Rosmarin-Weide (Salix repens subsp. rosmarinifolia), einheimisch
Sand-Kriech-Weide (Salix repens subsp. arenaria), einheimisch
Dünen-Kriech-Weide (Salix repens subsp. dunensis), einheimisch
Netz-Weide (S. reticulata), Zwergstrauch, einheimisch
Stumpfblättrige Weide (S. retusa) Syn.:Salix kitaibeliana, Zwergstrauch, einheimisch
Quendel-Weide (S. serpyllifolia), Zwergstrauch, einheimisch
Bleiche Weide (S. starkeana), Zwergstrauch, bis 1 m, einheimisch
Mandel-Weide (S. triandra) 1,5-4 (8) m, einheimisch
Gewöhnliche Mandel-Weide (S. triandra ssp. triandra)
Bereifte Mandel-Weide (S. triandra ssp. amygdalina)
Bäumchen-Weide (S. waldsteiniana), Zwergstrauch, 1 m, einheimisch
Die hochalpinen Arten Kraut-Weide (S. herbacea), Netz-Weide (S. reticulata) und Stumpfblättrige Weide (S. retusa) werden unter dem Begriff „Gletscher-Weiden“ zusammengefasst.

Pappeln [Bearbeiten]
Silber-Pappel (Populus alba), Baum, bis 35 m, einheimisch
Zitter-Pappel, Espe (Populus tremula), Baum/Strauch, bis 10(30) m, einheimisch
Grau-Pappel (Populus × canescens), Baum, bis 30 m, einheimisch. Hybrid aus Silber-Pappel und Zitter-Pappel.
Schwarz-Pappel (Populus nigra), Baum, bis 30 m, einheimisch, in Deutschland gefährdet (Rote Liste 3)
Bastard-Schwarz-Pappel (Populus x canadensis), Baum, bis 30 m, eingebürgert. Hybrid aus europäischer und amerikanischer Art
Balsam-Pappel (Populus balsamifera), Baum, Heimat: Nordamerika
Westliche Balsam-Pappel (Populus trichocarpa), Baum, bis 35 m, eingebürgert. Heimat: Nordamerika.
Gagelgewächse [Bearbeiten]
Gagelstrauch (Myrica gale), Strauch, 0,3–2,5 m, einheimisch
Walnussgewächse [Bearbeiten]
Echte Walnuss (Juglans regia), Baum, 10 bis 25 m, Heimat: Südeuropa. eingebürgert.
Schwarznuss (Juglans nigra), Baum, bis 30 m, Heimat: Nordamerika. nur angepflanzt.
Kaukasische Flügelnuss (Pterocarya fraxinifolia), Baum, bis 25 m, Heimat: Asien. nur angepflanzt.
Birkengewächse [Bearbeiten]
Zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) gehören die Gattungen Birken (Betula) und Erlen (Alnus) mit weltweit etwa 95 Arten. Heute gehören auch die Haselnussgewächse (Coryloideae) als eine Unterfamilie zu den Birkengewächse (Betulaceae).

Betuloideae [Bearbeiten]
Birken

Hänge-Birke, Sandbirke, Trauerbirke (Betula pendula), Baum, bis 30 m, einheimisch
Moorbirke, Haarbirke, Flaumbirke (Betula pubescens), Baum, einheimisch
Moorbirke (Betula pubescens ssp. pubescens)
Karpaten-Birke (Betula pubescens ssp. carpatica), Strauch, 1 bis 3 (8) m, einheimisch
Zwerg-Birke (Betula nana), Strauch, 0,2 bis 0,5 (1,2) m, einheimisch
Strauch-Birke (Betula humilis), Strauch, 0,5 bis 2,5 m, einheimisch.
Erlen

Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), Baum, bis 25 m, einheimisch
Grau-Erle, Weißerle (Alnus incana), Baum, einheimisch
Grün-Erle, Alpen-Erle (Alnus viridis subsp. viridis, = Alnus alnobetula), Strauch, bis 3 m, einheimisch
Herzblättrige Erle, Italienische Erle (Alnus cordata), Baum, bis 15 m, Heimat: Kalabrien und Korsika.
Rot-Erle (Alnus rubra), aus Amerika
Haselnussgewächse [Bearbeiten]
Die Haselnussgewächse (Coryloideae) sind eine Unterfamilie der Birkengewächse (Betulaceae) und sind mit folgenden Arten vertreten:

Hainbuche (Carpinus betulus), Baum, bis 25 m, einheimisch
Gemeine Haselnuss (Corylus avellana), Strauch, bis 6 m, einheimisch.
Buchengewächse [Bearbeiten]
Den Buchengewächse (Fagaceae) rechnet man weltweit 6 bis 9 Gattungen und über 800 Arten zu. In Deutschland kommen die Gattungen Buche (Fagus), Eichen (Quercus) und Esskastanie (Castanea) vor.

Buchen [Bearbeiten]
Rotbuche (Fagus sylvatica), Baum, bis 45 m, einheimisch
Kastanien [Bearbeiten]
Echte Kastanie, Esskastanie (Castanea sativa), Baum, 10–35 m, Archäophyt, Heimat: Süd-und Westeuropa, Nordafrika
Eichen [Bearbeiten]
Stieleiche (Quercus robur), Baum, bis 50 m, einheimisch
Traubeneiche (Quercus petraea), Baum, 18 bis 30 (40) m, einheimisch
Zerr-Eiche (Quercus cerris), Baum, bis 35 m, einheimisch
Flaum-Eiche (Quercus pubescens), Baum, bis 20 m, einheimisch
Roteiche (Quercus rubra), Baum, bis 35 m, Heimat: Nordamerika, forstlich angebaut
Sumpf-Eiche (Quercus palustris), Baum, bis 25 m, Heimat: Nordamerika
Ulmengewächse [Bearbeiten]
Die Ulmengewächse (Ulmaceae) sind eine Familie bestehend aus 18 Gattungen und 150 Arten, die meisten davon Bäume. Durch das Ulmensterben sind die drei heimischen Arten selten geworden.

Bergulme (Ulmus glabra), Baum, 30 bis 40 m, einheimisch
Flatter-Ulme (Ulmus laevis), Baum, bis 35 m, einheimisch
Feld-Ulme (Ulmus minor), Baum, bis 40 m, einheimisch
Englische Ulme (Ulmus procera), Baum, bis 40 m, selten gepflanzt
Amerikanischer Zürgelbaum (Celtis occidentalis), Baum, bis 25 m, lokal eingebürgert, Heimat: östliches Nordamerika
Platanengewächse [Bearbeiten]
Ahornblättrige Platane (Platanus × hispanica), Baum, 10-35 m, kultiviert
Seifenbaumgewächse [Bearbeiten]
Zu den Seifenbaumgewächsen (Sapindaceae) zählen heute 2 wichtige Gattungen, die beide zur Unterfamilie der Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae) gehören:

Gattung: Ahorne (Acer)
Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Baum, bis 30 m, einheimisch
Feldahorn (Acer campestre), Baum, bis 15 m, einheimisch
Spitzahorn (Acer platanoides), Strauch/Baum, bis 25 m, einheimisch
Burgenahorn (Acer monspessulanum) Strauch/Baum, bis 6 (10) m, einheimisch im Südwesten Deutschlands
Schneeball-Ahorn (Acer opalus), Baum, bis 20 m, einheimisch (in Deutschland extrem selten, am Oberrhein)
Eschen-Ahorn (Acer negundo), Baum, bis 6 (25) m, eingebürgert, Heimat: Nordamerika
Gattung: Rosskastanien (Aesculus)
Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), Baum, bis 25 m, Heimat: Südosteuropa
Fleischrote Rosskastanie oder Rotblühende Rosskastanie (Aesculus × carnea), Hybrid
Sumachgewächse [Bearbeiten]
Essigbaum (Rhus hirta), Strauch, 3-5 m, Zierstrauch, zunehmend verwildernd. Heimat: Nordamerika.
Stechpalmengewächse [Bearbeiten]
Stechpalme (Ilex aquifolium), Strauch/Baum, 1-10 m, einheimisch
Lindengewächse [Bearbeiten]
Die Lindengewächse (Tilioideae) sind jetzt eine Unterfamilie der Malvengewächse (Malvaceae), mit 50 Gattungen und 450 Arten, besitzen in Mitteleuropa zwei Vertreter.

Winter-Linde (Tilia cordata), Baum, bis 25 m, einheimisch
Sommerlinde (Tilia platyphyllos), Baum, bis 30 m, einheimisch
Silber-Linde (Tilia tomentosa), Baum, bis 30 m, angepflanzt als Straßenbaum, unbeständig verwildernd[1], Heimat: Balkan und Kleinasien
Krim-Linde (Tilia x euchlora), Baum, bis 18 m, angepflanzt als Straßenbaum, Hybrid
Des Weiteren gibt es in Mittereuropa auch einen natürlichen Hybriden der zwei erstgenannten Vertreter:

Holländische Linde (Tilia x vulgaris), Baum, bis 40 m, einheimisch
Ölbaumgewächse [Bearbeiten]
Zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) zählt in Südeuropa auch der Olivenbaum:

Gemeine Esche (Fraxinus excelsior), Baum, 10–40 m, einheimisch
Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia), Baum, 20 bis 30 m, einheimisch im Osten Österreichs (Donau-, Marchauen)
Manna-Esche (Fraxinus ornus), Baum, 5–10 m, eingebürgert, Heimat: Südeuropa
Pennsylvanische Esche (Fraxinus pennsylvanica), Baum, 16 bis 48 m, eingebürgert[2], Heimat: Nordamerika
Gemeiner Liguster, Rainweide (Ligustrum vulgare), Strauch, 1–5 m, einheimisch
Gemeiner Flieder (Syringa vulgaris), Strauch, bis 2 (10) m, kultiviert und eingebürgert, Heimat: Südeuropa
weitere Arten von Ziersträuchern (Flieder, Forsythie) werden kultiviert
Sommerfliedergewächse [Bearbeiten]
Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), Strauch, bis 4 m, eingebürgert. Heimat: Ostasien
Bittereschengewächse [Bearbeiten]
Götterbaum (Ailanthus altissima), Baum, 10 bis 30 m, eingebürgert, Heimat: China
Buchsgewächse [Bearbeiten]
Buchsbaum (Buxus sempervirens), Strauch, 0,3–2,0 (4,0) m, einheimisch (Südwesten), häufig kultiviert
Kreuzdorngewächse [Bearbeiten]
Die Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) ist weltweit mit 55 Gattungen und 900 Arten vertreten. Von den Blättern dieser Sträucher leben die Raupen des Zitronenfalters.

Purgier-Kreuzdorn, Echter Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), Strauch/Baum, 3 (6) m, einheimisch
Zwerg-Kreuzdorn (Rhamnus pumila), Zwergstrauch, bis 0,15 m, einheimisch (Alpen)
Faulbaum (Frangula alnus), Strauch, 4 (5) m, einheimisch
Felsen-Kreuzdorn (Frangula saxatilis, Syn. Rhamnus saxatilis Jacq.), 0,2 bis 1,5 m, einheimisch
Rosengewächse [Bearbeiten]
Die Rosengewächse (Rosaceae) sind mit 12 Unterfamilien, 122 Gattungen und etwa 3.370 Arten eine große Familie. Aus ihnen gehen viele Obstsorten hervor. Die Unterfamilien unterscheiden die Rosengewächse nach ihrer Fruchtart (Kernobst, Steinobst) usw.).

Kernobst [Bearbeiten]
Zur Unterfamilie der Kernobstgewächse (Maloideae) zählen die Gattungen Apfel (Malus), Birne (Pyrus), Quitte (Cydonia), Mehlbeere (Sorbus), Mispel (Mespilus) und Weißdorn (Crataegus).

Wildapfel (Malus sylvestris), Baum, bis 15 m, einheimisch
Apfelbaum (Malus domestica), Baum, kultiviert
Wildbirne (Pyrus pyraster), Baum, bis 20 m, einheimisch
Kulturbirne (Pyrus communis), Baum, bis 20 m, Archäophyt, kultiviert
Echte Quitte (Cydonia oblonga), Strauch, 1,20–8,00 m, kultiviert, selten eingebürgert, Heimat: Vorderasien
Gattung: Mehlbeeren und Ebereschen (Sorbus). Die Gattung umfasst zahlreiche schwierig bestimmbare Arten und ist unzureichend erforscht. Möglicherweise gibt es allein in Bayern mehr als 50 Arten [3]
Allgäuer Mehlbeere (Sorbus algoviensis), Strauch, bis 2 m, einheimisch (Allgäu)
Echte Mehlbeere (Sorbus aria), Strauch, bis 15 m, einheimisch
Vogelbeere, Eberesche (Sorbus aucuparia), Baum, bis 15 m, einheimisch
Gebirgs-Vogelbeere (Sorbus aucuparia ssp. glabrata), einheimisch
Österreichische Mehlbeere (Sorbus austriaca), einheimisch (Ostalpen)
Zwerg-Mehlbeere (Sorbus chamaemespilus), Strauch, 0,6 - 1,5 m, einheimisch
Donau-Mehlbeere (Sorbus danubialis), Strauch, bis 5 m, einheimisch
Dörrs Mehlbeere (Sorbus doerriana), Strauch, 1,5 bis 4 m, einheimisch (Allgäu)
Speierling (Sorbus domestica), Baum, als Einzelbaum ca. 15 m, als Waldbaum bis über 30 m, einheimisch
Griechische Mehlbeere (Sorbus graeca), Baum, bis 10 m, einheimisch
Schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia), Baum, 3-10 (20) m, eingebürgert (Ostseeküste), häufig angepflanzt
Bastard-Mehlbeeren (Sorbus latifolia agg.), Bäume, 6 bis 20 m, zahlreiche einheimische Kleinarten
Vogesen-Mehlbeere (Sorbus mougeotii), 5 bis 10 m, einheimisch
Pannonische Mehlbeere (Sorbus pannonica), Strauch, bis 10 m, einheimisch
Hersbrucker Mehlbeere (Sorbus pseudothuringiaca), Strauch, 5 bis 15 m, einheimisch
Elsbeere (Sorbus torminalis), Baum, als Einzelbaum ca. 15 m, als Waldbaum bis über 30 m, einheimisch
Mispel (Mespilus germanica), Strauch, bis 3 (6) m, kultiviert, selten eingebürgert. Heimat: Westasien bis Südeuropa
Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna), Strauch, 1–2 m, einheimisch
Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus oxyacantha), Strauch, bis 4 m, einheimisch
Großkelchiger Weißdorn (Crataegus rhipidophylla), einheimisch
Wildwachsende Weißdorne sind sehr oft Hybride zwischen diesen drei Arten. Zu diesen zählt auch der oft als Straßenbaum gepflanzte Rotdorn (Crateagus x media var Paulii).

Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea), Strauch, 2-3 m, kultiviert, selten verwildert. Heimat: Südeuropa, Westasien.
Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis), einheimisch
Weitere kultivierte Arten sind eingebürgert: Besen-Felsenbirne (Amelanchier spicata), Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii), Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia)
Gewöhnliche Zwergmispel (Cotoneaster integerrimus), Strauch, 1 bis 1,5 m, einheimisch
Filzige Zwergmispel (Cotoneaster tomentosus), Strauch, 1 bis 2 m, einheimisch
Steinobst [Bearbeiten]
Zur Unterfamilie Steinobstgewächse (Amygdaloideae) zählen Zwetschge, Kirsche, Aprikose, Pfirsich und Mandel aus der Gattung Prunus.

Vogel-Kirsche, Vogelkirsche (Prunus avium), Baum, bis 25 m, einheimisch
Zwerg-Kirsche (Prunus fruticosa), Strauch, 0,2 bis 1 m, einheimisch
Felsen-Kirsche, Stein-Weichsel (Prunus mahaleb), Strauch oder Baum, 3 bis 10 m, einheimisch
Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus), Baum, bis 15 m, einheimisch
Felsen-Trauben-Kirsche (Prunus padus ssp. petraea), Strauch, 1 bis 5 m, einheimisch
Schlehdorn, auch Schlehe oder Schwarzdorn, (Prunus spinosa), Strauch, bis 3 m, einheimisch
Kirschpflaume (Prunus cerasifera), 3–4 (8) m, kultiviert und eingebürgert, Heimat: Asien
Sauerkirsche (Prunus cerasus), kultiviert, Heimat: Südost-Europa, Kleinasien
Strauchige Sauerkirsche (Prunus cerasus ssp. acida), Strauch, 0,5 bis 1,5 m, eingebürgert
Zwetschge, Pflaume (Prunus domestica), Baum, bis 8 m, kultiviert und eingebürgert, Heimat: Vorderasien
Hafer-Pflaume (Prunus domestica ssp. insititia), 3 bis 7 m, kultiviert und eingebürgert
Mittlere Weichsel (Prunus × eminens): P. cerasus × P. fruticosa, Strauch, 0,5 bis 1 m, Zierstrauch und eingebürgert.
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), angepflanzt, sehr selten verwildernd[4], Heimat: Kleinasien
Späte Traubenkirsche (Prunus serotina), Baum, bis 20 m, eingebürgert, Heimat: Nordamerika
Rosoideae [Bearbeiten]
Zu den Rosoideae zählen Erdbeere (Fragaria) und Hagebutte (Rosa) mit Sammel-Nussfrüchten, sowie Himbeere und Brombeere mit ihren Sammel-Steinfrüchten. Die Brombeere umfasst etwa 100 Arten.

Tannen-Rose (Rosa abietina), Strauch, bis 3 m, einheimisch
Acker-Rose (Rosa agrestis), Strauch, bis 2,5 m, einheimisch
Feld-Rose (Rosa arvensis), Strauch, bis 2 m, einheimisch
Hagebutte, Hundsrose (Rosa canina), Strauch, bis 3 m, einheimisch
Keilblättrige Rose (Rosa elliptica), Strauch, bis 2 m, einheimisch
Essig-Rose (Rosa gallica), Strauch, bis 1 m, einheimisch
Rotblättrige Rose (Rosa glauca), Strauch, bis 2,5 m, einheimisch
Duftarme Rose (Rosa inodora), Strauch, bis 2 m, einheimisch
Raublättrige Rose (Rosa jundzillii), Strauch, 1 bis 2 m, einheimisch
Zimt-Rose (Rosa majalis), Strauch, bis 1,5 m, einheimisch
Kleinblütige Rose (Rosa micrantha), Strauch, bis 2,5 m, einheimisch
Alpen-Rose (Rosa pendulina), Strauch, 1 bis 2,5 m, einheimisch
Bibernell-Rose (Rosa spinosissima), Strauch, 0,2 bis 1 m, einheimisch
Wein-Rose (Rosa rubiginosa), Strauch, bis 2 m, einheimisch
Verwachsengriffelige Rose (Rosa stylosa), Strauch, bis 2 m, einheimisch
Stumpfblättrige Rose (Rosa tomentella), Strauch, bis 3 m, einheimisch
Kartoffel-Rose (Rosa rugosa), Strauch, 1 bis 2 m, eingebürgert. Heimat Ostasien
Vielblütige Rose (Rosa multiflora), Strauch bis 2 m, eingebürgert. Heimat: Ostasien
Kratzbeere (Rubus caesius), Scheinstrauch, einheimisch
Himbeere (Rubus idaeus), Scheinstrauch, 1–2 m, einheimisch
Brombeere (Rubus fruticosus agg.), Scheinsträucher, einheimisch
Japanische Weinbeere (Rubus phoenicolasius), Scheinstrauch, eingebürgert, Heimat: Ostasien
Zimt-Himbeere (Rubus odoratus), Scheinstrauch, bis 2 m, kultiviert und eingebürgert. Heimat: Nordamerika
Japanische Kerrie, auch Ranunkelstrauch (Kerria japonica), verbreiteter Zierstrauch
Spiraeoideae [Bearbeiten]
Ulmen-Spierstrauch[5] (Spiraea chamaedryfolia), Strauch, bis 1,5 m, einheimisch (Südost-Alpen)
Weiden-Spierstrauch (Spiraea salicifolia), Strauch, bis 2 m, einheimisch (Österreich)
Friaul-Spierstrauch (Spiraea decumbens), Strauch, einheimisch (Kärnten)
Aus der Gattung der Spiersträucher werden weitere Arten als Ziergehölze gepflanzt, eingebürgert sind[6]

Weißer Spierstrauch (Spiraea alba), Strauch, bis 1,5 m, Heimat: östliches Nordamerika
Billards Spierstrauch (Spiraea × billardii), Strauch, bis 2 m
Filziger Spierstrauch (Spiraea tomentosa), Strauch, bis 1,2 m, Heimat: östliches Nordamerika
Douglas-Spierstrauch (Spiraea douglasii), Strauch, bis 2 m
Japanischer Spierstrauch (Spiraea japonica), Strauch, bis 2 m
Schneeballblättrige Blasenspiere (Physocarpus opulifolius), Strauch, bis 3 m, kultiviert, seit einigen Jahren verwildernd. Heimat: Nordamerika
Sibirische Fiederspiere (Sorbaria sorbifolia), Strauch, bis 3 m, kultiviert und verwildernd. Heimat: Nordsibirien
Pimpernussgewächse [Bearbeiten]
Die Pimpernussgewächse sind mit einer Art in Mitteleuropa vertreten.

Pimpernuss (Staphylea pinnata), Strauch 3–4 m, einheimisch
Stachelbeergewächse [Bearbeiten]
Die Stachelbeergewächse (Grossulariaceae) sind sommergrüne Sträucher mit nur einer Gattung: Ribes.

Alpenjohannisbeere (Ribes alpinum), Strauch, 0,8 bis 2 m, einheimisch
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum), Strauch, 0,8 bis 1,5 m, einheimisch
Felsen-Johannisbeere (Ribes petraeum), Strauch, 1 bis 2 m, einheimisch
Rote Johannisbeere (Ribes rubrum), Strauch, 1 bis 1,5 m, einheimisch
Ährige Johannisbeere (Ribes spicatum), Strauch, 1 bis 1,5 m, selten kultiviert und eingebürgert. Heimat: Sibirien, bis Nord- und Osteuropa
Gold-Johannisbeere (Ribes aureum), Strauch, 2 bis 3 m, kultiviert, selten eingebürgert. Heimat: Nordamerika
Stachelbeere (Ribes uva-crispa), Strauch, 0,80 bis 2 m, einheimisch
Geißblattgewächse [Bearbeiten]
Die Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) sind meist Sträucher und bestehen weltweit aus etwa 450 Arten in 15 Gattungen.

Alpen-Heckenkirsche (L. alpigena), Strauch, 0,5 bis 2 m, einheimisch
Blaue Heckenkirsche (L. caerulea), Strauch, 0,6 bis 1,2 m, einheimisch
Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra), Strauch, 0,5 bis 1 m, einheimisch
Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Strauch, 1–2 m, einheimisch
Tataren-Heckenkirsche (Lonicera tatarica), Strauch, 1 bis 3 m, kultiviert, selten eingebürgert
Gewöhnliche Schneebeere (Symphoricarpos albus), Strauch, 1 bis 1,5 m, kultiviert und eingebürgert[7], aus Nordamerika
Zwei heimische Arten sind holzige Lianen:
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium)
Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum)
Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) [Bearbeiten]
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Strauch, 3–7 m, einheimisch
Roter Holunder (Sambucus racemosa), Strauch, 1 bis 3 m, einheimisch
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus), Strauch, 1,50–3,00 m, einheimisch
Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Strauch, 2–4 m, einheimisch
Schmetterlingsblütler [Bearbeiten]
Die Schmetterlingsblütler (Fabaceae) sind eine artenreiche Familie.

Schwarzwerdender Ginster (Cytisus nigricans), Strauch, 0,3 bis 1,2 (2) m, einheimisch
Besenginster (Cytisus scoparius), Strauch, 0,5 bis 2 m, einheimisch
Englischer Ginster (Genista anglica), Strauch, 0,1 bis 0,4 m, einheimisch
Deutscher Ginster (Genista germanica), Strauch, 0,1 bis 0,6 m, einheimisch
Behaarter Ginster (Genista pilosa), Strauch, 0,1 bis 0,3 (1,5) m, einheimisch
Färber-Ginster (Genista tinctoria), Strauch, 0,2 bis 0,6 m, einheimisch
Gelber Blasenstrauch (Colutea arborescens), Strauch, bis 5 m, eingebürgert
Flügelginster (Chamaespartium sagittale), einheimisch
Erbsenstrauch (Caragana arborescens), Strauch, 2,5 bis 4 (6) m, angepflanzt, sehr selten verwildert
Gestreifter Ginster (Cytisus striatus), Strauch, 1 bis 3 m, eingebürgert
Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides), Zierstrauch, bis 7 m, eingebürgert. Heimat:Südeuropa.
Robinie (Robinia pseudoacacia), Baum, bis 25 m, Heimat Nordamerika, wurde forstwirtschaftlich angebaut, eingebürgert
Gewöhnlicher Stechginster (Ulex europaeus), Strauch, 0,6 bis 2 m, eingebürgert, Heimat: Westeuropa
Berberitzengewächse [Bearbeiten]
Die Berberitzengewächse (Berberidaceae) besitzen weltweit 650 Arten.

Berberitze (Berberis vulgaris), Strauch, bis 3 m, einheimisch
Mahonie (Mahonia aquifolium), Strauch, bis 1 m, eingebürgert, Heimat: westliches Nordamerika
Hartriegelgewächse [Bearbeiten]
Zur Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae) gehören:

Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea), Strauch, 1,0–5,5 m, einheimisch
Kornelkirsche (Cornus mas), Strauch, 2–6 (8) m, einheimisch
Weißer Hartriegel (Cornus sericea), Strauch, eingebürgert, Heimat: Nordamerika
Tatarischer Hartriegel (Cornus alba), Strauch, eingebürgert, Heimat: Asien bis Osteuropa
Ölweidengewächse [Bearbeiten]
Aus den Ölweidengewächsen (Elaeagnaceae) ist nur eine Art heimisch:

Sanddorn (Hippophae rhamnoides), Strauch, 1–4 (11) m, einheimisch
Küsten-Sanddorn (Hippophae rhamnoides ssp. rhamnoides)
Karpaten-Sanddorn (Hippophae rhamnoides ssp. carpatica)
Gebirgs-Sanddorn (Hippophae rhamnoides ssp. fluviatilis)
Schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia), Strauch/Baum, bis 5 m, möglicherweise eingebürgert, Heimat: Asien.
Silber-Ölweide (Eleagnus commutata), Strauch, bis 4 m, möglicherweise eingebürgert, Heimat: Nordamerika.
Seidelbastgewächse [Bearbeiten]
Alpen-Seidelbast (Daphne alpina), Zwergstrauch, 0,2 bis 1 m. Einheimisch in Österreich und der Schweiz, nicht in Deutschland.
Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum), Zwergstrauch, 0,1 bis 0,4 m, einheimisch
Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola), Strauch, 0,4 bis 1,2 m, einheimisch
Echter Seidelbast oder Kellerhals (Daphne mezereum), Strauch, 0,3 bis 1,5 (2,5) m, einheimisch
Gestreifter Seidelbast (Daphne striata), Zwergstrauch, bis 0,15 (0,35) m, einheimisch
Spindelbaumgewächse [Bearbeiten]
Gewöhnlicher Spindelstrauch, Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Strauch/Baum, bis 6 m, einheimisch
Breitblättriger Spindelstrauch (Euonymus latifolius), Strauch, 1 bis 5 m, einheimisch (Alpenvorland)
Hortensiengewächse (Hydrangeaceae) [Bearbeiten]
Europäischer Pfeifenstrauch, Falscher Jasmin, Bauernjasmin (Philadelphus coronarius), kultiviert, selten eingebürgert
Tamariskengewächse (Tamaricaceae) [Bearbeiten]
Deutsche Tamariske (Myricaria germanica), Strauch, 0,6 bis 2 m, einheimisch
Heidekrautgewächse (Ericaceae) [Bearbeiten]
Rhododendron [Bearbeiten]
Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum), Strauch 0,2 bis 1 m, einheimisch
Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum), Strauch, 0,2 bis 1 m, einheimisch
Sumpf-Porst (Rhododendron tomentosum, syn. Ledum palustre), Moorstrauch, 0,6 bis 1,5 m, einheimisch
Grönländischer Porst (Rhododendron groenlandicum), Strauch, kultiviert und eingebürgert
Pontische Azalee (Rhododendron ponticum), Strauch, 1 bis 4 m, lokal eingebürgert
Rhodothamnus [Bearbeiten]
Zwerg-Alpenrose (Rhodothamnus chamaecistus), Zwergstrauch, 0,2 bis 0,4 m, einheimisch (Ostalpen)
Die Famililie umfasst weitere Zwergsträucher wie Besenheide (Calluna vulgaris), Heidelbeere (Vaccinium mytrillus), Preiselbeeere (Vaccinium vitis-idea) und zahlreiche andere.

Siehe auch [Bearbeiten]
Indigene Pflanzen
Archäophyten vor dem Jahr 1492, Neophyten ab dem Jahr 1492, Kulturpflanzen, Gartenflüchtling;
Einige einheimische Kletterpflanzen
Agroforstwirtschaft
Markante und alte Baumexemplare, Arboretum
Obst#Einteilung
Literatur [Bearbeiten]
Christoph Brickell, Wilhelm Barthlott (Hrsg.): The Royal Horticultural Society. Die große Pflanzenenzyklopädie A-Z. Dorling Kindersley, 2004, ISBN 3-8310-0657-1
Godet Pflanzenführer: Bäume und Sträucher. ISBN 3-576-10192-6
Henning Haeupler, Thomas Muer (2000): Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, ISBN 3-8001-3364-4
Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. CD-ROM - Version 2.1, Haupt Verlag, 2005, 3. Auflage, ISBN 3-258-06952-2
Alan Mitchell: Die Wald- und Parkbäume Europas: Ein Bestimmungsbuch für Dendrologen und Naturfreunde. Paul Parey, Hamburg und Berlin 1975, ISBN 3-490-05918-2 (übers. u. bearb. von Gerd Krüssmann).
Richard Fitter, Alastair Fitter, Marjorie Blamey: Pareys Blumenbuch. Wildblühende Pflanzen Deutschlands und Nordwesteuropas. Verlag Paul Parey, Hamburg, ISBN 3-490-22418-3
Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland, Band 2, Gefäßpflanzen, ISBN 3-334-60828-X
Weblinks [Bearbeiten]
Datenbank Universität Connecticut
Datenbank Uni Bonn (Gymnospermen)
Abbildungsverzeichnis Ruhr-Uni Bochum
L. Watson and M. J. Dallwitz: The Families of Flowering Plants (DELTA database)
Fotografien von Wildpflanzen, Robert Flogaus-Faust
Planimag Fotografien von Pflanzen
Wildsträucher für naturnahe Gärten/ Nabu
Informationen über seltene mitteleuropäische Baumarten

Seltene Bäume in unseren Wäldern – Erkennen, Erhalten, Nutzen (Stiftung Wald in Not)
Merkblätter zur Arterhaltung (NRW)
Projekt Förderung seltener Baumarten (Schweiz)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
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Kategorien: Liste (Biologie) | Baum | MitteleuropaMeine Werkzeuge
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Liste der Küchenkräuter und Gewürze
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Basilikum
Bärlauch
Bohnenkraut
Cayennepfeffer
Eberraute
Estragon
Kerbel
Gewürznelke
Ingwer
Grüner Kardamom
Knoblauch
Koriander
Kümmel
Lavendel
Liebstöckel
Lorbeer
Majoran
Petersilie
Pfefferminze
Muskat
Rosmarin
Salbei
Schnittlauch
Sellerie
Thymian
Vanille
Wacholder
Waldmeister
Weinraute
YsopIn der Liste der Küchenkräuter und Gewürze werden die Namen von einigen hundert Kulturpflanzen und Wildarten, die ihres Aromas wegen in der Küche und in der Nahrungsmittelindustrie (z. B. für Süßspeisen und Liköre) weltweit verwendet werden, in einer einfachen botanischen Systematik aufgezählt.

Oft kann man aus der Zugehörigkeit zur gleichen Pflanzenfamilie oder -gattung auf ein ähnliches Erscheinungsbild, einen ähnlichen Geschmack oder ähnliche Wirkstoffe schließen. Einige dieser Pflanzen sind auch Heilpflanzen. Zu den häufiger vertretenen Pflanzenfamilien zählen Lippenblütler (unter anderem Basilikum, Thymian, Majoran, Rosmarin, Bohnenkraut, Salbei, Lavendel, Minze, Zitronenmelisse), Doldenblütler (Anis, Kümmel, Koriander, Dill, Petersilie, Liebstöckel, Kerbel und Sellerie und andere) und Lauchgewächse (Knoblauch, Porree, Schnittlauch und Bärlauch). Als Aphrodisiakum gelten Muskat und Petersilie.

Siehe auch: Liste der Küchengewürze (alphabetisch)

Nadelholzgewächse (Pinophyta) [Bearbeiten]
Kieferngewächse (Pinaceae) [Bearbeiten]
Schwarzfichte (Picea mariana)
Schimmel-Fichte (Picea glauca)
Kanadische Hemlocktanne (Tsuga canadensis)
Zypressengewächse (Cupressaceae) [Bearbeiten]
Wacholder (Juniperus communis)
Einfurchenpollen-Zweikeimblättrige (Magnoliopsida) [Bearbeiten]
Annonengewächse (Annonaceae) [Bearbeiten]
Mohrenpfeffer (Xylopia aethiopica)
Ylang-Ylang (Cananga odorata)
Kalabassenmuskat (Monodora myristica)
Sternanisgewächse (Illiciaceae) [Bearbeiten]
Sternanis (Illicium verum)
Lorbeergewächse (Lauraceae) [Bearbeiten]
Ceylon-Zimtbaum (Cinnamomum zeylanicum)
Chinesischer Zimtbaum (Cinnamomum aromaticum)
Aniba rosea odorata
Nelkenzimt (Dicypellium caryophyllatum)
Echter Lorbeer (Laurus nobilis)
Sassafrasbaum (Sassafras albidum)
Muskatnussgewächse (Myristicaceae) [Bearbeiten]
Muskatnussbaum (Myristica fragrans)
Muskatnuss
Macis - Muskatblüte
Pfeffergewächse (Piperacaeae) [Bearbeiten]
Makulan (Piper auritum)
Pfeffer (Piper nigrum)
Kubebenpfeffer (Piper cubeba)
langer Pfeffer (Piper longum)
Einkeimblättrige (Liliopsida) [Bearbeiten]
Aronstabgewächse (Araceae) [Bearbeiten]
Kalmus (Acorus calamus)
Schmalblättriger Kalmus (Acorus gramineus)
Ingwergewächse (Zingiberaceae) [Bearbeiten]
Grüner Kardamom (Elettaria cardamomum)
Schwarzer Kardamom (Amomum subulatum)
Paradieskörner (Aframomum melegueta)
Ingwer (Zingiber officinale)
Großer Galgant (Alpinia galanga)
Gelbwurzel, Kurkuma (Curcuma longa)
Gewürzlilie (Kaempferia galanga)
Zitwerwurzel (Curcuma zedoaria)
Mango-Ingwer (Curcuma amada)
Lauchgewächse (Alliaceae) [Bearbeiten]
Schalotte (Allium ascalonium)
Porree (Allium porrum)
Knoblauch (Allium sativum)
Luftzwiebel (Allium cepa var. proliferum)
Schlangenlauch (Allium sativum var. ophioscorodon)
Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Chinesischer Lauch (Allium tuberosum)
Bärlauch, Wilder Knoblauch (Allium ursinum)
Winterzwiebel (Allium fistulosum)
Stechwindengewächse (Smilacaceae) [Bearbeiten]
Sarsaparilla (Smilax aristolochiaefolia und Smilax regelii)
Orchideen (Orchidaceae) [Bearbeiten]
Echte Vanille (Vanilla planifolia)
Salep (Orchis maculata)
Schwertliliengewächse (Iridaceae) [Bearbeiten]
Safran, Echter Krokus (Crocus sativus)
Süßgräser (Poaceae oder Gramineae) [Bearbeiten]
Lemongras, Zitronengras, Citronella (Cymbopogon citratus)
Malabargras (Cymbopogon flexuosus)
Duftendes Mariengras (Hierochloe odorata)
Vetiver (Vetiveria zizanioides)
Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida) [Bearbeiten]
Baldriangewächse (Valerianaceae) [Bearbeiten]
Echter Baldrian (Valeriana officinalis)
Raublattgewächse (Boraginaceae) [Bearbeiten]
Borretsch oder Gurkenkraut (Borago officinalis)
Beinwell (Symphytum officinale)
Doldenblütler (Apiaceae, Umbelliferae) [Bearbeiten]
Dill (Anethum graveolens)
Indischer Dill (Anethum sowa)
Engelwurz (Angelica archangelica)
Amerikanische Engelwurz (Angelica atropurpurea)
Kerbel, Garten-Kerbel, Echter Kerbel (Anthriscus cerefolium)
Echter Sellerie, Bleichsellerie, Stielsellerie (Apium graveolens var. dulce)
Kümmel (Carum carvi)
Echter Koriander, Wanzendill (Coriandrum sativum)
Mitsuba Japanischer Kerbel (Cryptotaenia japonica)
Kreuzkümmel, Cumin (Cuminum cyminum)
Langer Koriander, Mexikanischer Koriander, Stinkdistel (Eryngium foetidum)
Stinkasant (Ferula asafoetida)
Fenchel (Foeniculum vulgare)
Liebstöckel (Levisticum officinale)
Bärwurz (Meum athamanticum)
Süßdolde (Myrrhis odorata)
Pastinake (Pastinaca sativa)
Petersilie (Petroselinum crispum)
Anis (Pimpinella anisum)
Große Bibernelle (Pimpinella major)
Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga)
Ajowan (Trachyspermum ammi)
Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) [Bearbeiten]
Te de pais (Lippia graveolens)
Zitronenstrauch (Aloysia triphylla)
Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) [Bearbeiten]
Epazote, Mexikanisches Teekraut (Chenopodium ambrosioides)
Gagelstrauchgewächse (Myricaceae) [Bearbeiten]
Gagelstrauch (Myrica gale)
Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) [Bearbeiten]
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa)
Hanfgewächse (Cannabaceae) [Bearbeiten]
Hopfen (Humulus lupulus)
Hanf (Cannabis sativa)
Heidekrautgewächse (Ericaceae) [Bearbeiten]
Wintergrünstrauch (Gaultheria procumbens)
Hülsenfrüchtler (Fabaceae s.l.) [Bearbeiten]
Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum)
Schabzigerklee (Brotklee, Trigonella caerulea)
Tonkabohne (Dipteryx odorata)
Soumbala (Parkia biglobosa)
Kaperngewächse (Capparaceae) [Bearbeiten]
Kapernstrauch (Capparis spinosa)
Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae) [Bearbeiten]
Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
Knöterichgewächse (Polygonaceae) [Bearbeiten]
Großer Sauerampfer (Rumex acetosa)
Schildblättriger Ampfer (Rumex scutatus)
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper)
Korbblütler (Asteraceae, ehemals Compositae) [Bearbeiten]
Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)
Muskatgarbe (Achillea decolorans)
Römische Kamille (Anthemis nobilis)
Echte Kamille (Matricaria chamomilla)
Wermut (Artemisia absinthium)
Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris)
Fahlblättriger Beifuß (Artemisia pallens)
Estragon (Artemisia dracunculus)
Eberraute (Artemisia abrotanum)
Alant (Iluna helenium)
Berufkraut, Kanadisches (Erigeron canadensis)
Ringelblume (Calendula officinalis)
Sammetblume (Tagetes minuta)
Balsamkraut (Chrysanthemum balsamita)
Rainfarn (Chrysanthemum vulgare)
Goldrute (Solidago odora)
Gewöhnlicher Löwenzahn, Kuhblume (Taraxacum officinale)
Currykraut, Italienische Strohblume (Helichrysum italicum)
Kreuzblütengewächse (Brassicaceae, ehemals Cruciferae) [Bearbeiten]
Gartenkresse (Lepidium sativum)
Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
Meerrettich (Armoracia lapathifolia)
Echtes Löffelkraut (Cochlearia officinalis)
Weißer Senf (Sinapis alba)
Schwarzer Senf (Brassica nigra)
Rucola, Rauke (Eruca sativa)
Lippenblütler (Lamiaceae, Labiatae) [Bearbeiten]
Perilla (Perilla frutescens)
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)
Speik-Lavendel (Lavandula latifolia)
Schopflavendel (Lavandula stoechas)
Spanischer Thymian, Jamaika-Thymian (Coleus amboinicus)
Gemeiner Ziest, Rote Betonie (Stachys officinalis)
Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
Edelgamander (Teucrium chamaedrys)
Ysop, Echter Ysop (Hyssopus officinalis)
Duftnessel (Agastache foeniculum)
Koreaminze (Agastache rugosa)
Mexikanischer Anisysop (Agastache mexicana)
Nindi (Aeolanthus heliotropoides und Aneoanthus pubescens)
Katzenminze (Nepeta cataria)
Gundelrebe, Gundermann (Glechoma hederacea)
Andorn (Marrubium vulgare)
Sangura (Hyptis suaveolens)
Ackerminze, Kornminze (Mentha arvensis)
Rundblättrige Minze (Mentha rotundifolia)
Grüne Minze (Mentha spicata)
Ananasminze (Mentha rotundifolia var. variegata)
Roßminze, Langblättrige Minze, Weiße Minze (Mentha longifolia)
Pfefferminze (Mentha x piperita)
Yerba buena (Mentha nemorosa und Mentha sativa)
Bachminze (Mentha aquatica)
Krause Minze (Mentha spicata var. crispa)
Bergamotminze (Mentha citrata)
Edelminze (Mentha x gentilis)
Englische Rossminze (Mentha x villosa-nervata)
Poleiminze (Mentha pulegium)
Melisse, Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
Steinminze (Cunila origanoides)
Goldmelisse (Monarde didyma)
Wilde Goldmelisse (Monarda fistulosa)
Zitronen-Goldmelisse (Monarda citriodora)
Moskitopflanze, Amerikanische Pennyroyal (Hedeoma pulegioides)
Basilikum, Basilienkraut (Ocimum basilicum)
Fieberpflanze (Ocimum viride)
Rosmarin (Rosmarin officinalis)
Oregano, Wilder Dost, Wilder Majoran, mehrjähriger Majoran (Origanum vulgare)
Griechischer Oregano (Origanum vulgare subsp. hirtum)
Majoran, Wurstkraut, einjähriger Majoran (Origanum majorana, syn. Majorana hortensis)
Kretischer Diptam (Ameracus dictamnus)
Bohnenkraut, Einfaches Bohnenkraut, Gartenbohnenkraut, Pfefferkraut, Beizkraut (Satureja hortensis)
Winterbohnenkraut, Bergbohnenkraut (Satureja montana)
Alpen-Steinquendel, Stein-Bergminze (Acinos alpinum, syn. Satureja acinos)
Echter Salbei (Salvia officinalis)
Wiesensalbei (Salvia pratensis)
Muskatellersalbei (Salvia sclarea)
Thymian, Gartenthymian, Echter Thymian (Thymus vulgaris)
Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
Waldthymian (Thymus mastichina)
Zatar
Myrtengewächse (Myrtaceae) [Bearbeiten]
Gewürznelke, Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum)
Myrte (Myrtus communis)
Eukalyptus (Eucalyptus)
Piment (Pimenta dioica)
Nachtschattengewächse (Solanaceae) [Bearbeiten]
Cayennepfeffer, Spanischer Pfeffer (Capsicum annuum u. a. - siehe Paprika)
Paprika (Capsicum annuum, C. frutescens, C. chinense, C. baccatum, C. baccantum var. pendulum, C. pubescens)
Aubergine (Solanum melongena)
Tomate (Solanum lycopersicum)
Nelkengewächse (Caryophyllaceae) [Bearbeiten]
Gartennelke (Dianthus caryophyllus)
Portulakgewächse (Portulacaceae) [Bearbeiten]
Portulak (Portulaca sativa)
Rautengewächse (Rutaceae) [Bearbeiten]
Boronie (Boronia megastigma)
Kaffernlimette (Citrus hystrix)
Weißer Diptam (Dictamnus albus)
Weinraute (Ruta graveolens)
Szechuanpfeffer (Zanthoxylum piperitum)
Loomi (Limette, Citrus aurantifolia)
Rötegewächse (Rubiaceae) [Bearbeiten]
Echtes Labkraut (Galium verum)
Waldmeister (Galium odoratum)
Rosengewächse (Rosaceae) [Bearbeiten]
Bibernell-Rose (Rosa spinossima)
Damaszener-Rose (Rosa damascena)
Französische Rose (Rosa gallica)
Hundsrose (Rosa canina)
Kartoffelrose, Runzelrose (Rosa rugosa)
Japanische Rose (Rosa multiflora)
Moschus-Rose (Rosa moschata)
Wein-Rose (Rosa eglanteria)
Zentifolie (Rosa centifolia)
Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
Pimpernelle oder Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
Knolliges Mädesüß (Filipendula vulgaris)
Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)
Sauerkleegewächse (Oxalidaceae) [Bearbeiten]
Westindischer Sauerklee (Oxalis violaceae)
Waldsauerklee (Oxalis acetosella)
Sesamgewächse (Pedaliaceae) [Bearbeiten]
Sesam (Sesamum indicum)
Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) [Bearbeiten]
Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
Sumachgewächse (Anacardiaceae) [Bearbeiten]
Rosa Pfeffer, Brasilianischer Pfeffer, Rosé-Pfeffer, Rosa Beeren (Schinus terebinthifolius)
Gewürzsumach (Rhus coriaria)
Veilchengewächse (Violaceae) [Bearbeiten]
Märzveilchen (Viola odorata)
Weblinks [Bearbeiten]
Gernot Katzers Gewürzseiten – Detaillierte Informationen
Inhaltsstoffe der wichtigsten Nahrungs- und Gewürzpflanzen
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_K%C3%BCchenkr%C3%A4uter_und_Gew%C3%BCrze“
Kategorien: Liste (Biologie) | Liste (Essen und Trinken) | Gewürz | Gartenbau | Gemüsebau | BildtafelMeine Werkzeuge
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Göttinnen finden sich in einer Vielzahl von Mythologien, wobei sie häufig im jeweiligen polytheistischen Kontext unterschiedliche Aspekte des Lebens und des Geistes repräsentieren. Geschichtlich am weitesten zurückverfolgen lassen sich dabei die Vorstellungen von einer Muttergöttin, auch als eine Art Urmutter, die verschiedentlich auch mit einer Mutter Erde gleichgesetzt wurde und die im Rahmen der neolithischen Revolution, als die Menschen infolge der Ausbreitung von landwirtschaftlicher Produktionsmethoden sesshaft wurden, als Große Mutter (Magna Mater) vor bis zu zehntausend Jahren eine weitverbreitete Verehrung fand.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Europa
1.1 Germanische Mythologie
1.2 Griechische Mythologie
1.3 Keltische Mythologie
1.4 Römische Mythologie
1.5 Andere
2 Asien
3 Afrika
3.1 Ägyptische Mythologie
3.2 Andere
4 Amerika
4.1 Aztekengöttinnen
4.2 Andere
5 Australien und Ozeanien
6 Siehe auch
 
Europa [Bearbeiten]
Germanische Mythologie [Bearbeiten]
germanische Göttinnen der germanischen Mythologie Name Namensvarianten kurze Beschreibung/Bedeutung Bild
Eir Eira Asengöttin: Göttin der Heilkunde und Heilung. Die beste Ärztin 
Erþô Jörð, Erce eorþan módor Erdmutter 
Freyja Freya Wanengöttin: Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit 
Frîjô Frigg, Frija, Frea, Frick Asengöttin: Muttergöttin, Beschützerin der Ehe und Gemahlin Odins 
Fullô Fulla, Folla (uolla) Der Name bedeutet „Überfluss“. Sie ist eine Fruchtbarkeitsgöttin. 
Gullveig  Wanengöttin Hüterin der Schätze und Seherin der Runenmagie 
Hel Hellia, Hella Asengöttin: Göttin der Unterwelt, im Süden nur im Namen der „Hölle“ (norw.: helvete) überliefert 
Iðunn Idun Wanengöttin: Göttin der Jugend und der Fruchtbarkeit 
Lofn  Asengöttin: Göttin der Eintracht 
Nanna  Asengöttin: Blütengöttin 
Saga  Asengöttin: Göttin der Dichtkunst und Geschichte. 
Sawelô Sól, Sunna Sonnengöttin 
Sif Sippja, Sive Asengöttin: Göttin der Ernte 
Siofna Sjoefna, Sjofun, Sione Liebesgöttin 
Skaði Skadi Göttin der Jagd, der Berge und des Winters 
Snotra  Asengöttin: Göttin der Klugheit, Göttin der Tugend und Sittsamkeit 
Syn  Asengöttin: Göttin der Gerechtigkeit und Wahrheit, Göttin der Rechtspflege 
Thrud  Göttin der Bäume, der Blumen, des Grases, der Heiden und der Weiden. 
Var Vör Asengöttin: Göttin der Ehe, Göttin der Treue, Verträge und Eide, Göttin der Liebe 

Griechische Mythologie [Bearbeiten]
Göttinnen der griechischen Mythologie Name Namensvarianten kurze Beschreibung/Bedeutung Bild
Aphrodite Venus Göttin der Liebe, der Schönheit und der sinnlichen Begierde. 
Artemis Diana Jungfräuliche Göttin der Jagd, des Mondes (zusammen mit Selene), Waldes und die Hüterin der Frauen und Kinder 
Asteria  die Sternengöttin und Mutter der Hekate 
Ate Apate Verkörperung der Verblendung. Eine Tochter des Zeus oder Eris. 
Athene Minerva Sie galt als Göttin der Städte, des Kriegs und der Weisheit sowie der Kriegstaktik und Strategie und war Schirmherrin der Künste und Wissenschaften. 
Chariten Grazien die Göttinnen der Anmut, die mit Aphrodite in Verbindung stehen. Sie heißen Euphrosyne („Frohsinn“), Thalia (auch Thaleia, „blühendes Glück“) und Aglaia („Glanz“). 
Demeter Ceres Demeter ist zuständig für die Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten. 
Eos Aurora die griechische Göttin der Morgenröte. Ihre Aufgabe bestand darin, allmorgendlich mit ihrem Gespann aus dem Okeanos aufzutauchen und damit den Tag anzukündigen. 
Erinyen Furien Es gibt drei Erinyen:
1.Alekto, „die Unaufhörliche“ (bei ihrer Jagd)
2.Megaira (daher deutsch „Megäre“), „der neidische Zorn“
3.Tisiphone (auch: Teisiphone), „die Vergeltung“ oder „die den Mord Rächende“.
 
Eris Discordia die Göttin der Zwietracht und des Streites. Sie ist auch durch den Apfel der Zwietracht bekannt. 
Eurybia  die „die weithin Gewaltige“. Sie ist die Tochter des Meeresgottes Pontos und der Erdgöttin Gaia. 
Gaia  die griechische Erdmutter: Sie gehört zu den Urgöttern und entstand direkt aus dem Chaos. 
Harmonia Concordia Göttin der Eintracht. 
Hebe Iuventas die Göttin der Jugend. 
Hekate  die Göttin der Zauberkunst, der Nekromantie, des Spuks und der Wegkreuzungen 
Hera Juno, Iuno Helferin in den Nöten der Entbindung. Die äußerst eifersüchtige Gattin, und gleichzeitig die Schwester, des Zeus. 
Hestia Vesta römische Göttin des Herdfeuers 
Horen Horae, Horai Die Horen waren eine Gruppe von griechischen Göttinnen, die das geregelte Leben überwachten. 
Hygeía Hygieía die Göttin der Gesundheit und gilt als Schutzpatronin der Apotheker. 
Iris  Götterbotin, Göttin des Regenbogens, die göttliche und menschliche Welt verbindet; wie Chloris Ehefrau des Zephyros, mit diesem Mutter des Eros 
Ker Keren Todesverhängnis, Töchter der Nacht, dunkelfarbige Todesgöttinen der Schlacht, Blut triefend, mit gewaltigen Krallen, sich am Blute der Erschlagenen weidend
Mnemosyne  Tochter des Uranos und der Gaia, gehört zu den Titanen und gilt als „Göttin“ der Erinnerung.
Moiren Moera, Parcae, Parzen eine Dreiergruppe von Schicksalsgöttinnen, meistens als drei alte Frauen personifiziert:
1.Klotho die „Spinnerin” – die den Lebensfaden spinnt
2.Lachesis die „Zuteilerin” – die dessen Länge bemisst
3.Atropos die „Unabwendbare” – die den Lebensfaden abschneidet
 
Nemesis  die Göttin des „gerechten Zorns“, sowie diejenige, die „herzlos Liebende“ bestraft. 
Nike Victoria Siegesgöttin. Ihre Geschwister sind Bia (Kraft), Zelos (Eifer) und Kratos (Macht). 
Nyx  Sie personifiziert die Nacht. 
Peitho Suada, Suadela die Göttin der erotischen Überredung: Sie überredet junge Mädchen, sich nicht länger zurückzuhalten sondern Liebe und Erotik hinzugeben. 
Persephone Kore eine Toten-, Unterwelt- und Fruchtbarkeitsgöttin.Tochter der Demeter und des Zeus,wurde durch Brautraub zu Gattin des Gottes Hades 
Phoibe  Sie ist die Tochter des Uranos und der Gaia und sie ist eine Titanin, die mit dem Mond assoziiert wird, sie wird auch als Mondgöttin besungen, ihre Enkelin ist Artemis die auch Phoibe als Beinamen hat.
Rhea Rheia, Kybele Tochter der Gaia und des Uranos, außerdem Ehefrau des Kronos, Göttermutter der 6 Hauptgötter des Olymps. 
Selene Luna die Mondgöttin und Geliebte des Endymion, mit dem sie 50 Kinder bekam. 
Tethys  Meeresgöttin und eine der Titanen, außerdem Tochter des Uranos und der Gaia und Gattin des Okeanos ihrem Bruder.
Theia  Tochter von Gaia und Uranos gehört zu den 12 Titanen. Als Gattin ihres Bruders Hyperion ist sie Mutter des Sonnengottes Helios, der Mondgöttin Selene und der Göttin der Morgenröte Eos.
Themis Iustitia die Göttin der Gerechtigkeit und der Ordnung sowie der Philosophie. 
Tyche Fortuna die Göttin des Schicksals, der glücklichen (oder bösen) Fügung und des Zufalls. 

Keltische Mythologie [Bearbeiten]
Göttinnen der keltischen Mythologie Name Namensvarianten kurze Beschreibung/Bedeutung Bild
Abnoba  Muttergöttin und Personifizierung des Schwarzwalds. 
Aericura Herecura, Erecura  
Andarta Andata, Andate Sieges- und Kriegsgöttin. 
Andraste Adraste, Andrasta, Adrasta Göttin des Krieges, der Schlacht und der Siege. 
Annea   
Ansotica  Muttergöttin oder Göttin der Liebe 
Arduinna Ardvinna, Ardbinna Göttin des Waldes und Namensgeberin der Ardennen. 
Belisama  Hüterin des Handwerks, des Feuers, des Lichts und der Künste. 
Brigantia Brigindo, Bricta, Brixia Stammesgöttin des keltischen Stammes der Briganten: Schlacht- und Siegesgöttin 
Camma  Göttin der Jagd. 
Catubodua Cassibodua, Bodua Schlacht- und Totengöttin. 
Epona Epana Fruchtbarkeitsgöttin und Göttermutter 
Meduna Maiduna Quellengöttin (Heilbringende Göttin) und als Göttin des Anfangs. Morrigan (Göttin) Morrigan Göttin der Schlacht genannt die Große Königin
 
Nehalennia  Göttin der Fruchtbarkeit und der Schifffahrt. 
Noreia Isis-Noreia Muttergöttin 
Sirona Serona oder Ðirona Göttin der Quellen, der Fruchtbarkeit und der Heilung. 
Verbeia  Eine Lokalgöttin und Flussgöttin, die mit dem Fluss Wharfe in Yorkshire in Verbindung gebracht wurde. 

Römische Mythologie [Bearbeiten]
Göttinnen der römischen Mythologie Name Namensvarianten kurze Beschreibung/Bedeutung Bild
Aurora  Göttin der Morgenröte. die Schwester des Sonnengottes Sol und der Mondgöttin Luna 
Bellona  Kriegsgöttin. 
Bona Dea  „die gute Göttin“ - Göttin der Fruchtbarkeit, Heilung, Jungfräulichkeit und Frauen. 
Cardea  Göttin der Gesundheit, der Schwellen, der Türscharniere und der Türgriffe. 
Carmenta Carmentis, Nicostrata Göttin der Weissagung und der Geburt. Sie war sowohl Mutter als auch Gattin des Euander. 
Carna  Göttin des Herzen und der übrigen Organe und Schutzherrin der Gesundheit. 
Ceres Demeter Göttin des Ackerbaus, der Ehe und des Todes. 
Concordia  personifizierte Göttin der Eintracht. 
Dea Dia  Göttin des Wachstums. Sie wurde von den Fratres Arvales verehrt. 
Diana Jana, Artemis Jungfräuliche Göttin der Jagd, des Mondes, der Fruchtbarkeit und Beschützerin der Frauen und Mädchen. 
Feronia  Frühlings- und Erdgöttin: „die Blumenliebende“ 
Flora  kleine Göttin der Blumen und Blüten. 
Fortuna  Glücks- und Schicksalsgöttin 
Furrina Furina Eher unbekannte Göttin, die als Göttin der Diebe gedeutet wird. 
Iustitia  personifizierte Göttin der Gerechtigkeit und des Rechtswesens. 
Iuventas Iuventa, Juventas Göttin der Jugend 
Juno Iuno Göttin der Geburt und der Ehe 
Levana  Schutzgöttin der Neugeborenen. 
Libertas  personifizierte Göttin der Freiheit. 
Luna  Mondgöttin 
Magna Mater Mater Deum Magna Idaea die Große Mutter 
Minerva Athene Beschützerin der Handwerker und des Gewerbes, später auch Schutzgottheit der Dichter und Lehrer. 
Pax  Patronin für das Programm von Augustus: Pax Romana 
Pomona  Göttin des Obstsegens und Frau des Gottes Vertumnus. 
Proserpina Proserpine Gemahlin des Gottes der Unterwelt Pluto, und sie entspricht weitgehend der Persephone 
Venus  Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit. 
Vesta  die keusche Hüterin des heiligen Feuers und Göttin von Heim und Herd. 
Victoria  vergöttlichte Personifikation des Sieges, Schutzgöttin des römischen Kaisers und jungfräuliche Hüterin des Reiches 

Andere [Bearbeiten]
Name Namensvarianten kurze Beschreibung/Bedeutung Bild
Baltische Mythologie
Laima litauisch Laime oder Laima, lettisch Laimas mate Göttin in der lettischen und litauischen Mythologie: die Personifizierung des Schicksals und von Glück und Unglück. 
Mara  lettische Mythologie: die höchste Göttin 
Milda  die Göttin der Liebe und Freiheit 
Saule  die mütterliche Sonne 
Žemyna litauisch Seminas, Semas; lettisch Zemes mate Erdgöttin 
Egle  die Königin der Nattern
Baskische Mythologie
Amilamia  Göttin der Nächstenliebe 
Ekhi  Sonnengöttin. vertreibt die Nachtdämonen 
Illargui  "Totenlicht"; Mondgöttin 
Lur  Göttin der Erde. Ihre Töchter sind Ekhi (Sonne) und Illargui (Mond) 
Mari  höchste Göttin der baskischen Mythologie. Göttin des Wetters, des Windes und der Erde. Ihr Symbol ist die Schlange und ihr Diener ein Widder 
Estnische Mythologie
   
Etruskische Religion
   
Finnische Mythologie
Akka  Mutter Natur, Frau von Ukko 
Ilmatar Luonnotar Göttin der Lüfte, Erschafferin der Welt und Mutter von Väinämöinen 
Kalma  „Leichengestank“; Göttin des Todes und der Verwesung 
Mielikki  Göttin des Waldes und der Jagd 
Päivätär Päivä, Päivyt Göttin der Sonne und des Sommers 
Tellervo  Göttin und Helferin von Tapio und Mielikki 
Tuonetar  Göttin der Unterwelt Tuonela 
Tuulikki  Göttin des Waldes, Tochter von Tapio und Mielikki 
Vellamo  Göttin des Meeres und des Sturmes, Frau von Ahti 
Vedenemo  Göttin des Wassers 
Slawische Mythologie
Lada  Göttin der Schönheit, der Liebe und des Frühlings. Frau von Svarog 
Mokosch  einzige Göttin im Pantheon der Kiewer Rus, die "feuchte Mutter Erde", Göttin der Fruchtbarkeit und der Weiblichkeit, Beschützerin der Schafe und des Spinnens/Webens. 
Zorya Zorza, Luna drei Himmels- und Lichtgöttinnen:
1.der Morgenstern
2.der Abendstern
3.der Mitternachtsstern
 

Von der samischen Mythologie sind keine weiblichen Gottheiten bekannt, was nicht bedeutet dass es keine gab.

Asien [Bearbeiten]
Annapurna

Name Namensvarianten kurze Beschreibung/Bedeutung Bild
Ainu-Mythologie
Ape-huci-kamuy ???????, Ape-kamuy, ????? Göttin des Feuers; Richterin im Totenreich 
Altarabische Religion (vorislamische und Altarabische Gottheiten)
Bei der Einführung des Islam durch Mohammed wurden alle Gottheiten als Götzen abgetan.
al-Lat  „(die) Göttin“; 
al-'Uzza  Göttin des Morgensterns. 
Manat DMG manat „Schicksal, Geschick“; Hauptgottheit der Araber von Yathrib 
Babylonische Religion und Mythologie
Ischtar westsemitisch Iš?ara, neuassyrisch Ištar-Aššuritu babylonische und assyrische Himmelskönigin; in Babylon die Hauptgöttin; Göttin der Liebe, des Krieges und der Fruchtbarkeit; Verkörperung des Planeten Venus. 
Tiamat Ghanna oder Omoroca Urgöttin; Göttin des Salzwassers 
Bön-Mythologie (vor-buddhistische Mythologie)
Lu  Göttin des Wassers; Schutzgöttin der Frauen (einzige weibliche Gottheit unter den neun Dégyés) 
Chinesische Mythologie
Chang Xi  Mondgöttin 
Guanyin Guanyin, Kannon (??), Quan Âm oder Quan Th? Âm B? Tát, Guanzìzài (??? / ???, jap. Kanjizai) weiblicher Bodhisattva des Mitgefühls, wird aber im Volksglauben auch als Göttin verehrt. 
Nüwa nuwa, Nü Wa oder Nü Gua Schöpfergöttin der frühchinesischen Mythologie. 
Xi He  Sonnengöttin; Lenkerin des Sonnenwagens; Göttin, die zehn Sonnen gebar für jeden Tag der Woche eine 
Xiwangmu Hsi Wang Mu (chin. ??? = Königinmutter des Westens) eine der ältesten chinesischen Gottheiten, die im mittelalterlichen Daoismus als Unsterbliche, Lehrerin, Symbol der Transzendenz und Vermittlerin zwischen den himmlischen und den irdischen Reichen galt. 
Christliche Mythologie
Im Christentum gibt es nur einen Gott (Siehe JHWH). Alle weiteren Wesen werden Engel, Dämonen oder ähnlich genannt und werden deswegen hier nicht aufgelistet.
Hethitische Mythologie
Sonnengöttin von Arinna Sonnengöttin von Arina Schutzgottheit des tethitischen Königtums 
Hannahannah Hannanna, Hannahanna Muttergöttin 
Hebat Hepit, Hepat Muttergöttin 
Inara  Göttin der wilden Tiere 
Ishara  Gottheit des Eides 
Kamrusepa Kamruschepa Göttin der Heilung und Zauberei 
Kubaba  Stadtgottheit von Karkemisch 
Schauschga Schawuschka, Ischtar Göttin der Liebe und des Krieges 
Taknas  Sonnen- und Erdgottheit 
persische und Iranische Mythologie
   
Indische Mythologie
Aditi (Sanskrit, ????? – „die Grenzenlose“)  Personifikation des Unendlichen; Mutter der Himmelsgötter; die Tagesgottheit. Sie trägt den Himmel, erhält jede Existenz und nährt die Erde. 
 Göttin der Fülle, oder auch Nahrung spendende Göttin. 
Bagala  eine der zehn Mahavidyas. 
Bhairavi Tripura Bhairavi eine der zehn Mahavidyas. 
Bhawani   
Bhuvaneshvari  eine der zehn Mahavidyas. 
Chinnamasta  eine der zehn Mahavidyas. 
Devi (Sanskrit, ???? – „Göttin“)  einzige Göttin, die alle anderen Göttinnen in sich vereint; 
Dhumavati  eine der zehn Mahavidyas. 
Diti (Sanskrit, ???? – Diti)  Nachtgöttin, Tochter des Daksha, Gattin des Kashyapa sowie Mutter der Daityas und Maruts. 
Durga(Sanskrit, ?????? – durga, wörtl.: die schwer Zugängliche, die schwer zu Begreifende)  Göttin der Vollkommenheit; verkörpert Kraft, Wissen, Handeln und Weisheit 
Ganga (Sanskrit, ????? – Ganges)  Wassergöttin, verkörpert durch den Fluss Ganges. 
Gayatri (Sanskrit, ???????)  Personifikation des Gayatri-Mantras, der populärsten vedischen Hymne, und damit als dessen personal gedachter Aspekt. 
Kali (Sanskrit, ???? – wörtl.: „Die Schwarze“)  Göttin des Todes und der Zerstörung, aber auch der Erneuerung. 
Kamala  eine der zehn Mahavidyas. 
Lakshmi(Sanskrit, ??????? – Lak?mi)  Göttin des Glücks und der Schönheit, Spenderin von Reichtum und von geistigem Wohlbefinden, von Harmonie, von Fülle und Überfluss, Beschützerin der Pflanzen. 
Mahavidyas („Große Verkörperungen oder Großes Wissen“)  Gruppe von zehn hinduistischen Göttinnen: Kali, Tara, Chinnamasta, Bhuvaneshvari, Bagala, Dhumavati, Kamala, Mitangi, Sodashi (auch Sundari) und Bhairavi oder Tripura Bhairavi. 
Maya(Sanskrit, ???? – Illusion, Zauberei) Mahamaya („große Maya“) reative Energie (Prakriti); gilt auch als Form von Devi. 
Mitangi  eine der zehn Mahavidyas. 
Mohini   
Nirriti (Sanskrit, ???????) Nirrti Personifikation für Zerstörung, Leid und Tod. Ihre Boten sind Eule und Taube und ihr Lebensraum ist der Süden. 
Parvati (Sanskrit, ??????? – „Tochter der Berge“)  Tochter von Himavat, dem Gott des Himalaya. 
Saraswati (Sanskrit, ???????) Sarasvati, Vak, Bharati weibliche Kraft (Shakti) des Gottes Brahma; Flussgöttin; Göttin der Weisheit, des Intellekts, der Musik, Gelehrsamkeit, Sprache und Poesie; Verkörperung und Beschützerin der Kultur und der Künste. 
Sati (Sanskrit, ??? – wörtl.: „die Seiende“)  erste Frau Shivas; brachte sich selbst um 
Shakti (Sanskrit, ????? – Kraft)  weibliche Urkraft des Universums; Göttin der schönen Künste; Göttin des Glücks, des Reichtums und der Schönheit 
Sita (Sanskrit, ???? – wörtl.: „Ackerfurche“) Janaki gilt als Inbegriff der treuen und moralisch untadeligen Ehefrau. 
Sodashi Sundari eine der zehn Mahavidyas. 
Tara (wörtl.: „die Retterin“)  weibliche, friedvolle Manifestation erleuchteter Weisheit. 
Japanische Götter - Japanische Mythologie
Amaterasu (jap. ??) Amaterasu-o-mi-kami (jap. ???? – „Am Himmel scheinende Große erlauchte Göttin, andere Namen“) personifiziert die Sonne und das Licht und gilt als Begründerin des japanischen Kaiserhauses. 
Inari  Gott oder Göttin der Fruchtbarkeit, des Reis und der Füchse. Inaris Füchse oder Kitsune sind ihre Boten. 
Izanami no Mikoto (jap. ????? – „die Frau, die einlädt“) Izanami Urgöttin 
Jüdische Mythologie
   
Koreanische Mythologie
   
Sumerische Mythologie
Ereschkigal  Göttin des Todes und der Unterwelt 
Inanna Ninanna, Ninsianna, Inana, Innin Morgen- und Abendstern 
Nammu  Verkörperung des Urmeers 
Nin-Hur-Sanga Ninhursanga, Ninmach, Nintu, Ninsikil, Mama/Mami, Aruru Herrin des Gebirges; Muttergottheit. 
Nin-Lil (Herrin der Luft/des Windes)  symbolisch für die Ernährung als Getreidegöttin verehrt 
Ningal (Große Herrin) Ningaldi (Laut rufende Herrin) Göttin des Schilfes; Mondgöttin 
Ninhursaga Nintur Göttin der wilden Tiere, Pflanzen und der Fruchtbarkeit. 
Urasch  Erdgöttin 
Thailändische Mythologie
Kinnari (thai: ?????) Kinari, Kinaree, Kinnaree, Ginnarie oder Ginnaree; Burmesisch: kin-na-yi Halb Frau, halb Schwan; stellt das traditionelle Symbol weiblicher Schönheit, Grazie und Vollendung dar. 
Mae Phosop (thai: ???????) Mae Posop, Po-sop Reisgöttin 
Türkische Mythologie
Diese Mythologie besteht hauptsächlich aus Sagen, welche keine Götter nennen
Ugaritische Religion – Kanaanäische Götter
Anat Anath Göttin des Krieges; Schutzgöttin gegen wilde Tiere; Liebesgöttin 
Aschera Aschirat Fruchtbarkeitsgöttin 
Ashtoreth Aschtart, Astarte Große Göttin; Fruchtbarkeitsgöttin 
Ursemitische Religion
*?A?iratu (ug. a?rt; hebr. Ašerah; OSA. ??rt)   
*?A?tartu (akk. Ištar; ug. ??trt; phön; ?štrt / Astarte; hebr. ?Aštore?)  Fruchtbarkeitsgöttin 
*Samšu "Sonne" (Sonnengöttin: ug. špš, OSA: šmš, dagegen männlich ist akk. Šamaš).   

Afrika [Bearbeiten]
Ägyptische Mythologie [Bearbeiten]
ägyptische Göttinnen der ägyptische Mythologie Name Namensvarianten kurze Beschreibung/Bedeutung Bild
Amaunet Amonet „die Verborgene“; Eine schlangenartige Göttin der Spätzeit. Das weibliche Gegenstück zu Amun. 
Amentet Imentet Totengöttin und Göttin des Westens. 
Ammit Ammut, Amemet „Fresserin der verurteilten Toten“. Sie frisst die Herzen der Verstorbenen, wenn die Seelen von Sünde belastet sind. 
Anat Anath kriegerische Göttin, die den König, seine Pferde und seinen Streitwagen beschützt. 
Anuket  Wassergöttin und Göttin des ersten Kataraktes 
Bastet Bast Ägyptische Katzen-, Glücks- und Fruchtbarkeitsgöttin. 
Bat  Lokalgöttin Bat-Gaues 
Hathor  Himmelsgöttin des Westens und Göttin der Liebe. 
Hatmehit  Lokalgöttin des Fischgaues. In der Spätzeit Gattin des Widder von Mendes angesehen. 
Hededet  Schutz- und Muttergöttin. 
Heket Heqet, Hekit Wassergöttin, Göttin der Geburt 
Hemsut Hemuset weibliche Gegenstücke der Kas 
Hesat Hesahet, Hesaret Kuhgöttin. Die Hesat-Kuh nährt den neugeborenen Pharao 
Isfet  Gegenspielerin der Göttin Maat, das Chaos. 
Isis Ise, Iset „Göttin der Liebe”, als „Meergöttin”, als „Gottesmutter”, „Mutter der Sonne”, „Königin des westlichen Himmels” (das Totenreich) 
Junit Init „Die Farbige“. Göttin aus dem Ägyptischen Totenbuch. 
Kauket Keket Mit Kuk, Urgötterin der Finsternis. 
Maat  Die Gerechtigkeit/Wahrheit/Weltordnung 
Mafdet  Katzengöttin 
Mehit  löwenköpfige Göttin mit Atef-Krone 
Menhit  Göttin des Kampfes und Kronengöttin. 
Meschenet Mesechnet Geburts- und Totengöttin. 
Mut  göttliche, symbolische Mutter des Pharao. 
Naunet  Göttin des vorzeitlichen Meeres der Unterwelt 
Nebet-achu  „Herrin der Verklärten“; Göttin aus dem ägyptischen Totenbuch 
Nebet-anch  „Herrin des Lebens“; Göttin aus dem ägyptischen Totenbuch 
Nechbet Neckhbet, Neckhebet Schutzgöttin des Pharaos. 
Nehemetawai Nehemet-await, Nehemety-awai „Herrin