Gedichte über die Kulturpflanze Cannabis indica sativa

 

 

Zum Geleit.
In bewegter Zeit erscheint die Hanffibel und beweist
damit die Wichtigkei
t des Hanfanbaus. In lustiger,
aber eindringlicher Form soll sie mithelfen, Zweifels-
fragen des Anbaues zu lösen eine alte Kultur
des Niederungsmoorbodens zu neuer Blüte zu
bringen. Wer sie sorgfältig beachtet, hilft mit zum
Gelingen.

Wei´s wichde is kemma heid schwarz auf weiß lesn wos de groasn Baumeisda 

uns ind Hend gem ham . A Gedichtl des wo da Waid haifa soi , luste aba a genau ... 

Schau des is s oide Moa , lang lange Zeid nochm Griag ... s Land soi wida wean 

dos ma stoiz sei ko auf´n Gartn .. wea sauba und sorgfaide schaud ... haifn mid ... 

auf das se de Radl wida dran ... 

 

Das deutsche Volk ist in der Welt
Vornehmlich auf sich selbst gestellt.
Zu oft getäuscht ward sein Vertrauen,
auf fremde Hilfe nur zu bauen.
Was heut es leistet, was es schafft,
verdankt es seiner eignen Kraft,
und diese Kraft wächst urgesund
aus deutschem Geist und deutschem Grund.

 

S Deitsche Reich is in da Waid a auf se saiba gstaid 

ofd scho sama zamschossn woan .. s Liachd aba is nei gborn

Heid wos ma schaffd & leisdn , aus eigna Grafd ... 

so echde Grafd wochsd urgsund aus Deitsche Runa Deitschm Grund

 

Jedoch der deutschen Scholle Schoß
Schenkt nicht allein die Nahrung bloß.
In großer Menge spendet sie
Auch Rohstoff für die Industrie.

Aba da Deitschn Schoin & Schoß 

ned blos fürd Brodzeid is dar

drum spar mid da Industie kemma 

wos gscheids macha jez schau hea wia

Zu solchem Rohstoff, hoch anWert,
auch unser guter Hanf gehört!
Was er erbringt, wo man ihn baut,
und was man macht aus seiner Haut,
was man beim Anbau muß verstehen,
kann man aus dieser Fibel sehen.

Zum guadn Werk  hoach an Werd

a unsa guada Honf herkerd

Wo er uns bringd wo man o baud

und wos ma machd aus Fai sog laud

wos ma beim saan soid singa 

ko ma hia lesn und so gwinna

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Pflanze Hanf, groß und gewaltig,
ist in der Leistung vielgestaltig,
sie wächst ja höher als ein Mann
recht schnell und üppig auch heran.
Aus ihrem Leib, dem unversehrten,
sind alle Teile zu verwerten:
Der Faserstrang, der Same glatt,
der Holzteil und das schmale Blatt.
Ein jedes Stück ist angetan,
zu dienen dem Vierjahresplan!

Sativa groáß und gwoide 

had vui Gsichda is voi gstoide

es wachsd a häa ois a Mo

schnai und groaß schau o

Aus Ihrm Gwand des ned zarissn 

und mid am reina Gwissn ... ko a Lichd des 

hell wia d sonna ... so hädad mas ja fast scho gwonna

Honf sponna

De Fasa da Sam und´s schmoie Bladdl

mei wa des sche im Gartl

Ob Summa Winda Frija Hebsd

goad wennsd ned blos Felle Fai sche geabst

 

 

 

 

Der Same, immer hoch an Wert,
zunächst das Saatgut und beschert,
auch wird verzehrt als Lieblingsspeise
besonders gern er von der Meise,
denn ist vom Hanf ihr Kröpfchen voll,
wird laut ihr Lied und liebestoll.


Den Holzteil dieser großen Pflanze
Soll man nicht schlagen in die Schanze,
aus ihm läßt leicht sich fabrizieren
Belag, um Böden zu garnieren
Auch liefert er Papier und Pappe
Und Leichtbaustoff und Wandattrappe,
auch kann aus ihm als weitre Sachen
Holzzucker und Holzgas machen.

Jedoch das all verblaßt sehr weit
Vor seiner Faser Brauchbarkeit.
Nur selten ist ein Seil zerronnen,
das aus dem Hanf zurechtgesponnen!

Wer Wäsche seilt bei Wind und Wetter,
wer mit dem Bergseil hoch will klettern,
wer weben will und feste binden,
wer segelt unter starken Winden,
wer mit dem Tau am Kai hantiert,
wer mit dem Strick den Bullen führt,
wer Pferde muß mit Lasso fangen,
wer will daß Fisch` im Netze hangen,
wer mit dem Schlauch bekämpft die Brände,
wer baumelt an des Schwimmgurts Ende,
wer auf Strickleitern klettert steil,
wer tanzt und turnt hoch auf dem Seil,
wer in dem Boxring, arg zerhauen,
sich retten muß zu Seil und Tauen,
wer abseilt tief in dunkle Schächte -
der nehme nur die Hanfgeflechte!

 

 

 

 

 

 


Auch friedliches läßt sich spinnen
Und aus dem Faserhanf gewinnen,
zum Beispiel: Teppich für die Wohnung
und Riemen für des Bauches Schonung.
Kommt`s Wochenend im Waldesschatten,
träumt es sich schön in Hängematten,
liegt man allein, so fern der Welten,
am Flußes Strand in  kühlen Zelten,
wenn gegen Neugier, Sonn und Wind
sie dicht aus Hanf gewebet sind.

Hanf gibt auch Drilling, Wäsche, Tücher,
und starken Einband für die Bücher,
auch Barchent, Gurte, Plane, Säcke -
kurz, Dinge für gar viele Zwecke!
Ein Hanfgewebe kaum verschleißt,
ein fester Hanfstrick nie zerreißt!

So ist der Hanf es also wert,
daß man im Anbau ihn vermehrt,
zumal die Faser und der Samen
bisher meist aus dem Ausland kamen,
obwohl der Hanf auch allezeit
auf unsrer Scholle gut gedeiht,
denn noch vor sechzig Jahren trug
der deutsche Boden Hanf genug


1878        21000 ha
1932        200 ha
1939        16000 ha
2003 0 ha


So ist uns Hanf kein fremder Gast,
Man pflanze ihn, wohin er paßt!
Doch sei, soll der Ertrag genügen,
die Vorbereitung recht gediegen.
Der Hanfanbau ist gewiß nicht schwer,
jedoch er geht nicht nebenher.
Du mußt ihn soll er dich erfreuen,
wie jede andre Frucht betreuen!

EINS MUß JEDOCH BEACHTET BLEIBEN:
DER HANFANBAU DARF NIE VERTREIBEN
DIE BROT- UND HACKFRUCHT VON DEN FLÄCHEN -
EIN SOLCHES WÜRD SICH BITTER RÄCHEN!
....darum sind mir auch Referate wie
die Liste der Küchenkräuter und Gewürze
auf Wikipedia wichtig)
(hervorgehoben von Zora)

Man geb`dem Hanfbau dorten statt,
wo er den rechten Standort hat!
Wo diese Flächen sind zu finden soll euch jetzt die Fibel künden!

 

 

 

 


Hanf wächst - das stehe hier zuvor - am besten auf dem Niedrungsmoor,
das ihm, da humusreich und feucht,
als idealster Standort deucht.
Er braucht der Hanf, der böse Prasser,
in seinem Leben recht viel Wasser,

das mit der tiefen Wurzel Mund
er saugt aus Moores frischem Grund.

Jedoch, so sehr er Wasser liebt,
zuviel an Wasser ihn betrübt,
denn, ist der Boden stauend naß,
denn bleibt der Hanf recht klein und blaß.

Wer Hanf baut auf der Moore Flur,
treibt ferner echte Moorkultur,
denn eng begrenzt ist hier die Wahl
in unsrer Nutzgewächse Zahl:
Der Moorwirt baut Kartoffeln, Kohl,
zuweilen auch Getreide wohl,
auch etwas Mais und Futterknollen -
Viel mehr ist im Moor nicht zu wollen!
Und ist der Saataufgang geglückt,
wird er vom Unkraut arg bedrückt,
man hackt und hackt, ohn´ Kraft und Stocken,
das Moor wird dadurch dürr und trocken.
Die Feuchtigkeit gar schnell verfliegt,
das Moor wird mullig und verfliegt.
Auch wird des Moorwirts Müh` und Walten
Stets durch das Unkraut aufgehalten.

Hier springt der starke Hanf allein
Als Retter für das Moorland ein.
Er wächst sehr schnell und groß heran
Weißt der Kultur die rechte Bahn,
denn jede Frucht sich froh gestaltet,
wenn Hanf im Wechsel einschaltet,
er gibt dem Acker Schirm und Schatten,
bringt schnell das Unkraut zum Ermatten,
er hält des Moores dunklen Grund
schön sauber, gar und recht gesund.
Und auch des Moors Spätfrostgefahr,
die krümmt dem Hanf kein einzig Haar.


Auch Grünland in dem Moorgebiet
Ist im Ertrag oft karg und müd´,
hier wird, sofern es gut entwässert,
durch Hanf die Leistung schnell verbessert.
Kurzum, die Moorkultur erhöht,
wer auf dem Moor mehr Hanf aussät!
Und auch auf manchen andren Flächen
Beseitigt Hanf des Bodens Schwächen,
sofern zuvor, ob Tal, ob Hügel
man gut gesenkt den Wasserspiegel
(der Grundwasserspiegel soll vor der Saat auf etwa 50 bis 80cm. Tief gesenkt sein.)

 

 


Wo das Getreide häufig lagert
Durch Frost, Rost oder Unkraut magert,
wo frischgebrochner Wiesenboden,
wo man den dichten Wald tat´ roden,
wo Wiesentäer gut drainiert,
wo einst ein Flußarm hergeführt,
wo Land man schuf aus Seen und Teichen -
da ist mit Hanf was zu erreichen.


Das Vorgesagte läßt ersehen,
auf welchem Boden Hanf soll stehen,
und an die Vorfrucht auf dem Feld
er nur geringen Anspruch stellt.
Er steht nach Hackfrucht, Korn, Gemüse ,
auch gern nach Weide oder Wiese.

Der schatt`ge Hanf, und das ist klar,
stellt selbst die beste Vorfrucht dar,
denn sein Bestand, groß, breit und dicht,
erwürgt des Unkraut schlimm Gezücht.
Er läßt, wenn er vom Acker weicht,
zurück ihn sauber, gar und feucht.

Nach Hanf fühlt, frei von allen Sorgen,
Getreide sich recht wohlgeborgen.

Auch Hackfrucht, die dem Hanf folgt nach,
bringt hohe Ernten allgemach,
und auch die Grassaat, zart und fein,
legt gern sich in sein Bett hinein.

Kurz jede Saat in Hanfes Feld
Bringt reiche Ernten, reiches Geld!

Und eines noch was nicht alltäglich:
Hanf ist auch mit sich selbst verträglich;
Wenn man auf gleichem Feld ihn bringt,
sein Anbau dennoch gut gelingt.

Der Hanf, der ist kein Krumenhocker,
er liebt sein Saatfeld tief und locker,
aus dem mit seiner Wurzel Schaft,
er kräftig sich die Nahrung rafft,
und dann in jugendlichen Walten
fein üppig Wachstum zu entfalten.
Um diesem Anspruch zu genügen,
soll tief im Herbst das Feld man pflügen.

Soll unser Hanf auf Grünland stehen,
mußt du im Herbst zum Umbruch gehen,
damit der Frost füllt jede Lücke
und sprengt den Boden mürb in Stücke.

Im Frühjahr sollst du dich beeilen,
die alte Narbe zu zerteilen,
hier ist, um gut es zu vollenden,
die Scheibenegge zu verwenden.

26.12.2003

In seiner Egg`und Scheibenmesser
Die Klumpen schneiden, um so besser!
Sind klein die dicht verfilzten Narben,
dann braucht die Hanfsaat nicht zu darben.

Will man den Boden gut bereiten,
nehm`man die Walze auch bezeiten.
Mit ihrem schwersten Exemplar
Macht sie den Acker mürb und klar.
Man nehm`zuerst die Walze vor
Besonders auf dem Niederungsmoor,
weil dessen lockeres Gefüge
gefestigt wird dann zur Genüge.
Die Walze gibt dem Boden Schuß,
das ist dem Hanf ein Hochgenuß;
er möchte mit der Zunge schnalzen -
so dankbar ist er für das Walzen!

Zur Düngung

Wer schnelle wächst vom Kind zum Knaben,
muß gut und reich zu essen haben,
daß Säfte sammeln Blut und Bauch -
so ist es mit dem Hanfe auch!
Es muß, soll er recht schnell gedeihn,
viel Nahrung ihm verfügbar sein,
und, da sein Appetit enorm,
auch in leicht aufnehmbarer Form.

Will mann ihm gute Nahrung bringen,
muß man ihn stark mit Stickstoff düngen,
wofür er sich recht dankbar zeigt
und niemals auch zum Lagern neigt.
Auch Kalk in mancher Form gegeben,
befördert schnell und stark sein Leben,
desgleichen will hinreichend haben
er Kali- und auch Phosphorgaben
(man gebe etwa drei bis vier dz Phosphorsäure und 40%iges Kali je Hektar)
die seinen hohen Stengelteilen
verhelfen zu recht starken Seilen

Auf eines habe aber acht,
daß früh der Dünger ausgebracht!
Die beste Zeit ist vor der Saat,
damit der Dünger Muße hat
sich noch vor den Bestellungszeiten
recht fein im Boden auszubreiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Dünger auf den Kopf zu streuen,
daß kann den Hanf nur selten freuen,
weil dieser ihn nur wenig frommt,
da er zu spät zur Wirkung kommt.
Ist schlecht sein Wuchs an Blatt und Stengel,
dann liegt das meist an andren Mängeln;
Zum Beispiel, daß die Nässe staut,
das ward der Boden arg versaut,
das fehlt dem Acker guter Schluß,
wodurch der Hanf nicht kommt zum Schuß.
Kopfdüngung aber hilft hier nie
Und bleibt verlor`ne Liebesmüh`!

Auch Stallmist kann, im Herbst gegeben,
des Hanfes Wachstum kräftig heben,
weil der Bakterien große Schar
ihm bietet reiche Nahrung dar.

Doch, welcher Dünger auch genommen-
Er muß früh in den Boden kommen,
denn was hilft alles Düngers Pracht,
wenn`s Wasser ihn nicht löslich macht!

Drum streue früh die Düngergabe,
das ist dem Hanf die liebste Gabe,
dann wächst er in recht kurzer Zeit
zu ausgedehnter Üppigkeit!

SORTE UND SAAT

Soll Hanf genügen im Ertrage,
beacht` man auch die Sortenfrage:
der späte Hanf wird selten trocken,
trotz noch so schön gebauter Hocken.

Die deutschen Sorten, durchgezüchtet,
sind alle frühreif ausgerichtet,
sie sind vor jeder Auslandssaat
drei Wochen früher reif zur Mahd.
Auch sollst zu solcher Sort`zu greifen,
bei der die Samen sicher reifen,
und die nebst guten Fasersträngen
auch bringen reiche Samenmengen.

Das finde unterm Hanf im Moor
Zur Keimung reichlich Wasser vor,
sä` mit der Drillmaschin` ein jeder
auf Tiefe von fünf Zentimeter,
dann kann dich auch kein Vogel narren
und ihn frech aus dem Boden scharren!
Ist so die Saat sorgsam bestellt,
führ noch die  Egge übers Feld,
und dann zum Schluß ein Walzenstrich-
so ist der Saat gedeckt der Tisch!

 

 

 

Zur Aussaat gehe mit Frohlocken,
sobald der Boden warm und trocken.
Hält Auslandssaat man nur bereit,
ist`s End` Apri so an der Zeit,
doch Mitte Mai ist`s nicht zu spät,
wenn man mit deutschen Sorten sät.

Von Wichtigkeit  beim Säenswerke
Ist auch die rechte Aussaatstärke.
Die dichte Saat bringt Ackerreinheit
Und ganz besondre Stengelfeinheit.
Wenn Stengel hoch und dünn gelingen,
sie auch die beste Faser bringen.

Doch schieße man nicht übers Ziel,
denn ungesund ist allzuviel,
bei wahllos draufgesäten Mengen
die Pflanzen alle sich bedrängen.
Drum drille man, sonst wird es pleite,
auf etwa zwanzig Reihenweite
und bringt an Saat dem Boden dar
so achzig Kilo je Hektar

"achzig Kilo Hanfsamen das sind Mengen welche bei einem Samenpreis von ab 1 Euro pro Korn wie es heutzutage normal ist zum Nachdenken anregen sollte"
(Anmerkung des Übersetzers)

Die Pflege

Kaum sind drei Wochen erst verflossen,
ist schon der Acker dicht geschlossen,
und was das Feld an Unkraut bringt,
wird durch den Hanf schnell abgewürgt.
Drum ist auch auf des Moores Land
Die Pflegearbeit kaum bekannt.


Baut man den Hanf auf bind`gem Boden,
soll hacken man und Unkraut roden,
doch rühre man hier schnell die Hände,
sonst sind zu groß schon die Bestände!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Ernte

Schon geht der Sommer durch das Land,
schnell reift des Hanfes Samenstand,
dann mählich sanft von unten her
die Körner werden reifeschwer.
Willst taubes Korn du hier vermeiden,
darfst du den Hanf jetzt noch nicht schneiden,
erst wenn der halbe Samenstand
erhält ein reif-graubraun Gewand,
und wenn die Körner prall sich füllen
und schaun aus ihren Blütenhüllen,
und wenn der Same braun sich fein -
dann will der Hanf geerntet sein!
Willst du die Ernte schnell vollführen,
mußt du sie wohl mechanisieren;
es eignet sich auf manchem Schlage
die Mähmaschien` mit Handablage,
selbst bei dem Hanf mit großer Länge
kommt man dabei nicht ins Gedränge.

Der Nachteil doch bei dem Geschäfte:
Man braucht noch viele Arbeitskräfte,
die binden müssen und sich regen,
den Hanf schnell aus der Bahn zu legen.

Es spart viel Arbeit,  Zeit und Kraft,
wer mit dem Bindemäher schafft,
er ist jedoch nur zu verwenden
bei kleingewachsnen Hanfbeständen,
drum schufen unsere Erfinder
in Deutschland einen Hanfmähbinder,
der sauber, schön und unentwegt
den größten Hanf zu Boden legt,
mit dem sich nebenher aufs best
àuch das Getreide mähen läßt.

Damit die Ernte schnell wird trocken,
stellt sorgsam man den Hanf auf Hocken,
und das der Hanfe schön sich runde,
mach`man an sechzehn Grabenbunde,
wenn fest sie aufgerichtet sind,
dann trotzen sie dem stärksten Wind.

 

 

 

 

 

 

 

 


LAGERUNG UND ....

Die Faserteile schnell zergehen,
läßt man zu schnell die Hocker stehen,
sie können äußerst schnell vertragen
den Regen in des Herbstes Tagen:
die Faser schrumpfen und verleimen,
die Körner fangen an zu keimen,
auch picken sie die Vögel aus -
drum fahr den Hanf recht bald nach Haus!
Doch mangelt hierzu Raum und Zeit,
mach eine Miete dann bereit
(Grundfläche 30-12 m Höhe 10 m Mietensohle nach innen eingezogen, um Fäulnis durch Traufwasser zu vermeiden.)
mit hoch und steil gestellten Traufen,
dann wird der Regen abwärts laufen!

Der Hanf in Mieten oder Scheunen
Muß nuun im Schwitzprozeß sich bräunen,
dies Stadium in deiner Bahn
hält fast sechs ganze Wochen an,
doch heilsam ist ihm diese Kur,
weil auch das Korn, das halbreif nur,
jetzt erst des Dasens Zweck begreift
und schön zu vollen Samen reift.

So ward vollbracht sein kurzes Leben -
Erwünscht ist, jetzo abzugeben
Den Hanf mit Samen und mit Stengel,
das spart viel Arbeit und Gedrängel.
Doch wo man nicht gleich liefern kann,
fang man den Hanf zu dreschen an.

Jedoch mit dem normalen Drescher
Da gäb es Splitter, Scherben, Brecher,
weil der Maschine Hals und Magen
das Hanfgebund nicht kann vertragen.
Dem Drusch des Hanfes heute dienen
Die Hanfdresch-Spezialmaschienen.

Und blieb der Same auf der Strecke,
füll` man in keineswegs in Säcke,
er würde furchtbar sich erhitzen
und jetzo sich zu Tode schwitzen,
du mußt vielmehr nach alten Sitten
ihn sorgsam auf den Boden schütten ( in etwa 25cm Höhe)
und durch der Hände fleißig walten
ihn schaufeln und lebendig halten,
was anfangs er in seiner Lage
verlangt an jedem zweiten Tage.
Um das zertreten zu vermeiden,
soll man die Schuh mit Filz bekleiden.
Derselbe Zweck wird auch erfüllt,
wenn sie mit altem Sack umhüllt.

 

 

 

Hanfsamen ist erst Lagerfest,
wenn ihn die Feuchtigkeit verläßt,
das heißt, wenn sank zum guten End`
die Feuchtigkeit auf acht Prozent!

Des Hanfes weiteres Geschick
Vollzieht sich in der Hanffabrik,
mit ihr , zwecks Absatz und Verkauf,
nimm zeitig die Verbindung auf!

Ist die Fabrik in nahen Lagen,
dann lad den Hanf auf deinen Wagen
und fahre selber, gut gebunden,
das Hanfstroh hin in ein paar Stunden,
nur Hanf, von ferne hergebracht,
erhält vergütet deine Fracht
(die Bahnfracht wird gewöhnlich erst bei einer Entfernung von 10 km vergütet.)

Ein jeder, der heut Hanfbau treibt,
nie auf den Stengeln sitzen bleibt,
weil Hanf zu aller Nutz und Frommen
wird einem jedem abgenommen.

Wie`s nach der Ordnung sich gebührt,
ist auch ein Festpreis garantiert,
wobei die gute Qualität
auch höher noch die Preise steht.
Drum soll ein jeder danach sinnen,
nur beste Faser zu gewinnen!

So bringt der Hanf, der groß und stark,
viel Rohstoff uns und manche Mark!

Wer Hanf heut baut mit fleiß`ger Hand,
hilft selbst sich und dem Vaterland

BAUT HANF


 

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