Jungenschule / Mädchenschule

 
 
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Jungenschule

 
 

Als Jungenschule oder auch Knabenschule bezeichnet man eine Schule, die nur von männlichen Schülern besucht wird.

 

 

Heutige Jungenschulen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es aktuell nur noch vier Jungengymnasien sowie weitere (nicht an eines der Gymnasien angeschlossene) Jungenrealschulen. Die Zahl der Jungenschulen ist in den letzten Jahrzehnten drastisch zurückgegangen. Auffällig ist die relative Häufung in Bayern, während es in Ostdeutschland keine einzige gibt. Mit Einführung der Koedukation in Deutschland wurden fast alle staatlichen Knabenschulen in gemischte Schulen umgewandelt. Die meisten Knabenschulen (außerhalb Bayerns) sind heute kirchliche Schulen, die sich aus Internaten in der Trägerschaft eines Männerordens entwickelt haben. Aber auch diese wurden zum größten Teil nach und nach ebenfalls für Mädchen geöffnet.

Jungengymnasien in Deutschland:

Jungenrealschulen in Deutschland (Auswahl):

Ehemalige Jungengymnasien:

  • Kolleg St. Blasien in Sankt Blasien, Schwarzwald; seit dem Schuljahr 1989 werden im von Jesuiten geführten Gymnasium auch Mädchen aufgenommen.
  • Kolleg St. Thomas der Dominikaner in Vechta, Niedersachsen; seit dem Schuljahr 2006/7 werden dort auch Mädchen aufgenommen. Neben den Schülerinnen, die in der 5. Klasse begonnen haben, gibt es einige wenige Quereinsteigerinnen in höheren Klassen.[2]
  • Aloisiuskolleg in Bad Godesberg, Nordrhein-Westfalen; seit wenigen Jahren besuchen auch Schülerinnen das Gymnasium der Jesuiten.
  • Don-Bosco-Gymnasium in Wadersloh, Nordrhein-Westfalen; aufgrund finanzieller Probleme im Sommer 2007 geschlossen.
  • Bischof-Neumann-Schule in Königstein im Taunus, Hessen. Fünftklässlerinnen werden seit 1986 aufgenommen, vorher Quereinsteigerinnen in Einzelfällen.

Bekannte Schüler einer Jungenschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Jungenschule – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hochspringen http://www.jungenrealschule.de
  2. Hochspringen Dominikanerkonvent "Maria de victoria" (Hrsg.): 100 Jahre Dominikaner in Vechta. Festschrift zum Jubiläumsjahr. Vechta, 2002
 

 

 

 

 
 
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Mädchengymnasium

 
 
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Ein Mädchengymnasium (auch Lyzeum genannt) ist ein Gymnasium, in dem nur Mädchen zugelassen sind. Wurden früher spezielle Gymnasien für Mädchen nur deshalb gegründet, weil das allgemeine Bildungssystem keine höheren Schulen für Mädchen vorsah, so werden sie heute – bei erreichter Chancengleichheit im Bildungswesen – vor allem als Alternative zum koedukativen Unterricht verstanden.

 

 

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heute in Deutschland nur noch selten verwendete Begriff Lyzeum (auch Lyceum, Mehrzahl Lyzeen) kommt aus dem Lateinischen und geht auf das Altgriechische Λύκειον Lykeion zurück, den Namen für das Gymnasion im alten Athen in Erinnerung an Apollo Lyceus.

Im Zuge der allmählichen Institutionalisierung des höheren Bildungswesens im 18. und 19. Jahrhundert durch die Einführung der Schulpflicht und die Einrichtung von Gymnasien hatte sich in Deutschland ein Schulsystem entwickelt, das bevorzugt für Knabengedacht war. Für Mädchen endete der Bildungsweg spätestens mit dem Abschluss der Höheren Töchter- oder Mädchenschule (bis zum etwa 15./16. Lebensjahr) oder mit dem Besuch eines Lehrerinnenseminars. Erst als gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Frauenbewegung der Ruf nach einer höheren und berufsqualifizierenden Bildung für Frauen laut wurde, richtete man nach und nach studiumsvorbereitende „Gymnasialkurse“ für Mädchen und eigene Mädchengymnasien ein.

Im System der Humanistischen Gymnasien waren lateinische Begriffe üblich, und so wurden allgemein – vor allem in den ehemals preußischen Staaten – die Mädchengymnasien als Lyzeum bezeichnet. Im Zuge der Gleichstellung ist diese Bezeichnung im Laufe der Zeit seltener geworden. Nicht zu verwechseln sind damit die gleichnamigen Hochschulen im Königreich Bayern (siehe Lyzeum (Hochschule)).

Ein großer Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung der Mädchenbildung war die Petition von 1887 an das Preußische Unterrichtsministerium mit der Bitte um Gleichstellung der Mädchenausbildung mit der höheren Knabenausbildung. Begleitet wurde diese Petition mit der Schrift Über die höhere Mädchenschule und ihre Bestimmung, der sogenannten Gelben Broschüre von Helene Lange, in der sie eindringlich Kritik an der bestehenden Form der höheren Mädchenbildung übte.[1]

Die ersten Mädchengymnasien entstanden ausschließlich aufgrund privater Initiativen, ohne staatliche Unterstützung. Den Anfang machte die Eröffnung eines Mädchengymnasiums 1890 in Prag. Es bot einen zweijährigen Vorbereitungskurs und einen vierjährigen Oberkursus an. Die Schlussprüfung wurde gastweise an einem Knabengymnasium abgehalten. Es folgte die Gründung eines Mädchengymnasiums durch den Verein für erweiterte Frauenbildung 1892 in Wien, zu der der zuständige Unterrichtsminister seine Zustimmung gab, sich jedoch die Entscheidung darüber, ob die Reifeprüfung des Mädchengymnasiums auch die Zulassung zu einem anschließenden Hochschulstudium gewährleisten sollte, noch vorbehielt. Das erste Mädchengymnasium auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands wurde vom Verein Frauenbildungs-Reform unter Leitung von Hedwig Kettler 1893 in Karlsruhe gegründet. Bedingung für die Aufnahme war der sechsjährige Besuch einer höheren Mädchenschule.[2][3]

Ebenfalls 1893 wurden in Berlin drei- bis vierjährige Gymnasialkurse für Frauen angeboten, denen junge Frauen, die mindestens das 16., empfohlenermaßen aber das 18. Lebensjahr vollendet hatten, nach einer Eignungsfeststellungsprüfung zugelassen wurden. 1894 folgten Gymnasialkurse in Leipzig, gegründet vom Allgemeinen Deutschen Frauenverein (ADF).

Für die Mädchengymnasien in Preußen war das Jahr 1908 entscheidend, in dem sich der Staat dazu verpflichtete, sich auch um die höhere Mädchenbildung zu sorgen und damit den Frauen einen umfassenden universitären Zugang zu ermöglichen.[4]

Im Laufe des 20. Jahrhunderts setzte sich in den unteren Schulstufen mehr und mehr das Prinzip der Koedukation durch, auf dem Sektor der Gymnasialbildung aber war bis in die 1950/1960er Jahre hinein der getrennte Unterricht der Normalfall. Erst mit der umfassenden Bildungsreform nach 1968 etablierte sich die Koedukation als allgemeiner Standard. Mädchengymnasien ebenso wie Jungengymnasien starben allerdings nie aus, sondern stehen heute als alternative Wahlmöglichkeit zur Option.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hochspringen Hildegard Küllchen, Sonja Koch, Brigitte Schober, Susanne Schötz (Hrg): Frauen in der Wissenschaft. Leipziger Universitätsverlag, 2010, S. 27
  2. Hochspringen Gründerin der ersten deutschen Mädchengymnasien Kalenderblatt von Ulrike Rückert, Deutschlandradio Kultur, 5. Januar 2012
  3. Hochspringen Geschichte des Lessing-Gymnasiums
  4. Hochspringen Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. Darmstadt 2006, S. 24-37.
 

 

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